
Pfiffig wirkt der Honda Jazz von der
Zeichnung seiner Karosserie her. Mit 3,85 m Länge bietet er das rechte Maß für die
Stadt. Seit 2002 ist der Kleinwagen auf dem deutschen Markt, zum Modelljahr 2005 bekam er
ein frisches Styling sowie einen aufgewerteten Innenraum und eine bessere Ausstattung.
Angetrieben von einem 1,4-Liter-Ottomotor stand er uns für eine kurze Ausfahrt zur
Verfügung.
Hondas Einstiegsmodell bietet den
Passagieren über vier Türen Zugang zum Innenraum. Die Geräuschdämmung ist für einen
Kleinwagen sehr gut: auch bei Autobahnfahrten drängen sich bis zu mittleren
Geschwindigkeiten weder Motoren- noch Windgeräusche wirklich in den Vordergrund. Die
Übersicht ist trotz hoher Sitzposition nicht berauchend, aber man hat ein gutes Gefühl
dafür, wo das Fahrzeug seine (eng gesteckten) Grenzen hat. Der höhenverstellbare
Fahrersitz lässt sich ungewöhnlich tief legen. Das Platzangebot ist zumindest was die
Kniefreiheit angeht für einen Kleinwagen in beiden Sitzreihen relativ großzügig. Hinten
sitzt es sich mit drei Leuten nur auf kurzen Strecken bequem. Die Sitze sind in beiden
Reihen straff, aber nicht unkomfortabel. Die Frontsitze sind angenehm konturiert und
bieten guten Seitenhalt. Materialqualität und Verarbeitung sind gut. Die Einsehbarkeit in
die Instrumente ist gegeben, die Bedienung der Schalter und Knöpfe stellt den Fahrer vor
keinerlei Rätsel.

Hinter der Heckklappe verbirgt sich ein
für einen Kleinwagen sehr geräumiges Ladeabteil, welches unter der Laderaumabdeckung 353
Liter fasst und über eine niedrige Ladekante hervorragend zu erreichen ist. Bei
umgeklappten Rücksitzen sind es bis zu 1.323 Liter bis zu den Vordersitzen und bei
dachhoher Beladung. Die maximale erlaubte Zuladung liegt bei 419 kg. Ausklappbare
Befestigungslaschen erleichtern im Gepäckraum das Sichern der Ladung.
Fünf Ausstattungslinien stehen für
den Jazz zur Wahl: zwei für den 1,2-Liter-Einstiegsmotor (1.2 und 1.2 Cool) plus drei
weitere für den 1,4-Liter-Topmotor (LS, ES und ES Sport). Ab der Basisversion (mit
1,2-Liter-Aggregat) sind elektrisch einstellbare Außenspiegel, Radiovorbereitung,
asymmetrisch geteilte Rücksitze und Rücksitzlehne sowie 14-Zoll-Stahlräder mit
Radzierblenden serienmäßig an Bord. Die Grundausstattung des 1,4-Liter-Benziners nennt
sich LS und umfasst zusätzlich zur Basisversion eine funkfernbediente
Zentralverriegelung, elektrische Fensterheber vorn (hinten gibt es erst ab ES
serienmäßig), elektrisch einstellbare und beheizbare Außenspiegel (ab ES sogar
anklappbar), Gepäckraumabdeckung, CD-Radio mit Radiobedienung am Lenkrad und eine
Klimaautomatik. Als einzige Ausstattungsoption ist hier das Elektronische
Stabilitätsprogramm VSA an Bord.
Vom 1,4-Liter-Motor dringt nicht
wirklich viel in den Innenraum durch, ungewöhnlich für einen Kleinwagen. Antritt,
Durchzug und Leistungsentfaltung sind erstaunlich gut, der 83 PS starke Motor hat mit der
1.071 kg schweren Karosserie ein leichtes Spiel. Das maximale Drehmoment von 119 Nm liegt
bei guten 2.800 U/min. an. Dabei läuft der Achtventiler relativ ruhig und vibrationsarm,
nimmt sehr gut Gas an und legt auch bei höheren Drehzahlen noch freudig zu.
Das serienmäßige
Fünfgang-Schaltgetriebe lässt sich knackig und präzise auf kurzen Wegen schalten. Die
lange Getriebeübersetzung dient der Kraftstoffökonomie. Trotzdem ist der Jazz
erstaunlich flott unterwegs, auch außerorts. Der Motor zieht gut, auch wenn man früh in
einen höheren Gang schaltet, um sparsamer unterwegs zu sein. Schaltfaules Fahren bei
wechselnden Geschwindigkeiten ist so natürlich auch möglich.
Für die Beschleunigung von Null auf
Tempo 100 braucht der Jazz 1.4 knappe 12,9 Sekunden, seine Höchstgeschwindigkeit erreicht
er bei 170 km/h. Das reicht durchaus, um auf der Autobahn im schnelleren Verkehr
mitzuschwimmen. Knappe 6,9 Liter Superkraftstoff verbraucht der Jazz je 100 km innerorts,
4,9 Liter sind es außerorts und 5,7 Liter sind es im gemischten Verbrauch nach EU-Norm,
bei ökonomischer Fahrweise versteht sich (alles Herstellerangaben). Der Motor erfüllt
die Abgasnorm EU4.

