
Stilvoll, dynamisch, aber auch
unauffällig kommt der neue Lexus GS vorgefahren. Mit 4,83 m Länge und 1,82 m Breite ist
der GS eine imposante Erscheinung, mit nur 1,43 m Höhe sportlich flach. Einen ersten
Eindruck vom neuen GS boten uns kurze Ausfahrten mit beiden Modellen, einem GS 300 und
einem GS 430.
Den schlüssellosen Zugang zum
Innenraum gewährt der Smart Key, den man nur in der Tasche tragen muss, um Zugang und
Startberechtigung (die Motoren starten auf Knopfdruck) für den GS zu bekommen. Der 2,85 m
lange Radstand verspricht ein geräumiges Interieur und ein großzügiges
Raumgefühl hat man tatsächlich in beiden Reihen. Der Laderaum fasst 430 Liter. Eine
Durchlademöglichkeit ist in die Rücksitzlehne integriert. Die erlaubte maximale Zuladung
beträgt je nach Ausstattungsumfang beim GS 300
zwischen 390 und 430 kg, beim GS 430 zwischen 350 und 390 kg.
Der Innenraum
glänzt durch hochwertige Materialien und sehr gute Verarbeitung. In dem edlen Ambiente
sorgen gut konturierte, straffe Ledersitze für das rechte Fahrgefühl. Trotz vieler
Funktionen und Tasten wirkt das Cockpit nicht überladen, alles ist ergonomisch sinnvoll
angeordnet und einigermaßen handlich in der Bedienung.
Die
Grundausstattung des GS ist abhängig vom Motor, entsprechend also beim GS 430
etwas reichhaltiger als beim GS 300. Für den GS 300 sind als Ausstattungslinien Executive
und Luxury verfügbar, für den GS 430 nur die Luxury Line. Der GS 300 verfügt in
Basisausstattung über ziemlich alle Annehmlichkeiten des Autofahrerlebens bis hin zum
schlüssellosen Zugang, einem High-End-Audiosystem mit Radio, Cassettenspieler und
CD-Wechsler, Zwei-Zonen-Klimaautomatik, Geschwindigkeitsregelung, Multifunktionsdisplay
mit 7-Zoll-Touchscreen, automatisch abblendenden Außen- und Innenspiegeln,
wärmedämmender Verbundverglasung mit erhöhtem UV-Schutz und elektrisch einstellbaren
Frontsitzen sowie 17-Zoll-Leichtmetallfelgen. Zusätzlich zum leistungsfähigeren Motor
kommt der GS 430 ab Werk unter anderem mit einem adaptiv variablen Fahrwerk, Regensensor,
18-Zoll-Leichtmetallfelgen, einem Parkassistenten für vorne und hinten, Ledersitzen mit
Sitzheizung und Belüftung vorne und einem elektrisch betätigtem Sonnenschutzrollo
hinten. An aufpreispflichtigen Extras gibt es ein DVD-Navigationssystem, eine adaptive
Geschwindigkeitsregelung (Adaptive Cruise Control) sowie ein elektrisches
Glas-Schiebe-Hebedach.
Der Käufer
hat zwei Ottomotoren zur Wahl: einen Sechszylinder mit drei Litern Hubraum und 249 PS
sowie einen Achtzylinder mit 4,3 Litern und 283 PS. Ein Lexus GS mit Hybridantrieb (wie
beim Prius und beim RX 400h) wurde gerade auf der IAA vorgestellt und kommt
im nächsten Jahr (Frühjahr 2006) als GS 450h auf den Markt.
Der
neuentwickelte hochmoderne V6-Benzindirekteinspritzer ist das erste Lexus-Triebwerk mit
einer stufenlos variablen Steuerung für Einlass- und Auslassventil (duales VVT-i). Das
elektronische Gaspedal ersetzt im Lexus schon seit Jahren den konventionellen Gaszug, die
elektronische Drosselklappensteuerung sorgt für eine optimierte Kraftstoffzufuhr im Voll-
wie im Teillastbetrieb, die zweistufige Ansaugluft-Steuerung optimiert passend dazu die
Beatmung der Verbrennung. Die Direktzündung der langlebigen Iridium-Zündkerzen mit
Dreimassenelektrode minimiert den Zündspannungsverlust und sorgt für eine zuverlässige
und saubere Verbrennung. Mit seinem 249 PS ist der Sechszylinder mehr als nur eine
Basismotorisierung. Der V6 bietet einen souveränen und standesgemäßen Vortrieb sowie
seidenweichen und kultivierten Lauf. Mit manueller Schaltoption des TipMatic-Getriebes ist
er schaltfaul fahrbar, man kann auch früh hochschalten, um Kraftstoff zu sparen, ohne
dass sich der Motor abmüht. Der Motor hängt gut am Gas, ist antritts- und durchzugsstark
und bietet eine sehr gute Leistungsentfaltung über das ganze relevante Drehzahlband.
