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Nachdem schon vor
einem Jahr eine erste Ausfahrt im neuen GS
(in den Versionen GS 300 und GS 430)
einen ersten Eindruck vermittelt hatte, stellte sich nun die
Hybridvariante GS 450h einer Beurteilung. Mit seinen 4,83 m Länge,
1,82 m Breite und 1,43 m Höhe und dem schnittigen Design bietet er
einen Luftwiderstandsbeiwert von hervorragenden cW = 0,27.
Ein
Hybridfahrzeug kombiniert zwei Energiequellen für seinen Antrieb.
Das am meisten verbreitete Konzept ist die Variante
Verbrennungsmotor/Elektromotor. Nach dem Toyota
Prius und dem Lexus RX 400h
ist der GS 450h das dritte Vollhybrid-Fahrzeug, dass uns für
Ausfahrten zur Verfügung stand. Ein so genannter Mild Hybrid (der
Elektromotor dient nur der Unterstützung, kann aber nicht als
alleiniger Antrieb genutzt werden) wie der Honda
Civic Hybrid komplettiert den Reigen der Hybridfahrzeuge auf
diesen Seiten. Der Toyota-Konzern bot bereits seit 1995 mit dem
Prius I das weltweit erste Großserien-Hybridfahrzeug an.
Den
schlüssellosen Zugang zum Innenraum gewährt der Smart Key, den man
nur in der Tasche tragen muss, um Zugang und Startberechtigung (die
Motoren starten auf Knopfdruck) für den GS zu bekommen. Der 2,85 m
lange Radstand verspricht ein geräumiges Interieur – und ein großzügiges
Raumgefühl hat man tatsächlich in beiden Reihen. Der Laderaum
fasst mit 280 Litern gute 150 Liter weniger als konventionellen
GS-Modelle, aber irgendwo müssen die Hybridkomponenten (und hier
speziell die Batterie) ja untergebracht werden. Die erlaubte
maximale Zuladung beträgt – je nach Ausstattungsumfang –
zwischen 350 und 415 kg.
Der Innenraum
glänzt durch hochwertige Materialien und sehr gute Verarbeitung. In
dem edlen Ambiente sorgen gut konturierte, straffe Ledersitze für
das rechte Fahrgefühl. Trotz vieler Funktionen und Tasten wirkt das
Cockpit nicht überladen, alles ist ergonomisch sinnvoll angeordnet
und einigermaßen handlich in der Bedienung.

Der GS 450h
verfügt serienmäßig – ähnlich wie der GS
430 – über ziemlich alle Annehmlichkeiten des
Autofahrerlebens bis hin zum schlüssellosen Zugang, einem
High-End-Audiosystem mit Radio, Cassettenspieler und CD-Wechsler,
Zwei-Zonen-Klimaautomatik, Geschwindigkeitsregelung,
Multifunktionsdisplay mit 7-Zoll-Touchscreen, automatisch
abblendenden Außen- und Innenspiegeln, wärmedämmender
Verbundverglasung mit erhöhtem UV-Schutz und elektrisch
einstellbaren Frontsitzen sowie 18-Zoll-Leichtmetallfelgen, ein
adaptiv variables Fahrwerk, Regensensor, Parkassistent für vorne
und hinten, Ledersitze mit Sitzheizung und Belüftung vorne und
einem elektrisch betätigtem Sonnenschutzrollo hinten. Die optionale
Luxury-Line-Ausstattung umfasst die adaptive
Geschwindigkeitsregelung ACC mit Pre-Crash-Safety-System,
DVD-Navigation sowie Lenkrad und Getriebe-Wahlhebel in
Holz-Leder-Ausführung. An aufpreispflichtigen Extras gibt es außerdem
das DVD-Navigationssystem einzeln sowie ein elektrisches
Glas-Schiebe-Hebedach.
Der
GS 450h ist zur Zeit die weltweit stärkste Limousine mit
Hybrid-Antrieb. Der Lexus LS steht aber auch schon als Hybrid (LS
600h) in den Startlöchern. Im GS 450h findet sich aber bislang die
sportlichste Auslegung der schon im Toyota
Prius und Lexus RX 400h
laufenden Technologie. Angetrieben wird der GS 450h von einem
3,5-Liter-Sechszylinder-Motor mit 296 PS in Kombination mit einem
200 PS starken Elektromotor, die im Zusammenspiel eine
Systemleistung von 345 PS generieren. Der Benzinmotor wurde speziell
für den Hybrid-Einsatz entwickelt und kombiniert mit zwei
Einspritzdüsen pro Zylinder Direkt- und Saugrohreinspritzung
(D-4S). Basismotor der GS-Reihe ist ein 3-Liter-Sechszylinder mit
249 PS (GS 300), Top-Modell war bislang der GS 430 mit
4,3 Litern Hubraum, acht Zylindern und 283 PS.
