|

Seine
Weltpremiere feierte er im Herbst 2010 in Paris, seit diesem Frühjahr
ist er auf dem Markt: Der Honda Jazz mit Hybrid-Antrieb. Er ist der
kleinste Hybrid auf dem Markt und der einzige im B-Segment
(Kleinwagen). Ein eigenständiger Frontgrill mit neu gestalteten Stoßfängern
unterscheidet das Hybrid-Modell von seinen konventionellen Brüdern.
Für den Marktstart des Hybrid wurde die ganze Baureihe technisch
leicht aufgefrischt. Speziell die Motoren wurden verfeinert und auf
mehr Kraftstoffökonomie getrimmt.
Die aktuelle
Generation von Hondas Kleinwagen Jazz ist – streng genommen –
die Dritte dieses Namens. Einen Jazz hatte es nämlich schon in den
80er Jahren (1984-86) auch in Europa gegeben. Die zweite
Generation des Jazz kam 2002 als Nachfolger des Honda Logo
(1996-2001) auf den Markt. Die dritte
Generation ist seit November 2008 zu haben. Unser
Hybrid-Jazz stand uns in der Ausstattungslinie Elegance zur Verfügung.
Der Jazz ist
ausschließlich als Fünftürer zu haben. Das erleichtert den Zugang
für Passagiere und Gepäck. Von einem Kleinwagen darf man keine
Wunder erwarten, aber fünf Personen finden in dem 3,90 m langen
Fahrzeug durchaus akzeptable Platzverhältnisse vor. Die Übersicht
über die Karosserie geht – auch dank der hohen Sitzposition –
in Ordnung. Bei der Integration des Hybridsystems legten die
Entwickler Wert darauf, den geräumigen und flexiblen Innenraum zu
erhalten. Ladekante und Laderaumboden blieben auf gleicher Höhe wie
im konventionellen Jazz.
Batterie und Steuereinheit platzierte man unter dem Laderaumboden.
Von den 335 Liter Laderaum beim konventionellen
Jazz bleiben 300 Liter unter der serienmäßigen Gepäckraumabdeckung
übrig, das Unterbodenfach reduziert sich von 64 Liter auf 3 Liter.
Außerdem entfällt die Ausstattungsoption des flexiblen, auf zwei
Ebenen justierbaren Laderaumbords. An Bord sind eine
Kofferraumbeleuchtung und Verzurrösen zum Sichern des Gepäcks.
Durch Umklappen der asymmetrisch geteilten Rücksitzlehne kann man
die Ladekapazität auf bis zu 1.320 Liter erweitern. Die flexiblen
„Magic Seats“ der zweiten Sitzreihe blieben erhalten:
Zusammengefaltet und umgeklappt ergeben sie einen topfebenen
Laderaumboden. Materialqualität und Verarbeitung überzeugen in
dieser Klasse. Das übersichtlich gestaltete Cockpit gibt dem Fahrer
keine Rätsel auf.

Den Jazz Hybrid
gibt es in drei Ausstattungslinien, von denen die unterste schon die
Dritte des konventionellen Jazz
ausmacht. Die Basisversion des Hybrid, die Comfort-Variante, kommt
serienmäßig vorgefahren mit funkfernbedienter Zentralverriegelung,
elektrisch einstellbaren und beheizbaren Außenspiegel, elektrischen
Fensterhebern rundum, Klimaautomatik und klimatisiertem
Handschuhfach, Bordcomputer, CD-Radio, Lederlenkrad, wärmedämmender
Colorverglasung mit verdunkelten Scheiben (Privacy Glass) hinten,
15-Zoll-Stahlrädern mit Radabdeckung und einer Alarmanlage. Die nächsthöhere
Ausstattung heißt Elegance: Sie verfügt ab Werk zusätzlich über
eine Geschwindigkeitsregelung, Fahrlichtautomatik (mit Lichtsensor)
und Regensensor, ein Multifunktionslenkrad und Nebelscheinwerfer,
15-Zoll-Leichtmetallräder sowie ein Panorama-Glasdach. Die Außenspiegel
sind anklappbar. Das Top-Modell namens Executive bringt dann noch
ein paar Annehmlichkeiten mehr mit. Gegen Aufpreis gibt es eine
Einparkhilfe hinten.

