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Schon die
exklusive ST-Farbe Electric Orange ist ein Blickfang. Darunter
kommen die optischen Zutaten des Focus ST besonders gut zur Geltung.
Der brave Focus verwandelt sich in einen stämmigen, muskulösen
Flitzer, der dennoch in keinster Weise dick aufträgt. Denn mit 220
PS hat er auch ganz gehörig was unter der Motorhaube. Was kann
dieser Bolide im Alltag, fragten wir uns.
Alltagstauglich
ist auf jeden Fall der Zugang zum Passagierraum. Vier Türen gewähren
Zutritt zu straffen Recaro-Sportsitzen vorne und einer Recaro-Rückbank
mit zwei sportlich ausgeformten Sitzplätzen. Außer als Fünftürer
ist der Focus ST auch als Dreitürer zu haben. Hier sind die
vorderen Türen etwas breiter geschnitten, um den Fondpassagieren
den Einstieg zu erleichtern. Neben der nötigen Kniefreiheit
garantiert die zweisitzige Rückbank auch in beiden Reihen großzügige
Ellenbogenfreiheit. Mit dem serienmäßigen Reifen-Reparatur-Set
fasst der Laderaum großzügige 385 Liter, mit Notrad nur 282 Liter.
Leider haben die Kölner hier (im Gegensatz zum Mondeo ST) den Kombi
nicht im Angebot. Die Rücksitzbank (und Lehne) sind asymmetrisch
geteilt umklappbar, wodurch sich der Laderaum bis hinter die
Vordersitze verlängern lässt. Dachhoch fasst das Ladeabteil dann
zwischen 1.144 und 1.247 Liter. Maximal zuladbar sind beim Fünftürer
453 kg – mit dem serienmäßigen Reifen-Reparatur-Set, mit Notrad
sind es weniger.

Die Übersicht
nach vorne ist ja ganz in Ordnung, nach hinten hilft der optionale
Parkassistent weiter. Die Verarbeitung ist gut, die Materialanmutung
auch, die Gestaltung des Cockpits und der Instrumente ist eher
sportlich funktional – passend, kann man nur sagen.
Charakteristisch für den ST-Innenraum sind außer den Sportsitzen
Lederlenkrad, Lederschaltknauf und Handbremsgriff im ST-Design, das
Dekor im Alulook sowie Pedale mit Aluauflagen. Mittig auf dem
Armaturenbrett sind zusätzliche Rundanzeigen (für Ladedruck, Öltemperatur
und Öldruck) platziert. In punkto Bedienkomfort und Nutzbarkeit
gibt das Cockpit keinerlei Rätsel
auf: alles befindet sich dort, wo es hingehört. Lediglich das
Display des Navigationssystems sitzt etwas zu tief.

Schon ab Werk ist
die Top-Version der Focus-Baureihe reichhaltig ausgestattet mit
einer funkfernbedienten Zentralverriegelung, elektrisch
einstellbaren Außenspiegeln, elektrischen Fensterhebern vorne,
Bordcomputer, Klimaanlage, Regensensor und Lichtassistent, einer
Doppelrohr-Auspuffanlage sowie 18-Zoll-Leichtmetallrädern im
ST-Design und natürlich dem ST-Sportfahrwerk. Aufpreis kosten das
Schiebedach, elektrische Fensterheber vorne und hinten mit
Umfeldbeleuchtung in den Außenspiegeln, die beheizbare
Frontscheibe, eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik, die beheizbaren
Frontsitze und die Recaro-Rücksitzbank, Sonnenschutzrollos für die
hinteren Seitentüren, Bi-Xenon-Scheinwerfer sowie der Parkpilot
hinten und ein DVD-Navigationssystem.
Angetrieben im
wahrsten Sinne des Wortes wird der Focus ST von einem
Reihen-Fünfzylinder mit je vier Ventilen pro Zylinder.
Muntere 220 Vollblüter arbeiten unter der Motorhaube, 320 Nm machen
sich zwischen 1.600 und 4.000 U/min. über die Antriebswellen her.
Da wird der von Haus aus ja eher brave Focus zum Tier, dass mit mehr
als nur souveränem Durchzugsvermögen vorzugsweise auf Autobahnen räubert.
Hier kommt seine Kraft am besten zur Geltung, auch wenn das
hervorragende Fahrwerk (und je nach Gemütslage auch der Fahrer) mit
etwas weniger Temporausch die Kurvenräuberei bevorzugt. Ruhig und
vibrationsarm verrichtet das Triebwerk seine Arbeit. Bei gelassener
Fortbewegung wirkt er ruhig im Hintergrund.

Erst der ordentlich Tritt aufs Gaspedal entlockt dem Motor ein
sonores Fauchen, dann dreht auch die Druckanzeige des Turboladers kräftig
hoch. Gierig nimmt das Triebwerk Gas an und dreht freudig hoch. Sehr
ordentlich ist der Antritt aber auch, wenn man die gelassene
Fortbewegung bevorzugt und nicht beim Gas geben das Einsetzen des
Turboladers provoziert, hervorragend das Durchzugsvermögen auch
ohne die Möglichkeiten auszureizen. Die serienmäßige
Sechsgang-Schaltung mit knackig-kurzen Schaltwegen glänzt mit präziser
Hebelführung. Da würde man gerne viel häufiger schalten, muss man
aber nicht, da der Motor mehr als genug Reserven bietet, sich auch
schaltfaul im Stadtverkehr zu bewegen.

