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Viel dezenter
gestaltet als der Ford Focus ST offenbart der Mondeo ST seine
sportlichen Qualitäten erst auf den zweiten Blick:
Chromdekorleisten, der „ST“-Schriftzug im Kühlergrill und am
Fahrzeugheck sowie modifizierte Stoßfänger und Seitenschweller und
eine Doppelrohr-Auspuffanlage tragen wirklich nicht dick auf. Das
ist Understatement pur! Dennoch hat es der Mondeo ST faustdick
hinter den Ohren. Der Mondeo ST bildet die sportliche Spitze von
Fords Mittelklasse-Baureihe. Vorgestellt wurde er bereits 2002, aber
nach wie vor setzt er als das sportliche Highlight Maßstäbe. Auch
er wurde über die Jahre verbessert, der Motor optimiert und das Fünfgang-Schaltgetriebe
durch ein Sechsgang-Schaltgetriebe ersetzt. Auch kurz vor der Ablösung
der aktuellen Mondeo-Baureihe – der Neue kommt 2007 – hat er
nichts von seiner Faszination eingebüßt.

Nach einer viertürigen
Limousine mit 2-Liter-Ottomotor (145 PS) im Jahr 2001 und
einem Mondeo Turnier mit
2-Liter-TDCi (130 PS) in 2005 stand uns nun das Stufenheck
in der ST-Version für eine Ausfahrt zur Verfügung.
Der Mondeo ST ist
in allen Karosserievarianten der Baureihe verfügbar, also als viertüriges
Stufenheck-Modell, als fünftürige Fließheckversion oder als
Kombi. Vier Türen gewähren Zugang für die Passagiere. Das
Aluminiumdekor im Innenraum, verschiedene ST-Logos sowie die
Recaro-Sportsitze verraten die sportliche Top-Version. Das
Platzangebot ist in beiden Reihen großzügig, der Laderaum von 450
Litern (Limousine) bzw. 540 Liter (Kombi) Fassungsvermögen durch
Umlegen der asymmetrisch geteilten Rückbanklehne erweiterbar.
Materialqualität und Verarbeitung sind in Ordnung. Anzeigen und
Schalter wirken aufgeräumt und sind problemlos zu handhaben.

Der Mondeo ST
bringt als Top-Modell der Baureihe natürlich eine umfangreiche
Serienausstattung mit: funkfernbediente Zentralverriegelung,
elektrisch einstellbare, beheizbare Außenspiegel (gegen Aufpreis
auch elektrisch anklappbar), automatisch abblendende Innenspiegel,
elektrische Fensterheber vorne und hinten, beheizbare
Frontscheibe/Scheibenwaschdüsen, Metallic-Lackierung,
Nebelscheinwerfer, Regensensor, Xenon-Scheinwerfer mit
Scheinwerfer-Assistent, getönte Wärmeschutzverglasung rundum,
Klimaautomatik, Lenkrad, Schaltknauf und Handbremshebel in Leder,
Sportsitze mit Sitzheizung vorne, Teilleder-Sitze, ein
Check-Control-System, das Ford Sound System 6006 mit Radio,
Sechsfach-CD-Wechsler, Lautsprechern und Lenkradfernbedienung und
18-Zoll-Leichtmetallfelgen. Gegen Aufpreis gibt es Extras wie ein
Park-Pilot-System hinten, Leder-Alkantara-Polster, Sitzheizung für
die Rückbank sowie alternative Audiosysteme, Navigationsgeräte und
Mobilfunk-Vorbereitungen.
Der
3-Liter-Sechszylinder-Motor leistet in der ST-Version 226 PS, eine
204-PS-Variante des Motors ist ab der Ausstattungslinie Trend bis
zur „zivilen“ Top-Version Titanium zu haben. Der
ST-Sechszylinder nimmt sehr gut Gas an und dreht freudig hoch. Er
stemmt sein maximales Drehmoment von 285 Nm zwar erst bei 4.900
U/min. auf die Antriebswellen, ist aber auch bei niedrigeren
Drehzahlen agil und durchzugsstark. Kräftig wirkt der Motor im
Antritt trotz eines Karosseriegewichtes von knappen 1,5 t (inkl.
Fahrer). Mehr als ordentlicher Durchzug und eine souveräne
Leistungsentfaltung kennzeichnen seinen Vortrieb. Er glänzt mit
ruhigem und vibrationsarmem Lauf, erst der kräftigere Tritt aufs
Gaspedal entlockt ihm eine sportlichere Akustik. Das sauber und präzise
zu schaltende Sechsgang-Schaltgetriebe mit kurzen Schaltwegen
bereitet dem Fahrer viel Freude, auch wenn sich der sportlichste
Mondeo auch durchaus sehr gut schaltfaul bei wenig Drehzahl bewegen
lässt.

