| 
Viel erinnert im neuen Fiesta ja nicht an
den Vorgänger. Die Karosserie ist sehr hoch (8 cm höher als der Vorgänger), die
Sitzposition auch. Es fehlt das "Autoscooter"-Feeling, was dem alten Fiesta
meiner Freundin den Spitznamen "Scootie" einbrachte. Irgendwo ist das
Sitzgefühl im neuen Fiesta nicht mehr ganz Kleinwagen, sondern fast schon wie in einem
kleinen Van. Wir testeten in einem Salsa-Rot-Metallic-farbenem Fiesta in sportlicher
Trend-Ausstattung mit 1,4-Liter-TDCi-Motor, was der neue kleine Kölner drauf hat.

Die Karosserie hat ja keine riesigen
Ausmaße, ist aber dennoch für kleinere Fahrer trotz der hohen Sitzposition
unübersichtlich, weil die Karosserielinie nach hinten ebenso wie die Fondsitzbank
ansteigt. Bei einer Körpergröße von 1,70 m kann man allerdings nicht klagen. Gegen
Aufpreis hilft hinten eine Einparkhilfe. Vier Türen gewähren bequemen Zugang zum
Innenraum. Die Vordersitze sind straff gepolstert, mit strapazierfähigem Stoff bezogen,
bieten aber trotz scheinbar guter Konturierung nur wenig Seitenhalt. Die Rücksitzbank ist
eher nur für zwei Leute bequem, auch wenn sie für drei Passagiere ausgelegt ist und mit
der entsprechenden Anzahl von Sicherheitsgurten versehen ist. Der Laderaum ist mit 284
Litern Fassungsvermögen kleinwagenüblich: Nicht üppig, aber gut zu gebrauchen. Durch
Umklappen der asymmetrisch geteilte Rückbanklehne lässt er sich auf 947 Liter bei
dachhoher Beladung erweitern.

Das Interieur
überzeugt in puncto Materialauswahl und Verarbeitung. Das Cockpit ist sparsam
instrumentiert, was den Überblick und die Handhabbarkeit sehr erleichtert. Der
Aschenbecher rechts vom Schaltknauf ist eher für den Beifahrer gedacht, aber beim Fahren
soll man ja auch nicht rauchen! Ablagen für den nötigen Kleinkram gibt es zumindest für
die Frontpassagieren in ausreichender Anzahl, die Fondpassagiere müssen sich mit den
Taschen auf den Rückseiten der Vordersitze begnügen.

Außer der
Grundausstattung stehen für den Fiesta drei Ausstattungslinien zur Verfügung: Ambiente, Trend und Ghia. In der Basisausstattung
verfügt der Fiesta über von innen einstellbare Außenspiegel, getönte
Wärmeschutzverglasung, Stahlräder mit Radzierblenden, Lederlenkrad, Spiegel in beiden
Sonnenblenden, die umklappbare Rücksitzbank sowie die asymmetrisch geteilt umklappbare
Rücksitzlehne. Ab Ambiente kommen Zentralverriegelung und elektrische Fensterheber vorne
dazu und ist der Fahrersitz höhenverstellbar. Klimaanlage und Sitzheizung sind ab der
Ambiente-Ausstattung gegen Aufpreis verfügbar, die Klimaanlage in der Top-Ausstattung
Ghia sogar Serie. Die Trend-Ausstattung umfasst zusätzlich eine funkfernbediente
Zentralverriegelung, elektrisch einstellbare und beheizbare Außenspiegel und
Nebelscheinwerfer. Aufpreis kostet in unserem Testwagen außer Klimaanlage und Sitzheizung
auch das Audiosystem mit Radio und CD-Spieler und die Radio-Fernbedienung am Lenkrad.

Der 1,4-Liter-Duratorq-TDCi-Motor
verfügt über Common-Rail-Direkteinspritzung, ist bislang der einzige Diesel in der
Fiesta-Baureihe und leistet 68 PS. Die Dämmung zwischen Motor- und Passagierraum ist bei
Kleinwagen nie so gut, entsprechend ist der Diesel im Innenraum zu vernehmen. Im Antritt
ist er ein bisschen zurückhaltend, da macht sich die Turbogedenksekunden bemerkbar. Auch
das Durchzugsvermögen hat seine Grenzen bei einem Kleinwagen von über 1,1 t. Ist er
jedoch einmal auf Touren gekommen, dann läuft er auch ganz gut.

