Nicht mehr ganz so revolutionär wie noch
bei den ersten Baureihen wirkt mittlerweile das New-Edge-Design. Oder hat man sich einfach
nur dran gewöhnt? Der Mondeo spricht eher ein konservatives Publikum an, da darf das
Design nicht so kompromisslos sein wie noch vor Jahren beim Ka. Die äußeren Linien des
neuen Mondeo sind eher gediegen. Die Front ist allerdings auf den ersten Blick als Ford zu
erkennen.

Im vergangenen Herbst kam die zweite
Generation des Mondeo auf den Markt. Wir fuhren Fords Mittelklasse in der
Basis-Ausstattung Ambiente in der Lackierung Aquarius Metallic. Angetrieben wurde er von
einem 2-Liter-Ottomotor mit 145 PS, die Kraft gelang über eine Viergang-Automatik auf die
Räder.
Größer ist das neue Stufenheck-Modell
geworden: 17,5 cm länger, 6 cm breiter und 0,5 cm höher. Seine Gardemaße 4,73 m
Länge, 1,81 m Breite und 1,43 m Höhe versprechen viel Platz. Reichlich Platz
haben die Frontpassagiere, auch hinten sitzen zwei Passagiere gut, drei haben etwas wenig
Ellenbogenfreiheit. Der Einstieg bereitet durch alle vier Türen keine Probleme.
Die mittlere Kopfstütze hinten
verschwindet in der Rückbanklehne, wenn man sie nicht braucht, was wohl der Normalfall
sein dürfte. Das ist gut für die Sicht nach hinten, die allerdings auch so nicht
besonders gut ist. Hier empfiehlt sich ein Parkassistent, der gegen Aufpreis verfügbar
ist.

Solide und ohne Spielereien ist der
Innenraum gestaltet. Die Anordnung der Anzeigen, Knöpfe und Schalter gibt keinerlei
Rätsel auf. Auch an der Qualität und der Verarbeitung der Materialien kann man nichts
aussetzen. Kunststoff-Lenkrad und Bremshebel verraten die einfache Ausstattung.
Der Kofferraum fasst 450 Liter, da Ford
dem Mondeo mit 16-Zoll-Rädern ein vollwertiges Ersatzrad mitgegeben hat. Wer seinen
Mondeo mit optionalen 17- oder 18-Zoll-Rädern ordert, bekommt nur ein Notrad, dafür aber
500 Liter Laderaum. Schon 450 Liter sind schön geräumig, außerdem ist der Laderaum gut
nutzbar. Auch die 486 kg Zuladung sind ganz ok. Die Rücksitzlehne ist asymmetrisch
geteilt, mit der schmalen Seite rechts.

Bereits in der Basis-Version Ambiente ist
die Serienausstattung recht gut. Die Klimaanlage sowie Zentralverriegelung mit
Funkfernbedienung, der elektrisch höhenverstellbare Fahrersitz mit einstellbarer
Lendenwirbelstütze und Wärmeschutzverglasung sind Serie. Die vorhandene
Sicherheitsausstattung lässt außer ESP nichts zu wünschen übrig. Allerdings zahlt man
für elektrisch einstellbare Außenspiegel Aufpreis, elektrische Fensterheber hinten sind
in der Ambiente-Ausstattung nicht verfügbar. Beide Sonnenblenden sind mit Spiegeln
bestückt, als Sonderausstattung sind sie sogar beleuchtet zu haben. Das Brillenfach über
dem Innenspiegel ist allerdings nur für die Sonnenbrille eines Nicht-Brillenträgers
interessant. Zwei Mal über Kopf hantieren zum Wechsel der Brille kann es nicht sein.