Das
ganze Konzept nennt sich „Hybrid Synergy Drive“. Die Bezeichnung
„450h“ bezieht sich auf die in dieser Kombination erreichten
Fahrleistungen, die gut und gerne denen eines Achtzylinder-Motors
mit viereinhalb Litern Hubraum entsprechen. Der Elektromotor unterstützt
die Kraftentfaltung vor allem im unteren und mittleren
Drehzahlbereich. Er steuert sein maximales Drehmoment von 275 Nm bei
0 bis 3.840 U/min. bei. Das Drehmomentmaximum von 368 Nm liegt beim
Verbrennungsmotor erst bei 4.800 U/min. an, allerdings liegen
zwischen 2.000 und 6.000 Touren mindestens 90 Prozent des maximalen
Drehmoments an. Außerdem ist es möglich, im Stadtverkehr (bis zu
einer Geschwindigkeit von 50 km/h) knappe zwei Kilometer nur mit dem
Elektroantrieb zurückzulegen. Der Verbrennungsmotor treibt einen
Generator an, über den die Batterie (Nickel-Metallhydrid) geladen
wird. Darüber hinaus „produziert“ auch der Elektromotor
elektrischen Strom, wenn er im Schiebebetrieb (Rollen und Bremsen)
kinetische Energie in elektrische Energie umwandelt (regenerative
Bremse). Der Sechszylinder arbeitet mit einer stufenlos variablen
Steuerung sowohl der Einlass- als auch der Auslassventile (duales
VVT-i). Über einen hydraulischen Verstellmechanismus in den Übertragungszahnrädern
der Nockenwellen werden die Ventilsteuerzeiten in Abhängigkeit von
Lastzustand und Drehzahl variiert und tragen zu einer effizienten
Zylinderfüllung, einem optimierten Ladungswechsel und damit zu
einer gesteigerten Leistungsentwicklung bei gleichzeitig reduzierten
Verbrauchs- und Emissionswerten bei. Ebenso aus anderen Modellen
(zum Beispiel aus dem Lexus SC 430) bekannt ist die
elektronischen Drosselklappensteuerung ETCS-i (Electronic Throttle
Control System-intelligent).
Das
Planetengetriebe (stufenloses Automatikgetriebe), das die
Antriebsenergie auf die Hinterachse leitet, ist auf maximale
Synergieeffekte der Kombination von Verbrennungsmotor, Elektromotor
und Generator ausgelegt. Antritt, Durchzugsvermögen und
Leistungsentfaltung lassen keinerlei Wünsche offen. Gut hängt
der Motor am Gas, entsprechende Gaspedal-Befehle setzt er umgehend
in Vortrieb (oder „noch mehr“ Vortrieb) um. Souverän meistert
er auch kleine Zwischenspurts für zügige Überholmanöver. Die
ganze Antriebseinheit bietet Kraft satt und eine Laufkultur vom
Feinsten. Ruhig und vibrationsarm arbeitet der Verbrennungsmotor,
dank hervorragender Dämmung zum Motorraum ist er im Innenraum kaum
zu vernehmen.
Für
die Beschleunigung aus dem Stand auf Tempo 100 reichen dem GS 450h
knappe 5,9 Sekunden, das ist schon Sportwagen-verdächtig und 0,2
Sekunden schneller als beim GS 430. Die Höchstgeschwindigkeit
wird bei 250 km/h elektronisch abgeregelt. Diesen sportlichen
Achtzylinder-Fahrleistungen steht ein Verbrauch gegenüber, der
deutlich unter denen des zweiten, kleineren Sechszylinders (GS
300) liegt, genauso genommen sogar auf dem Niveau eines
Vierzylinder-Motors: Gute 9,2 Liter Superbenzin sind es auf 100 km
im Stadtverkehr, 7,2 Liter außerorts und 7,9 Liter im gemischten
Verbrauch nach EU-Norm – bei ökonomischer Fahrweise versteht sich
(alles Herstellerangaben). Der extrem emissionsarme Motor – die
Abgaswerte liegen vor allem innerorts deutlich unter denen des
zweiten Sechszylinders – erfüllt nicht nur die Abgasnorm EU4,
sondern ist auch für künftige Abgasgrenzen bereits gut gerüstet.
Beim
Lexus GS 450h bringt ein stufenloses Automatikgetriebe die
Motorkraft über die Hinterachse auf den Asphalt. Die elegant
gestreckte Sportlimousine glänzt mit einem tadellosen
Geradeauslauf. Die Lenkung ist sportlich-direkt ausgelegt. Beim GS
kommt die elektrische Servolenkung EPS zum Einsatz, bei den großen
Modellen – GS 430 und GS 450h – in
Verbindung mit der variablen Lenkübersetzung VGRS. Die Lenkübersetzung
wird hier in Abhängigkeit vom vorgegebenen Lenkradwinkel und von
der Geschwindigkeit variabel angepasst. Der GS reagiert damit
direkter oder etwas weniger direkt auf die Lenkbefehle des Fahrers.
Das integrierte Fahrdynamik-Management VDIM, über welches der GS
450h (wie der GS 430) ebenfalls serienmäßig
verfügt, vernetzt alle fahrdynamisch und sicherheitstechnisch
relevanten aktiven Systeme und optimiert ihr Zusammenspiel.
