|

Die LS-Baureihe
markierte 1989 das Debüt der Marke Lexus, deren Credo „Streben
nach Vollendung“ sich besonders in deren Topmodell verwirklicht,
eben jenem LS. Das „LS“ steht für Luxury Sedan, englisch für
Luxuslimousine. Obwohl der neue LS von Grund auf neu entworfen wurde
und kein einziges Bauteil vom Vorgänger übernommen wurde,
ist die vierte Generation der japanischen Luxuslimousine kaum
in der Länge gewachsen (nur um 0,5 cm) wohl aber deutlich im
Radstand (auf 2,97 m). Die Design-Linie „L-Finesse“ setzt im LS
fort, was beim IS und beim GS begonnen wurde. Zeitlos elegant ist
das Design, kein modischer Schnickschnack, der ins Auge fällt. Eher
unauffällig ist der Lexus LS auf den Straßen unterwegs. Trotz
einer Länge von 5,03 m und einer Breite von 1,88 m glänzt die
Karosserie mit einem cW-Wert von 0,26. Was das zum Jahresbeginn 2007
eingeführte Modell kann, zeigte eine kurze Ausfahrt.
Guten Zugang zu
beiden Sitzreihen bieten die vier Türen. Die Übersicht ist nicht
berauschend, aber dafür gibt es ja eine Einparkhilfe mit
akustischer und optischer Abstandswarnung vorne und hinten. Optional
ist sogar eine Rückfahrkamera und ein Intelligent Park Assist für
das selbsttätige Einparken verfügbar. Das Platzangebot ist dafür
– auch dank eines Radstandes von 2,97 m – in beiden Reihen umso
besser. Der Kofferraum fasst 505 Liter, das ist ganz ordentlich. An
maximaler Zuladung sind allerdings je nach Ausstattung nur zwischen
365 und 475 kg erlaubt.

Im Innenraum
lassen weder Materialqualität noch Verarbeitung irgendwelche Wünsche
offen. Ganz im Gegenteil: Die Qualität ist vom Feinsten! Edel ist
das Ambiente, man fühlt sich wohl. Das Armaturenbrett wirkt nicht
überladen und überfordert den Fahrer auch nicht: Übersicht und
Handhabbarkeit sind nicht zu beanstanden.

Schon die
Basisausstattung für den LS ist reichhaltig und kann so ziemlich
mit allem aufwarten, was in der Luxusklasse Standard sein sollte.
Das reicht von Basics wie einer funkfernbedienten
Zentralverriegelung, elektrisch einstellbaren, beheizbaren und
automatisch abblendenden Außenspiegeln, elektrischen Fensterhebern
vorne und hinten, Bordcomputer, Geschwindigkeitsregelung,
Lichtautomatik, Regensensor und Klimaautomatik über
18-Zoll-Leichtmetallräder, Premium-Audiosystem mit Radio und
CD-Wechsler, automatisch abblendende Innen-Rückspiegel, elektrisch
einstellbare Ledersitze (vorne, Sitzheizung und –belüftung),
Sitzheizung auf den Außenplätzen hinten und ein elektrisch
einstellbares und beheizbares Lederlenkrad, ein elektrisches
Sonnenschutzrollo für die Heckscheibe und Verbundglas-Scheiben mit
Bandfilter bis hin zu DVD-Navigationssystem mit TFT-Monitor und
Heckkamera, einem Parkassistenten und Adaptiven
Bi-Xenon-Frontscheinwerfern. Zur Basisausstattung gibt es einmal als
Zusatzausstattung die Pakete „Ambience“ (mit
Glas-Schiebe-Hebedach, Komfortsitzen im Fond,
Vier-Zonen-Klimaautomatik, Sitzbelüftung im Fond außen und
Lederausstattung Exklusiv) und „Impression“ (mit
High-End-Audiosystem Mark Levinson, schlüssellosem Zugangssystem
Key Card und Kofferraumdeckel-Automatik Easy Load) sowie als weitere
Sonderausstattung einzelne Features wie das adaptive
Geschwindigkeitsregelsystem ACC (Adaptive Cruise Control) mit
Pre-Crash-Safety-System, ein Advanced Pre-Crash-Safety-System, ein
elektrisches Glas-Schiebe-Hebedach, 19-Zoll-Leichtmetallfelgen sowie
ein Rücksitz-Entertainment-System.
Der
4,6-Liter-Basismotor der LS-Baureihe ist standesgemäß ein
Achtzylinder. Das komplett neu konstruierte Aggregat arbeitet mit
einer Kombination aus
Saugrohr- und Direkteinspritzung und leistet 380 PS. Das
Einspritzsystem nennt sich D-4S und sorgt für eine mehr Leistung
und Drehmoment bei niedrigeren Verbrauchs- und Abgaswerten. Der
Achtzylinder verfügt zudem mit Dual-VVT-iE über eine duale
variable intelligente Ventilsteuerung (also für Einlass- und
Auslassventil) mit elektrischer Verstellung der Einlassnockenwellen,
was den Kraftstoffzufluss weiter optimiert. Obwohl
das maximale Drehmoment von beeindruckenden 493 Nm erst bei 4.100
U/min. anliegt, macht der Motor auch in niedrigeren Drehzahlregionen
schon ganz mächtig Dampf, obwohl er mit einem Schwergewicht von über
2 t zu kämpfen hat. In punkto Antritt, Durchzug und
Leistungsentfaltung ist der japanische Achtzylinder sehr souverän,
überaus laufruhig und kultiviert unterwegs.

