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Nicht ganz so
futuristisch im Design wie der „konventionelle“ Civic
ist der Civic Hybrid. Dafür ist seine Technik um so
zukunftsweisender. Traditionell ist der Civic Hybrid oder – wie
der Vorgänger hieß – Civic IMA nur als Stufenheckmodell zu
haben. Dabei unterscheidet er sich diesmal mehr noch als beim Vorgänger
schon im Design von der fünftürigen Variante. Genau genommen ist
der Civic Hybrid eher als eigenständiges Modell in der
Honda-Palette zu sehen.
Im Vergleich zu
Toyotas Hybrid-Technologie (siehe Prius
oder Lexus RX 400h) ist Hondas
IMA (Integrated Motor Assist) nur als Unterstützung des
Benzinmotors gedacht, um den Verbrauch an fossilem Kraftstoff zu
senken. Der Civic Hybrid 2006 der zweiten Generation wurde –
ebenso wie der konventionelle Civic
der achten Generation – im vergangenen Jahr auf der IAA präsentiert.
Was er kann, zeigte eine erste Ausfahrt.
Mit seinen 4,55 m
ist der Civic Hybrid gute 30 cm länger als der Fünftürer,
breiter, aber etwas flacher. Mit 2,70 m ist sein Radstand großzügiger
bemessen (Civic 2,62 m), was dem
Raumkomfort der Passagiere zugute kommt. Der Zugang zum Innenraum
ist komfortabel. Der Laderaum ist mit 350 Litern in dieser Klasse
etwas knapp bemessen, ebenso wie die maximale erlaubte Zuladung von
352 kg. Der Innenraum ist sehr ansehnlich, die Materialqualität gut
und die Verarbeitung nicht zu beanstanden. Das Armaturenbrett ist übersichtlich
gestaltet, die Bedienung einfach.

Die
Serienausstattung des Civic Hybrid ist sehr umfangreich. Sie umfasst
all die kleinen Annehmlichkeiten des Autofahrerlebens von
funkfernbedienter Zentralverriegelung, elektrisch einstellbaren und
beheizbaren Außenspiegel, elektrischen Fensterhebern vorne und
hinten, Wärmeschutzverglasung rundum, Sitzheizung vorne und
Multifunktionslenkrad bis hin zu Klimaautomatik, Tempomat und Radio
mit integriertem CD-Wechsler (6fach, MP3-fähig),
15-Zoll-Leichtmetallrädern und Alarmanlage.

Ein neu
entwickelter, nur knapp 1,3 Liter großer Motor sorgt für den
Antrieb. Diesen erweckt – im Gegensatz zum Civic
– ein ganz konventioneller Zündschlüssel zum Leben. Der
Benzinmotor leistet 95 PS, ein Elektromotor mit
158-Volt-Nickel-Metallhydrid-Batterie (NiMH) unterstützt ihn mit
weiteren 20 PS. Beim Benzinmotor liegt ein maximales Drehmoment von
123 Nm erst bei 4.600 U/min. an, der ergänzende Hybridmotor wuchtet
bei Bedarf zwischen 0 und 1.160 U/min. weitere 103 Nm auf die
Antriebswellen. Im Gegensatz zum Toyota-Hybrid – der Prius
ist in dieser Klasse der einzige direkte Wettbewerber – ist der
Hybrid bei Honda (IMA Integrated Motor Assist) nur eine Unterstützung
des Ottomotors, aber nicht als eigenständiger (alleiniger) Antrieb
vorgesehen. Optimiert wird der Kraftstoffverbrauch durch eine
dreistufige Ventilsteuerung.

Beim Anfahren
oder Beschleunigen unterstützt der Elektromotor den Benzinmotor,
bei gleichmäßiger hoher Geschwindigkeit schaltet sich der
Elektromotor ab, der Ottomotor treibt das Fahrzeug allein an. Bei
langsamer Fahrt mit niedrigen Drehzahlen, wenn nur wenig Drehmoment
benötigt wird, schalten sich alle vier Zylinder des Benziners ab
und der Civic wird nur vom Elektromotor in Gang gehalten. Ein Fahren
der Stadt mit bis zu fast 50 km/h bei ausreichender Batterieladung
(wie bei Toyotas Hybrid-Systemen) ist beim Civic Hybrid nicht
vorgesehen.
Beim Fahren spürt
man wenig vom Elektromotor. Etwas mehr spürt man beim nachdrücklicheren
Gasgeben, wenn wie beim Einsetzen eines Turbos zusätzliche maximale
103 Nm Drehmoment anliegen, aber darüber hinaus künden nur die
Anzeigen „asst“ (für assistance = Unterstützung) oder „chrg“
(für charge = Aufladung) in der Anzeigentafel vom Vorhandensein des
IMA. Eine Start-Stop-Automatik schaltet im Stand den
Verbrennungsmotor ab. Wird die Bremse gelöst, schaltet der
Elektromotor den Verbrennungsmotor wieder an. Beim Bremsen oder
Ausrollen lassen (Schiebebetrieb) des Wagens wird Bewegungsenergie
in elektrische Energie umgewandelt und die Batterie geladen.

