Mit seinen 4,80 m Karosserielänge ist der Ford Mondeo Turnier
schon eine beindruckende Größe. Knappe 7 cm ist er länger als die Mondeo-Limousine
(als Vier- oder Fünftürer) und gute 33 cm länger als der neue
Focus Turnier. Seit 2000 ist der Mondeo der aktuellen
Generation auf dem deutschen Markt, 2004 unterzog Ford seine Mittelklasse einem
Facelift und erweiterte die Motorenpalette. Vorgefahren zum Test kam ein Mondeo Turnier in
Kristall-Blau Metallic und Trend-Ausstattung mit 2-Liter-Common-Rail-Dieselmotor und 130
PS.
Guten Zugang für die Passagiere bieten
vier Türen, an der Heckklappe erleichtert eine niedrige Ladekante das Einladen schwerer
Güter. Vor allem nach hinten ist die Übersicht nicht so richtig gut, das
Park-Pilot-System hinten hilft beim Herantasten an andere Fahrzeuge oder Hindernisse beim
Rangieren ungemein. Das Platzangebot ist vorne wie hinten großzügig. Die Vordersitze
sind straff, sportlich konturiert, verfügen beide über einstellbare Lendenwirbelstützen
(Serie ab Trend) und bieten sehr guten Seitenhalt. Im Fond sitzt man etwas weicher, hat
aber nur außen einigermaßen guten Seitenhalt. Der geräumige Laderaum fasst sehr gut
nutzbare 540 Liter (zum Vergleicht: Focus Turnier 475 Liter), die sich dank der serienmäßig asymmetrisch
geteilt umklappbaren Rücksitzlehnen auf bis zu 1.700 Liter (Focus Turnier 1.525 Liter)
bei dachhoher Beladung bis hinter die Frontsitze erweitern lassen. Serienmäßige
Verzurr-Ösen und ein optionales Gepäcksicherungsnetz erleichtern das Sichern der Ladung.
Ein Sicherheitstrennnetz zum Passagierraum kostet Aufpreis, dafür sind die
Laderaumabdeckung, ein Seitenfach für den Erste-Hilfe-Kasten und mehrere Gepäckhaken
seitlich im Laderaum Serie.

Materialqualität und Verarbeitung im
ganz in Dunkelgrau/Schwarz gehaltenen, sehr funktional gestalteten Innenraum sind nicht zu
beanstanden. Das Metall-Look-Dekor an Armaturenbrett und Mittelkonsole setzt sportliche
Akzente und verrät die Trend-Ausstattung. An der Anordnung von Schaltern
und Anzeigen ist nichts auszusetzen, die Bedienung geht leicht von der Hand, ohne dass der
Fahrer vom Wesentlichen abgelenkt wird. Ein Handschuhfach, Ablagefächer in allen vier
Türen, ein Klappfach seitlich unterm Lenkrad, ein Getränkedosenhalter und ein Ablagefach
mit Deckel (Armauflage) auf dem Mitteltunnel zwischen den Sitzen ermöglichen das
Verstauen von Kleinkram. Hinten gibt es außer den Ablagen in den Türen Taschen an den
Rückseiten der Vordersitzlehnen sowie Getränkedosenhalter und ein Ablagefach in der
Mittelarmlehne.