Der 2-Liter-Ottomotor mit 145 PS ist eine
gute Wahl für den Mondeo mit seinen 1,4 t Leergewicht. Die Vierstufen-Automatik ist für
einen eingefleischten Handschalter nicht das Gelbe vom Ei, aber sorgt bei passend
dosiertem Umgang mit dem Gaspedal für ordentlichen Antritt und gute Leistungsentfaltung
beim Beschleunigen. Die Automatik schaltet sauber rauf und runter. Beim bloßen Kickdown
dreht der Motor aber nur unnötig hoch und zieht zäh an. Laufruhe und Durchzugsvermögen
gehören zu den wirklich guten Seiten des Duratec-HE-Motors.
Wie sehr die Automatik die Motorleistung
dämpft, verraten die Leistungsdaten: Von Null auf Tempo 100 braucht er 11,4 Sekunden, mit
manueller Schaltung reichen 9,8 Sekunden. Seine Höchstgeschwindigkeit erreicht der
Automatik-Mondeo bei 190 km/h, der handgeschaltete Zweiliter-Mondeo schafft 215 km/h. Auch
beim Verbrauch macht sich die Automatik recht deutlich bemerkbar. 13,1 Liter Superbenzin
im Stadtverkehr, 7,3 Liter außerstädtisch und 9,4 Liter im gemischten Verbrauch nach
EU-Norm die Werte mit Schaltgetriebe liegen jeweils 1,4 bis 1,5 Liter darunter
(alles Herstellerangaben). Immerhin erfüllt auch die Automatik-Variante des
Zweiliter-Motors die Abgasnorm Euro 4.
Die Bremsen (Scheibenbremsen rundum,
vorne innenbelüftet) sind kräftig und gut dosierbar. Große Räder (16 Zoll) mit breiten
Reifen (205/55), große Bremsscheiben, elektronische Bremskraftverteilung und
Bremsassistent sorgen für schnelle, spurtreue Verzögerung.

Die präzise Lenkung vermittelt
ausreichenden Fahrbahnkontakt. Sehr guter Geradeauslauf, problemloses Handling und eine
leichte Tendenz zum Untersteuern in schnellen Kurven kennzeichnen das Fahrverhalten des
Fronttrieblers. Plötzliche Spurwechsel meistert er spielend, folgt präzise den
Anweisungen des Fahrers. Der Mondeo ist recht komfortabel abgestimmt, ohne Kompromisse in
Bezug auf die Sicherheit einzugehen. Die aktive Sicherheit unterstützen ABS mit
elektronischer Bremskraftverteilung und Bremsassistent. Das Stabilitätsprogramm ESP ist
nur gegen Aufpreis zu haben, nur im Sechszylinder-Mondeo ist es Serie.
Passive Sicherheit bieten
Seitenaufprallschutz, fünf Sicherheitsgurte und fünf Kopfstützen, aktive Kopfstützen
sowie Front- und Seitenairbags vorne, Kopf- und Schulterairbags vorne und hinten sowie
Isofix-Kindersitzvorrüstungen auf den Außenplätzen hinten. Die Frontairbags lösen in
zwei Stufen je nach Schwere der Kollision aus. Leider gibt es in der Ambiente-Ausstattung
hinten nur Fensterkurbeln, elektrische Fensterheber sind nicht verfügbar, die lieben
Kleinen haben auf der Rückbank alles selbst im Griff.

Mit Preisen ab 38.579 Mark ist der Mondeo
ein gutes Angebot für seine Größe. Mit 2-Liter-Motor ist er ab Preisen von 42.197 Mark
zu haben, als Automatik ab 44.691 Mark. Aufpreis kosten die Metallic-Lackierung (919
Mark), elektrisch einstellbare und beheizbare Außenspiegel (352 Mark), Nebelscheinwerfer
(274 Mark), 7-Speichen-Leichtmetallräder (anstelle der serienmäßigen Stahlräder, 1.584
Mark) sowie das Audiosystem mit Radio und CD-Wechsler (1.878 Mark). Der Park-Pilot (880
Mark) sowie ESP (1.046 Mark, beim Sechszylinder-Motor Serie) sind empfehlenswert.
Elektrische Fensterheber hinten sind nur für die gehobeneren Ausstattungsvarianten Trend
und Ghia zu haben.

Zwei Jahre Garantie gewährt Ford auf den Wagen, 12 Jahre
auf die Karosserie gegen Durchrostung. Gegen Aufpreis kann man den Garantie-Schutzbrief
die Gewährleistung inkl. EuroService auf bis zu fünf Jahre verlängern. Die
Versicherungen stufen den Mondeo in die Klassen 17 /15 / 32 (KH / VK / TK) ein. |