Zwischen Motor
und Hinterachse arbeitet – bislang einzigartig – ein
Achtstufen-Automatikgetriebe mit sequentiellem Schaltmodus TipMatic.
Das ermöglicht eine weite Spreizung der Getriebeübersetzung von
knackig kurz in den unteren Gängen für flotten Antritt und einer
langen Übersetzung in den oberen Gängen für maximale Kraftstoffökonomie
– sofern man bei einem über 2 t schweren Schiff von einem ökonomischen
Kraftstoffverbrauch reden kann. Die Schaltung arbeitet ruhig und
kaum spürbar, ist aber immer mit dem passenden Gang zur Hand, egal
ob es etwas zügiger oder gelassener über die Straßen geht.

Für die
Beschleunigung von Null auf 100 km/h braucht das Schwergewicht
magere 5,7 Sekunden, seine Höchstgeschwindigkeit ist bei 250 km/h
elektronisch abgeregelt. Beim Kraftstoffkonsum gehört der luxuriöse
Japaner zu den sparsameren Vertretern seiner Größen- und
Leistungsklasse. Mit 16,5 Litern Superbenzin ist er je 100 km
innerorts unterwegs, 7,9 Litern sind es außerorts und 11,1 Liter im
gemischten Verbrauch nach EU-Norm (alles Herstellerangaben,
ermittelt unter Idealbedingungen auf dem Rollenprüfstand). Der
Motor erfüllt die Abgasnorm EU4, der CO2-Ausstoß beträgt 261 g
pro km – auch dies ist kein Höchstwert in seiner Klasse, dafür
eher mit an der „Spitze“.
Über die Hinterräder
gelangt die Antriebskraft auf den Asphalt. Die fast 3 Meter Radstand
und eine Spurweite von über 1,60 m auf beiden Achsen sorgen für
einen tadellosen Geradeauslauf und für eine satte Straßenlage. Die
Zahnstangenlenkung mit elektrischer geschwindigkeitsabhängiger
Servounterstützung und variabler Lenkübersetzung spricht gut und
prompt an, sie reagiert leichtgängig und präzise auf Lenkbefehle.
Mit einen über 2 Tonnen Karosseriegewicht reagiert der LS übrigens
sehr agil und dynamisch, was seine Ausmaße fast Lügen straft. Eine
gewisse Freude am Fahren kann man ihm nicht absprechen, auch wenn
sich natürlich beim Rangieren der große Wendekreis eher negativ
bemerkbar macht.
Die
adaptive Luftfederung passt sich an die jeweiligen Erfordernisse der
Fahrdynamik an. Sie ist fürs normale Fahren komfortabel ausgelegt,
spricht aber durchaus straffer an, wenn sie durch einen sportlichen
Fahrstil dazu aufgefordert wird. Und der sportliche Fahrstil
offenbart die Feinarbeit, die Toyotas Entwicklungsingenieure in das
Fahrwerk dieser Luxuslimousine gesteckt haben: Nur komfortabel ist
ja nicht schwer, aber die geschickte Kombination aus komfortabel und
sportlich-straff, wo es gebraucht wird, ist eine Kunst, die den
japanischen Entwicklern im LS durchaus gelungen ist. Sicher und
spurtreu zieht er auch durch flott gefahrene Kurven seine Bahn, plötzliche
Ausweichmanöver absolviert er leichtfüßig und neutral.
Serienmäßig
steht der kleine LS auf 18-Zoll-Leichtmetaller mit 235/50er Reifen.
Der LS 460 verfügt als eines der ersten Fahrzeuge über ein „by
wire“-Bremssystem. Die elektronisch gesteuerte Bremsanlage
(ECB) mit innenbelüfteten
Scheibenbremsen rundum verzögert erstklassig. Eine
elektromechanische Parkbremse (EPB) mit
Haltefunktion und Berganfahrhilfe ersetzt die klassische
Handbremse.