Vier
Ausstattungslinien gibt es für den Mondeo ab Werk, als sportliche Spitze rangiert
darüber der Mondeo ST. Darüber hinaus gibt es immer wieder sogenannte Editionsmodelle,
die sich in die Standard-Palette einreihen. Die Ausstattungslinie Trend rangiert als
komfortabel über der Basisversion mit Namen Ambiente. Ab der Basis verfügt
der Mondeo unter anderem über eine funkfernbediente Zentralverriegelung, elektrische
Fensterheber vorne, von innen einstellbare Außenspiegel, 16-Zoll-Stahlräder, Klimaanlage
und Wärmeschutzverglasung. In der Trend-Ausstattung kommen elektrische Fensterheber vorne
und hinten, elektrisch einstellbare und beheizbare Außenspiegel, eine Klimaautomatik,
Nebelscheinwerfer, Lederlenkrad, eine Beleuchtung für die Spiegel in den Sonnenblenden
und eine Mittelarmlehne hinten dazu. Gegen Aufpreis war unser Testwagen zudem über das
Sicht-Paket mit beheizbarer Frontscheibe, beheizbaren Scheibenwaschdüsen, automatisch
abblendendem Innenspiegel, regelbarer Instrumentenbeleuchtung, Regensensor und
Scheinwerfer-Assistent mit Tag/Nacht-Sensor sowie über das Technik-Paket mit
Bordcomputer, Alarmanlage, Geschwindigkeitsregelung sowie einem zweiten Fahrzeugschlüssel
mit Fernbedienung für die Zentralverriegelung ausgestattet. An weiterer Sonderausstattung
verfügte unser Mondeo Turnier über 16-Zoll-Leichtmetallräder, Xenon-Scheinwerfer,
abgedunkelte Scheiben hinten (Heck und Seitenfenster), das Park-Pilot-System hinten, ein
Glas-Schiebe-/Hubdach, ein DVD-Navigationssystem mit Radio und
CD-Spieler, Leder-Stoff-Polster mit elektrisch einstellbaren Vordersitzen, Sitzheizung
vorne und hinten (individuell und variabel einstellbar) sowie eine Webasto-Standheizung.
Ein
2-Liter-Duratorq-Turbodiesel mit drei Leistungsstufen (zwei davon mit
Common-Rail-Einspritzung) zwischen 90 und 130 PS, ein neuer
2,2-Liter-Duratorq-TDCi-Turbodiesel-Direkteinspritzer mit 155 PS sowie vier
Duratec-Benziner in sechs Leistungsstufen mit 110 bis 226 PS bilden die Motorenpalette der
Kölner Mittelklasse.
Der 2-Liter-TDCi unseres Testwagens
leistet 130 PS. Der Antritt geht in Ordnung, immerhin wiegt der Mondeo fast 1,6 t nur
inklusive Fahrer. Durchzug und Leistungsentfaltung kann man sogar als gut bezeichnen, der
130-PS-Mondeo ist mit Automatikgetriebe kein Renner, aber ausreichend souverän unterwegs.
Vor allem kalt verrät sich der Selbstzünder, der auch warm gelaufen im Leerlauf durch
ganz leichte Vibrationen spürbar ist.

Ausgestattet ist unser Testwagen mit
dem optionalen Fünfgang-Automatikgetriebe Durashift, das auch von Hand geschaltet werden
kann. Es harmonisiert hervorragend mit dem TDCi-Motor, ist gut abgestuft und schaltet
ruhig hoch und runter. Die Getriebeübersetzung ist in den unteren Gängen recht kurz
gehalten für guten Antritt und ordentliche Beschleunigung, der vierte und vor allem der
fünfte Gang sind länger übersetzt, um die Kraftstoffökonomie zu verbessern.
In 11,6 Sekunden beschleunig der
2-Liter-TDCi-Mondeo aus dem Stand auf Tempo 100 (mit manueller Schaltung geht das in 10,1
Sekunden), seine Höchstgeschwindigkeit erreicht er bei 197 km/h (Manuelle Schaltung 204
km/h. Im Verbrauch kann unser TDCi-Mondeo mit Automatikgetriebe nicht gerade punkten, auch
wenn die fast 1,6 t Leergewicht natürlich zusätzlich ihren Tribut fordern: Reichliche
10,2 Liter Dieselkraftstoff sind es auf 100 km in der Stadt (von Hand geschaltet sind es
8,3 Liter), immerhin knappe 5,9 Liter außerorts (manuell 5,0 Liter), wo sich die lange
Getriebeübersetzung im fünften Gang bemerkbar macht, und akzeptable 7,5 Liter im
gemischten Verbrauch nach EU-Norm (manuell 6,2 Liter) bei ökonomischer Fahrweise
versteht sich (alles Herstellerangaben) Der 2-Liter-TDCi erfüllt mit Durashift-Automatik
nur die Abgasnorm EU3 (mit Sechsgang-Schaltbetriebe EU4) und ist bislang noch nicht mit
Partikelfilter verfügbar. Wer einen Diesel mit Partikelfilter sucht, wird in
der Mondeo-Palette bislang nur mit dem 2.2 TDCi bedient.
