Mit
dem Focus C-Max stieg Ford erst relativ spät in das boomende Segment der
Kompaktklasse-Vans ein. Seit Oktober 2003 ist der Focus C-Max, der auf der gleichen
Plattform steht wie die zweite Generation des Focus,
auf dem deutschen Markt. Obwohl er die Maße dafür hat, wirkt der Focus C-Max gar nicht
wie ein Van, bestenfalls wie ein etwas hoch gebauter Kompakt-Pkw. In der technischen Basis
ist er dem Focus (natürlich, der Name verrät es ja)
sowie den Konzernbruder Mazda 3, Volvo S40 und V50 eng
verwandt. Trotz der 1,56 m hohen, 1,83 m breiten Karosserie wirkt der 4,33 m lange C-Max
richtig pfiffig mit den früh abfallenden Dach und dem kecken Dachflügel.
Die Typbezeichnung C-Max steht für
maximalen Komfort, optimale Verlässlichkeit und hervorragendes Handling (maximum comfort,
maximum confidence, maximum control). Inwieweit er die von Ford aufgestellten Ansprüche
erfüllt, zeigt er nun im Test: Es fuhr ein C-Max mit 2-Liter-Ottomotor in
Marine-Blau und der Top-Ausstattung Ghia vor.
Guten Zugang zum dunkelgrau gehaltenen
Innenraum (mit schwarzen Ledersitzen) bieten vier Türen. Die gut konturierten
lederbezogenen Frontsitze sind straff und bieten ausgezeichneten Seitenhalt. Die Rückbank
ist weicher und nicht so gut konturiert. Vorne und hinten ist die Kniefreiheit gut, sofern
nicht extrem langbeinige Insassen Platz nehmen. Die Sitzposition ist hoch, wie bei einem
Van zu vermuten ist, die Höhenverstellung der Frontsitze bietet da nur ein noch
höher an. Die Übersicht ist trotz der hohen Sitzposition nicht gerade berauschend,
da ist das optionale Park-Pilot-System für vorne und hinten eine wertvolle Hilfe. Der
Laderaum ist über die niedrige Ladekante gut zu belanden und recht gut nutzbar. Er fasst
gute 460 Liter Gepäck, die sich durch Umklappen der Rücksitzlehne und nach vorne Klappen
der Sitzflächen der drei serienmäßigen Einzelsitze auf bis zu geräumige 1.620 Liter
erweitern lässt.

Das Armaturenbrett ist funktional
gestaltet, gut einzusehen und einfach zu handhaben, Materialqualität und Verarbeitung
sind nicht zu beanstanden. Der Bildschirm für das DVD-Navigationssystem liegt allerdings
etwas ungünstig tief in der Mitte des Armaturenträgers. Ein kleines Richtungsdisplay im mittleren Rundinstrument ist zum Einsehen entschieden besser
platziert, aber leider nicht immer ganz ausreichend, was die übermittelten Informationen
angeht.
Ablagen
stehen den Frontpassagieren reichlich zur Verfügung, vom Handschuhfach, einem Fach
darüber oben auf dem Armaturenträger sowie einem Fach seitlich im Lenkrad unter dem
Lenkrad bis hin zu Fächer in den vorderen Türen, Getränkedosenhaltern vor und zwei
Fächern in der Armlehne vorn. Die Fondpassagiere haben lediglich Taschen unter den
Tischen an den Rückseiten der Vordersitzlehnen zum Verstauen des unvermeidlichen
Kleinkrams.
Drei
Ausstattungslinien Ambiente, Trend und Ghia sowie zwei Editionsmodelle
Trend X und TDCi Plus hat der Käufer zur Wahl. Die Basisausstattung
Ambiente umfasst serienmäßig eine Zentralverriegelung, elektrisch einstellbare
Außenspiegel, elektrische Fensterheber vorne sowie eine Rückbank aus drei Einzelsitzen
und 15-Zoll-Stahlräder mit Radzierblenden. Ab der Trend-Ausstattung gibt es einen
Bordcomputer, eine funkfernbediente Zentralverriegelung, Klimaanlage, Lederlenkrad sowie
das Sitzsystem Komfort mit diagonal nach hinten verschiebbaren äußeren
Fondsitzen, eine Gepäckraumabdeckung, Leseleuchten vorne und hinten sowie das
Armaturenbrett-Dekor im Titan-Look und 16-Zoll-Stahlräder mit Radzierblenden. Die
Außenspiegel sind nicht nur in Wagenfarbe lackiert, sondern über die elektrische
Einstellbarkeit hinaus beheizbar.

