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Markant ist die
Front mit dem klassischen chromumrandeten Kühlergrill, groß
dimensionierten Lufteinlässen und bis in die vorderen Kotflügel
reichende einteilige Klarglas-Scheinwerfergehäuse. Je zwei
Leuchteinsätze für Standlicht und Abblendlicht deuten ein
Vieraugen-Gesicht an. Von der Seite sind die Linien des Jaguar XF
fließend und fast coupé-haft, schnittig und zeitlos elegant. Er
wurde auf Basis des XK entwickelt, Bodengruppe, Fahrwerk, Antrieb
und zahlreiche weitere Komponenten hat er vom Sportcoupé übernommen.
Wettbewerber sind die E-Klasse von Mercedes, der 5er BMW oder der
Audi A6.

Mit dem XF präsentierte
Jaguar auf der IAA 2007 einen Nachfolger für den S-Type, den wir
zum Marktstart 1999 sowie 2004 mit einem neuen Dieselmotor
gefahren sind. Zeitgleich zum Marktstart des XF im Frühjahr 2008
verkaufte Ford die Töchter Jaguar und Land Rover an den indischen
Autohersteller Tata Motors, der hierzulande bis dato lediglich mit
dem Billigauto Nano in den Schlagzeilen war. Der XF ist damit noch
eine Entwicklung aus Zeiten unter Mutter Ford, der 3-Liter-Diesel
unseres Testwagens Neuentwicklung der Jaguar-Ingenieure. Was er
kann, zeigte eine erste Ausfahrt.
Seine 4,96 m
Karosserielänge sieht man ihm nicht an, seine Wettbewerber überragt
er damit aber mehr oder weniger deutlich. Vier Türen bieten guten
Zugang zum Passagierraum. Bei der Übersicht nach hinten hilft die
serienmäßige Einparkhilfe, optional gibt es ein Parkhilfe-Paket
mit Einparkhilfe vorne und Rückfahrkamera. Das Platzangebot ist in
beiden Reihen sehr komfortabel und großzügig. Bei einem Radstand
von 2,90 m und einer Breite von fast 1,88 m haben wir nichts anderes
erwartet. An Kofferraum hat der XF deutlich mehr zu bieten als der S-Type:
540 Liter sind es ohne Reserverad, 500 Liter mit. Durch Umklappen
der Rücksitzlehnen lässt sich das Gepäckabteil noch um weitere
420 Liter erweitern.

Ausgesprochen
hochwertig und mit bester Qualität ausgestattet ist der Innenraum:
Wohlfühlambiente mit einer Verarbeitung von Feinsten! Trotz vieler
Funktionen ist das Cockpit übersichtlich gestaltet. Das erleichtert
die Bedienung. Ins Auge fallen dabei vor allem der rot pulsierende
Startknopf und der mit der Zündung ausfahrende Regler für das
Automatikgetriebe (Drive Selector). Den XF gibt es in vier
Ausstattungslinien: Luxury, Premium Luxury, Portfolio und XFR. Die
Top-Version XFR ist nur mit dem 5-Liter-Achtzylinder-Kompressormotor
zu haben. Schon die Basisversion Luxury macht ihrem Namen alle Ehre.
Sie umfasst all die netten Annehmlichkeiten des Autofahrerlebens wie
eine funkfernbediente Zentralverriegelung, elektrisch einstellbare
und beheizbare Außenspiegel, elektrische Fensterheber rundum, ein
Multifunktions-Lederlenkrad, beheizbare
und elektrisch verstellbare Ledersitze, Regensensor,
Fahrlichtautomatik, Geschwindigkeitsregelung mit Tempo-Begrenzer,
Zwei-Zonen-Klimaautomatik, Trip-Computer und Touch-Screen-Monitor,
Bluetooth-Schnittstelle, Audioanlage sowie 18-Zoll-Leichtmetallräder
(für die Dieselmotoren). Aufpreis kosten Features wie ein schlüsselloses
Zugangs- und Startsystem (Smart Key System), eine adaptive
Geschwindigkeitsregelung, ein Totwinkel-Warnsystem, Memory-Funktion
für Fahrersitz, Außenspiegel und Lenkrad, Reifendruckkontrolle und
ein elektrisches Glas-Hub-Schiebedach, Bi-Xenon-Scheinwerfer mit
Abbiegelicht, CD-Wechsler und Navigationssystem sowie ein
Parkhilfe-Paket.
Ein Jaguar muss
schnurren wie ein Kätzchen, darf auch mal fauchen wie ein Raubtier.
Aber Nageln und Brummen sind keine guten Manieren für die
Rassekatze aus dem englischen Coventry. Lange war deshalb der Diesel
tabu für die Traditionsmarke. Erst 2003 hielt der erste Selbstzünder
Einzug in den Motorraum: Die Motoren im X-Type stammten von Mutter
Ford. Eine Gemeinschaftsentwicklung von Ford und dem PSA-Konzern
rundete 2004 die Motorenpalette im S-Type ab.

Der neue
3-Liter-Twin-Turbo-Dieselmotor im XF arbeitet mit einer
Common-Rail-Einspritzung der dritten Generation. Der bei Jaguar
entwickelt Motor ersetzt seit dem letzten Frühjahr den bisherigen,
aus dem S-Type bekannten 2,7-Liter-Motor und ist in drei
Leistungsstufen verfügbar: mit 211, 240 und 275 PS. Wir fuhren das
stärkste Exemplar, die „S“-Ausführung. Der Motor nimmt sehr
gut Gas an, der Turbo setzt früh ein und macht mächtig Druck. Sein
maximales Drehmoment von 600 Nm liegt schon bei 2.000 U/min. an.
Spontan ist er im Antritt, souverän im Vortrieb. Durchzugsvermögen
und Leistungsentfaltung lassen ebenso wenig zu wünschen übrig wie
die Laufkultur, die im Dieselsegment Maßstäbe setzt.

