Das New Edge Design hat ein wenig an Ecken
und Kanten verloren, der neue Focus wirkt fast schon gefällig. Sehr dynamisch sind Drei-
und Fünftürer geschnitten, aber auch der Kombi ist von der Optik her kein
Laster. Auf ersten Ausfahrten zeigte die zweite Generation des Kölner
Kompaktklasse-Bestsellers, was sie zu bieten hat. Zur Verfügung standen Fahrzeuge mit
1,6-Liter-Benzinmotor in den Varianten mit 100 bzw. 115 PS.
Dreitürer und Fünftürer sind beide
4,34 m lang, der Turnier sogar 4,47 m. In Breite und Höhe sind die Karosserievarianten
identisch: 1,84 m breit und 1,45 m hoch. Der Innenraum ist geräumig, da kann man in
beiden Sitzreihen eigentlich nicht klagen. Nicht mehr rundlich und verspielt, sondern
funktional und klar gegliedert ist das Cockpit, die Materialien hochwertiger als beim
Vorgänger und auch die Verarbeitung ist gut. Das ergonomisch gestaltete Armaturenbrett
stellt den Fahrer vor keinerlei Probleme bei der Einsicht in Anzeigen oder Handhabung von
Schaltern und Knöpfen.

An Laderaum hat der Focus in
Serienausstattung (d. h. mit Notrad) in der drei- bzw. fünftürigen Variante geräumige
385 Liter, der Kombi 475 Liter zu bieten. Dank der asymmetrisch geteilt umklappbaren
Rücksitzbank und Sitzlehne (Serienausstattung) lässt sich der Laderaum auf 1.245 Liter
beim Steilheck bzw. 1.525 Liter beim Turnier bis hinter die Vordersitze erweitern.
Fünf Ausstattungsvarianten von der
Basis Ambiente bis zum sportlich-luxuriösen Titanium ermöglichen
den Kunden eine reichhaltige Auswahl für ein individuelles Auto. Ab der Basisausstattung
verfügt der Focus serienmäßig über Zentralverriegelung, elektrische Fensterheber vorn,
Spiegel in beiden Sonnenblenden, ein in Höhe und Reichweite verstellbares Lenkrad, einen
höhenverstellbaren Fahrersitz, 15-Zoll-Stahlräder und ein Notrad als Reserverad. In den
höheren Ausstattungsvarianten bzw. als Sonderausstattung ist aber alles zu haben, was das
Autofahrerleben angenehmer, komfortabler und sicherer macht.
Die Motorenpalette zum Marktstart der
neuen Focus-Generation umfasst 4 Benzin- und 2 Dieselmotoren bzw. Motorvarianten zwischen
80 und 145 PS. Der 1,6-Liter-Motor ist in zwei Varianten mit unterschiedlichen
Leistungsstufen verfügbar: mit 100 bzw. 115 PS. Das neue 115-PS-Aggregat (1.6 Duratec
Ti-VCT) verfügt über ein Doppelnockenwellen-Aggregat mit variablen Steuerzeiten, was den
Ingenieuren erlaubte, den Gasdurchsatz zu optimieren und das
Drehmoment bei reduziertem Verbrauch zu verbessern. Er ist laufruhig und vibrationsarm und
hängt gut am Gas. Sein maximales Drehmoment von 155 Nm liegt bei 4.150 Touren an. Antritt
und Durchzugsvermögen sind sehr ordentlich. Für den Sprint auf Tempo 100 benötigt 10,8
Sekunden (Turnier 11,0 Sekunden), bei 190 km/h erreicht der 115-PS-Focus seine
Höchstgeschwindigkeit.
Auch der
100-PS-Antrieb kann in jeder Hinsicht überzeugen: Nur wenig schwächer als sein
optimierter Bruder bietet der laufruhige Vierzylinder mit einem
Drehmomentmaximum von 150 Nm bei 4.000 U/min. einen ordentlichen Antritt und ein gutes
Durchzugsvermögen. In 11,9 Sekunden (Turnier 12,2 Sekunden) beschleunigt er auf Tempo 100
und erreicht seine Spitzengeschwindigkeit bei 180 km/h. Trotz etwas besserer
Fahrleistungen ist der 115-PS-Motor nicht durstiger als sein 100-PS-Pendant: Mi 8,7 Litern
Superbenzin ist auch er auf 100 km in der Stadt unterwegs, nur 5,1 Liter sind es
außerorts (100 PS: 5,5 Liter). Im gemischten Verbrauch nach EU-Norm kommt der
115-PS-Motor auf 6,4 Liter, der kleinere Bruder genehmigt sich 6,7 Liter (alles
Herstellerangaben).

