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Der Ford S-Max
ist der sportliche angehauchte Bruder des Familienvan Galaxy, den
Ford in zweiter Generation im Alleingang auf die Räder gestellt
hatte. Die erste Generation des Galaxy
war – man erinnere sich – baugleich, weil zusammen entwickelt
mit den Modellen Volkswagen Sharan
und Seat Alhambra. Der VW-Konzern kocht heute sein Süppchen allein
und hat erst unlängst – gute vier Jahre nach den Kölnern – die
zweite Generation seiner Familienvans neu aufgelegt (siehe Seat
Alhambra II).
Bereits zum
Marktstart 2006 durften wir S-Max
und Galaxy 2 ausprobieren.
Jetzt wurde er technisch aufgefrischt, an Front und Heck akzentuiert
peppiger gestaltet und um einige hochwertige Ausstattungsfeatures
erweitert. Zum Modelljahr 2011 bekam er auch neue Motoren. Bei einer
Ausfahrt zeigte der S-Max mit dem neuen 2-Liter-EcoBoost-Motor, was
er kann.
Die
Chrom-Dekorleiste am unteren Kühlergrill sowie um die
Seitenscheiben verrät die Titanium-Ausstattung. Die 4 mm mehr
Karosserielänge sind eher den optischen Veränderungen geschuldet,
der Radstand – und damit das Innenraumvolumen – blieben auch mit
dem Facelift gleich. Fünf Türen bieten guten Zugang zum Innenraum
– für Passagiere in zwei Sitzreihen sowie fürs Gepäck. Die
optional erhältliche dritte Sitzreihe ist in unserem Testwagen
nicht vorhanden. Dafür bieten die straffen Vordersitze (Sportsitze)
guten Seitenhalt und eine verstellbare Lendenwirbelstütze. In der
zweiten Reihe kommt das Flexible Sitzsystem FoldFlatSystem (FFS) zum
Einsatz: Die drei Einzelsitze sind in Längsrichtung verstellbar,
die Rückenlehnen einzeln neigungsverstellbar und einzeln
umklappbar. Für eine ausreichende Übersicht über die Ausmaße der
Karosserie empfiehlt sich das optionale Park-Pilot-System für vorne
und hinten. Das Platzangebot ist in beiden Reihen nicht zu
beanstanden. Der Laderaum fasst bei der Konfiguration als Fünfsitzer
wie gehabt 854 Liter unter der serienmäßigen Gepäckabdeckung. Als
Zweisitzer dachhoch beladen passen bis zu 2.100 Liter Ladung hinein.
Ein hohes Niveau haben Materialqualität und Verarbeitung im
Innenraum. Das Armaturenbrett ist übersichtlich und ergonomisch
gestaltet.

Drei
Ausstattungslinien stehen für den S-Max zur Wahl: Trend, Titanium
und Titanium S. Außerdem bietet Ford zur Zeit noch das
Editionsmodell Viva an. Ab der Basisausstattung Trend fährt der
S-Max serienmäßig vor mit funkfernbedienter Zentralverriegelung,
elektrischen Fensterhebern rundum, elektrisch einstellbaren und
beheizbaren Außenspiegeln, einem CD-Radio, Bordcomputer,
Zwei-Zonen-Klimaautomatik, einem Multifunktions-Lederlenkrad,
Lederschaltknauf, Nebelscheinwerfern, getönter Wärmeschutzverglasung
und 16-Zoll-Stahlrädern mit Radzierblenden. Der Fahrersitz ist
elektrisch höhenverstellbar. Titanium – übrigens die gefragteste
Ausstattungslinie der Baureihe – umfasst darüber hinaus eine
Frontscheibe mit „Solar Reflect“-Wärmeschutz, das „Convers+“-Fahrerinformationssystem,
eine Geschwindigkeitsregelanlage mit Geschwindigkeitsbegrenzer,
einen automatisch abblendenden Innenspiegel und
17-Zoll-Leichtmetallräder, LED-Tagfahrlicht sowie das Winter-Paket
mit beheizbarer Frontscheibe, Regensensor, Fahrlichtassistent und
beheizbaren Vordersitze. Das Multifunktions-Lederlenkrad kann noch
ein bisschen mehr (dafür ist es hier ein „Premium“-Multifunktionslenkrad)
und auch der Handbremsgriff ist lederummantelt. Gegen Aufpreis gibt
es Features wie höherwertige Audio- und Navigationssysteme, eine
Freisprecheinrichtung fürs Mobiltelefon, Adaptive Frontscheinwerfer
(entweder mit Bi-Xenonlicht oder mit Halogenstrahlern),
Standheizung, Panoramadach mit „Solar Reflect“-Wärmeschutz,
Fahrspur-Assistent und Toter-Winkel-Assistent sowie verschiedene
Pakete mit allem, was das Autofahrerleben noch komfortabler macht.
Der
2-Liter-EcoBoost-Motor ist ein Turbo-Benzin-Direkteinspritzer, der
in zwei Leistungsstufen – 203 bzw. 240 PS – zu haben ist. Wir
fuhren die Version mit 203 PS. Das Vollaluminium-Aggregat überzeugt
nicht nur mit seinem ruhigen Lauf, sondern
auch mit seiner Durchzugskraft: Satte 300 Nm stehen zwischen
Diesel-verdächtigen 1.750 und hoch drehenden 4.500 U/min. zur Verfügung.
Der Motor hängt gut am Gas. Souverän sind Antritt und
Durchzugsvermögen. Genial ist die Verbindung des Triebwerks mit
einem Sechsgang-PowerShift-Automatikgetriebe mit
Doppelkupplungstechnologie, das die bisherige
DuraShift-Wandlerautomatik ersetzt. Gangwechsel passieren ohne
Zugkraftunterbrechung, da der nächste Gang dank Doppelkupplung
bereits vorgewählt ist.