Serienmäßig
verfügen die XF-Modelle über Sechsgang-Automatikgetriebe mit
Schaltwippen am Lenkrad für eine sequentielle manuelle Schaltung.
Das von ZF gelieferte Getriebe überzeugt sowohl im Automatikmodus
als auch bei der manuellen Schaltung, die beinahe so schnell erfolgt
wie beim Direktschaltgetriebe. Kaum spürbar sind die Schaltvorgänge,
gut harmoniert die Getriebeübersetzung mit den Anforderungen der
beiden Schaltmodi, sodass die manuelle Schaltoption eigentlich überflüssig
ist.
In fast
Sportwagen-verdächtigen 6,4 Sekunden beschleunigt der XF aus dem
Stand auf 100 km, bei einer Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h wird
er elektronisch abgeregelt. Der neue Motor ist nicht nur in allen
Varianten leistungsstärker als der Alte (207 PS), er verbraucht
auch weniger. In allen drei Leistungsstufen liegt der Verbrauch des
3-Liter-V6-Diesel auf gleichem Niveau: 9,5 Liter Dieselkraftstoff
konsumieren sie je 100 km im Stadtverkehr, 5,5 Liter außerorts und
6,8 Liter im gemischten Verbrauch nach EU-Norm (alles
Herstellerangaben, ermittelt unter Idealbedingungen auf dem Rollenprüfstand).
Der Motor verfügt serienmäßig über einen Dieselpartikelfilter
und erfüllt bereits die Abgasnorm EU5. Der CO2-Ausstoß beträgt
179 g pro km.

Der Hecktriebler
glänzt mit einem tadellosen Geradeauslauf. Seine direkte Lenkung
verführt dazu, das gelassene Gleiten
zugunsten einer sportlicheren Gangart zu vernachlässigen. Der
dynamische, fast sportlicher Charakter erstaunt nicht, bei einer
Abstammung vom XK. Dabei ist der Jaguar sehr problemlos im Handling:
Sicher und weitgehend spurtreu meistert er auch flott gefahrene
Kurven. Ein leichtes Untersteuern – untypisch für einen
Hecktriebler – kündigt das Annähern an den Grenzbereich an. Die
Abstimmung des Fahrwerks ist eine gelungene Balance zwischen Komfort
und Agilität.
Serienmäßig
steht die Basisversion des Dieselmotors auf 18-Zoll-Rädern mit
245/45er Reifen. Lediglich der V6-Benziner als (preisliches)
Einstiegsmodell in die Baureihe steht noch auf 17-Zöllern, die
Top-Modelle stehen sogar auf 20-Zoll-Rädern. Groß dimensionierte
innenbelüftete Scheibenbremsen rundum sorgen für exzellente Verzögerung.
Die Parkbremse arbeitet elektrisch.
Der
Insassensicherheit dienen eine hochfeste Karosserie mit stabiler
Sicherheitsfahrgastzelle, Kopfstützen und Drei-Punkt-Gurte auf
allen Plätzen, aktive Kopfstützen sowie Front- und Seitenairbags
vorne, Windowbags vorne und hinten und Isofix-Kindersitzvorrüstungen
hinten. Einen Crashtest nach EuroNCAP hat der Jaguar XF bislang
nicht absolviert. An Fahrassistenzsystemen verfügt der Jaguar
serienmäßig über ABS mit Elektronischer Bremskraftverteilung EBD,
Bremsassistent EBA, Traktionskontrolle, die zweistufige dynamische
Stabilitätskontrolle DSC (heißt woanders ESP) sowie die
Kurvenbremskontrolle CBC. Dazu kommt eine so genannte „Understeer
Control Logic“ zum Einsatz, die die für einen Hecktriebler
typische Tendenz zum Untersteuern wirkungsvoll unterdrückt.
Optional gibt es ein Totwinkel-Warnsystem. Serienmäßig an Bord ist
bei der Einstiegsversion ein Reifen-Reparatur-Set, ein vollwertiges
Reserverad kostet extra.
Ab 44.900 Euro
steht der XF in den Preislisten der Händler – mit
3-Liter-V6-Benzinmotor in der Luxury-Ausstattung. Der V6-Diesel S
ist ab 55.100 Euro zu haben – ebenfalls in Luxury-Ausstattung.
Gegen Aufpreis gibt es unter anderem verschiedene
Metallic-Lackierungen, das Smart Key System, Bi-Xenon-Scheinwerfer,
ein Parkhilfe-Paket sowie ein Navigationssystem.
Jaguar
gibt eine dreijährige Neuwagengarantie, drei Jahre auf den Lack,
sechs Jahre auf die Karosserie gegen Durchrostung und eine dreijährige
europaweite Mobilitätsgarantie. Gegen Aufpreis gibt es eine
Neuwagenanschlussgarantie sowie ein „Premium Plus Service“-Paket
für Inspektionskosten. Die Serviceintervalle berechnet der
Bordcomputer in Abhängigkeit von Fahrstil und Einsatzbedingungen.
Dies Laufzeiten bis zur nächsten Inspektion können bis zu 26.000
km oder einmal jährlich betragen. Die Versicherungen stufen das
Modell in die Typklassen 22 / 29 / 24 (KH
/ VK / TK) ein.
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