Die Ghia-Ausstattung verfügt darüber hinaus u. a. über Außenspiegel mit integrierten
Blinkleuchten und Umfeldbeleuchtung, ein Armaturenbrett-Dekor im Holz-Look, elektrische
Fensterheber vorne und hinten, eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik, 16-Zoll-Leichtmetallräder,
eine elektronische Parkbremse, Nebelscheinwerfer, Regensensor, Fahrlichtautomatik,
Geschwindigkeitsregelanlage und Sonnenschutzrollos in den hinteren Seitenfenstern. Sehr
familientauglich ist die in Ghia serienmäßige Dachkonsole über dem Innenspiegel mit den
vorderen Leseleuchten und einem Zusatzspiegel für den Blickkontakt auf die Rückbank,
damit man die lieben Kleinen im Auge behalten kann, ohne sich herumzudrehen. An
aufpreispflichtigen Extras sind Bi-Xenon-Scheinwerfer, ein Park-Pilot-System für vorne
und hinten, ein DVD-Navigations-Audiosystem mit Touchscreen und ein
Multimedia-Entertainment-System mit Flachbildschirm und DVD-Player für die Rückbank
inkl. Alarmanlage mit Innenraumüberwachung mit an Bord. Aufpreispflichtiges Extra ist
auch die Tönung von hinteren Seitenscheiben und Heckscheibe und als sehr angenehm
entpuppt sich in der kalten Jahreszeit die optional erhältliche beheizbare Frontscheibe
(mit beheizbaren Scheibenwaschdüsen).
Vier Benzin-Motoren bzw.
Motorvariationen sowie zwei Dieselmotoren stehen zur Wahl. Einstieg ist ein
1,6-Liter-Ottomotor, der in Varianten mit 100 bzw. 115 PS verfügbar ist. Der 1.8 hat 125
PS, der 2.0 rundet die Palette mit seinen 145 PS nach oben hin ab. Zwei TDCi-Diesel mit
1,6 und 2 Litern Hubraum mit 109 bzw. 136 PS stehen darüber hinaus zur Wahl.
Der 2-Liter-Ottomotor unseres
Testwagens ist als Topmotorisierung ein recht souveräner und munterer Antrieb. Agil setzt
der Motor den fast 1,4 t schweren Kompaktvan in Bewegung und sorgt für guten Durchzug
über das relevante Drehzahlband. Die gute
Leistungsentfaltung zeichnet den Motor ebenso aus wie sein kultivierter, recht ruhiger und
vibrationsarmer Lauf. Natürlich reißt auch ein gut motorisierter Van keine Bäume aus,
aber eine Beschleunigung von Null auf Tempo 100 in 9,8 Sekunden und eine
Höchstgeschwindigkeit von 203 km/h sind schon sehr ordentlich. Den Kraftstoffverbrauch
gibt Ford an mit 10 Litern Superbenzin je 100 km innerorts, 5,6 Liter außerorts und 7,3
Liter im gemischten Verbrauch nach EU-Norm bei ökonomischer Fahrweise, versteht
sich. Alle für den Ford Focus C-Max verfügbaren Benziner
erfüllen die Abgasnorm EU4. Die beiden Diesel sind mit manuellem Schaltgetriebe optional
sogar mit Partikelfilter zu haben, dann erfüllen auch sie die Abgasnorm EU4 (sonst EU3).

Die manuelle Fünfgang-Schaltung
schaltet sich knackig und präzise, da macht das Schalten Freude. Das Getriebe der
Top-Motorisierung ist im Vergleich zu den schwächeren Motoren der Baureihe eher lang
übersetzt, lediglich die Sechsgang-Schaltung des 2-Liter-TDCi ist noch etwas länger
übersetzt. Das kommt einer größeren Kraftstoffökonomie zugute, aber der Motor ist
dabei kräftig genug, um souverän seine Leistung abzugeben.
Verfügbar ist neben den manuellen
Fünfgang- bzw. Sechsgang-Schaltungen für den 1,6-Liter-TDCi-Motor ein stufenloses
Durashift-CVT-Automatikgetriebe, das uns für eine kurze Testfahrt zur Verfügung stand.
Das stufenlose CVT-Getriebe kann auch von Hand in sieben Stufen geschaltet
werden, was aber angesichts seiner hervorragenden Abstufung nicht nötig ist. Kaum
spürbar sind die Schaltvorgänge, auch an der Steigung liefert
der 109-PS-TDCi-Motor genug Kraft an die Räder, um zügig voran zu kommen, ohne von Hand
durch Herunterschalten nachzuhelfen. Für einen zügigen Antritt könnte man allerdings
gut Hand anlegen.
