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Wie aus einer
anderen Welt erscheint der aktuelle Honda Civic, so futuristisch ist
das Design der Frontscheinwerfer- und der Heckleuchten-Partie
geraten. Dahinter legt er einen dynamischen Auftritt auf den
Asphalt, kraftvoll proportioniert wartet er auf eine Ausfahrt. Unser
Testexemplar in der Ausstattung Comfort hat muntere 140 Pferdchen in
einem 1,8-Liter-Benziner unter der Motorhaube versteckt.
Das
Lichtleisten-Design vorne und hinten ist ja Geschmackssache, aber
eine gewisse Individualität kann man dem neuen Civic neidlos
bescheinigen. Er fällt auf! Nach seinem ersten Auftritt als
Konzeptauto in Genf feierte der Civic im letzten Jahr auf der IAA in
der endgültigen Serienversion seine Weltpremiere. Seit 1972 gibt es
die Modellreihe, zu Beginn dieses Jahres ging die achte Generation
von Hondas kompakten Bestseller an den Start. Er wird für den europäischen
Markt ausschließlich im englischen Honda-Werk in Swindon gebaut.
Der kompakte
Japaner ist bislang ausschließlich als Fünftürer zu haben, auch
wenn man dies von der Zeichnung der Karosserie gar nicht meinen
sollte. Die hinteren Türgriffe sind in die C-Säulen integriert, so
dass leicht der Eindruck eines Dreitürers entsteht. Mit seinen 4,25
m Karosserielänge ist er gute 4 cm kürzer als die fünftürige
Version seiner Vorgänger-Generation und knapp 3,5 cm flacher.
Dennoch bietet er den Insassen nicht weniger Raum. Die Übersicht über
die Karosserie ist nicht prickelnd, könnte aber schlechter sein.
Was aber beim Blick durch die Heckscheibe irritiert, ist der
integrierte Flügel, unter dem das Fenster noch ein Stückchen
weitergeht.
Das Platzangebot
geht in beiden Sitzreihen in Ordnung. Das straffe, sportlich
konturierte Gestühl in der ersten Reihe bietet angenehmen
Sitzkomfort auch für lange Strecken. Die asymmetrisch geteilte Rücksitzbank
ist hochklappbar, die Sitzlehnen (ebenfalls asymmetrisch geteilt)
lassen sich im Fahrzeugboden versenken, dass ein ebener
Laderaumboden entsteht. Honda nennt das
ganze „Dive down“-Rücksitze.
Der Gepäckraum lässt sich damit von großzügigen 456 Litern auf
enorme 1.352 Liter erweitern. Ab der Comfort-Version gibt es einen
auf zwei Ebenen verstellbaren Laderaumboden mit Verstaumöglichkeit.
Die
Materialauswahl im Innenraum wirkt hochwertig und ist gut
verarbeitet. Der zweifarbige Innenraum macht einen angenehmen
Eindruck, die dunklen Farben oben verhindern Spiegelungen in den
Fensterscheiben. Das ganze Cockpit wirkt sportlich-dynamisch, mit
einem leichten futuristischen Einschlag, der auch in der äußeren
Erscheinung des neuen Civic deutlich wurde. Zentrales Element im
Blickfeld des Fahrers ist die Drehzahlanzeige, darüber befindet
sich das Display mit dem digitalen Tacho. Rundherum sind Anzeigen
und Bedienelemente logisch und gut erreichbar angeordnet.