Der Jazz verfügt über Frontantrieb
und einen guten Geradeauslauf. Die Lenkung ist sehr direkt ausgelegt, präzise,
leichtgängig und spricht um die Mittellage sehr gut an. Die
Feder-Dämpfer-Abstimmung ist etwas straffer ausgelegt, aber nicht unkomfortabel, was sich
durch recht wenig Karosserieneigung in den Kurven bemerkbar macht. Diese Kombination
bietet sehr guten Fahrbahnkontakt.
Problemlos
und weitgehend neutral ist sein Fahrverhalten. Sicher absolviert er Slalom und plötzliche
Ausweichmanöver. Im Handling gibt er sich wendig und agil, es macht richtig Spaß, ihn um
schnelle Kurven zu hetzen. Er liegt sicher auf der Straße, auch in schneller gefahrenen
Kurven deutet nur ein leichtes Untersteuern den nahenden Grenzbereich an. Wer es zu doll
treibt, wird vom aufpreispflichtigen ESP (heißt hier VSA für Vehicle Stability Assist)
eingebremst. Das Fahrwerk bietet hohe Sicherheitsreserven für einen Kleinwagen von 1,53 m Höhe. Serienmäßig steht der Jazz 1.4 LS
auf 14-Zoll-Rädern mit Reifen im Format 195/65.
Bei einem
Crash schützen die Insassen eine stabile Sicherheitskarosserie mit Seitenaufprallschutz
sowie Front- und Seitenairbags für die Frontpassagiere. Unser Testwagen hatte
Kopfstützen und Drei-Punkt-Gurte auf allen Sitzplätzen, beim kleineren Motor kommt der
Jazz allerdings nur mit vier Kopfstützen. Zur Befestigung von Kindersitzen gibt auf den
Außenplätzen hinten Isofix-Befestigungen. Für die Insassensicherheit gab es vier Sterne
im EuroNCAP, jeweils drei gab es für Kindersicherheit und Fußgängerschutz. ESP ist
leider nur für den größeren, den 1,4-Liter-Motor verfügbar. In der LS-Ausstattung
kostet es extra, in den Linien ES und ES Sport gehört es zur Serienausstattung.
Serienmäßig ist aber ABS mit elektronischer Bremskraftverteilung Serie. Einen
Bremsassistenten gibt es leider nicht, aber die Bremsen (Scheibenbremsen rundum, vorne
innenbelüftet) bieten auch so ein gutes Ansprechverhalten und Bremsleistungen, die
spürbar besser sind als bei Kleinwagen üblich.

Ab 10.990 Euro steht der Jazz in den
Preislisten der Händler, mit Basistriebwerk und Grundausstattung. Der 1,4-Liter-Motor in
der Grundausstattung LS beginnt bei 14.590 Euro. Aufpreis kosten hier Features wie
Metallic- oder Pearl-Lackierung sowie das Elektronische Stabilitätsprogramm VSA.
Honda
gibt drei Jahre Garantie auf das Neufahrzeug (bis 100.000 km), 3 Jahre auf den Lack sowie
sechs Jahre auf die Karosserie gegen Durchrostung. Die
Versicherungen stufen das Modell in die Typklassen 13 / 18 / 25 (KH
/ VK / TK nach der neuen Struktur in der Fahrzeugversicherung: VK 19, TK 17)
ein.
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