
Mit der abfallenden Dachlinie, dem
pfiffigen Schwung seiner Linien und Kurven und dem asymmetrisch eckigen hinteren
Seitenscheiben wirkt der S-Max deutlich dynamischer als der auch nur 5 cm längere, aber
deutlich gesetzter auftretende große Bruder Galaxy. Breite
und Radstand sind identisch. Was bietet der 4,77 m lange S-Max, der seit dem 20. Mai beim
Händler steht?
Ford bezeichnet den S-Max als
Sport-Van, der als Crossover-Fahrzeug sportliche Ansprüche mit denen an die
Multifunktionalität einer Großraumlimousine verbindet. Ganz nebenbei bemerkt ist dies
hier schon optisch viel gelungener umgesetzt als vor ein paar Jahren bei einem
französischen Hersteller mit seinem Van-Coupé, das inzwischen als
Fehlkonstruktion aus der Produktion genommen wurde.

Der
S-Max basiert auf der gleichen Bodengruppe wie der neue Galaxy,
den Ford nach einer Kooperation mit VW und Seat beim Vorgänger nun komplett
in Eigenregie entwickelt hat. Er wird zusammen mit dem Galaxy ausschließlich im Ford-Werk
in Genk (Belgien) gebaut. Die Ford-Anteile am spanischen Werk, in dem seit 1995 Galaxy, Sharan und Alhambra vom gleichen Band liefen, hat
Volkswagen übernommen.
Der S-Max ist als 5+2-Sitzer
konzipiert. Er verfügt serienmäßig über fünf Einzelsitze in beiden Sitzreihen. Eine
dritte Sitzreihe mit zwei Einzelsitzen ist gegen Aufpreis erhältlich. Sowohl beim Fünf-
als auch beim Siebensitzer kommt das FoldFlatSystem zum
Einsatz, welches im Klartext nicht anderes heißt, als dass die Sitze der zweiten Reihe in
Längsrichtung verstellbar sind und ihre Rückenlehnen neigungsverstellbar, und die Lehnen
der zweiten und dritten Reihe einzeln umklappbar sind für eine ebene Ladefläche.

Die Sportsitze in der ersten Reihe
(Serie bei Trend und Titanium) sind angenehm straff und bieten guten Seitenhalt. Die
Übersicht beim Rangieren ist nicht wirklich gut, es empfiehlt sich das optionale
Park-Pilot-System für die Feinarbeit. Platz haben die Passagieren in den hier zwei
Sitzreihen reichlich. Der Laderaum fasst ab 854 Litern hinter den Sitzen der zweiten Reihe
unter der Laderaumabdeckung über 1.051 bis 1.171 Liter dachhoch bis 2.100 Liter hinter
den Vordersitzen bei dachhoher Beladung. Mit einem Laderaumvolumen von 830 bis 2.325
Litern (dachhoch hinter den Vordersitzen) hat der Galaxy
als Fünfsitzer auch nur wenig mehr zu bieten. An Zuladung sind maximal zwischen 751 und
810 kg je nach Motorisierung und Ausstattung erlaubt.
Der Innenraum des S-Max gleicht in der
Gestaltung seinem großen Bruder Galaxy,
Unterschiede sind eher auf die unterschiedlichen Ausstattungslinien zurückzuführen.
Materialqualität und Verarbeitung des Innenraumes sind ordentlich, da gibt es nichts zu
meckern. Das Armaturenbrett ist übersichtlich gestaltet ohne Probleme zu bedienen. Die in
Form eines Schubhebels gestaltete Handbremse ist von seiner Konstruktion her etwas
gewöhnungsbedürftig, vom Design aber sehr originell.

