Mit dem FR-V mischt Honda seit kurzem bei
den Kompaktklasse-Vans mit, die nicht nur als Familien-, sondern auch als
Freizeitfahrzeuge dank ihrer Flexibilität enorm im Trend liegen. Mit seinen 1,61 m
Karosseriehöhe ist er recht niedrig für einem Van. Obwohl er Raum für sechs Passagiere
bietet, wirkt er nicht bullig.
Ein knappes halbes Jahr nach dem
Marktstart kommt der FR-V nun in der Dieselversion: Nach dem Einsatz im Honda Accord bzw.
Accord Tourer und dem CR-V baut Honda seinen
2,2-Liter-Common-Rail-Dieselmotor auch im FR-V ein eine nur konsequente und
logische Erweiterung der Angebotspalette. Mit einer Leistung von 140 PS musste sich der
FR-V 2.2 i-CTDi auf einer ersten Ausfahrt beweisen.
Guten Zugang zum Innenraum bieten vier
Türen. Die Übersicht lässt ein wenig zu wünschen übrig, trotz der hohen Sitzposition.
Das Platzangebot ist auch bei voller Besatzung nicht wirklich zu beanstanden. Sechs
Einzelsitze, drei in jeder Reihe, füllen die 1,81 m breite, 4,29 m lange Karosserie. Von
außen wirkt er dabei gar nicht so breit. Der großzügige Radstand von 2,69 m verheißt
in punkto Kniefreiheit gute Platzverhältnisse für die Passagiere. Das sind gute 6 cm
mehr als beim CR-V, mit dem sich der FR-V die Plattform teilt.
Das Sitzkonzept mit einzeln umklappbaren und versenkbaren Sitzen ermöglicht eine Vielzahl
von unterschiedlichen Sitz- und Laderaumkonfigurationen. Der Fahrersitz ist
höhenverstellbar. Der dritte Sitz in der ersten Reihe ist nicht jedermanns Sache (ich mag
es einfach nicht, wenn mir jemand neben dem Fahrersitz so dicht auf der Pelle sitzt!),
aber die Ellenbogenfreiheit kommt auch mit drei Erwachsenen eigentlich nicht zu kurz.

Wenn man den mittleren Frontsitz nicht
braucht, lässt sich die Lehne umklappen, so dass eine ebene Tischfläche oder Armlehne
entsteht. Unter der vorderen Hälfte des Sitzes befindet sich ein Ablagefach, unterm Sitz
ein geräumiges Staufach. Auch kann der Sitz (ebenso wie der hintere Mittelsitz) weiter
nach hinten geschoben werden als die Außensitze. Bei voller Bestuhlung steht ein Laderaum
von 439 Litern zur Verfügung, das sich auf maximal 1.600 Liter hinter den Frontsitzen bei
dachhoher Beladung erweitern lässt. Die maximale erlaubte Zuladung beträgt je nach
Ausstattung zwischen 532 und 544 kg. In der hinteren Sitzreihe lässt sich jeder Sitz
einzeln zusammen klappen und einfach im Laderaumboden versenken, wodurch eine ebene, wenn
auch nach vorne leicht ansteigende Ladefläche bis ran an die Frontsitze entsteht.

Gute Materialqualität und tadellose
Verarbeiten kennzeichnen den Innenraum. Das Cockpit ist
aufgeräumt, alle Schalter und Anzeigen dort, wo man sie suchen würde. Schalthebel
und Handbremse sind ins Armaturenbrett integriert, um Platz für den mittleren Passagier
in der ersten Reihe zu schaffen. Zusätzlich zu den Fächern in und unterm Mittelsitz
vorne stehen den Passagieren ein Handschuhfach, ein verschließbares Fach in der
Armaturenbrettmitte, groß dimensionierte Fächer in allen Türen sowie Kartentaschen an
den Rückseiten der äußeren Vordersitzlehnen zur Verfügung.

