Mit dem Ka Student Editionsmodell bietet
Ford einen Einstieg in seine Kleinwagen-Palette, die nach oben mit dem SportKa und dem StreetKa
abgerundet wird. Der Ka Student ist ein abgespeckter Ka und mit 7.990 Euro das günstigste
Auto eines deutschen Herstellers. Der Ka Student ist zwar nicht nur für Studenten
gedacht, aber nur für Privatkunden (nicht für Unternehmen) erhältlich.
Das Einstiegsmodell ist nur für
begrenzte Zeit zu haben und streng limitiert, sagt der Verkaufsprospekt. Das
mit der strengen Limitierung auf 5.000 Exemplare will der Vorstandsvorsitzende der
Ford-Werke in Köln, Bernhard Mattes, aber nicht ganz stehen lassen: Wir werden
keinen Kunden zurückweisen, der den Ka Student haben will, hatte er anlässlich
einer Presse-Veranstaltung geäußert. Lohnt sich der Kauf? Was kann ein Fahrzeug für
dieses Geld bieten? Ein Ka Student in Bahama-Blau Metallic zeigte, was das Kölner
Einstiegsmodell kann.

Das Gesicht ist bekannt, schließlich
ist der Ka kein Neuling auf dem Markt. Bereits seit 1996 läuft er ohne ein echtes
Facelift im Ka-Werk im spanischen Valencia vom Band. Von außen wie auch in der
Ausstattung gleicht der Ka Student den Grundmodellen des regulären Ka mit ihren
unlackierten Kunststoffstoßfängern. Fünf Lackierungen stehen für die Karosserie zur
Auswahl, wobei die vier Metallic-Lackierungen allerdings extra kosten. Als Billig-Ka tritt
der Ka Student nicht in Erscheinung, zumal er sich ja doch mit einigen aufpreispflichtigen
Extras noch etwas aufpeppen lässt.
Auch der Ka Student ist ein Ka, ein
dreitüriger Kleinwagen von 3,62 m Länge. Vorne finden die Passagiere ausreichend Platz
auf straffen, nur leicht konturierten, mit strapazierfähigem Stoff bezogenen Sitzen. Der
Zugang zur Rückbank ist eng, kein Easy Entry erleichtert den Einstieg. Die Rückbank ist
nicht wirklich für Erwachsene gebaut, aber für den Notfall und kurze Strecken bei
Abstrichen an die Komforterwartung doch ausreichend. Immerhin haben die Passagiere hinten
ausreichend Ellenbogenfreiheit, ist doch die Rückbank nur für zwei Leute ausgelegt. Der
Laderaum ist mit 186 Litern kleinwagentypisch nicht gerade üppig bemessen, allerdings
lässt sich die serienmäßig geteilte Rückbanklehne umklappen, was das Fassungsvermögen
auf bis zu 724 Liter bei dachhoher Beladung anwachsen.

Auch der Ka Student bekam den
Armaturenträger, den der Ka für das neue Modelljahr verpasst bekam. Bei unverändertem
Instrumentendesign ist das Handschuhfach jetzt etwas größer, ein zweites offenen
Ablagefach darüber erweitert zusätzlich den Stauraum für Kleinkram, der darüber hinaus
Fächer in den Türen sowie ein Staufach in der Verkleidung im Fond rechts und eine
Kartentasche an der Rückseite des Beifahrersitzes umfasst. Das Armaturenbrett ist aber
immer noch so verspielt wie eh und je. Die Verarbeitung ist nicht zu beanstanden, richtig
billig wirken die verwendeten Materialien auch nicht. Bei der Bedienung gibt der
ergonomisch Armaturenträger keinerlei Rätsel auf, alles ist im Blickfeld und in
Griffweite.