Der
Sicherheit der Insassen dient die crash-optimierte Karosserie mit
Aufprallenergie absorbierender Struktur, Seitenaufprallschutz in den
Türen, sowie Energie absorbierende Materialien in den Säulen und Türen,
Kopfstützen und Drei-Punkt-Gurten auf allen Plätzen, aktive Kopfstützen
vorne (Schleudertrauma-Schutzsystem WIL), Front-, Seiten- und
Knieairbags vorne, Kopfairbags in beiden Sitzreihen, eine
Sicherheitslenksäule sowie Isofix-Kindersitzbefestigungen hinten.
Seitenairbags hinten gibt es in den „kurzen“ Varianten nur gegen
Aufpreis. Der Beifahrerairbag ist abschaltbar, was die Montage eines
Kindersitzes gegen die Fahrtrichtung ermöglicht. Gegen Aufpreis
gibt es eine Adaptive Geschwindigkeitsregelung (ACC) mit Pre-Crash
Safety System (PCS). Das PCS unterstützt den Fahrer bei drohenden
Kollisionen und hilft, potenzielle Unfallfolgen zu mindern. Es nutzt
die gleichen Sensoren wie das ACC und umfasst u. a. das Adaptive
Variable Fahrwerk AVS, Pre-Crash-Bremsen und
Pre-Crash-Sicherheitsgurte. Optional gibt es Advanced
Pre-Crash-Safety-System mit Hinderniserkennung, Gesichtsfeldmonitor,
Notbrems-Assistent, Notfall-Lenk-Assistent und einem
Heck-Pre-Crash-System. Diese Systeme sind im LS 460 noch um einen
Aktiven Spurhalte-Assistenten (LKA Lane Keeping Assistent) und einen
Spurwechsel-Warner (LDW Lane Departure Warning) erweitert. Ein
optionaler Intelligenter Park-Assistent setzt das Fahrzeug auf
Wunsch selbsttätig in die passende Parklücke. Zur Basisausstattung
gehören ABS mit Elektronischer Bremskraftverteilung EBD, ein
Brems-Assistent, ein Elektronisches Stabilitätsprogramm VSC (heißt
woanders ESP) sowie die Traktionskontrolle TRC. Alle Systeme
arbeiten vernetzt im Vehicle Dynamic Integrated Management (VDIM)
zusammen. Die Reifenluftdrucküberwachung (TPWS) kontrolliert alle
fünf Räder (inkl. Reserve- oder Notrad) und ermöglicht die
Montage von pannensicheren Reifen.
Ab 82.800 Euro
ist der LS 460 in der reichhaltigen Basisausstattung zu haben.
Aufpreis kosten neben der Mica-/Metallic-Lackierung unter anderem
Features wie 4-Zonen-Klimaautomatik, die Lederausstattung Exklusiv,
belüftete und elektrisch einstellbare Rücksitze, eine Adaptive
Geschwindigkeitsregelung mit Pre-Crash-Safety-System, ein Advanced
Pre-Crash-Safety-System sowie ein Entertainment-System für den
Fond.

Der
Hersteller gibt drei Jahre Garantie auf den Neuwagen (bis max.
100.000 km), drei Jahre auf den Lack sowie zwölf Jahre auf die
Karoserie gegen Durchrostung. Die Mobilitätsgarantie
Lexus-Euro-Assistance gilt drei Jahre nach Erstzulassung (ohne
Kilometerbegrenzung) fast europaweit. Zum Service muss das Modell
alle 30.000 km oder alle zwei Jahre, Ölwechsel und Sicherheitscheck
sind alle 15.000 km oder einmal jährlich fällig. Die
Versicherungen stufen das Modell in die Typklassen 21 / 29 / 29 (KH
/ VK / TK) ein.
|