Lediglich der Basis-Benziner mit 1,7
Litern Hubraum (125 PS) ist in der sehr umfangreichen Grundausstattung verfügbar. Der
FR-V 2.2 i-CTDi wird zum Marktstart wie auch der 2-Liter-Benzinmotor (150 PS) nur in den
beiden gehobeneren Ausstattungsvarianten angeboten: als Comfort
und als Executive lässt der FR-V dann kaum noch Ausstattungswünsche offen. In der Comfort-Ausstattung verfügt er
serienmäßig über eine funkfernbediente Zentralverriegelung, elektrische Fensterheber
vorne und hinten, elektrisch einstellbare und beheizbare Außenspiegel,
Geschwindigkeitsregelanlage (Tempomat), Radio/CD-Spieler, Bordcomputer, Alarmanlage und
eine Klimaautomatik sowie wärmedämmende Colorverglasung rundum. In der
Executive-Ausstattung kommen ab Werk 16-Zoll-Leichtmetallräder, Dachreling, Lederlenkrad
und Schaltknauf, Audio-Fernbedienung am Lenkrad, Regensensor, Nebelscheinwerfer,
beheizbare Vordersitze, ein elektrisches Glas-Hub-Schiebedach, elektrisch anklappbare
Außenspiegel sowie ein Premium-Audio-System mit CD-Wechsler, Xenon-Scheinwerfer und
abgedunkelte Scheiben hinten (Privacy Glass) dazu. Aufpreis kosten Extras wie eine
Lederinnenausstattung, ein DVD-Navigationssystem sowie Metallic- oder Pearl-Lackierungen.
Hondas 2.2
i-CTDi ist ein hochmodernes Dieseltriebwerk, verfügt über eine
Common-Rail-Direkteinspritzung der zweiten Generation sowie einen Turbolader mit variabler
Düse und Intercooler. Vier Ventile bestücken jedem der vier Zylinder. Das Aggregat
leistet 140 PS und treibt nun nach Accord, Accord Tourer und CR-V auch den neuen FR-V an. Dank seiner Antritts- und
Durchzugsstärke liefert der i-CTDi über das ganze relevante Drehzahlband genug Leistung
für einen souveränen Vortrieb. Selbst im fünften oder sechsten Gang legt er im
Stadtverkehr noch gut zu, wenn man das Gaspedal weiter durchtritt.
Die
Geräuschkulisse bei laufendem Motor ist minimal: Der durch Maßnahmen wie versetzte
Zylinder, eine Ausgleichswelle und eine geräuschdämmende Motorabdeckung in Laufruhe und
Akustik optimierte Selbstzünder ist da kaum herauszuhören, auch hält die
Karosseriedämmung wirksam Windgeräusch auch bei höheren Geschwindigkeiten aus dem
Innenraum.
Das
serienmäßige Sechsgang-Schaltgetriebe ist so ausgelegt, dass die Höchstgeschwindigkeit
im fünften Gang erreicht wird, der sechste Gang ist dann als Spargang bei immer noch sehr
souveräner Kraftentfaltung gedacht. Präzise und knackig kurz lässt sich der Hebel durch
die Schaltkulisse führen, dass es die wahre Freude ist. Allerdings lässt sich der FR-V
auch gut schaltfaul fahren, Drehmoment liegt ausreichend auch bei niedrigeren Drehzahlen
an. Dieseltypisch erreicht der 2.2 i-CTDi sein Drehmomentmaximum schon früh, nämlich bei
2.000 U/min.
Für die Beschleunigung von Null auf
Tempo 100 braucht der FR-V knappe 10,2 Sekunden, seine Höchstgeschwindigkeit erreicht er
bei guten 192 km/h. Im Verbrauch knausert der Motor in dem fast 1,6 t schweren Van, der
maximal beladen sogar bis zu 2.130 kg schwer sein darf: Mit 8 Litern Dieselkraftstoff
bewegt er sich je 100 km in der Stadt, 5,3 Liter schluckt er außerorts und 6,3 Liter sind
es im gemischten Verbrauch nach EU-Norm ökonomische Fahrweise vorausgesetzt (alles
Herstellerangaben). Der moderne Common-Rail-Turbodiesel-Direkteinspritzer erfüllt die
Abgasnorm EU4. Ein Dieselpartikelfilter ist in Vorbereitung.
Der
frontgetriebenen Karosserie verhilft die breite Spur (1,56 m vorne / 1,58 m hinten) mit
einigermaßen langem Radstand (2,69 m) zu einem gutem Geradeauslauf. Die
Zahnstangenlenkung mit hydraulischer Servounterstützung spricht gut auf Lenkbefehle an
und arbeitet präzise.