Drei Ausstattungslinien hat der Käufer
für den S-Max zur Wahl. Die Basisversion Ambiente verfügt serienmäßig über eine funkfernbediente Zentralverriegelung, elektrische
Fensterheber vorne, elektrisch einstellbare und beheizbare Außenspiegel, das flexible
Sitzsystem FoldFlatSystem, Bordcoputer und Klimaanlage sowie Nebelscheinwerfer, ein
Reifen-Reparatur-Set und eine getönte Wärmeschutzverglasung rundum. Darüber rangiert
die komfortable Ausstattungsvariante Trend. Sie kommt ab Werk zusätzlich
unter anderem mit elektrischen Fensterhebern hinten, einer Gepäckraumabdeckung, einer
Zwei-Zonen-Klimaautomaitk, Lederlenkrad und Schaltknauf sowie Sportsitzen vorne und einem
Fahrersitz mit einstellbaren Lendenwirbelstütze. Im Ausstattungsumfang ähneln sich Galaxy und S-Max natürlich, wobei der S-Max allerdings den
leicht sportlicheren Touch hat. Titanium ist die sportlich-luxuriöse
Topversion der S-Max-Reihe, während Ford die luxuriöse Top-Ausstattung der Galaxy-Baureihe Ghia nennt. In der Titanium-Ausstattung
wird die Trend-Version ergänzt mit Features wie Außenspiegel mit Umfeldbeleuchtung,
einem elektrisch einstellbaren Fahrersitz, beheizbaren Vordersitzen, beheizbarer
Frontscheibe und Scheibenwaschdüsen, einem automatisch abblendenden Innenspiegel,
17-Zoll-Leichtmetallrädern, Fahrlichtassistent und Regensensor.
Wie auch der Galaxy
der zweiten Generation ist der S-Max mit Dieseltriebwerken von Ford ausgestattet. Beim Vorgänger der Großraumlimousine kamen noch VW-Aggregate zum
Einsatz. Den 2-Liter-TDCi-Motor gibt es in Leistungsstufen mit 130 sowie 140 PS. Wir
fuhren das 140-PS-Modell Der Motor läuft ruhig und vibrationsarm, nur wenig verrät sich
der Selbstzünder. Er ist kräftig im Antritt, bietet einen guten Durchzug über das ganze
relevante Drehzahlband. Sein maximales Drehmoment von 320 Nm liegt dieseltypisch früh
zwischen 1.750 und 2.240 U/min. an. Er erfordert aber zuweilen viel Schaltarbeit, gerade
wenn man sich in den oberen Gängen befindet, die sehr auf Sparsamkeit hin ausgelegt sind,
lässt er sich nicht wirklich schaltfaul fahren. Dafür reicht der Durchzug in sehr
niedrigen Drehzahlregionen vor dem Einsetzen des Turboladers, wo ein Saugmotor schon gut
zieht, nicht aus. Da ist dann mehr Drehzahl gefragt. Dafür lässt sich aber das manuelle
Sechsgang-Getriebe leichtgängig und präzise schalten. Zwei Ottomotoren, ein
2-Liter-Vierzylinder (145 PS) sowie ein 2,5-Liter-Sechszylinder (220 PS), sind darüber
hinaus ab dem Marktstart verfügbar.
Von Null auf Tempo 100 beschleunigt der
S-Max in 10,2 Sekunden, seine Höchstgeschwindigkeit erreicht er bei
196 km/h. Hier macht sich das etwas niedrigere Leergewicht des S-Max (zwischen 1.605 und
1.743 kg, je nach Motorisierung und Ausstattung) im Vergleich zum Galaxy bemerkbar. Verbrauch (alles Herstellerangaben).
Beide TDCi-Motoren im S-Max erfüllen die Abgasnorm EU4 und sind serienmäßig mit
Dieselpartikelfilter ausgerüstet.
Der Fronttriebler glänzt mit einer
sportlich-direkten Lenkung, einer guten Straßenlage und mit gutem Geradeauslauf. Das
Fahrwerk ist auf Dynamik und Agilität hin ausgelegt, die Feder-Dämpfer-Abstimmung im
Vergleich zum Galaxy etwas straffer, ohne jedoch große
Abstriche an den Fahrkomfort zu machen. Vom Fahrverhalten hier ist der Handling ebenso
unproblematisch und sicher wie der Galaxy, aber eine Tick
agiler und gieriger nach schnellen Kurven. Dabei legt er relativ wenig Seitenneigung an
den Tag, die hohe Karosserie schlägt da weniger durch als das straffere Fahrwerk.
