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Eine Langversion
gibt es nach dem LS 460 (in Nordamerika, Russland und Asien) nun
auch vom LS 600h – und den sogar für den europäischen Markt.
Seine 12 cm mehr Radstand (3,09 m) kommen voll und ganz den
Passagieren – vor allem denen in der zweiten Reihe – zugute.
Damit wächst die Karosserielänge auf 5,15 m, alle anderen Maße
entsprechen der „kurzen“ Version. Der cW-Wert liegt aber
auch bei der Langversion bei beeindruckenden 0,27 (Normalversion
0,26). Eine Ausfahrt in einem LS 600h L verschaffte einen ersten
Eindruck.
Guten Zugang zum
Innenraum bieten vier Türen, die hinteren sind noch etwas großzügiger
geschnitten als in der Normalversion. Die Übersicht ist noch
etwas bescheidener als in der Normalversion, aber beim 600h
ist in beiden Versionen sogar der Intelligent Park Assist, der
selbsttätig einparkt, Serie. Vorne ist das Platzangebot üppig
bemessen, hinten fühlt man sich dank der 12 cm mehr Radstand wie
ein König. Sogar einen Liegesitz hinter dem Beifahrersitz gibt es für
den Fond – gegen Aufpreis. Der Laderaum fasst beim
LS 600h – egal, ob kurz oder lang – nur 325 Liter, die
Hybridkomponenten schränken das Ladevolumen deutlich ein (der LS
460 bietet immerhin 505 Liter).

Wie
schon beim LS 460 gibt es weder an der Materialqualität noch
an der Verarbeitung irgendetwas auszusetzen. Ganz im Gegenteil: Die
Qualität ist vom Feinsten! Edel ist das Ambiente, man fühlt sich
wohl. Das Armaturenbrett wirkt nicht überladen und überfordert den
Fahrer auch nicht: Übersicht und Handhabbarkeit sind nicht zu
beanstanden.
Schon
in der Basisausstattung (also als LS 460 in der
Normalversion) ist die Luxuslimousine mit allem ausgestattet, was in
dieser Klasse Standard sein sollte. Das reicht von Basics wie einer
funkfernbedienten Zentralverriegelung, elektrisch einstellbaren,
beheizbaren und automatisch abblendenden Außenspiegeln,
elektrischen Fensterhebern vorne und hinten, Bordcomputer,
Geschwindigkeitsregelung, Lichtautomatik, Regensensor und
Klimaautomatik über 18-Zoll-Leichtmetallräder, Premium-Audiosystem
mit Radio und CD-Wechsler, automatisch abblendende Innen-Rückspiegel,
elektrisch einstellbare Ledersitze vorne (mit Sitzheizung und –belüftung),
Sitzheizung auf den Außenplätzen hinten und ein elektrisch
einstellbares und beheizbares Lederlenkrad, ein elektrisches
Sonnenschutzrollo für die Heckscheibe und Verbundglas-Scheiben mit
Bandfilter bis hin zu DVD-Navigationssystem mit TFT-Monitor und
Heckkamera, einem Parkassistenten und Adaptiven
Bi-Xenon-Frontscheinwerfern. Der LS 600h hat schon in der
Normalversion zusätzlich dazu unter anderem den Intelligent Park
Assist, ein High-End-Audiosystem von Mark Levinson, eine
Kofferraumdeckel-Automatik (Easy Load), 19-Zoll-Leichtmetaller, ein
schlüsselloses Zugangssystem mit Key Card (Scheckkartenformat),
permanenten Allradantrieb und LED-Scheinwerfer mit an Bord. Die
Langversion setzt noch einmal elektrisch
einstellbare Sitze hinten mit Memory-Funktion und Sitzbelüftung außen,
elektrisch einstellbare Kopfstützen hinten sowie Seitenairbags im
Fond drauf. Die Zusatzausstattung „Ambience“ bringt Features wie
ein beheizbares Lenkrad, ein Glas-Schiebe-Hebedach, Komfortsitze im
Fond, Vier-Zonen-Klimaautomatik, Sonnenschutzrollos hinten, die
Lederausstattung Exklusiv sowie ein Rear-Seat-Entertainmentsystem
mit. Auf Ambience basiert dann Wellness mit besonders luxuriösen
Wellness-Komfortsitzen hinten. Als weitere Sonderausstattung sind
Features wie das adaptive Geschwindigkeitsregelsystem ACC (Adaptive
Cruise Control) mit Pre-Crash-Safety-System, ein Advanced
Pre-Crash-Safety-System sowie ein elektrisches Glas-Schiebe-Hebedach
einzeln verfügbar.