Die Serienausstattung des Ka Student
ist bescheiden, aber nicht ärmlich. Sie umfasst wie beim Basismodell des
regulären Ka manuell von innen einstellbare Außenspiegel, getönte
Wärmeschutzverglasung rundum und einen höhenverstellbaren Fahrersitz, manuelle
Fensterheber vorne, Ausstellfenster hinten, abblendbare Innenspiegel, die
Gepäckraumabdeckung, einen Spiegel in der Beifahrersonnenblende und ein akustisches
Licht an-Warnsignal sowie 13-Zoll-Stahlräder mit Radzierblenden. Darüber
hinaus stehen einige aufpreispflichtige Ausstattungsoptionen zur Verfügung, die etwas
mehr Komfort in den Kleinwagen bringen. Hierzu zählen zwei verschiedene Audiosysteme
(Radio/Cassettenspieler bzw. Radio-CD-Spieler), die Beifahrer-Airbag-Deaktivierung, ein
elektrisches Faltdach, die beheizbare Frontscheibe, Metallic-Lackierung und der
Zigarettenanzünder sowie das Komfort-Paket mit Zentralverriegelung und elektrischen
Fensterhebern. Eine Klimaanlage ist aber leider nicht verfügbar.
Der 1,3-Liter-Duratec-Motor mit 60 PS
geht recht munter zu Werke und ist für flottes Vorankommen in der Stadt und rundherum gut
geeignet. Allerdings braucht er für die Beschleunigung aus dem Stand auf Tempo 100 doch
seine 15,4 Sekunden. Aber erst mal in Schwung, fährt er sich recht munter. Seine Grenzen
findet er aber auf der Autobahn, wo er zwar mit einer Höchstgeschwindigkeit von 155 km/h
recht gut mitschwimmt, aber nicht für zügige Überholmanöver gut ist. Wie bei allen
Kleinwagen sind Motoren- und Windgeräusche im Innenraum durchaus präsent. Ausgestattet
ist der Ka mit einem manuellen Fünfgang-Getriebe. Die Getriebeübersetzung ist bei allen
Ka-Varianten mit 1,3-Liter-Motor (egal ob in der 60-PS- oder 70-PS-Version) extrem lang
und auf Sparsamkeit ausgelegt. Locker und präzise lässt sich der Hebel durch die
Schaltkulisse führen.
Den Verbrauch für den immerhin 905 kg
schweren Ka Student gibt Ford mit 8,1 Liter Superbenzin (nicht gerade BAföG-tauglich!) je
100 km Stadtverkehr, 4,6 Litern außerorts und 5,9 Litern im gemischten Verbrauch nach
EU-Norm bei ökonomischer Fahrweise versteht sich. Der Motor erfüllt die Abgasnorm
EU4.

Der frontgetriebene Ka glänzt mit
seiner direkten Lenkung, die seinem Fahrstil eine angemessene Agilität verleiht. Das
Fahrwerk mit McPherson-Federbeinen mit unteren Querlenkern vorne und Verbundlenkerachse
mit Schraubenfedern und spurkorrigierenden Lagerbuchsen hinten
lässt den Ka leichtfüßig und präzise den Lenkbefehlen folgen. Die
Feder-Dämpfer-Abstimmung ist nicht straff, aber auch nicht weich ausgelegt. Der niedrige
Karosserieschwerpunkt begünstigt die ausgezeichnete Fahrstabilität. Der Grenzbereich ist
sehr hoch angesiedelt. Weitgehend neutral und problemlos lässt sich der Ka durch
Biegungen dirigieren, nur gering ist seine Tendenz zum Untersteuern, wenn es zu schnell um
die Kurven geht. Sicher meistert er plötzliche Lenk- und Ausweichmanöver und fädelt
sauber wieder in die alte Spur zurück.
Serienmäßig
steht der Einstieger-Ka auf 13-Zoll-Rädern mit 165/65er Reifen. Die Bremsen
(innenbelüftete Scheibenbremsen vorne, Trommelbremsen hinten) sprechen gut an und
verzögern unterstützt von ABS und Elektronischer Bremskraftverteilung (EBD) wirksam und
standfest.
Der Ka
Student glänzt im Gegensatz zu einem rumänischen Billigimport mit bewährten und
zeitgemäßen Sicherheitsstandards. Dazu gehört die Sicherheitsfahrgastzelle mit
integriertem Seitenaufprallschutz, Kopfstützen (alle höhenverstellbar wie heutzutage
Standard) und Drei-Punkt-Gurten (mit Sicherheitsgurtstoppern vorne, wie heutzutage
Standard) auf allen vier Plätzen sowie Front- und Seitenairbags vorne. An elektronischen
Helfern ist auch der Ka Student (wie alle Ka) ausgestattet mit Servolenkung, ABS mit
elektronischer Bremskraftverteilung (EBD). ESP ist nicht verfügbar, allerdings hat der
kleine Kölner eine so hervorragende Straßenlage und bleibt auch im Notfall sehr gut
beherrschbar, dass er dieses System wirklich nicht unbedingt braucht.
Den Ka Student ist ab einem Grundpreis
von 7.990 Euro zu haben. Das ist ein Preisvorteil von 1.310 Euro gegenüber dem Ka
Basismodell, dem er weitgehend in der angebotenen Ausstattung gleicht. Gegen Aufpreis gibt
es die Metallic-Lackierung sowie einige ausgewählte Extras.
Der
Ford-Händler gibt eine zweijährige Ford-Partner-Garantie auf Basis der gesetzlichen
Sachmängelhaftung. Sechs Jahre Garantie gibt es gegen Durchrostung. Eine
Mobilitätsgarantie gibt Ford für zwei Jahre ab Erstzulassung. Alle 60.000 km muss der
Streetka zur Inspektion, alle 20.000 km oder einmal im Jahr sind Ölwechsel und
Sicherheitskontrolle nötig. Die Versicherungen stufen das Modell in die Typklassen 13 /
14 / 17 (KH / VK / TK nach der neuen Struktur in der
Fahrzeugversicherung: VK 14, TK 13) ein.
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