Der 1,4-Liter-Benziner mit 80 PS bildet
die Basismotorisierung des Focus und kommt in dieser Form auch in der Fiesta-Baureihe zum
Einsatz, der 2-Liter-Benziner mit 145 PS sind vom Mondeo und vom Focus C-Max bekannt. Die
beiden Common-Rail-Diesel der 1.6 Duratorq TDCi mit 109 PS und der 2.0 Duratorq
TDCi mit 136 PS feierten ihr Debüt im Focus C-Max und sind beide auf Wunsch mit
Dieselpartikelfilter verfügbar.
Neben dem für alle Motoren
verfügbaren serienmäßigen Fünfgang-Schaltgetriebe stehen für einzelne Motoren auch
eine konventionelle Viergang-Automatik (100-PS-Benziner) sowie eine
Durashift-CVT-Automatik (1.6 Duratorq TDCi) zur Auswahl. Die manuelle Fünfgang-Schaltung
schaltet sich knackig und präzise, da macht das Schalten Freude, allerdings ist der
Pedalweg der Kupplung etwas lang geraten. Das stufenlose CVT-Getriebe kann auch von Hand
in sieben Stufen geschaltet werden, was aber angesichts seiner
hervorragenden Abstufung nicht nötig ist. Kaum spürbar sind die Schaltvorgänge, auch an
der Steigung liefert der 109-PS-TDCi-Motor genug Kraft an die Räder, um zügig voran zu
kommen, ohne von Hand durch Herunterschalten nachzuhelfen. Für einen zügigen Antritt
könnte man allerdings gut Hand anlegen. Alle vier Benzinmotoren erfüllen die Abgasnorm
EU4, ebenso die TDCi-Motoren, sofern sie mit dem optional erhältlichen Partikelfilter
ausgerüstet sind. Ohne Partikelfilter erfüllen sie die Abgasnorm EU3.

Ford bleibt
auch mit der neuen Focus-Generation dem Frontantrieb treu. Guter Geradeauslauf und eine
direkt ausgelegte präzise Lenkung versprechen über guten Fahrkomfort hinaus auch viel
Freude am Fahren, wenn man zu den sportlicher ambitionierten Fahrern gehört, die flotte
Kurvenfahrten lieben.
Die Fahrwerkskonstruktion, die sich
schon im Vorgänger-Modell bewährt hatte, wurde weitgehend übernommen. Sowohl die
Limousine wie auch der Turnier glänzen mit ihrer Agilität und Dynamik. Die
Feder-Dämpfer-Abstimmung ist eine gelungene Kombination aus straff und komfortabel. In
der Ausstattungslinie Sport ist die Karosserie im Vergleich zu den anderen Varianten um 10
mm vorne und 8 mm hinten tiefer gelegt und damit eine winzige Spur härter, ohne jedoch
unkomfortabel zu sein.

Reifen und
Lenkung geben eine gute Rückmeldung über die Fahrbahnbeschaffenheit. Das Fahrverhalten
lässt die Herzen sportlicher Fahrer höher schlagen, mit seiner Agilität glänzt er
besonders in schnell gefahrenen Kurven. Völlig unproblematisch und neutral liegt er dabei
auf dem Asphalt, nur ein minimales Untersteuern kündigt das Nahen der Haftungsgrenze an.
Sicher zieht er seine Spur auch bei plötzlichen Ausweichmanövern. Das serienmäßige ESP
muss nicht so schnell eingreifen.
Die gefahrenen Focus-Modelle standen
ausstattungsbedingt Sport und Titanium auf 16-Zoll-Leichtmetallrädern mit
205/55er Reifen anstelle der Basisausstattung mit 15-Zoll-Rädern und 195/65er Reifen. Die
Bremsen (Scheibenbremsen rundum, vorne innenbelüftet) verzögern dank Unterstützung von
ABS, Elektronischer Bremskraftverteilung und Bremsassistent gut und standfest.
Zur
Sicherheit der Passagiere verfügt die gewichtsoptimierte Karosserie des Focus über
eine besonders widerstandsfähige Fahrgastzelle. Aufprallenergien werden gezielt am
Passagierbereich vorbeigeleitet. Optimierte Deformationsbereiche reduzieren die
Verzögerungskräfte, die bei einem Crash auf die Insassen einwirken. Eine Querverstrebung
zwischen den vorderen Dachpfosten und Verstärkungen in den Türen sowie im Innenraum
Drei-Punkt-Gurte und Kopfstützen auf allen fünf Plätzen, Front- und Seitenairbags vorne
und Kopf-Schulter-Airbags vorne und hinten runden den passiven Insassenschutz ab. An
aktiven Systemen hat Ford dem Focus serienmäßig mit ABS, Elektronischer
Bremskraftverteilung und Bremsassistent sowie eine Antriebsschlupfregelung und ESP eine
zeitgemäße Ausstattung mitgegeben.
Ab
14.375 Euro steht der Focus-Dreitürer in der Preisliste, der Fünftürer ab 15.175 Euro
und der zum Jahresende kommende Focus Turnier ab 16.050 Euro. Ford gibt zwei Jahre
gesetzliche Gewährleistung auf den Neuwagen, eine zweijährige fast europaweite
Mobilitätsgarantie (gegen Aufpreis erweiterbar auf bis zu fünf Jahre) sowie zwölf Jahre
Garantie auf die Karosserie gegen Durchrostung. Eine Inspektion steht alle 20.000 km oder
einmal im Jahr an.
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