Gut für die
sichere Straßenlage ist der niedrige Schwerpunkt der Karosserie hier macht sich
die für einen Van relativ niedrige Fahrzeughöhe bemerkbar und die vergleichsweise
breite Spur. Spurtreu und nur leicht untersteuernd geht er in schnellere Kurven. Das
Fahrwerk ist sehr komfortabel ausgelegt, bietet aber dennoch gute Kurvenstabilität in
flotter gefahrenen Kurven, wenn auch mit spürbarer Seitenneigung. Diese hält sich jedoch
dank der Feinabstimmung der Radaufhängungen und der breiten Spur vorne wie hinten in
akzeptablen Grenzen. Der FR-V wirkt recht wendig, auch wenn er nicht ganz so leichtfüßig
daher kommt wie sein geländegängiger Bruder CR-V. Was
aber nicht heißt, dass er beim Fahren vor allem auf kurvigen Pisten nicht
auch einiges an Fahrspaß bietet!
Beim
Fahrbahnkontakt kann der FR-V allerdings nicht so recht überzeugen. Dafür ist sein
Fahrverhalten aber problemlos, recht neutral und immer noch leicht beherrschbar, auch wenn
es langsam kritischer wird. Der FR-V glänzt nicht nur mit Flexibilität und Nutzbarkeit,
sondern entpuppt sich schnell auch als komfortable Reiselimousine.
Serienmäßig
steht der 2.2 i-CTDi auf 16-Zoll-Rädern, in der Executive-Ausstattung sogar auf
Leichtmetallrädern; beide Radvarianten sind bestückt mit Reifen im Format 205/55 R 16.
Die Bremsen (Scheibenbremsen rundum, vorne innenbelüftet) verzögern schnell ansprechend,
gut dosierbar und im Notfall sehr zügig.
Für die passive Sicherheit hat
Honda dem FR-V eine Karosserie mit hohem Anteil an hochfesten Stählen auf der Plattform
eines Leiterrahmen-Chassis von hoher Steifigkeit mitgegeben. Der Verstärkung dienen zudem
lange Querprofile im vorderen Karosserierahmen sowie an der Heckpartie, die wegen der
großen Heckklappenöffnung besonderer Aufmerksamkeit bedarf. Quer- und Längsstreben
verteilen die Aufprallkräfte kontrolliert, um Verzögerungskräfte bei einem Aufprall zu
minimieren. Der FR-V verfügt über zweistufig auslösende Frontairbags, Seitenairbags
vorne, Kopfairbags über die komplette Seitenpartie, Drei-Punkt-Gurten und Kopfstützen
auf allen sechs Plätzen. Der Beifahrerairbags ist besonders groß dimensioniert, um auch
den Passagier auf dem Mittelsitz zu schützen. Isofix-Kindersitzhalterungen gibt es nicht
nur auf den äußeren Plätzen hinten, sondern auch auf dem Mittelsitz vorne, für Eltern,
die ihr Kind gerne zwischen sich platziert sehen wollen. Bei den aktiven Helfern ist der
FR-V ganz auf der Höhe der Zeit, greifen dem Fahrer doch Regelsysteme wie ABS mit
Elektronischer Bremskraftverteilung EBD und Bremsassistent sowie das Elektronische
Stabilitätsprogramm VSA (letzteres ist erst bei den 2-Liter-Benzin- und
2,2-Liter-i-CTDi-Modellen Serie) hilfreich unter die Arme.
Die
Preisliste für den FR-V beginnt mit 20.400 Euro für den 1,7-Liter-Benziner in der
Basisausstattung, der 2,2-Liter-Diesel wird in der Comfort-Ausstattung ab 24.350 Euro und
in der Executive-Ausstattung ab 27.550 Euro zu haben sein. Aufpreis kosten über die
Top-Ausstattung hinaus Metallic- oder Pearl-Lackierungen, das DVD-Navigationssystem und
die Lederinnenausstattung. Honda gibt drei Jahre Garantie auf das Neufahrzeug (bis 100.000
km), 3 Jahre auf den Lack sowie sechs Jahre auf die Karosserie gegen Durchrostung.
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