Noch etwas
kraftvoller zur Sache geht der Achtzylinder-Ottomotor, der aus 4,3 Litern Hubraum 283 PS
schöpft. Auch er arbeitet mit zweistufiger Ansaugluft-Steuerung, Direktzündung und
elektronischer Drosselklappen-Steuerung, allerdings nur mit einer einfachen variablen
Ventilsteuerung (VVT-i) für die Einlassventile. Auch bei höheren Geschwindigkeiten legt
er locker noch einen drauf, ist etwas bissiger als der Sechszylinder und zieht mächtig ab
mit einer wohltuenden Gelassenheit. Dabei zeichnet er sich aus durch seinen ruhigen und
kultivierten Lauf.
Ausschließlich zu haben ist der GS
in beiden Motorvarianten mit einem Sechs-Stufen-Automatikgetriebe mit manueller
Schaltoption (TipMatic). Es harmoniert perfekt mit den beiden Motoren, ist gut übersetzt
und schaltet ruhig und kaum spürbar. Der GS 300 beschleunigt in 7,2 Sekunden aus dem
Stand auf Tempo 100, der GS 430 braucht sogar nur 6,1 Sekunden. Ihre
Höchstgeschwindigkeit erreichen sie bei 240 bzw. 250 km/h. Im Verbrauch liegt der
Sechszylinder bei 14,4 Litern Superkraftstoff je 100 km in der Stadt, 7,2 Litern
außerorts und 9,8 im gemischten Verbrauch, der Achtzylinder benötigt hier 16,3, 8,6 bzw.
8,6 Liter das alles bei zurückhaltender Fahrweise, versteht sich (alles
Herstellerangaben). Beide Motoren erfüllen die Abgasnorm EU4.
Beim Lexus GS
bringt das Sechsstufen-Automatikgetriebe die Motorkraft über die Hinterachse auf den
Asphalt. Die elegant gestreckte Sportlimousine glänzt mit einem tadellosen Geradeauslauf.
Die Lenkung ist sportlich-direkt ausgelegt. In beiden GS-Modellen kommt die elektrische
Servolenkung EPS zum Einsatz, beim GS 430 in Verbindung mit der variablen Lenkübersetzung
VGRS. Die Lenkübersetzung wird hier in Abhängigkeit vom vorgegebenen Lenkradwinkel und
von der Geschwindigkeit variabel angepasst. Der GS 430 reagiert damit direkter oder etwas
weniger direkt auf die Lenkbefehle des Fahrers. Das integrierte Fahrdynamik-Management
VDIM, über welches der GS 430 ebenfalls serienmäßig verfügt, vernetzt alle
fahrdynamisch und sicherheitstechnisch relevanten aktiven Systeme und optimiert ihr
Zusammenspiel.
Im GS 300
arbeitet ein konventionelles Fahrwerk mit Gasdruck-Stoßdämpfern, Schraubenfedern und
Stabilisator an beiden Achsen, einer Doppelquerlenkerachse vorne und einer Mehrlenkerachse
hinten. Schon dieses Fahrwerk glänzt mit ausgezeichneter Kurvenstabilität, ausgewogenem
Handling sowie hoher Agilität und Fahrdynamik. Im GS 430 kommt darüber hinaus
serienmäßig eine elektronische Fahrwerkssteuerung (AVS Adaptive Variable Suspension) zum
Einsatz, die dem Fahrer die Wahl gibt zwischen einer komfortablen Dämpferabstimmung und
einer sportlichen Einstellung, die zwar spürbar straffer, aber auch entsprechend
sportlicher und agiler zu Werke geht.