Ab der gut
ausgestatteten Basisversion verfügt der Civic serienmäßig über
all die kleinen Annehmlichkeiten des Autofahrerlebens von der
funkfernbedienten Zentralverriegelung, elektrischen Fensterhebern
vorne und hinten, elektrisch einstellbaren und beheizbaren Außenspiegeln
bis hin zu wärmedämmenden Colorverglasung. Zusätzliche
Comfort-Ausstattungsdetails – den 1,8er Motor gibt er erst ab
dieser Ausstattungslinie – sind zum Beispiel eine Klimaautomatik,
ein Radio mit CD-Spieler und ein Multifunktionslenkrad. Die
Ausstattungslinie Sport hat über dies hinaus Extras zu bieten wie
Tempomat, Licht- und Regensensor, 17-Zoll-Leichtmetallräder und
eine Alarmanlage, in der Executive-Ausstattung gibt es serienmäßig
Features wie Xenonlicht, Sitzheizung vorne und eine
Zwei-Zonen-Klimaautomatik.
Der
1,8-Liter-Ottomotor mit optimierter VTEC-Technologie wurde für den
Civic völlig neu entwickelt und leistet 140 PS. Die
VTEC-Technologie verbessert das Zusammenspiel von Einlassventil und
Drosselklappe und sorgt damit für mehr Kraftstoffökonomie bei
geringeren Schadstoffausstoß. Ein Knopfdruck erweckt das Aggregat
zum Leben. Es läuft ruhig und vibrationsarm und glänzt mit einer
sehr guten Leistungsentfaltung. Mit dem fast 1,3 t schweren Wagen
hat der 1.8 i-VTEC (so die genauer Bezeichnung des Motors) leichtes
Spiel. Sein Drehmomentmaximum von 174 Nm liegt erst spät, bei 4.300
U/min. an der Kurbelwelle an. Das Triebwerk nimmt hervorragend Gas
an, dreht sehr freudig hoch, bei viel Drehzahl faucht es ein wenig.
Wer beim Anfahren das Gaspedal mit Schwung durchtritt, wird mit
Drehzahlen bis knapp unter den roten Bereich
belohnt. Mit diesen munteren 140 Pferdchen unter der Motorhaube ist
man sehr souverän unterwegs. Ein 1,4-Liter-Benziner mit 83 PS und
der bekannte 2,2-Liter-CTDi mit 140 PS (siehe Fahrberichte vom CR-V
und vom FR-V) runden die
Motorenpalette für den „konventionellen“ Civic ab. Der Civic
Hybrid ist eher als eigenständiges Modell zu sehen (siehe Fahrbericht).
Das
automatisierte Schaltgetriebe i-Shift ist im Prinzip eine manuelle
6-Gang-Schaltung ohne Kupplungspedal, bei der die Schaltvorgänge
automatisiert ablaufen. Gut abgestuft sind die einzelnen Gänge, die
Schaltvorgänge sind kaum spürbar. Die Abstufungen sind so gut, das
die manuelle Schaltoption fast überflüssig ist. Dabei ist das
automatisierte Schaltgetriebe so ausgelegt, dass es bei ökonomischer
Fahrweise weniger Kraftstoff verbraucht als die handgeschaltete
Variante. Dafür ist dann aber natürlich die Beschleunigung etwas zäher.
Für
die Beschleunigung aus dem Stand auf Tempo 100 braucht unser
Civic knappe 10,4 Sekunden (mit manuellem Schaltgetriebe sind es nur
8,9 Sekunden). Ihre Höchstgeschwindigkeit erreichen beide
Getriebevarianten bei 205 km/h. Der Civic verbraucht mit dem
automatisierten Schaltgetriebe i-Shift gute 8,0 Liter Superbenzin
auf 100 km in der Stadt, 4,9 Liter außerorts und 6,0 im gemischten
Verbrauch nach EU-Norm – bei ökonomischer Fahrweise, versteht
sich. Mit rein manueller Schaltung liegen die Verbrauchswerte
geringfügig höher: 8,2 Liter innerorts, 5,4 Liter außerorts und
6,4 Liter im gemischten Verbrauch (alles Herstellerangaben). Der
Motor erfüllt mit beiden Getriebevarianten
die Abgasnorm EU 4.