Hondas
Hybrid-Fahrzeuge fahren mit IMA-Technologie (das steht für
„Integrated Motor Assist“). Es ist ein „Mild Hybrid“-System.
Ein reiner Antrieb nur über den Elektromotor ist bei einem Mild
Hybrid nicht möglich (im Gegensatz zum Vollhybrid zum Beispiel von
Toyota). Seit Anfang der Neunziger Jahre entwickelt Honda dieses
System. Im Jahr 2000 erfolgte der erste Serieneinsatz in der ersten
Generation des Insight. Seitdem wurde IMA stetig weiter entwickelt.
Heute ist es kleiner, leichter und preiswerter in der Produktion,
was eine Ausweitung der Einsatzbereiche für den Hersteller
wirtschaftlicher und für den Kunden erschwinglicher macht.

Im Jazz kommt der
gleiche Antrieb zum Einsatz wie im Insight:
ein Ottomotor mit 1,339 ccm Hubraum. Er verfügt über den gleichen
Hubraum wie der Motor, der im konventionellen Jazz unter der
Bezeichnung 1.4 (ohne Hybridunterstützung)
läuft. Allerdings ist der Hybrid ein Vierzylinder-Zweiventiler, der
konventionelle 1.4er ein
Sechzehnventiler. Der Benzinmotor liefert 88 PS, der Elektromotor,
der ihn unterstützt, 14 PS. Das addiert sich (wie beim Insight)
auf ca. 98 PS, da die Leistungsspitzen der beiden Motoren nicht
synchron liegen. Der Motor hängt gut am Gas und dreht freudig hoch.
Ein wenig Drehzahl braucht er auch, denn das maximale Drehmoment von
121 Nm liegt bei diesem Benzinmotor erst bei 4.500 U/min. an. Bei
niedrigen Drehzahlen steuert der
Elektromotor seine Kraft bei. Dessen Drehmomentmaximum von ca. 78 Nm
liegt schon bei 1.000 Touren an (beim Insight
sind es 92 Nm zwischen 0 und 500 U/min.). Zügig im Antritt und
flott unterwegs ist man mit dem Hybrid-Jazz.
Das
Durchzugsvermögen ist für den unter 1,2 t schweren Kleinwagen mehr
als nur ausreichend. Ebenso wie der Honda Insight verfügt auch der
Jazz Hybrid über ein stufenloses CVT-Automatikgetriebe. Das Übersetzungsverhältnis
ist auf maximale Kraftstoffökonomie hin ausgelegt und noch etwas länger
übersetzt als im etwas größeren Insight. Serienmäßig an Bord
ist die „EcoAssist“-Funktion, die den Fahrer über die
Wirtschaftlichkeit seines Fahrstils informiert: Leuchtet es grün,
entlastet der Fahrer die Umwelt – und seinen Geldbeutel. Ein
„ECON“-Schalter aktiviert im Motormanagement definierte
Einstellungen zur Optimierung des Kraftstoffverbrauchs.
Die
Beschleunigung aus dem Stand auf Tempo 100 absolviert der
Hybrid-Jazz in 12,6 Sekunden, seine Höchstgeschwindigkeit
erreicht er bei 177 km/h. Beides Werte, die in dieser Größenklasse
völlig ausreichend sind. Eher spartanisch im positiven Sinne ist
dagegen sein Verbrauch: Mit lediglich 4,6 Litern Superkraftstoff ist
man je 100 km im Stadtverkehr unterwegs, 4,4 Liter
konsumiert er außerorts – macht einen kombinierten Verbrauch nach
EU-Norm von 4,5 Litern (alles Herstellerangaben, ermittelt unter
Idealbedingungen auf dem Rollenprüfstand – allerdings nicht im
ECON-Modus). Diese Werte sind nicht unrealistisch, wenn man mit gefühlvollem
Gasfuß und defensiver Fahrweise zu Werke geht. Der Motor erfüllt
die Abgasnorm EU5, der CO2-Ausstoß beträgt 104 g pro km. Laut
Honda ist dies der niedrigste CO2-Ausstoß aller Automatik-Fahrzeuge
im B-Segment.