Der
frontgetriebene C-Max gibt sich im Handling sehr agil und glänzt mit gutem Geradeauslauf.
Die reibungsoptimierte Zahnstangenlenkung verfügt serienmäßig über eine
elektrohydraulische Lenkkraftunterstützung (EHPAS). Sie ist recht direkt ausgelegt und
setzt präzise die Anweisungen des Fahrers um. Enorm wendig, um nicht zu sagen sehr
handlich ist er trotz seiner Größe bei normaler Fahrt wie beim Rangieren. Da kommen fast
schon sportliche Fahrgefühle auf.
Nicht ganz so
sportlich wirkt die eher komfortabel ausgelegt Feder-Dämpfer-Abstimmung, die sich in
einer recht deutlichen Seitenneigung in den Kurven nicht gerade positiv bemerkbar macht.
Fahrwerk und Lenkung geben dennoch eine gute Rückmeldung über den Zustand der Fahrbahn.
Sehr agil gibt sich der 1,4 t schwere Van im Handling. Nur sehr leichtes Untersteuern bei
allerdings deutlicher Seitenneigung kennzeichnen seine Spur in besonders flott gefahrenen
Kurven. Sein Fahrverhalten kann als problemlos, sehr handlich und für sportlich
ambitionierte Fahrer einfach spaßig bezeichnet werden. Plötzliche Spurwechsel und das
folgende Wiedereinscheren absolviert er neutral und sicher, sauber zieht er auch beim
schnelleren Slalom seine Linie. An Fahrwerksregelsystemen und -assistenten hat Ford dem
C-Max alles mitgegeben, was heutzutage in der Kompaktklasse üblich ist, obwohl das
Fahrwerk auch ohne elektronische Helfer schon sehr hohe Sicherheitsreserven bietet.
Serienmäßig
steht der C-Max in der Ghia-Ausstattung auf 16-Zoll-Leichtmetallrädern. Für den Winter
bereift fuhr er mit Stahlrädern (mit Radzierblenden) auf Reifen im Format 205/55 R 16
(Seriengröße Ghia) vor. Die ausreichend groß dimensionierten Bremsen (Scheibenbremsen
rundum, vorne innenbelüftet) sind leistungsfähig und verzögern schnell und
wirkungsvoll. Die Elektronische Parkbremse EPB ist auf Knopfdruck vom Mitteltunnel aus zu
bedienen und greift automatisch beim Abziehen des Zündschlüssels.
Für die
Sicherheit seiner Passagiere hat Ford dem Focus C-Max eine besonders robust ausgelegte
Fahrgastzelle aus hochfestem Stahl sowie verstärkten Quer- und Längsstreben mit exakt
definierten, Aufprallenergie abbauenden Lastpfaden im Fahrzeugunterboden und in den
Karosserieflanken sowie Seitenaufprallschutz mitgegeben. Das Intelligente
Sicherheits-System IPS (Intelligent Protection System) umfasst unter anderem Front- und
Seitenairbags für Fahrer und Beifahrer, Kopf-Schulter-Airbags vorne und hinten sowie
Drei-Punkt-Sicherheitsgurte und Kopfstützen auf allen fünf Plätzen sowie
Sicherheitspedale und eine Sicherheitslenksäule. Im EuroNCAP erhielt der Focus C-Max
jeweils vier Sterne in den Kategorien Insassenschutz und Kindersicherheit. Den Fahrer
unterstützen Assistenzsysteme wie ABS mit Elektronischer Bremskraftverteilung,
Bremsassistent und ESP mit Antriebsschlupfregelung.
Ab 17.975
Euro steht der Focus C-Max in der Preisliste, mit 2-Liter-Ottomotor in der
Trendausstattung ab 21.575 Euro und in der Top-Ausstattung Ghia ab 23.450 Euro. Aufpreis
kosten Bi-Xenon-Scheinwerfer, DVD-Navigationssystem, Park-Pilot-System, die beheizbare
Frontscheibe und das Multimedia-Entertainment-System.
Ford gibt zwei Jahre gesetzliche
Gewährleistung auf den Neuwagen, eine zweijährige fast europaweite Mobilitätsgarantie
(gegen Aufpreis erweiterbar auf bis zu fünf Jahre) sowie zwölf Jahre auf die Karosserie
gegen Durchrostung. Eine Inspektion steht alle 20.000 km oder einmal im Jahr an. Die
Versicherungen stufen das Modell in die Typklassen 13 / 16 / 25 (KH / VK / TK nach
der neuen Struktur in der Fahrzeugversicherung: VK 16, TK 17) ein.
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