
Trotz seiner 4,75 m Länge und 1,87 m
Breite wirkt der Grand Cherokee nicht wirklich bullig. Zwar nimmt man ihn als groß wahr,
aber er wirkt sportlich-schlank, bestens durchtrainiert.
Die dritte Generation des Grand
Cherokee feierte ihr Debüt auf dem Genfer Auto-Salon im März 2005, Marktstart war im
Juni. Ein 3-Liter-CommonRail-Diesel mit 218 PS ergänzt seit Ende 2005 die beiden Benziner
mit 231 und 326 PS. Wie sich der neue V6-Diesel in der Praxis schlägt, zeigte die
Ausfahrt mit einem Grand Cherokee in der Ausstattungsvariante Limited.
Vier Türen bieten guten Zugang zum
Passagierraum, an der Heckklappe erleichtert die separat elektrisch öffnende Heckklappe
das Einladen von Kleinkram. Großzügige Platzverhältnisse herrschen im Innenraum, kein
Wunder bei einem Radstand von gut 2,78 m. Komfortabel sitzt es sich auf den mit Stoff und
Leder bezogenen Fauteuils, aber nicht zu weich. Das Geräuschniveau im Innenraum ist angenehm niedrig. Die Übersicht nach hinten ist für den Fahrer nicht
wirklich prickelnd, der in der Ausstattung Limited serienmäßige Parkpilot ist eine
große Hilfe. Der Laderaum fasst reichliche
987 Liter.

Die Rückbanklehne ist serienmäßig asymmetrisch geteilt umklappbar und lässt sich fast
eben flach legen, wodurch sich der Laderaum auf bis zu
1.909 Litern erweitern lässt. Die maximale erlaubte Zuladung beträgt je nach
Ausstattungsumfang zwischen 440 und 540 kg. Der Gepäckraum ist mit einem wendbaren
und wasserfesten Gepäckraumeinsatz ausgestattet, acht Verzurr-Ösen erleichtern das
Sichern der Ladung. Die Gepäckraumabdeckung ist allerdings erst ab der
Limited-Ausstattung Serie. Die Anhängelast beträgt 3.500 kg.

Das
Interieur wirkt hochwertig, die Materialien edel. Das optionale Exklusive-Paket setzt mit
Applikationen in Chrom und Leder stilvolle Akzente. Die Verarbeitung ist tadellos, das
Cockpit übersichtlich gestaltet und gut handhabbar. Zwei Ausstattungslinien mit Namen
Laredo und Limited stehen zu Wahl. Schon die Basisausstattung Laredo umfasst all die
kleinen Annehmlichkeiten des Autofahrerlebens von funkfernbedienter Zentralverriegelung,
elektrisch einstellbaren und beheizbaren Außenspiegeln, Wärmeschutzverglasung,
elektrisch einstellbaren Vordersitzen bis hin zu 17-Zoll-Leichtmetallräder, Alarmanlage,
Tempomat, Bordcomputer, Audiosystem mit Radio/CD-Spieler und Klimaanlage. Die
Top-Ausstattung nennt sich Limited (zu Deutsch: beschränkt, begrenzt) und enthält
serienmäßig über die Laredo-Ausstattung hinaus unter anderem ein Park-Pilot-System für
hinten, Nebelscheinwerfer, eine Reifendruck-Kontrollanzeige im Display, ein
276-Watt-Verstärkersystem mit sechs Lautsprechern (von Boston Accoustics) sowie eine
Lenkradbedienung für das Audiosystem, elektrisch anklappbare Außenspiegel, automatisch
abblendende Innenspiegel, Regensensor, Sitzheizung vorne, eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik
und eine elektrisch einstellbare Pedalerie. Als Sonderausstattung stehen dann noch Extras
wie die Alarmanlage mit Innenraumüberwachung, ein DVD-Navigationssystem mit 6-fach
CD-Wechsler, ein elektrisches Glas-Hub-Schiebedach, abgedunkelte Seitenscheiben hinten,
Unterfahrschutz für Tank, Verteilergetriebe und Vorderachse sowie das Interieur-Paket
Exklusive mit Leder- und Chromapplikationen zur Wahl.
Der Motor
stammt aus dem DaimlerChrysler-Konzernregal und leistet bei Chrysler und Jeep 218 PS (bei
Mercedes sind es 224 PS). Der Sechszylinder-Selbstzünder mit
Common-Rail-Turbodiesel-Direkteinspritzung rundet die Motorenpalette ab, die bislang aus
zwei Achtzylinder-Benzinern mit 4,7 bzw. 5,7 Litern Hubraum und 231 bzw. 326 PS bestand.
Leise und kultiviert brabbelt der Sechszylinder vor sich hin. Der Selbstzünder ist da
kaum rauszuhören, auch wenn der Motor noch kalt ist. Der Tritt aufs Gaspedal entfesselt
ein grimmiges Fauchen, der Grand Cherokee krallt die breiten 17-Zöller in den Asphalt und
sprintet mit einer beeindruckenden Heftigkeit los. Durchzugsvermögen und
Leistungsentfaltung lassen für einen schweren Geländewagen kaum was zu wünschen übrig.
Mit seinen 510 Nm maximalem Drehmoment bei 1.600 U/min. muss er sich auch in keinster
Weise hinter dem Top-Motor der Baureihe, einem 326-PS-Achtzylinder (500 Nm bei 4.ooo
Touren) verstecken.