Ganz auf
sportliche Fahrt geeicht sind die 17-Zoll-Leichtmetallräder mit 225/50er Reifen (Galaxy 16 Zoll), die ordentliche Bodenhaftung und gute
Seitenführung garantieren. Die Bremsanlage mit Scheibenbremsen rundum (vorne
innenbelüftet) ist über jeden Zweifel erhaben und verzögert erstklassig. Die
Bremsscheiben sind an der Hinterachse etwas größer dimensioniert als im Galaxy. Unser Testfahrzeug war ausgestattet mit einem
technisch konventionellen, aber sehr originell gestalteten Bremshebel in der Optik eines
Schubhebels (wie im Flugzeugbau). Optional bietet Ford für den S-Max (wie für den Galaxy) eine Elektronische Feststellbremse mit
Ein-Tasten-Bedienung an.
Für die Sicherheit der Insassen im
Falle eines Unfalles hat Ford dem S-Max eine Computer-optimierte Ganzstahlkarosserie mit
besonders stabiler Karosseriestruktur, stabiler Fahrgastzelle, Seitenaufprallschutz,
definierten Knautschzonen vorne und hinten und Stoßfängern aus beschädigungsresistentem
Polypropylen sowie das Ford Intelligent Protection System (IPS) mit Drei-Punkt-Gurte und
Kopfstützen auf allen Sitzplätzen, aktiven Kopfstützen vorne, aktiven Kopfstützen
vorne, Sicherheits-Teleskop-Lenksäule, Sicherheitspedalerie, Front- und Seitenairbags
vorne, Knieairbag für den Fahrer und Kopf-Schulter-Airbags für die beiden
serienmäßigen Sitzreihen, Isofix-Kindersitzhalterungen auf den Außenplätzen der
zweiten Reihe sowie einem Frontalaufprall-Sensor zur Ermittlung der Unfallschwere
mitgegeben. An elektronischen Helfern unterstützen den Fahrer ABS mit elektronischer
Bremskraftverteilung und Bremsassistent sowie ESP mit Antriebsschlupf-Regelung ASR.
Optional gibt es ein Park-Pilot-System für vorne und hinten sowie eine Alarmanlage.
Ab 24.625 Euro ist der S-Max zu haben,
in Basisausstattung Ambiente und mit dem 2-Liter-Ottomotor mit 145 PS. Der 140-PS-TDCi
startet mit 27.475 Euro, in der Titatium-Ausstattung ist er ab 30.275 Euro zu haben. Extra
kosten unter anderem Features wie Lackierungen in Metallic-Farben oder Colorado-Rot, ein
Sportfahrwerk, ein Park-Pilot- Bi-Xenon-Scheinwerfer mit Abbiegelicht oder adaptive
Halogen-Frontscheinwerfer (mit Abbiege- und Kurvenlicht), abgedunkelte hintere
Seitenscheiben und Heckscheibe, Geschwindigkeitsregelung, Lichtautomatik und Regensensor,
Reifendruckkontrollsystem und Reifen mit Notlaufeigenschaften, Drei-Zonen-Klimaautomatik
sowie eine Teilleder-Polsterung und verschiedenste Audio-/Kommunikationssysteme.
Ford gibt zwei Jahre gesetzliche
Sachmängelhaftung mit Ford-Partner-Garantie, zwei Jahre Ford Assistance
(Mobilitätsgarantie) sowie zwölf Jahre Garantie gegen Durchrostung. Gegen Aufpreis
können diese Garantieleistungen verlängert werden (FordProtect Garantie-Schutzbriefe).
Zum Service muss der S-Max alle 20.000 Km oder einmal im Jahr, zur Inspektion alle 40.000
km oder alle zwei Jahre. Die Versicherungen stufen das Modell in die Typklassen 18 / 18 /
22 (KH / VK / TK nach der neuen Struktur in der
Fahrzeugversicherung) ein.
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