Das Fahrwerk
entspricht dem des GS 430 mit
Gasdruck-Stoßdämpfern, Schraubenfedern und Stabilisator an beiden
Achsen, einer Doppelquerlenkerachse vorne und einer Mehrlenkerachse
hinten sowie darüber hinaus eine elektronische Fahrwerkssteuerung
(AVS Adaptive Variable Suspension), die dem Fahrer die Wahl gibt
zwischen einer komfortablen Dämpferabstimmung und einer sportlichen
Einstellung, die zwar spürbar straffer, aber auch entsprechend
sportlicher und agiler zu Werke geht. Das Fahrwerk ist insgesamt
hervorragend und in beiden Variante sehr harmonisch abgestimmt und
verleiht dem GS eine ausgezeichnete Kurvenstabilität, ausgewogene
Handling sowie hohe Agilität und Fahrdynamik, die eine echte Freude
ist.
Trotz
seiner 1,9 bis 2 Tonnen Leergewicht wirkt er auf der Straße sehr
agil, mit der adaptiven Fahrwerkssteuerung im Sport-Modus noch etwas
mehr als im Komfort-Modus. Problemlos und sicher durchzieht der GS
selbst flott gefahrene Kurvenstrecken, solide und spurtreu meistert
er plötzliche Spurwechsel und Ausweichmanöver.
Ab Werk steht
der GS 450h auf 18-Zoll-Leichtmetaller mit 245/40er Bereifung und
ist ausgestattet mit einer Reifen-Luftdrucküberwachung TPWS (für
die nachträgliche Ausstattung des Fahrzeugs mit pannensicheren
Reifen unabdingbar), ein vollwertiges Reserverad ist aber ebenfalls
an Bord. Innenbelüftete Scheibenbremsen rundum verzögern
erstklassig, spurtreu und prompt. Die Feststellbremse wird mit dem
Fuß (drittes Pedal ganz links außen) betätigt und wieder gelöst.

Eine
selbsttragende Ganzstahl-Sicherheitskarosserie mit Aufprallenergie
absorbierender Struktur, Sicherheitsfahrgastzelle und
Seitenaufprallschutz in allen Türen sowie Energie absorbierenden
Materialien im Innenraum bilden im Falle einer Kollision den äußeren
Schutzschild für die Insassen. Im Innenraum schützen Kopfstützen
und Drei-Punkt-Gurte auf allen fünf Plätzen, aktive Kopfstützen
vorne (WIL), Isofix-Kindersitzvorrüstungen sowie in beim GS 450h zwölf
Airbags: Front-, Seiten- und Knieairbags für Fahrer und Beifahrer,
Kopfairbags (Curtain Shield) für vorne und
hinten sowie Seitenairbags hinten. Die Frontairbags lösen je
nach Aufprallschwere zweistufig aus. Für die Insassensicherheit
erhielt der GS 300 im vergangenen Jahr im EuroNCAP fünf Sterne. An
elektronischen Helfern verfügt der GS ab der Basisvariante GS
300 serienmäßig über das Elektronische Stabilitätsprogramm
VSC (heißt woanders ESP), die Antriebsschlupfregelung TRC sowie ein
ABS mit elektronischer Bremskraftverteilung (EBD) und
Bremsassistent. Im GS 450h wie im GS 430
koordiniert das integrierte Fahrdynamik-Management VDIM alle diese
System für ein optimiertes Zusammenspiel mit dem
elektrohydraulischen Bremssystem ECB. Zur Grundausstattung gehört
das Adaptive Frontlicht-System AFS mit dynamisch geregeltem
Kurvenlicht (Xenonscheinwerfer), Lichtsensor und dynamischer
Leuchtweiteregulierung für die Xenon-Scheinwerfer. Eine Alarmanlage
gehört ebenfalls zur Serienausstattung.
Ab 57.600 steht
der GS 450h in den Preislisten, das sind nur 300 Euro mehr als für
den von der Ausstattung relativ vergleichbaren GS
430. Gegen Aufpreis gibt es die Luxury-Line-Ausstattung, ein
DVD-Navigationssystem, ein elektrisches Glas-Schiebe-Hebedach sowie
verschiedene Mica- bzw. Metallic-Lackierungen.
Lexus
gibt eine dreijährige Garantie auf den Neuwagen (bis 100.000 km),
drei Jahre auf den Lack sowie zwölf Jahre auf die Karosserie gegen
Durchrostung. Eine fast europaweite Mobilitätsgarantie begleitet
die dreijährige Neuwagengarantie und das sogar ohne km-Begrenzung.
Für fünf Jahre (bis maximal 100.000 km) gibt es Garantie auf die
Hybrid-Komponenten. Zum großen Service muss der GS alle 30.000 km
oder alle zwei Jahre, ein Sicherheitscheck mit Ölwechsel ist nach
15.000 km oder einmal im Jahr fällig. Die Versicherungen stufen das
Modell in die Typklassen 20 / 29 / 27 (KH
/ VK / TK) ein.
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