Der
Verbrennungsmotor arbeitet ruhig und vibrationsarm. Er nimmt gut Gas
an und dreht freudig hoch, wenn auch nicht ganz so weit bis zum
roten Bereich auf dem Drehzahlmesser wie der konventionelle Civic.
Natürlich will der Civic Hybrid kein Sportler sein, aber Antritt
und Durchzug sind recht ordentlich. Insgesamt ist er etwas mehr ein
Partner für Freunde der gelassenen Fortbewegung.
Das stufenlose
Automatikgetriebe (CVT für Continuous Variable Transmission) wurde
für den Honda Civic Hybrid neu entwickelt. Es ist sehr lang übersetzt,
um maximale Kraftstoffökonomie zu erreichen. Dabei schaltet es
stufenlos, kaum spürbar und ist sehr schön abgestuft, um recht zügig
voran zu kommen. Für die Beschleunigung von Null auf Tempo 100
braucht er 12,1 Sekunden, seine Höchstgeschwindigkeit erreicht er
bei 185 km/h. Glänzend steht er da im Verbrauch: Mit 5,2 Litern
Superbenzin je 100 km ist er im Stadtverkehr dabei, 4,3 Liter
konsumiert er außerorts und 4,6 Liter sind es im gemischten
Verbrauch nach EU-Norm – bei ökonomischer Fahrweise, versteht
sich (alles Herstellerangaben). Der Civic Hybrid erfüllt die
Abgasnorm EU4.
Der Civic Hybrid
verfügt wie auch der Civic über
Frontantrieb und glänzt mit gutem Geradeauslauf. Seine recht direkt
ausgelegte elektrischen Servolenkung EPS spricht auch um die
Mittellage sehr gut an, was eine hohe Dynamik vermittelt, die man
dem eher brav gestylten Stufenheck gar nicht zutrauen würde. Sicher
liegt er auf der Straße, auch in flott gefahrenen Kurven und bei plötzlichen
Ausweichmanövern. Die
Fahrwerkskonstruktion unterscheidet sich an der Hinterachse
grundlegend von der des normalen Civic:
hier kommt eine Mehrlenkerhinterachse mit doppelten Querlenkern zum
Einsatz, im konventionellen Civic ist
es eine Verbundlenker-Konstruktion. Die eher straff ausgelegte
Feder-Dämpfer-Abstimmung filtert aber nicht nur kleine Unebenheiten
sauber weg. Serienmäßig steht der Civic Hybrid auf 15-Zoll-Rädern
mit 195/65er Reifen (der normale Civic hat 16-Zöller). Die
Scheibenbremsen rundum (vorne innenbelüftet) sind gut dosierbar und
standfest, sprechen aber nicht so spontan an wie im konventionellen Civic.
Der
Sicherheit dienen eine Karosserie aus hochfesten Stählen it
Seitenaufprallschutz, Drei-Punkt-Gurte und Kopfstützen auf allen fünf
Sitzplätzen, aktive Kopfstützen vorn, Front- und Seitenairbags
vorne, Kopfairbags für vorne und hinten sowie Kindersitzverankerung
auf den Außenplätzen hinten. Zudem ist die Fahrzeugfront für
besonderen Fußgängerschutz optimiert. An aktiven
Fahrassistenz-Systemen hat Honda seinem Hybrid alle heutzutage üblichen
Features wie ABS mit elektronischer Bremskraftverteilung,
Bremsassistent und das Elektronische Stabilitätsprogramm VSA (für
Vehicle Stability Assist) mitgegeben.
Ab
22.900 Euro ist der Civic Hybrid mit einer reichhaltigen
Serienausstattung zu haben. Extra kostet lediglich eine Metallic-
oder Perleffekt-Lackierung. Honda gibt
drei Jahre Garantie auf das Neufahrzeug (bis 100.000 km), 3 Jahre
auf den Lack sowie sechs Jahre auf die Karosserie gegen
Durchrostung. Für wesentliche Teile des IMA-Systems gilt eine
Garantiefrist von acht Jahren bei einer maximalen Fahrleistung von
160.000 km. Die Versicherungen stufen das Modell in die
Typklassen 17 / 14 / 18 (KH / VK / TK –
nach der neuen Struktur in der Fahrzeugversicherung) ein.
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