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Mit dem Opirus will Kia zwar ab Herbst
noch höher hinaus, aber schon der Magentis ist mit seinen 4,73 m Karosserielänge und
1,82 m Breite eine Größe. Trotz der massiven Karosserie wirkt das Design elegant. Sehr
markant sticht dabei die verchromte Kühlergrillverkleidung ins Auge, aber auch sonst
setzen Chrom-Applikationen außen an der Karosserie farbliche Akzente auf der dunklen
Lackierung. Wie sich der Koreaner in der oberen Mittelklasse behauptet, zeigt unser Test
mit einem Magentis mit 2-Liter-Motor in SE-Ausstattung und der Metallic-Lackierung
Imperialblau.
Der Zugang zu diesem großen Gefährt ist
über vier Türen einfach großzügig, gleiches gilt für das Platzangebot auf allen fünf
Sitzen. Die Übersicht über die mächtige Karosserie ist nicht berauschend, eine
Einparkhilfe für vorne und hinten würde hier gute Dienste leisten, ist über nur über
eine Nachrüstung möglich. Die Karosserie ist recht gut gegen Außengeräusche isoliert:
Den Motor hört man erst bei höheren Geschwindigkeiten, aber nur leise. Auch die
Windgeräusche halten sich sehr in Grenzen.

Die Sitze vorne sind straff gepolstert, bieten aber dank der glatten Lederbezüge keinen
besonders guten Seitenhalt. In der zweiten Reihe sitzen die Passagiere weicher und können
sich auch dann nicht über mangelnde Kniefreiheit beklagen, wenn vorne große Leute
sitzen. Wohnlich und komfortabel wirkt der Innenraum mit Lederpolstern, Leder in der
Türverkleidung, Lederlenkrad und Schaltknauf sowie in der SE-Ausstattung
Applikationen in Wurzelholzoptik. Das recht helle Grau wirkt allerdings nicht gerade
hochwertig, bei Sonne reflektiert das Armaturenbrett in der Frontscheibe.

Das Cockpit ist übersichtlich gestaltet, nicht überladen mit Schaltern und Anzeigen und
lässt sich problemlos handhaben, ohne abgelenkt zu werden. Das Zündschloss ist
vielleicht ein bisschen zu weit rechts, leichte Kratzspuren weiter zum Lenkrad hin
verraten, wo die Kollegen blind danach gesucht haben. Leider verfügt nur die Sonnenblende
auf der Beifahrerseite über einen Spiegel. Über einen Mangel an Ablagen können sich die
Frontpassagiere nicht beklagen: Handschuhfach, Fächer in den vorderen Türen, zwei
Ablagen in der Mittelkonsole, zwei Getränkedosenhalter, zwei Fächer in der Armlehne
sowie ein Brillenfach über dem Innenspiegel (der Brillenträger deponiert seine
Sonnenbrille aber besser woanders). Den Fondspassagieren stehen Taschen an den Rückseiten
der Vordersitze sowie Getränkedosenhalten und ein Ablagefach in der Mittelarmlehne zur
Verfügung. Der Kofferraum ist sehr geräumig, gut nutzbar und fasst 479 Liter Gepäck.
Dank der asymmetrisch geteilt umklappbaren Rückbanklehnen lässt ich das Laderaumvolumen
auf bis zu 810 Liter erhöhen. Die maximale Zuladung ist mit 507 kg sehr großzügig
bemessen. Vier Verzurrösen sowie eine Fondsitzbankverriegelung erleichtern das Sichern
der Ladung.

Zwei Ausstattungsvarianten stehen zur
Wahl: die einfache LX-Ausstattung und die komfortable SE-Ausstattung. Die
Serienausstattung umfasst ab der Basisversion elektrisch einstellbare Außenspiegel, eine
Zentralverriegelung, elektrische Fensterheber vorne und hinten, eine Klimaanlage, eine
Mittelarmlehne vorne (mit zwei Ablagefächern) und hinten sowie eine Radiovorbereitung mit
Lautsprechern. Die SE-Version verfügt zusätzlich über verchromte Türgriffe und
Seitenschutzleisten, verchromte Türgriffe innen und Türeinstiegsleisten vorne und
hinten, eine Funkfernbedienung für die Zentralverriegelung, elektrisch einstellbare und
beheizbare Außenspiegel, eine Lendenwirbelstütze für den Fahrersitz, ein
verschließbares Fach mit Getränkedosenhalter in der Mittelarmlehne hinten,
Nebelscheinwerfer, Leichtmetallfelgen, eine Klimaautomatik mit Luftgütekontrollsystem
(die bei schlechter Luft draußen automatisch auf Umluft schaltet) sowie
Traktionskontrolle und Alarmanlage Gegen Aufpreis gibt es ein Paket
"Luxusausstattung" mit Leder-Teilausstattung, Ledersitzen, Lederlenkrad,
Lederschaltknauf, elektrisch einstellbarem Fahrersitz sowie Sitzheizung für die
Vordersitze. Zum aufpreispflichtigen Zubehör zählt auch das Radio.