Bei all dem
Komfort fahren lassen? Oder doch lieber selber fahren? –
Angetrieben wird der Hybird-LS von einer Kombination aus einem
5-Liter-Achtzylinder-Benzinmotor und einem sehr leistungsstarken
Elektromotor. Das „600“ im Namen deutet – wie bei Lexus’
anderen Hybrid-Modellen – nicht auf den tatsächlichen Hubraum
hin, sondern gibt an, wie viel Hubraum ein konventioneller Benziner
haben müsste, um die Leistung des Hybrid zu erzielen. Der Benziner
leistet 394 PS, der Elektromotor unterstützt den Achtzylinder mit
bis zu 224 PS, die Systemleistung „addiert“ sich auf 445 PS.
Auch hier (wie beim LS 460) kommt beim Achtzylinder das
Einspritzsystem D-4S zum Einsatz und sorgt für eine mehr Leistung
und Drehmoment bei niedrigeren Verbrauchs- und Abgaswerten. Auch
dieser Achtzylinder verfügt zudem mit Dual-VVT-iE über eine duale
variable intelligente Ventilsteuerung (also für Einlass- und
Auslassventil) mit elektrischer Verstellung der Einlassnockenwellen
(dafür steht das „E“ im Kürzel), was den Kraftstoffzufluss
weiter optimiert. Der Motor tut sich wahrlich nicht schwer mit dem
2,3- bis 2,4-Tonnen-Schwergewicht von Karosserie. Zügig im Antritt,
ordentlich im Durchzug und auch die Leistungsentfaltung lässt über
das ganze relevante Drehzahlband kaum Wünsche offen. Dabei läuft
der Achtzylinder sehr ruhig und kultiviert. Für die optimale Kraftübertragung
sorgt eine elektronisch gesteuerte stufenlose Getriebeautomatik mit
Planetenradsatz und zweistufiger Untersetzung. Das Getriebe ist
immer mit der optimalen Übersetzung parat, ohne dass die Insassen
irgendwelche Übersetzungswechsel spüren.

Die
Beschleunigung aus dem Stand auf Tempo 100 schafft der LS 600h in
6,3 Sekunden, seine Höchstgeschwindigkeit wird bei 250 km/h
abgeregelt. Dabei reicht dem LS 600h Superbenzin, die Verbräuche
liegen eher auf dem Niveau eines Sechszylinders: Mit 11,3 Litern
Kraftstoff begnügt er sich auf 100 km in der Stadt, 8 Liter sind es
außerorts und 9,3 Liter im gemischten Verbrauch nach EU-Norm (alles
Herstellerangaben, ermittelt unter Idealbedingungen auf dem Rollenprüfstand).
Der Motor erfüllt die Abgasnorm EU4, der CO2-Ausstoß beträgt 219
g pro km. Damit wird der LS 600h zum Saubermann in seiner Leistungs-
und Gewichtsklasse. Der Benziner-Hybrid ist der sauberste Großserienantrieb,
damit wird auch ein Diesel-Hybrid – so es ihn denn irgendwann
einmal gibt – nicht mithalten können.
Dabei liegen sowohl das Mehrgewicht als auch der Mehrpreis zum
Benziner in vergleichbarem Rahmen wie Mehrgewicht und Mehrpreis
eines Dieselmotors.
Der LS 600h kommt
– im Gegensatz zum heckgetriebenen LS 460 – mit einem
mechanischen Allradantrieb mit Torsen-Sperrdifferenzial. Im
Normalfall gehen 40 Prozent der Antriebskraft auf Vorderräder, 60
Prozent auf die Hinterachse. Je nach Fahrsituation kann die
Verteilung aber zwischen 30:70 und 50:50 variieren. Tadellos ist der
Geradeauslauf, satt liegt er auf dem Asphalt. Die elektrische
Servolenkung (EPS) arbeitet geschwindigkeitsabhängig und mit
variabler Lenkübersetzung, präzise und spurtreu folgt das Fahrzeug
den Anweisungen des Fahrers.

Der
Hybrid-LS verfügt serienmäßig über eine Luftfederung mit
adaptiven variabeln Federelementen (AVS), die sich automatisch dem
individuellen Fahrstil und der Fahrsituation anpasst. Das System
beinhaltet eine automatische Wankstabilisierung, die für optimalen
Fahrkomfort Nick- und Rollbewegungen synchronisiert. Der Fahrer kann
für den Fahrbetrieb zwischen zwei Einstellungen wählen: Comfort
und Sport. In der Sport-Einstellung spricht die Federung etwas
straffer an, ohne jedoch den Fahrkomfort groß zu beeinträchtigen.
Bei hohen
Geschwindigkeiten – zum Beispiel auf der Autobahn – legt die
Luftfederung den LS einfach ein wenig tiefer, um Aerodynamik und
Fahrstabilität zu verbessern. Das integrierte
Fahrdynamik-Management VDIM vernetzt die Fahrassistenzsysteme und
steuert alle Sicherheitssysteme proaktiv (vorausschauend) anstatt im
Notfall nur zu reagieren.