Die manuelle Fünfgang-Schaltung geht
locker und leicht von der Hand, dass das Schalten richtig Spaß macht. Gut so, denn
Schalten tut man häufiger, wenn man in der Stadt zügig unterwegs sein will. Das
"zügig unterwegs" kostet allerdings seinen Preis beim Spritverbrauch. Bei
ökonomischer Fahrweise dagegen gibt sich der TDCi-Fiesta sehr sparsam: mit 5,3 Litern
Dieselkraftstoff auf 100 km im Stadtverkehr, 3,7 Litern außerorts und 4,3 Litern im
gemischten Verbrauch nach EU-Norm (alles Herstellerangaben). Die Beschleunigung von Null
auf Tempo 100 bewältigt er in 14,9 Sekunden, bei 164 km/h erreicht er seine
Spitzengeschwindigkeit, das ist für einen Kleinwagen völlig ausreichend. Der Motor
erfüllt die Abgasnorm EU3.

Die Lenkung des Fronttrieblers spricht
gut an und folgt den Weisungen des Fahrers. Auch der Geradeauslauf ist in Ordnung. Dank
seiner geringen Größe ist der Fiesta recht handlich zu führen, der Wendekreis nicht zu
groß. Die Ausstattung mit Fahrwerksregelsystemen als Hilfen für den Fahrer ist eher
spartanisch: Der Kölner verfügt lediglich über ABS mit elektronischer
Bremskraftverteilung, aber weder über einen Bremsassistenten noch über eine
Traktionskontrolle oder ESP. Diese Systeme sind für den Turbodiesel auch gegen Aufpreis
gar nicht verfügbar.
Unser Testwagen stand auf den
serienmäßigen Stahlfelgen mit Radkappen und Standard-Bereifung 175/65 R 14. Die
Bremsen-Technik ist nicht gerade zeitgemäß: innenbelüftete Scheibenbremsen vorne und
Trommelbremsen hinten. Die Verzögerungswerte könnten entsprechend auch für einen
Kleinwagen besser sein.

Der Federungskomfort ist gut, was aber
bei der recht hohen Karosserie mit einer deutlichen Seitenneigung in den Kurven verbunden
ist. Die Feder-Dämpfer-Abstimmung könnte straffer ausfallen, ohne dem Fahrkomfort zu
schaden. Schnelle enge Kurven meistert aber er ebenso sicher und spurtreu wie plötzliche
Spurwechsel und das anschließende Wiedereinscheren auf die alte Spur. Allerdings neigt er
sich dabei spürbar zur Seite, gibt in den Kurven schnell durch harmloses Untersteuern das
Nahen des Grenzbereiches zu verstehen.
Im Falle eines Unfalles schützen die
Sicherheitsfahrgastzelle mit Seitenaufprallschutz, Anti-Dive-Sicherheitssitze,
Kopfstützen und Drei-Punkt-Gurte auf allen fünf Sitzplätzen (in der hinteren Reihe sind
sie sogar alle versenkbar) sowie Front- und Seitenairbags für die Frontpassagiere.
Kopf-Schulter-Airbags für vorne und hinten gibt es optional. Elektrische Fensterheber
gibt es nur für die vorderen Türen, nicht aber für die Hinteren. Die
Kindersitzvorrüstung Isofix ist nicht verfügbar. Den Fahrer unterstützt das ABS mit
elektronischer Bremskraftverteilung. Der Bremsassistent (MBA) ist ebenso wie das ESP (mit
Antriebsschlupfregelung) nur für den 1,6-Liter-Benziner verfügbar: Das MBA gibt es
serienmäßig, ESP nur gegen Aufpreis aber jeweils nur in den Ausstattungsvarianten
Ambiente, Trend und Ghia.

Ab 10.965 Euro steht der Fiesta beim
Händler mit 1,3-Liter-60-PS-Motor in der Grundausstattung. Den TDCi gibt es ab
13.740 Euro, in der Trend-Ausstattung ab 14.740 Euro. Aufpreis kosten die
Metallic-Lackierung, Klimaanlage, die Sitzflächenheizung vorne sowie das Audiosystem und
die Radio-Fernbedienung am Lenkrad.
Eine Sicherheitskontrolle und Ölwechsel
sind alle 20.000 km, die Inspektion alle 60.000 km (beim Diesel) fällig. Ford gibt zwei
Jahre Gewährleistung auf das Neufahrzeug sowie 12 Jahre auf die Karosserie gegen
Durchrostung. Der Ford EuroService sorgt zwei Jahre lang für umfassende Mobilität im
Pannenfall, für das dritte bis fünfte Jahr der Zulassung ist der Ford Protect
Garantie-Schutzbrief plus (Garantieverlängerung inkl. Ford Euro-Service) gegen Aufpreis
möglich. Die Versicherungen stufen den Fiesta TDCi in die Typklassen 20 / 16 / 25 (KH /
VK / TK) ein. |