
Der etwas hochbeinige, mit 1,53 m Höhe
fast schon Mini-Van nimmt leichte Anleihen am Geländewagen-Design, ähnlich einem VW Polo
Fun oder einem Rover Streetwise. Entwickelt wurde der
4,02 m lange Ford Fusion auf der Plattform des Kleinwagens Fiesta (3,92 m
Karosserielänge). Zum Test kam ein Fusion mit 1,6-Liter-TDCi-Motor in der
Trend-Ausstattung und in der Lackierung Kristall-Blau Metallic vorgefahren.
Guten Zugang zum Innenraum bieten den
Passagieren die fünf Türen. Straff, aber nicht unkomfortabel sind die mit
strapazierfähigem Stoff bezogenen Sitze in beiden Reihen. Die vorderen Sitze bieten viel
Platz, aber leider trotz konturierter Seitenwangen an den Lehnen wenig Seitenhalt. Die
Rückbank macht ihrem Namen (Bank) alle Ehre, die Kniefreiheit hängt von den
Sitzeinstellungen der Frontpassagiere ab, ist aber bei nicht zu großgewachsenen Leuten
ganz passabel, allerdings lässt der Seitenhalt auch hier viel zu wünschen übrig. Trotz
der hohen Sitzposition ist die Übersicht über die Ausmaße der Karosserie nicht
berauschend, die Einparkhilfe hinten ein nützliches Extra. Der Laderaum fasst 337 Liter.
Rückbank und Lehne sind ab dem Basismodell serienmäßig asymmetrisch geteilt umklappbar,
wodurch sich der Laderaum auf bis zu 1.175 Liter erweitern lässt.

Das Cockpit ist eher nüchtern und
funktional gestaltet. Die Verarbeitung ist ebenso wenig zu beanstanden wie die Qualität
der verwendeten Materialien. Die Anzeigen sind gut einsehbar, die Schalter einfach zu
bedienen. Die LED-Anzeige für den Tankstand lässt allerdings an Aussageklarheit sehr zu
wünschen übrig. An Ablagen stehen den Frontpassagieren ein Handschuhfach, ein Fächlein
seitlich unterm Lenkrad, ein Fach mittig auf dem Armaturenträger, Fächer in den Türen
sowie ein Fach in der Mittelkonsole vor dem Schalthebel sowie ein Staufach unter dem
Beifahrersitz zur Verfügung, für die Passagieren im Fond gibt es lediglich eine Tasche
an der Rückseite des Fahrersitzes.

Zur Zeit ist der Fusion in fünf
Ausstattungslinien zu haben: vom Basismodell Ambiente über Trend und Elegance bis hin zum
exklusiven Fusion Plus reicht die Standardpalette, dazu kommt das Editionsmodell Viva X.
Ab der Basisversion Ambiente verfügt der Fusion über ABS mit elektronischer
Bremskraftverteilung EBD, dem Intelligent Protection System (IPS) mit Front- und
Seitenairbags vorne, vier höhenverstellbare Kopfstützen und eine Servolenkung. Die
Trend-Ausstattung hat zusätzlich fast all die kleinen Annehmlichkeiten des
Autofahrerlebens serienmäßig an Bord, wie zum Beispiel eine funkfernbediente
Zentralverriegelung mit Gepäckraumfernentriegelung, elektrisch einstellbare und
beheizbare Außenspiegel, elektrische Fensterheber vorne, Lederlenkrad,
Wärmeschutzverglasung rundum und Nebelscheinwerfer sowie einen unklappbaren Beifahrersitz
mit Arbeitsfläche auf der Rückseite. Dazu kommen in unserem Testwagen aufpreispflichtige
Extras wie das Cool-Paket mit Klimaanlage und 15-Zoll-Leichtmetallrädern (Serie sind
Stahlräder mit Radzierblenden), eine beheizbare Frontscheibe, beheizbare Sitzflächen
vorne, die dritte Kopfstütze hinten, dunkel getönte Heckscheibe und Seitenscheiben
hinten, ein Park-Pilot-System hinten, Aschenbecher und Zigarettenanzünder in der
Mittelkonsole sowie ESP mit Traktionskontrolle und Bremsassistent und das
Navigationssystem mit Radio und CD-Spieler (Laufwerk für Navigations-/Audio-CD).
Drei Benziner und zwei Dieselmotoren
stehen zur Wahl. Einstieg ist ein 1,25-Liter-Ottomotor mit 75 PS, bis zum 100 PS starken
1.6 reicht die Palette der Benziner. Zwei Selbstzünder von 1,4 bzw. 1,6 Litern Hubraum
und 68 bzw. 90 PS runden das Spektrum ab. Wir fuhren den stärkeren der beiden Turbodiesel
mit Common-Rail-Direkteinspritzung. Damit ist man recht flott unterwegs, so der erste
Eindruck. Zügiger Antritt und ein für 1.162 kg Leergewicht angemessener Durchzug
charakterisiert den Antrieb des großen TDCi-Fusion. Auch die Leistungsentfaltung
insgesamt ist in Ordnung. Das maximale Drehmoment von 204 Nm liegt schon sehr früh,
nämlich bei 1.750 U/min. an. Allerdings kann der Motor auch warm gelaufen nie ganz
verbergen, dass es sich um einen Dieselmotor handelt.