In
punkto Agilität und Fahrdynamik unterscheidet sich die Langversion
nur minimal von der Version mit normalem Radstand. Lediglich
der Wendekreis ist noch ein wenig größer, was sich aber nur beim
Rangieren (negativ) bemerkbar macht. Ansonsten straft seine Leichtfüßigkeit
in flotten Kurven und bei plötzlichen Ausweichmanövern seine Größe
glatt Lügen. Auch spricht bei der flotten Kurvenhatz die Federung
etwas straffer an als auf gerader Strecke, da kommen fast schon
sportliche Gefühle auf. Spaßig ist es auf jeden Fall, den
Langhybrid um Ecken und Kurven zu jagen.
Serienmäßig
steht der große LS auf 19-Zoll-Leichtmetaller mit 245/45er Reifen.
Der LS verfügt als eines der ersten Fahrzeuge über ein „by
wire“-Bremssystem. Die elektronisch gesteuerte Bremsanlage
(ECB) mit innenbelüfteten
Scheibenbremsen rundum verzögert erstklassig. Eine
elektromechanische Parkbremse (EPB) mit
Haltefunktion und Berganfahrhilfe ersetzt die klassische
Handbremse.

Der Sicherheit
der Insassen dient die crash-optimierte Karosserie mit
Aufprallenergie absorbierender Struktur, Seitenaufprallschutz in den
Türen sowie Energie absorbierende Materialien in den Säulen und Türen,
Kopfstützen und Drei-Punkt-Gurten auf allen Plätzen, aktive Kopfstützen
vorne (Schleudertrauma-Schutzsystem WIL), Front- und Knieairbags
vorne, Kopf- und Seitenairbags in beiden Sitzreihen, eine
Sicherheitslenksäule sowie Isofix-Kindersitzbefestigungen hinten.
Der Beifahrerairbag ist abschaltbar, was die Montage eines
Kindersitzes gegen die Fahrtrichtung ermöglicht. Gegen Aufpreis
gibt es eine Adaptive Geschwindigkeitsregelung (ACC) mit Pre-Crash
Safety System (PCS). Das PCS unterstützt den Fahrer bei drohenden
Kollisionen und hilft, potenzielle Unfallfolgen zu mindern. Es nutzt
die gleichen Sensoren wie das ACC und umfasst u. a. das Adaptive
Variable Fahrwerk AVS, Pre-Crash-Bremsen und
Pre-Crash-Sicherheitsgurte. Optional gibt es Advanced
Pre-Crash-Safety-System mit Hinderniserkennung, Gesichtsfeldmonitor,
Notbrems-Assistent, Notfall-Lenk-Assistent und einem
Heck-Pre-Crash-System. Der serienmäßige Intelligente
Park-Assistent setzt das Fahrzeug auf Wunsch selbsttätig in die
passende Parklücke. Zur Basisausstattung gehören ABS mit
Elektronischer Bremskraftverteilung EBD, ein Brems-Assistent, ein
Elektronisches Stabilitätsprogramm VSC (heißt woanders ESP) sowie
die Traktionskontrolle TRC. Alle Systeme arbeiten vernetzt im
Vehicle Dynamic Integrated Management (VDIM) zusammen. Die
Reifenluftdrucküberwachung (TPWS) kontrolliert alle
fünf Räder (inkl. Reserve- oder Notrad) und ermöglicht die
Montage von pannensicheren Reifen. Der LS 60h ist ab Werk nur mit
einem Notrad ausgestattet.
Ab 82.800 Euro
ist der kleine LS (LS 460) zu haben, ab 99.850 Euro der LS 600h in
der Normalversion. In der Langversion schlägt der LS 600h mit
Preisen ab 107.350 Euro zu Buche. Aufpreis kosten neben der Mica-/Metallic-Lackierung
unter anderem Features wie 4-Zonen-Klimaautomatik, die
Lederausstattung Exklusiv, eine Adaptive Geschwindigkeitsregelung
mit Pre-Crash-Safety-System, ein Advanced Pre-Crash-Safety-System
sowie ein Entertainment-System für den Fond.
Der Hersteller
gibt drei Jahre Garantie auf den Neuwagen (bis max. 100.000 km),
drei Jahre auf den Lack sowie zwölf Jahre auf die Karoserie gegen
Durchrostung und fünf Jahre auf die Hybrid-Komponenten (bis 100.000
km). Die Mobilitätsgarantie Lexus-Euro-Assistance gilt drei Jahre
nach Erstzulassung (ohne Kilometerbegrenzung) fast europaweit. Zum
Service muss das Modell alle 30.000 km oder alle zwei Jahre, Ölwechsel
und Sicherheitscheck sind alle 15.000 km oder einmal jährlich fällig.
Die Versicherungen stufen das Modell in beiden Längen in die
Typklassen 21 / 31 / 29 (KH / VK / TK) ein.
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