Für die
Beschleunigung von Null auf 100 km/h braucht der Mondeo ST 7,6
Sekunden, seine Spitzengeschwindigkeit erreicht er bei 250 km/h (in
der Kombi-Version bei 241 km/h). Im Verbrauch liegt die sportliche
Limousine bei 14,5 Litern Superkraftstoff auf 100 km Stadtverkehr, 8
Litern außerorts und 10,4 Litern im gemischten Verbrauch nach
EU-Norm, sofern man den Gasfuß ökonomisch korrekt im Zaum halten
kann (alles Herstellerangaben). Der Motor erfüllt die Abgasnorm
EU4.
Fahrdynamische
Qualitäten beweist der Mondeo schon in den eher braven Großserienversionen
– und diese werden durch die Standardantriebe noch lange nicht
ausgereizt. Die Qualitäten dieser Basis wurden für den Mondeo ST
optimiert, die Karosserie 15 mm tiefer gelegt, was den sportlichen
Anspruch unterstreicht. Anstelle der 16-Zoll-Räder des Großserienmodells
oder der 17-Zöller beim braveren Sechszylinder (dem mit 204 PS)
steht der ST auf 18-Zoll-Rädern mit 225/40er
Niederquerschnittsreifen – zu Deutsch: Breitreifen. Die präzise
Lenkung spricht noch etwas direkter an als beim Basismodell.
Fahrkomfort verspricht der gute Geradeauslauf.
Der
Mondeo ST verfügt über ein sportlich straff abgestimmtes Fahrwerk,
ohne jedoch unkomfortabel zu sein. Sein Frontantrieb macht
ihn zu einem relativ problemlosen Begleiter, tückische
Lastwechselreaktionen sind ihm fremd. Das Annähern an den
Grenzbereich kündigt er in zu schnell gefahrenen Kurven durch ein
gutmütiges Untersteuern an, die Haftungsgrenze erreicht er
allerdings erst sehr spät. Überhaupt wirkt er bei flotter
Kurvenhatz sehr leichtfüßig und agil, seine 1,5 t Leergewicht auf
4,76 m Karosserielänge merkt man dabei gar nicht. Zackig, präzise
und spurtreu folgt er der vorgegebenen Fahrtrichtung, das serienmäßige
ESP greift erst spät ein. Die
Hochleistungsbremsanlage mit groß dimensionierten Scheibenbremsen
rundum (vorne innenbelüftet) verzögert gut dosierbar und im
Notfall schnell und wirkungsvoll.
Die
Insassen schützen eine Sicherheitsfahrgastzelle mit definierten
Knautschzonen und Seitenaufprallschutz. Das Intelligente
Sicherheits-System IPS (Intelligent Protection System) umfasst
Drei-Punkt-Gurte und höhenverstellbare Kopfstützen auf allen Plätzen
(die mittlere Kopfstütze hinten ist versenkbar), aktive Kopfstützen
vorn, zweistufig zündenden Front- sowie Seitenairbags vorne,
Kopf-/Schulterairbags vorne und hinten sowie eine
Sicherheitspedalerie. Serienmäßig vorhanden sind
Isofix-Kindersitzvorrüstungen auf dem Außenplätzen hinten. Gegen
Aufpreis gibt es wie beim Basismodell in die äußeren Plätze der Rückbank
integrierte Kindersitze. Eine Alarmanlage mit Wegfahrsperre gibt es
ab Werk, optional sogar eine mit Innenraumüberwachung. Die aktuelle
Generation des Mondeo erhielt 2002 im EuroNCAP-Crashtest vier Sterne
für Insassenschutz. An aktiven Helfern unterstützen den Fahrer
alle in dieser Klasse gängigen Fahrassistenzsysteme wie ABS mit
Elektronischer Bremskraftverteilung, Bremskraftverstärker und
Sicherheits-Bremsassistent sowie ESP mit Antriebsschlupf-Regelung.
Ab 20.900 Euro
ist der „brave“ Ford Mondeo Ambiente mit 110-PS-Motor zu haben.
Für den Mondeo ST 220 legt man beim Händler mindestens 35.050 Euro
auf den Tisch des Hauses. Optionen wie ein Park-Pilot-System hinten,
ein Glas-Schiebe-Hubdach, Geschwindigkeitsregelanlage sowie
verschiedene Audio-, Navigations- und Kommunikationssysteme stehen
gegen Aufpreis zu Verfügung.
Ford
gibt zwei Jahre gesetzliche Sachmängelhaftung mit
Ford-Partner-Garantie, zwei Jahre Ford Assistance (Mobilitätsgarantie)
sowie zwölf Jahre Garantie gegen Durchrostung. Gegen Aufpreis können
diese Garantieleistungen verlängert werden (FordProtect
Garantie-Schutzbriefe). Zum Ölwechsel muss der offene Mondeo alle
20.000 km oder einmal im Jahr, zur Inspektion alle 60.000 km oder
alle zwei Jahre. Die Versicherungen stufen das Modell in die
Typklassen 13 / 23 / 23 (KH / VK / TK)
ein.
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