Die manuelle Fünfgang-Schaltung
arbeitet präzise, der Hebel lässt sich knackig durch die Schaltgassen wirbeln. Die
Getriebeabstufungen sind weder kurz (für maximalen Durchzug) noch lang (für besondere
Sparsamkeit),sondern irgendwo dazwischen. Der Motor zieht dabei recht gut, will aber nicht
wirklich agil sein. Außerdem es ist viel Schaltarbeit nötig, bei wechselnden
Geschwindigkeiten immer zügig unterwegs zu sein. Auch lässt sich der Wagen nicht gut
früh in den nächsthöheren Gang schalten, um mit wenig Drehzahl bei akzeptablem Durchzug
sparsam unterwegs zu sein.

Für die
Beschleunigung von Null auf 100 km/h braucht der Fusion 1.6 TDCi knappe 12,9 Sekunden,
seine Höchstgeschwindigkeit erreicht er bei 176 km/h. Der Verbrauch liegt bei 5,5 Litern
Dieselkraftstoff je 100 km innerorts, 4 Liter außerorts und 4,6 Liter im gemischten
Verbrauch nach EU-Norm einen zurückhaltenden Gasfuß vorausgesetzt (alles
Herstellerangaben), Der Motor erfüllt die Abgasnorm EU4, ein Partikelfilter ist aber zur
Zeit noch nicht verfügbar.
Wie der Fiesta wird auch der Fusion
über die Vorderachse angetrieben. Die Lenkung ist leichtgängig und präzise, aber um die
Mittellage etwas gefühllos. Das Fahrwerk entspricht dem des
Fiesta. Von der Feder-Dämpfer-Abstimmung her ist der Fusion eher komfortabel ausgelegt.
Das bedeutet aber auch eine deutliche Seitenneigung in Kurven, was aber den Fahrer davon
abhält, sich zu sehr in die Nähe des Grenzbereichs zu bewegen. Der Fahrbahnkontakt ist
nicht wirklich berauschend.
Etwas steif wirkt er im Handling, ist
aber insgesamt doch relativ problemlos im Fahrverhalten. Recht neutral verhält er sich
auch in flotteren Kurven, solange man nicht zu schnell fährt. Er schiebt am Limit
nachdrücklich über die Vorderräder, lässt sich aber durch Zurücknehmen des Gasfußes
gut unter Kontrolle halten. Plötzliche Spurwechsel mit nachfolgendem wieder Einscheren
absolviert er etwas steif, aber problemlos. Auch den flotten Slalom meistert er sicher und
neutral.

Der Fusion
seht serienmäßig auf 15-Zoll-Rädern mit 195/60er Reifen, was sich positiv auf
Seitenführung und Bremswege auswirkt. Die Bremsen (innenbelüftete Scheibenbremsen vorne,
Trommelbremsen hinten) gehen vom Ansprechverhalten und der Dosierbarkeit ganz in Ordnung,
wirken insgesamt aber trotz Bremsassistent nicht wirklich bissig und standfest.
Dem
Insassenschutz dienen Sicherheitsfahrgastzelle mit Seitenaufprallschutz,
Teleskop-Sicherheitslenksäule, Anti-Dive-Sicherheitssitzen (verhindern ein Durchrutschen
unterm Sicherheitsgurt), Kopfstützen auf den Außenplätzen und Drei-Punkt-Gurten auf
allen fünf Sitzplätzen sowie Front- und Seitenairbags für die Frontpassagiere; das
alles ist bereits ab der Basisversion an Bord. Kopf-Schulter-Airbags für vorne und hinten
sowie die dritte Kopfstütze hinten kosten extra. An Fahrassistenzsystemen sind
serienmäßig ein ABS mit elektronischer Bremskraftverteilung (EBD) vorhanden. ESP mit
Traktionskontrolle und Bremsassistent ist ebenfalls an Bord, diese Ausstattungsoption
steht aber leider nur für die beiden 1,6-Liter-Motoren sowie bei ausgewählten
Ausstattungsvarianten des 1.4 TDCi zur Verfügung.
Ab 12.975 Euro steht der Fusion in den
Preislisten. Der 1.6 TDCi ist zu Preisen ab 15.575 Euro zu haben, in der Trend-Ausstattung
ab 16.950 Euro. Aufpreis kosten unter anderem die Metallic-Lackierung, Navigationssystem,
Cool-Paket sowie ESP mit Traktionskontrolle und Bremsassistent.
Der
Ford-Händler gibt eine zweijährige Ford-Partner-Garantie auf Basis der gesetzlichen
Sachmängelhaftung. Zwölf Jahre Garantie gibt es gegen Durchrostung. Eine
Mobilitätsgarantie gibt Ford für zwei Jahre ab Erstzulassung. Gegen Aufpreis können
Ford Partner Garantie und Mobilitätsgarantie bis zum fünften Jahr verlängert werden
(Ford Protect Garantie-Schutzbrief plus). Sicherheitskontrolle und Ölwechsel sind alle
20.000 km oder einmal im Jahr fällig, eine Inspektion alle 60.000 km. Die Versicherungen
stufen das Modell in die Typklassen 16 / 17 / 15 (KH / VK / TK
nach der neuen Struktur in der Fahrzeugversicherung) ein.
|