Der
Fronttriebler glänzt mit gutem Geradeauslauf, einer direkten
Lenkung und einem insgesamt problemlosen Handling. Weich gefedert
durchfährt der Kleinwagen Kurven mit deutlicher Seitenneigung. Wer
auch in Kurven flotter unterwegs sein will, wünscht sich hier eine
straffere Abstimmung. Die flotte Kurvenhatz meistert er davon
abgesehen sicher und mit minimalem Untersteuern. Sicher und spurtreu
absolviert er auch plötzliche Ausweichmanöver. Ebenso wendig wie
agil ist Hondas Kleinwagen ein handlicher Begleiter. Der Hybrid
steht auf 15-Zoll-Rädern mit 175/65er Reifen. Auch der hohe
Reifenquerschnitt trägt wohl zum „weichen“ Fahrgefühl bei.
Scheibenbremsen rundum (vorne innenbelüftet) bieten im Notfall
sichere und standfeste Verzögerung.
Der
Sicherheit der Insassen dienen eine stabile Sicherheitskarosserie
mit Seitenaufprallschutz, Drei-Punkt-Gurte und Kopfstützen auf
allen Plätzen, aktive Kopfstützen vorne, Front- und Seitenairbags
vorne, Kopfairbags vorne und hinten sowie Isofix- und
Top-Tether-Kindersitzbefestigungen hinten. Sie sind ab der
Basisversion serienmäßig an Bord. Der Beifahrerairbag ist
deaktivierbar, damit Kindersitze dort auch gegen die Fahrtrichtung
montiert werden können. Im EuroNCAP nach den neuen Bewertungsnormen
(seit 2009) erreichte der (konventionelle) Jazz das Maximum von fünf
Sternen für seine Sicherheit. Das neue System berücksichtigt neben
Insassen- und Kindersicherheit sowie Fußgängerschutz auch die
serienmäßige Sicherheitsausstattung des Fahrzeugs mit
Fahrassistenzsystemen. An aktiven Helfern ist alles serienmäßig
vorhanden, was heutzutage üblich ist: ABS mit elektronischer
Bremskraftverteilung EBD, Bremsassistent und das elektronische
Stabilitätsprogramm VSA (für Vehicle Stability Assist, heißt
woanders ESP). Für den Pannenfall gibt es ein
Reifenpannen-Soforthilfe-System mit Reifendichtmittel und
Kompressor.
Ab 12.900 Euro
kostet der Honda Jazz mit 1,2-Liter-Ottomotor mit 90 PS in der
Basisversion „S“. Die Hybrid-Variante in Comfort-Ausstattung
steht mit Preisen ab 18.900 Euro in der Preisliste (zum Vergleich:
der 1.4er ohne Hybrid in Comfort-Ausstattung kostet ab 16.900 Euro).
Unsere Ausstattungslinie Elegance schlägt mit Preisen ab 20.800
Euro zu Buche. Aufpreis verlangt Honda für
Metallic- oder Metalleffekt-Lackierungen, eine Einparkhilfe hinten
oder ein Navigationssystem.
Der
Händler gibt eine dreijährige Neuwagengarantie (bis max. 100.000
km), drei Jahre auf den Lack, 5 Jahre Korrosionsschutzgarantie auf
die Auspuffanlage, fünf Jahre (bis 100.000 km) auf die
Hybridkomponenten, 10 Jahre Korrosionsschutzgarantie auf wichtige
Fahrzeugkomponenten und zwölf Jahre auf Karosserie und tragende
Teile gegen Durchrostung. Eine dreijährige Mobilitätsgarantie
sowie eine optionale Anschussgarantie runden das Angebot ab. Wann
das Fahrzeug zur Inspektion muss, wird vom Bordcomputer in Anhängigkeit
von Einsatz und Fahrstil errechnet und über die
Serviceintervallanzeige ausgegeben. Rechnen kann man hier bei
normalem Einsatz mit etwa 20.000 km oder einmal im Jahr. Die
Versicherungen stufen das Modell in die Typklassen 16 / 19 / 19 (KH
/ VK / TK) ein.
|