Die Kraft des Motors verteilt ein
5-Stufen-Automatikgetriebe auf die vier Antriebsräder. Es schaltet weich und kaum
spürbar, wer die manuellen Gangwechsel bevorzugt eigentlich völlig überflüssig
bei der ausgewogenen Kombination von Motorkraft und Getriebeabstufung kann auch
sequentiell über den Wahlhebel hoch oder runter schalten. Das Automatikgetriebe trägt zu
einem optimierten Kraftstoffverbrauch bei.
Für die Beschleunigung aus dem Stand
auf Tempo 100 reichen dem Off-Roader gute 9 Sekunden, seine Höchstgeschwindigkeit
erreicht er bei 200 km/h. Der Verbrauch des je nach Ausstattungsumfang 2.210 bis 2.310 kg
schweren Geländewagens beträgt 13,1 Liter Dieselkraftstoff je 100 km in der Stadt,
knappe 8,6 Liter außerorts und 10,2 Liter im gemischten Verbrauch nach EU-Norm (alles
Herstellerangaben). Der Motor erfüllt im Jeep die Abgasnorm EU4.
Der permanente Allradantrieb
Quadra-Drive II (vollautomatischer Allradantrieb mit Geländeuntersetzung und drei
mechanisch-hydraulischen Sperrdifferenzialen mit elektronischer Steuerung) ist eine
Weiterentwicklung des bisherigen Quadra-Drive-Antriebs. In Verbindung mit einer neuen
Achskonstruktion mit Einzelradaufhängung vorne bietet er auf Asphalt eine für einen
Geländegänger sehr bemerkenswerte Fahrdynamik. Die Elektronischen Sperrdifferenziale
(ELSD) leiten bei Bedarf das Drehmoment fast komplett auf ein
einziges Rad, was optimierte Traktion bei jedem Untergrund bedeutet. Der Geradeauslauf ist
dank breiter Spur und langem Radstand sehr gut. Die präzise und eher direkt ausgelegte
Lenkung bringt einen Hauch von Fahrspaß.

Das neu entwickelte
Direct-Drive-Fahrwerk bietet guten Fahrkomfort, ist aber nicht zu weich. Kleine
Unebenheiten bügelt es sauber glatt, größere sind aber schon spürbar. Trotz seiner
Karosseriehöhe von 1,74 m und einer eher komfortablen Fahrwerksauslegung legt der Grand
Cherokee ein stabiles Fahrverhalten an den Tag. Der Fahrbahnkontakt ist ordentlich, das
Fahrverhalten problemlos und solide. Der Off-Roader glänzt auch on the Road
mit souveränem Handling, einer sicheren Straßenlage und kultivierten Fahreigenschaften.
Serienmäßig steht er auf 17-Zoll-Räder mit 245/65er Reifen. Die Scheibenbremsen rundum
(vorne innenbelüftet) verzögern gut und standfest.
Eine
Karosserie aus hochfesten Stahllegierungen mit Aufprallenergie absorbierenden Strukturen
sorgen für Stabilität und Insassenschutz. Kopfstützen und Drei-Punkt-Gurte auf allen
Plätzen, zweistufige Frontairbags sowie seitliche Windowbags für beide Sitzreihen und
Isofix-Kindersitzvorrüstungen bieten den Insassen Schutz im Falle eines Unfalles. Aktive
Hilfen bieten dem Fahrer Assistenzsysteme wie ABS mit Elektronischer Bremskraftverteilung,
eine Antriebsschlupfregelung sowie ESP mit Anti-Wank-System (zur Vermeidung eines
Überschlags). Eine Reifendruckkontrolle mit akustischem Warnsignal (in der
Limited-Ausstattung auch mit Reifendruck-Anzeige im Display) für die Montage
pannensicherer Reifen sowie ein vollwertiges Ersatzrad auf Leichtmetallrädern runden die
Sicherheitsausstattung ab.

Ab 39.900 Euro steht der Grand Cherokee
in den Preislisten, mit 4,7-Liter-Motor in der Ausstattung Laredo. Der Aufpreis für den
3-Liter-CRD beträgt 3.000 Euro (Laredo ab 42.900 Euro), in der höheren
Limited-Ausstattung beginnen die Preise mit 47.100 Euro. Gegen Aufpreis gibt es neben der
Metallic-Lackierung Features wie ein DVD-Navigationssystem oder ein Audiosystem (jeweils
mit CD-Wechsler), eine Alarmanlage mit Innenraumüberwachung, ein elektrisches
Glas-Schiebe-Hebedach, Nebelscheinwerfer, abgedunkelte Scheiben hinten, Unterfahrschutz
für Kraftstoffbehälter, Verteilergetriebe und Vorderachse sowie für die
Ausstattungslinie Limited das Interieur-Paket Exclusive.
Jeep gibt auf den Neuwagen die
zweijährige Garantie ohne Kilometerbegrenzung (Herstellerangaben), fünf Jahre auf das
Katalysatorsystem (bis 80.000 km) sowie sieben Jahre auf die Karosserie gegen
Durchrostung. Die Neuwagen-Garantie kann auf Wunsch gegen Aufpreis auf bis zu zehn Jahre
ab Erstzulassung verlängert werden. Eine Mobilitätsgarantie während der
Neuwagen-Garantie-Zeit beim Einhalten der Inspektionsintervalle rundet das Paket ab. Die
Service-Intervalle betragen 40.000 km (mindestens alle zwei Jahre), ein Ölwechsel ist
nach 20.000 km (oder ein Mal im Jahr) fällig. Die Versicherungen stufen das Modell sowohl
als Limousine als auch in der Touring-Version in die Typklassen 23 / 23 / 27 (KH / VK / TK nach der neuen Struktur in der
Fahrzeugversicherung) ein.
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