Der Kia Magentis ist mit zwei Motoren zu
haben: einem 2-Liter-Vierzylinder mit 136 PS und einem 2,5-Liter-Sechszylinder mit 169 PS.
Der 2-Liter-Motor in unserem Testwagen zeigt gute Qualitäten als Basismotorisierung.
Laufruhig und vibrationsarm ist er im Innenraum kaum zu vernehmen. Darüber hinaus sorgt
er für einen einigermaßen flotten Antritt und bietet ausreichenden Durchzug über den
ganzen relevanten Drehzahlbereich und das bei einer Karosserie von fast 1,5 t
Gewicht. Sein maximales Drehmoment von 180 Nm liegt erst bei 4.500 U/min. an.
Mit einer Beschleunigung von Null auf 100
km/h in 11,5 Sekunden ist er natürlich kein großer Renner, die Höchstgeschwindigkeit
von 207 km/h ist aber mehr als nur langstreckentauglich. Die Langstrecke ist auch sein
Revier, bei einem Verbrauch von 12,3 Litern Normalbenzin (immerhin!) je 100 km in der
Stadt, 6,9 Litern außerorts und von 8,9 Litern im gemischten Verbrauch nach EU-Norm
bei ökonomischer Fahrweise, versteht sich (alles Herstellerangaben). Der Motor
erfüllt die Abgasnorm EU3.

Serienmäßig ist der Magentis mit einer
manuellen Fünfgang-Schaltung ausgestattet. Der Pedalweg ist ausreichend kurz, die
Schaltung im Großen und Ganzen leichtgängig und präzise zu betätigen. Lediglich der
Rückwärtsgang ist schon mal etwas hakelig (immer, wenn man es eilig hat!), was den
ansonsten guten Eindruck ein wenig trübt.

Der Magentis verfügt über Frontantrieb.
Der großzügige Radstand von 2,70 m verhilft zu einem guten Geradeauslauf. Die Lenkung
ist sehr leichtgängig, präzise und eher direkt ausgelegt, wenn auch um die Mittellage
etwas indifferent. Leider ist sie auch bei höheren Geschwindigkeiten zu leichtgängig, wo
man sich eine deutlichere Rückstellkraft und damit mehr Fahrbahnkontakt
wünschen würde.
Die Multilink-Hinterachse verfügt über
eine dynamische Vorspursteuerung, die in scharfen Kurven für mehr Lenkstabilität sorgt.
Als Fahrwerksregelsystem stehen lediglich eine Traktionskontrolle und ABS zur Verfügung.
Auch wenn die Reifen schon mächtig quietschen, so ist die Tendenz zum Untersteuern sehr
gering und der Wagen geht neutral und sicher in die Kurve. Beim Slalom wirkt er fast schon
agil, wenn der Fahrer seine Spur gefunden hat. Das hat er der leichtgängigen, direkten
Lenkung zu verdanken. Dank des komfortablen Fahrwerks schaukelt er aber hinten ganz
schön, die Passagiere auf der Rückbank werden das gar nicht schätzen. Überraschend
heftige Lenkmanöver sind mit Vorsicht einzusetzen, wenn man das Lenkverhalten nicht
kennt. Das gilt auch für plötzliche einfache und doppelte Spurwechsel, wo man sich
gerade bei höheren Geschwindigkeiten ein strafferes Fahrwerk wünscht.

Kias obere Mittelklasse ist eine Sänfte:
Komfortabel bügelt das Fahrwerk kleine Unebenheiten klaglos glatt. Auch größere werden
butterweich aufgefangen. Die serienmäßigen 15-Zoll-Leichtmetallräder mit 205/60er
Reifen bieten zusätzliche Dämpfung, aber unterstützen mit der breiten Lauffläche auch
Traktion, Seitenführung und Bremsen. Die Bremsen (großdimensionierte Scheibenbremsen
rundum, vorne innenbelüftet) sind standfest und bringen den Wagen sehr schnell und sicher
zum Stehen.
Serienmäßige Sicherheit bieten den
Insassen die stabile Karosseriestruktur mit computerberechneten Knautschzonen, eine
Sicherheitsfahrgastzelle mit speziellen Türverstärkungen als Seitenaufprallschutz,
energieabsorbierende Stoßfänger, Front- und Seitenairbags für die Frontpassagiere mit
Sitzbelegungserkennung sowie Drei-Punkt-Sicherheitsgurte und Kopfstützen auf allen fünf
Sitzplätzen. Aktive Sicherheitsfeatures sind ABS mit elektronischer Bremskraftverteilung
sowie eine Traktionskontrolle. Die Traktionskontrolle gibt es aber erst ab der
SE-Ausstattung. Ein Bremsassistent oder ESP sind nicht verfügbar.

Ab 17.990 Euro steht der Magentis in der
Preisliste, in der SE-Ausstattung verlangt der Händler ab 20.150 Euro dafür. Die
Aufpreisliste ist kurz und schmerzlos. Extra kosten die Metallic-Lackierung, das Paket
"Luxusausstattung" sowie das Radio. Zur Inspektion muss der Magentis alle 15.000
km oder einmal jährlich. Kia gibt drei Jahre ohne Kilometerbegrenzung auf das Neufahrzeug
(inklusive europaweiter Mobilitätsgarantie), zwei Jahre auf Original-Ersatzteile, drei
Jahre auf den Lack sowie sechs Jahre auf die Karosserie gegen Durchrostung. Die
Versicherungen stufen ihn in die Typklasse 17 / 23 / 32 (KH / VK / TK) ein. |