Der
frontgetriebene Mondeo glänzt mit gutem Geradeauslauf, die Lenkung ist tendenziell eher
etwas direkter ausgelegt. Das Fahrwerk liegt irgendwo in der Mitte zwischen komfortabel
und sportlich. Akzeptabel ist die Rückmeldung von der Fahrbahn, in den Kurven neigt sich
die Karosserie deutlich spürbar.
Recht agil
angesichts seiner 1,6 t Lebendgewicht bei 4,80 m Länge gibt sich der Mondeo Turnier auf
der Straße, wenn auch nicht ganz so agil wie der kleinere, leichtere Focus Turnier. Problemlos und nicht aus der Ruhe zu bringen
zirkelt er auch bei flotter Fahrt durch die Kurven. Nur wenig ausgeprägt ist sein Drang
zum Untersteuern in sehr schnellen Kurven, gut lässt er sich auch bei plötzlichen
Spurwechseln führen, auch wenn beim wieder Einscheren ein leichtes Gegenlenken zurück in
die Spur nötig wird. Problemlos zieht er auch im zügigen Slalom eine saubere Linie, auch
wenn sich hier Größe und Gewicht doch ein wenig in den Schlenkerradien bemerkbar machen.
Auch für den
Winter bereift steht unser Mondeo auf 16-Zoll-Leichtmetallrädern mit Reifen im Format
205/55. Die Bremsen (Scheibenbremsen rundum, vorne innenbelüftet) sprechen gut an,
verzögern gut dosierbar, prompt und spurtreu.
Die Insassen
schützen eine Sicherheitsfahrgastzelle mit definierten Knautschzonen und
Seitenaufprallschutz. Das Intelligente Sicherheits-System IPS (Intelligent Protection
System) umfasst Drei-Punkt-Gurte und höhenverstellbare Kopfstützen auf allen Plätzen
(die mittlere Kopfstütze hinten ist versenkbar), aktive Kopfstützen vorn, zweistufig
zündenden Front- sowie Seitenairbags vorne, Kopf-/Schulterairbags vorne und hinten sowie
einer Sicherheitspedalerie. Die Mondeo Limousine erhielt 2002 im EuroNCAP-Crashtest vier
Sterne für Insassenschutz. An aktiven Helfern unterstützen den Fahrer alle in dieser
Klasse gängigen Fahrassistenzsysteme wie ABS mit Elektronischer Bremskraftverteilung und
Bremsassistent sowie ESP mit Antriebsschlupf-Regelung.
Ab 21.750 Euro steht der Mondeo Turnier
beim Ford-Händler, mit 110-PS-Benzinmotor in der Grundausstattung Ambiente. Der
2-Liter-TDCi mit 130 PS ist mit manuellem Schaltgetriebe ab 24.975 Euro zu haben, mit
Automatik kostet es noch einmal 1.500 Euro mehr (ab 26.975 Euro). Die Trend-Ausstattung
kommt mit weiteren 950 Euro Aufschlag, so dass der 2.0 TDCi mit Automatik hier ab 27.475
Euro kostet. Aufpreis bei unserem Testwagen kosteten unter anderem die
Metallic-Lackierung, Sicht-Paket, Technik-Paket, eine Einparkhilfe hinten,
Xenon-Scheinwerfer, DVD-Navigations-Audiosystem, Teilleder-Sitze sowie Leichtmetallräder.

Ford
gibt zwei Jahre Sachmängelhaftung (gesetzliche Gewährleistung) auf das Neufahrzeug, zwei
Jahre fast europaweiten Mobil-Service (EuroService) sowie 12 Jahre Garantie auf die
Karosserie gegen Durchrostung. Gewährleistung und Mobil-Service können über die zwei
Jahre hinaus gegen Aufpreis auf bis zu weitere fünf (Gewährleistung) bzw. weitere drei
Jahre (Mobil-Service) verlängert werden. Zur Inspektion muss der Mondeo 2.0 TDCi alle
60.000 km (oder nach zwei Jahren), ein Ölwechsel wird schon nach 20.000 km (oder einem
Jahr) fällig. Die Versicherungen stufen das Modell in die Typklassen 18 / 21 / 32 (KH / VK / TK nach der neuen Struktur in der
Fahrzeugversicherung: VK 20, TK 20) ein.
|