Trotz
seiner 1,7 Tonnen Leergewicht (im GS 300 etwas weniger, im GS 430 etwas mehr) wirkt er auf
der Straße sehr agil, mit der adaptiven Fahrwerkssteuerung im Sport-Modus noch etwas mehr
als beim konventionellen Fahrwerk bzw. im Komfort-Modus. Problemlos und sicher durchzieht
der GS selbst flott gefahrene Kurvenstrecken, solide und spurtreu meistert er plötzliche
Spurwechsel und Ausweichmanöver.
Ab Werk steht
der GS 300 auf 17-Zoll-Leichtmetallrädern mit 225/50er Reifen, optional verfügbar sind
die beim GS 430 serienmäßigen 18-Zoll-Leichtmetaller mit 245/40er Bereifung. Beide
Versionen sind ausgestattet mit einer Reifen-Luftdrucküberwachung TPWS (für die
nachträgliche Ausstattung des Fahrzeugs mit pannensicheren Reifen unabdingbar), ein
vollwertiges Reserverad ist aber ebenfalls an Bord. Innenbelüftete Scheibenbremsen rundum
verzögern erstklassig, spurtreu und prompt. Die Feststellbremse wird mit dem Fuß
(drittes Pedal ganz links außen) betätigt und wieder gelöst.

Eine
selbsttragende Ganzstahl-Sicherheitskarosserie mit Aufprallenergie absorbierender
Struktur, Sicherheitsfahrgastzelle und Seitenaufprallschutz in allen Türen sowie Energie
absorbierenden Materialien im Innenraum bilden im Falle einer Kollision den äußeren
Schutzschild für die Insassen. Im Innenraum schützen Kopfstützen und Drei-Punkt-Gurte
auf allen fünf Plätzen, aktive Kopfstützen vorne (WIL), Isofix-Kindersitzvorrüstungen
sowie ab der Basisversion GS 300 acht Airbags: Front-, Seiten- und Knieairbags für Fahrer
und Beifahrer sowie Kopfairbags (Curtain Shield) für vorne und hinten. Die Frontairbags lösen je nach
Aufprallschwere zweistufig aus. Seitenairbags hinten gibt es erst für den GS 430
serienmäßig, für den GS 300 stehen sie optional zur Verfügung (Serie ab Executive
Line). An elektronischen Helfern ist ab dem GS 300 das Elektronische Stabilitätsprogramm
VSC (heißt woanders ESP), die Antriebsschlupfregelung TRC sowie ein ABS mit
elektronischer Bremskraftverteilung (EBD) und Bremsassistent an Bord. Im GS 430
koordiniert das integrierte Fahrdynamik-Management VDIM alle diese System für ein
optimiertes Zusammenspiel mit dem elektrohydraulischen Bremssystem ECB. Zur
Grundausstattung gehört das Adaptive Frontlicht-System AFS mit dynamisch geregeltem
Kurvenlicht, Lichtsensor und dynamischer Leuchtweiteregulierung für die
Xenon-Scheinwerfer. Eine Alarmanlage gehört zur Serienausstattung.
Ab 40.500 Euro ist der GS 300 zu haben,
der GS 430 steht mit einem Grundpreis von 55.600 Euro in den Verkaufslisten. An
Ausstattungslinien ist die Executive Line für den GS 300 verfügbar, und die Luxury Line
für beide Motorvarianten. An Sonderausstattung bietet Lexus darüber hinaus das Adaptive
Geschwindigkeitsregelsystem ACC (Adaptive Cruise Control), ein elektrisch betätigtes
Glas-Schiebe-Hebedach sowie eine Mica-/Metallic-Lackierung an.
Toyota
gibt auf den Neuwagen drei Jahre Garantie (bis 100.000 km, im ersten Jahr ohne
km-Begrenzung), drei Jahre auf den Lack und zwölf Jahre auf die Karosserie gegen
Durchrostung von innen nach außen. Dazu kommt eine dreijährige fast europaweite
24-Stunden-Mobilitätsgarantie. Zum Ölwechsel muss der GS alle 15.000 km oder einmal im
Jahr, zur Inspektion alle 30.000 km oder nach maximal zwei
Jahren. Die Versicherungen stufen den GS 300 in die Typklassen 21 / 26 / 34 (KH / VK / TK nach der neuen Struktur in der
Fahrzeugversicherung: VK 25, TK 25) und den GS 430 in die Typklassen 21 / 35 / 34 (KH / VK / TK nach der neuen Struktur in der
Fahrzeugversicherung: VK 29, TK 25) ein.
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