Aus dem Stand
braucht er 6,8 Sekunden für den Sprint auf Tempo 100, bei 241 km/h
erreicht er seine Spitzengeschwindigkeit. Der Verbrauch ist hier
mehr als bei schlichteren Autos abhängig von der Fahrweise. Bei ökonomischer
Fahrweise konsumiert er 13,8 Liter Superbenzin je 100 km in der
Stadt, 6,8 Liter außerorts und 9,3 Liter im gemischten Verbrauch
nach EU-Norm (alles Herstellerangaben). Bei allzu ungestümem Umgang
mit dem Gaspedal sieht man allerdings auch außerorts mitunter die
Tanknadeln wandern … Das kostet zwar eine Menge Sprit, macht dafür
aber einen Heidenspaß! Und auf das Geld darf man bei so einem Auto
ohnehin nicht gucken (müssen). Der Motor erfüllt die Abgasnorm
EU4.
Der Fronttriebler
glänzt mit einer satten Straßenlage und einem guten Geradeauslauf.
Die Lenkung ist herrlich direkt ausgelegt, spricht sehr schnell und
auch um die Mittellage herum sehr gut an. Das Fahrwerk ist für den
ST tiefer gelegt und neu abgestimmt worden. Eine zusätzliche
Domstrebe vorne sorgt für mehr Verwindungssteifigkeit.
Sportlich-straff ist die Federung, bietet aber immer noch
ausreichenden Fahrkomfort.
Hervorragend ist
der Fahrbahnkontakt, agil und dynamisch sein Fahrverhalten.
Problemlos und weitgehend neutral gibt er sich im Handling. Spurtreu
und präzise folgt er den Lenkbefehlen des Fahrers auch in flott
gefahrenen Kurven, erst spät kündigt ein minimales Untersteuern
den nahenden Grenzbereich an. Bravourös meistert der Focus ST plötzliche
Ausweichmanöver, sauber und beinahe leichtfüßig ist seine Linienführung
im Slalom. Die breiten 225/40er Gummis saugen sich förmlich fest
auf dem Asphalt. Traktionsprobleme kennen sie nicht. Die Seitenführung
ist brillant, seine Agilität spricht Bände, keine Spur von „ich
kann vor Kraft kaum laufen“. So macht Auto fahren Spaß! Die Scheibenbremsen
rundum (nur vorne innenbelüftet) verzögern im Notfall kurz und
schmerzlos.
Für
die Sicherheit der Insassen sorgen eine computeroptimierte
Stahlkarosserie mit hochfesten Stählen und Tailored Blanks, eine
starre Fahrgastzelle, Energie absorbierende Knautschzonen vorne und
hinten, Seitenaufprallschutz, Kopfstützen und Drei-Punkt-Gurte auf
allen (hier vier) Sitzplätzen (die fünfte Kopfstütze kostet
allerdings beim Dreitürer Aufpreis), Front- und Seitenairbags
vorne, Kopf-Schulter-Airbags vorne und hinten, Sicherheitslenksäule
und -Pedalerie sowie Kindersitzbefestigungspunkte auf der Rückbank.
Isofix-Kindersitzhalterungen gibt es zwar nur als Nachrüstsatz beim
Händler, dafür aber ohne Aufpreis. Fünf Sterne gab es für den
Insassenschutz im Focus beim EuroNCAP. An aktiven Helfern hat der Kölner
alles, was in dieser Klasse üblich ist, von ABS, Bremskraftverstärker,
elektronischer Bremskraftverteilung und Bremsassistent bis hin zum
ESP. Bei einem platten Reifen hilft das serienmäßige
Reifen-Reparatur-Set, auf Wunsch (und gegen Aufpreis) ist ein Notrad
möglich, welches aber wiederum das Laderaumvolumen deutlich einschränkt.
Der Einstieg in
die Focus-Welt gelingt relativ bescheiden bei 14.600 Euro. Für die
sportliche Spitze der Baureihe werden ab 24.500 Euro für den Dreitürer
und ab 25.300 Euro für den Fünftürer fällig. Aufpreis kosten die
Lackierungen Colorado Rot, Metallic-Lackierungen und insbesondere
die exklusive ST-Lackierung Electric Orange sowie verschiedene
andere Features.
Ford
gibt zwei Jahre gesetzliche Sachmängelhaftung mit
Ford-Partner-Garantie, zwei Jahre Ford Assistance (Mobilitätsgarantie)
sowie zwölf Jahre Garantie gegen Durchrostung. Gegen Aufpreis können
diese Garantieleistungen verlängert werden (FordProtect
Garantie-Schutzbriefe). Zum Ölwechsel muss der Focus ST alle 20.000
km oder einmal im Jahr, zur Inspektion alle 60.000 km oder alle zwei
Jahre. Die Versicherungen stufen das Modell in die Typklassen 19 /
24 / 25 (KH / VK / TK – nach der neuen
Struktur in der Fahrzeugversicherung) ein.
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