Nicht
vom anderen Stern, sondern bodenständig sportlich-dynamisch fährt
sich der Civic. Der über die Vorderachse angetriebene Japaner
bietet einen sauberen Geradeauslauf. Seine direkte, auch um die
Mittellage sehr gut ansprechende, herrlich feinfühlige elektrische
Servolenkung EPS giert förmlich nach kurvigen Pisten. Dabei ist das
Fahrwerk eher eine Idee straffer ausgelegt im Vergleich zum Accord,
ohne jedoch Unebenheiten zu deutlich an die Passagiere
weiterzuleiten.
Der
Fahrer kann sich über die Rückmeldung von der Fahrbahnkontakt
nicht beklagen. Dabei lässt sich der Civic präzise führen, wie
auf Schienen folgt er auch in flott gefahrenen engen Kurven, seiner
besonderen Spezialität, dem vorgegebenen Kurs. Er klebt förmlich
am Asphalt und liebt besonders enge Kurven. Nein, er giert förmlich
danach! Da kommt eine gehörige Portion Freude am Fahren auf. Die
Kombination von Antrieb und Fahrwerk legt eine faszinierende
sportliche Agilität an den Tag. Sicher und spurstabil liegt der
Civic auf der Straße auch bei plötzlichen Ausweichmanövern und
beim Slalom.
Serienmäßig
steht der Civic 1.8 in der Comfort-Ausstattung auf 16-Zoll-Stahlrädern
mit Reifen im Format 205/55 R 16 (die Sport- und
Executive-Ausstattung kommen ab der 140-PS-Motorisierung mit
17-Zoll-Leichtmetallern). Die Scheibenbremsen rundum (vorne innenbelüftet)
offenbaren in Notfall eine fast schon brachiale Bremskraft: Sie
sprechen schnell an, sind standfest, und gut dosierbar.
Passive
Sicherheit bieten bei einem Unfall eine besonders versteifte
Karosseriestruktur mit verbesserten Energieabsorptionseigenschaften,
Seitenaufprallschutz, eine Fahrzeugfront mit Fußgängerschutz,
Kopfstützen und Dreipunktgurte auf allen fünf Sitzen, aktive
Kopfstützen vorne (ab Comfort), Front- und Seitenairbags vorne,
Kopfairbags vorne und hinten sowie Isofix-Kindersitzverankerungen
hinten außen. An elektronischen Helfern ist die ganze Palette der
heutzutage in dieser Klasse üblichen Features vorhanden, vom ABS
mit elektronischer Bremskraftverteilung und Bremsassistent über bis
hin zum Elektronischen Stabilitätsprogramm VSA (für Vehicle
Stability Assist). Die Alarmanlage gibt es ab der Sport-Ausstattung.
Für den Pannenfall ist IMS, eine Reifenpannen-Soforthilfe-System
mit Reifendichtmittel und Kompressor an Bord.
Ab 15.900 Euro
ist der Civic zu haben, mit 1,4-Liter-Benzinmotor (83 PS) in der
Basisausstattung. Der 1,8-Liter-Benziner steht ab Preisen von 19.300
Euro in den Preislisten, ist dafür aber erst ab der
Ausstattungslinie Comfort zu haben. An Sonderausstattung gibt es
Metallic-/Pearl-Lackierungen, das automatisierte Schaltgetriebe
i-Shift sowie – ab der Sport-Ausstattung – Xenonlicht und eine
DVD-Navigationssystem, und für die Executive-Ausstattung eine
Leder-Innenausstattung.
Honda
gibt drei Jahre Garantie auf den Neuwagen (bis 100.000 km), drei
Jahre auf den Lack sowie zwölf Jahre auf die Karosserie gegen
Durchrostung. Die Serviceintervalle liegen bei 15.000 km oder einmal
jährlich. Die Versicherungen stufen das Modell in die Typklassen 16
/ 19 / 18 (KH / VK / TK – nach der neuen
Struktur in der Fahrzeugversicherung) ein.
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