Für
die Beschleunigung von Null auf Tempo 100 braucht unser Van, der mit
einem Leergewicht von fast 1,7 t nicht gerade ein Leichtgewicht ist,
8,5 Sekunden, seine Höchstgeschwindigkeit erreicht er bei 221 km/h.
Dabei verbrennt er 11 Liter Superkraftstoff je 100 km im
Stadtverkehr, 6,4 Liter außerorts und 8,1 Liter im gemischten
Verbrauch nach EU-Norm (alles Herstellerangaben, ermittelt unter
Idealbedingungen auf dem Rollenprüfstand). Alle für den S-Max verfügbaren
Motor erfüllen aktuell die Abgasnorm EU5. Der CO2-Ausstoß unseres
Turbo-Benziners beträgt 189 g pro km, bei der 240-PS-Variante sind
es mit 194 g kaum mehr.
Der
S-Max ist als Fronttriebler ein problemloser und dynamischer
Begleiter. Sein Geradeauslauf ist tadellos, seine Lenkung direkt
ausgelegt. Das unterstreicht seinen sportlichen Anspruch ebenso wie
sein agiles Fahrverhalten. Das Fahrwerk ist etwas straffer, aber
nicht unkomfortabel, um die Seitenneigung in Kurven zu minimieren.
Der Grenzbereich ist nur schwer zu erreichen. In flott angegangen
Kurven schiebt der Van minimal über die Vorderräder, was sich aber
durch gefühlvolles Gaslupfen korrigieren lässt. Plötzliche
Spurwechsel und Ausweichmanöver absolviert er sicher und spurtreu.
In der Titanium-Variante steht der S-Max auf 17-Zoll-Leichtmetallrädern
mit 225/50 Reifen (Basisversion 215/60 R 16). Gut verzögern
Scheibenbremsen rundum (vorne innenbelüftet). Gegen Aufpreis gibt
es die elektronische Feststellbremse anstelle eines konventionellen
mechanischen Handbremshebels.
Sicherheit
gewährleisten die besonders verwindungssteife Ganzstahlkarosserie
mit Sicherheitsfahrgastzelle, einer optimierten, Aufprallenergie
abbauenden Front- und Heckstruktur und Seitenaufprallschutz. Im
Innenraum schützt die Insassen das IPS (Intelligent Protection
System = Intelligentes Sicherheitssystem): Kopfstützen und
Drei-Punkt-Gurte auf allen Sitzplätzen, aktive Kopfstützen vorne,
Front- und Seitenairbags vorne, Knieairbag für den Fahrer,
Kopf-Schulter-Airbags für die ersten beiden Sitzreihen,
Sicherheitspedale und zwei Isofix-Kindersitzvorrüstungen in der
zweiten Sitzreihe. Der Beifahrerairbag kann über den Händler
abgeschaltet werden; nur dann ist es erlaubt, hier einen Kindersitz
gegen die Fahrtrichtung anzubringen. Im EuroNCAP wurde der S-Max
(vor dem Facelift) bereits 2006 bewertet. Damals erhielt er fünf
Sternen für seinen Insassenschutz, vier Sterne für
Kindersicherheit sowie zwei Sterne für Fußgängerschutz. Diese
Bewertung dürfte auch auf das facegeliftete Modell noch weitgehend
zutreffen. An aktiven Fahrassistenzsystemen hat Ford seinem
sportlichen Maxivan die ganze Palette der heutzutage üblichen
Features von ABS mit Elektronischer Bremskraftverteilung EBD und
Bremsassistent EBA bis hin zum Elektronischen Stabilitätsprogramm
ESP mit Traktionskontrolle ASR mitgegeben. Beim
PowerShift-Automatikgetriebe ist darüber hinaus ein
Berganfahrassistent Serie. Gegen Aufpreis gibt es innovative Systeme
wie den Toter-Winkel-Assistenten oder einen Fahrspur-Assistenten.
Serienmäßig an Bord ist ein Reifen-Reparatur-Set, ein Reserve-
oder Notrad ist auch gegen Aufpreis nicht verfügbar. Allerdings
kann man den Wagen ab Werk mit Reifen mit Notlaufeigenschaften
ordern, eine Reifendruckkontrolle ist ebenfalls optional erhältlich.
Ab 28.550 Euro
steht der S-Max in den Preislisten der Händler – mit
2-Liter-Ottomotor, 145 PS und der Basisausstattung Trend. Unseren
2-Liter-EcoBoost-Benziner mit 203 PS gibt es nur in Titanium- und
Titanium-S-Ausstattung – zum Einstieg ab 34.650 Euro. Das
Editionsmodell Viva ist bereits ab 26.340 Euro zu haben. Gegen
Aufpreis bekommt man zum Beispiel Metallic-Lackierungen sowie
verschieden Extras, die das Autofahren komfortabler und sicherer
machen.
Ford
gibt eine zweijährige Neuwagengarantie inkl. der Ford Assistance
Mobilitätsgarantie sowie 12 Jahre auf die Karosserie gegen
Durchrostung. Als optionalen Garantie-Schutzbrief kann man die
Garantien bis zum 5. Jahr bzw. 100.000 km erweitern. Zu einer
Sicherheitskontrolle und zum Ölwechsel muss der S-Max alle 20.000
km oder einmal im Jahr, zur Inspektion alle 60.000 km oder alle zwei
Jahre. Die Versicherungen stufen das Modell in die Typklassen 15 /
20 / 22 (KH / VK / TK) ein.
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