Trotz der magenta-roten Metallic-Lackierung
wirkt der Kia Shuma II etwas farblos. Optisch liegen die Unterschiede zum
Vorgänger-Modell mehr in der etwas eleganteren Gestaltung von Front und Heck, denn in
einem neuen Design der Karosserielinie. Eher brav schaut die koreanische
Mittelklasse-Limousine aus: Keiner, nach dem man sich umdreht.
Was der Shuma der zweiten Generation unter
der biederen Verkleidung zu bieten hat, erfuhren wir in einem Shuma Fließheck mit der
einzigen bislang verfügbaren Motorisierung, einem 1,6-Liter-Ottomotor mit 102 PS.

Vier Türen erleichtern den Einstieg auch
für die Fondpassagiere. Das Platzangebot ist in der 4,48 m langen Karosserie vorne wie
hinten gut. Die Sitze vorne sind straff, bieten aber recht wenig Seitenhalt. Bei groß
gewachsenen Frontpassagieren kann auch der Knieraum hinten etwas knapp werden. Der
mittlere Sitz hinten verfügt zwar über eine höhenverstellbare Kopfstütze, kann aber
mit Beckengurt und eher mäßigem Sitzkomfort nur als Notlösung betrachtet werden.

Die aluminiumfarbenen Applikationen der
Armaturentafel sollen für sportliches Ambiente sorgen. Die verarbeiteten Materialien sind
alles andere als hochwertig, aber das kann man ja auch bei dem Preis des Autos nicht
erwarten. Die Verarbeitung ist allerdings solide. Die eher sparsame Ausstattung mit
Schaltern und Knöpfen ist der Übersicht sehr förderlich. Problemlos sind alle Anzeigen
einzusehen und die Schalter befinden sich logisch angeordnet in Griffweite.

Ablagen zum Verstauen von Kleinkram finden
sich in den vorderen Türen, im Handschuhfach, in der Mittelarmlehne vorn sowie an der
Rückseite des Beifahrersitzes. Ein Brillenfach findet sich in der Dachkonsole: Kein guter
Ort, wo man als Brillenträger seine Sonnenbrille aufbewahren möchte. Wenn man die Brille
während der Fahrt wechseln muss, muss man zwei Mal über dem Kopf hantieren.
Eine einfache Zentralverriegelung ist
Serie, eine Funkfernbedienung leider nicht verfügbar. Eine Klimaanlage mit
Luftgütesensor, welches bei schlechter Außenluft auf Umluft schaltet, gehört ebenfalls
ab Werk zur Ausstattung. Beide Sonnenblenden sind mit Spiegeln bestückt.
Hinter der Heckklappe verbergen sich gut
nutzbare 440 Liter Laderaum, bei umgelegter Rückbanklehne (asymetrisch geteilt) fasst der
Laderaum sogar bis zu 780 Liter Gepäck. Allerdings ist die Ladekante mit 77 cm alles
andere als ladefreundlich und groß Gewachsene sollten sich beim Einladen an der
Heckklappe etwas vorsehen.

Der Vierzylinder-Motor mit 1,6 Litern
Hubraum und 102 PS ist eher für die gelassene Fortbewegung gedacht. Ist der Wagen voll
beladen, kommt er an die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit. Im Antritt ist er ja nicht so
richtig schlecht und vernünftiger Durchzug im unteren Drehzahlbereich ermöglicht
schaltfaules Fahren. Aber bei höheren Touren lassen das Durchzugsvermögen und die
Elastizitität zu wünschen übrig. Wer bei schneller Autobahnfahrt abbremsen muss,
braucht lange, bis er wieder bei seiner Ausgangsgeschwindigkeit ist. Insgesamt ist die
Getriebeübersetzung sehr lang und auf Sparsamkeit ausgelegt.

Der Motor ist ein etwas lauter und rauher
Geselle: Selbst bei höheren Geschwindigkeiten dringen kaum Windgeräusche an Fahrers Ohr.
Die Fünfgang-Schaltung lässt sich leichtgängig führen, will aber mit etwas Gefühl
durch die Schaltkulisse geführt werden. Auch sind die Schaltwege sehr lang. Dafür ist
der Weg des Kupplungspedals ausreichend kurz.
Seine 186 km/h Höchstgeschwindigkeit sind
auf der Autobahn gut für zügige Überholmanöver vorausgesetzt dass man schon mit
dieser Geschwindigkeit unterwegs ist. Im höheren Drehzahlbereich zieht er nämlich nur
sehr zäh weiter an. Der Sprint von 0 auf 100 km/h in 11,5 Sekunden ist auch nicht so
richtig schlecht.
Im Verbrauch ist er günstig: Im Schnitt
verbraucht er bei ökonomischer Fahrweise im gemischten Zyklus nach EU-Norm gute 8 Liter
Normalbenzin je 100 km. Im Stadtverkehr kommt er auf 10,7 Liter, außerstädtisch begnügt
er sich mit 6,5 Litern (alles Herstellerangaben). Darüber hinaus erfüllt der Motor die
Abgasnorm D4 (Euro4).
Die Bremsen (Scheibenbremsen rundum, vorne
innenbelüftet) konnten in Verbindung mit den für diese Klasse schmalen Reifen (185/65 R
14) nicht so recht überzeugen. Dank des langen Pedalweges lässt auch die Dosierbarkeit
etwas zu wünschen übrig.

Die servounterstützte Lenkung ist recht
direkt ausgelegt, da macht das Fahren fast schon Freude. Im Handling gibt sich der
Fronttriebler deshalb beinahe agil. Der Wendekreis ist allerdings nicht gerade klein.
Plötzliche Spurwechsel absolviert er problemlos, bei doppelten Spurwechseln lässt er
beim Wiedereinscheren etwas an Seitenführung vermissen. In zu schnellen Kurven kündigt
er den Grenzbereich großzügig durch Untersteuern an. Vom Federungskomfort her ist der
Shuma II eher straff ausgelegt, was ein wenig Straßenkontakt vermittelt.
Die verstärkete Karosserie, Frontairbags,
Kopfstützen auf allen Sitzen, Dreipunkt-Sicherheitsgurte auf den Außenplätzen und ein
Beckengurt in der Mitte schützen die Insassen im Falle eines Unfalles. Elektrische
Fensterheber sind vorne wie hinten Serie. Für die aktive Sicherheit ist der Shuma II ab
Werk mit 4-Kanal-ABS und einer elektronischen Bremskraftverteilung ausgestattet.

Sein großes Plus ist der Preis: Ab 15.340
Euro steht er beim Händler. Die Aufpreisliste ist kurz und schmerzlos: Die
Metallic-Lackierung kostet 307 Euro extra, zur Zusatzausstattung gehört das Radio mit
CD-Spieler. Ansonsten ist die Ausstattung Serie, von den elektrisch einstellbaren
Außenspiegeln und Zentralverriegelung über die Wärmeschutzverglasung bis hin zur
Klimaanlage mit Luftgütesensor und der Radiovorrüstung.
Kia gewährt drei Jahre Garantie auf das
Fahrzeug und den Lack ohne Kilometerbegrenzung, zwei Jahre auf Original-Ersatzteile und
sechs Jahre auf die Karosserie. Darüber hinaus gibt es eine dreijährige
Mobilitätsgarantie. Die Versicherungseinstufungen lauten 17 / 19 / 24 (KH / VK / TK). |