|

Vom braven ersten
Fiesta trennen den Neuen Welten: Pfiffig im Design, erwachsen in der
Ausstattung, aber immer noch jugendlich in der Wirkung – mit
diesem Erfolgsrezept wollen die Kölner punkten. Einen ersten
Eindruck verschafften wir uns in einem Fiesta Titanium mit
1,6-Liter-TDCi-Motor und 75 PS.
Im Jahr 1976
stellte Ford mit dem Fiesta einen Kleinwagen von 3,57 m Karosserielänge
auf die Straße. Im Laufe seiner Weiterentwicklungen ist er zwar
gewachsen, aber mit seinen 3,95 m sprengt auch die vierte Generation des Klassikers
(nach anderen Zählungen, die zahlreiche Facelifts als neue Modelle
deklarieren, ist es die Siebte) die 4-Meter-Grenze
noch nicht.
Wie gehabt gibt
es ihn alternativ als Drei- oder Fünftürer. Wir fuhren den
Dreitürer. Eine Einstiegshilfe erleichtert hier den Zugang zum Fond. Die Übersicht
ist vor allem nach hinten nicht wirklich gut, die dynamisch
geschnittene Karosserie mit der hoch ansteigenden Gürtellinie hat
halt ihren Preis. Zumindest für hinten sollte man sich die
optionale Einparkhilfe gönnen. Verfügbar ist auch eine für vorne
und hinten.
Die Sitzposition
ist nicht mehr so hoch wie im Vorgänger, obwohl die
Karosserie sogar minimal (1,3 cm) an Höhe zugelegt hat. Das
Platzangebot geht für einen Kleinwagen sehr in Ordnung. Groß
Gewachsene sollten sich aber besser nicht hinten hinsetzen: Die früh
abfallende Dachlinie schränkt hier die Kopffreiheit ein und die
Kniefreiheit wird knapper, wenn vorne große Leute sitzen. Der
Laderaum fasst 295 Liter, wenn man sich mit dem serienmäßigen
Reifenreparaturset begnügt. Das optionale Reserverad kostet –
neben dem obligatorischen Aufpreis – auch 14 Liter an Laderaum, so
dass unter der Laderaumabdeckung 281 Liter verbleiben. Nach
Umklappen der serienmäßig asymmetrisch geteilten Rücksitzlehne
passen 965 bis 979 Liter rein.

Der Innenraum ist
pfiffig gestaltet und von ordentlicher Qualität. Auch die
Verarbeitung ist nicht zu bemängeln.
Ergonomisch angeordnet sind Anzeigen und Instrumente, was die
Bedienung sehr erleichtert. Fünf Ausstattungslinien erschweren dem
Käufer die Wahl. Ab der Basisversion Ambiente ist der Fiesta
serienmäßig ausgestattet mit einer Zentralverriegelung, einem in Höhe
und Reichweite verstellbaren Lenkrad, Dachspoiler, ABS mit
Bremskraftverteilung und ESP, elektrischer Servolenkung EPAS sowie
IPS, dem Intelligent Protection System, und 14-Zoll-Stahlrädern. Die
Außenspiegel sind elektrisch einstellbar. Ab der Trend-Ausstattung
sind eine Funkfernbedienung für die Zentralverriegelung, ein höhenverstellbarer
Fahrersitz, elektrische Fensterheber vorne sowie 15-Zoll-Stahlräder
mit an Bord. Die elektrisch einstellbaren Außenspiegel sind auch
beheizbar. Die „sportlich-luxuriöse“ Top-Ausstattung Titanium
hat darüber hinaus weitere Inklusiv-Features zu bieten: Unter
anderem einen Bordcomputer, Klimaanlage, Nebelscheinwerfer,
Regensensor, Scheinwerfer-Assistent mit Lichtsensor,
Teillederlenkrad und Lederschaltknauf sowie Ambiente-Beleuchtung und
15-Zoll-Leichtmetallräder. Der Fahrersitz verfügt über eine
Lendenwirbelstütze, die Innenspiegel blenden automatisch ab. Das
Chrom-Dekor an Kühlergrillumrandung, Heckklappengriff und
Nebelscheinwerferumrandung sowie unter den Seitenscheiben
unterscheiden die Titanium- und Ghia-Versionen von den unteren
Ausstattungslinien. Audiosysteme kosten ebenso extra wie ein schlüsselloses
Zugangssystem und eine Alarmanlage – und der Aschenbecher mit
Zigarettenanzünder!
Der "kleinere" der beiden 1,6-Liter-TDCi-Motoren leistet 75 PS, eine
stärkere Version 90 PS. Der Motor reißt keine Bäume aus, bietet
aber ordentlichen Antritt. Durchzug und Leistungsentfaltung sind
akzeptabel, in Grenzen ist sogar schaltfaules Fahren beispielsweise
im Stadtverkehr möglich. Den Selbstzünder kann er nicht
verleugnen, jedoch läuft er insgesamt relativ ruhig. Drei
Benzinmotoren mit Leistungen von 60 bis 120 PS vervollständigen die
Motorenpalette.

Die manuelle Fünfgang-Schaltung
geht locker und präzise von der Hand, die knackig kurzen Schaltwege
sind eine Freude! Die nicht wirklich kurze Getriebeübersetzung
zielt eher auf maximale Kraftstoffökonomie ab denn auf große
Spritzigkeit im Vortrieb. Der 75-PS-Fiesta beschleunigt in 14,9
Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100, seine Höchstgeschwindigkeit
erreicht er bei 167 km/h. Gute 5,2 Liter Dieselkraftstoff verbrennt
er je 100 km innerorts, 3,6 Liter außerorts und 4,2 Liter im
gemischten Verbrauch nach EU-Norm (alles Herstellerangaben,
ermittelt unter Idealbedingungen auf dem Rollenprüfstand). Der
Motor erfüllt die Abgasnorm EU4, der CO2-Ausstoß beträgt 110 g
pro km. Einen Dieselpartikelfilter haben beide Dieselvarianten
serienmäßig an Bord.
Frontantrieb
sorgt für ein problemloses und bis an den hoch angesiedelten
Grenzbereich weitgehend neutrales Handling. Minimal wird bei flotter
Kurvenhatz dessen Nahen durch Untersteuern angedeutet. Sportlich
agil wieselt er auch durch enge Kurven. Eher direkt
ausgelegt und leichtgängig ist die elektrische Servolenkung EPAS,
zielgenau folgt der Wagen den Anweisungen des Fahrers. Ausgesprochen
fahrdynamisch ist der kleine Kölner. Da steht er seinen kleinen und
großen Marken-Brüdern (vom Ka bis zum Mondeo) um nichts nach. Eher
straff ausgelegt ist die Feder-Dämpfer-Kombination, aber von
unkomfortabel ist er dennoch weit entfernt. Die Basismodelle stehen auf
14-Zoll-Rädern, die Titanium-Version auf 15-Zöllern mit 195/50er
Reifen. Die innenbelüfteten Scheibenbremsen vorne und
Trommelbremsen hinten haben sich im Vorgänger bewährt und
bieten auch hier ordentliche Leistungen.
Eine
computeroptimierte Karosserie aus hochfesten Stählen mit
Sicherheitsfahrgastzelle, umfassender Seitenaufprallschutz und
Energie absorbierende Knautschzonen schützen die Insassen im Falle
eines Unfalles. Im Innenraum gibt es Drei-Punkt-Gurte auf allen
fünf Sitzplätzen, vier Kopfstützen, Isofix-Kindersitzhalterungen im
Fond, Front- und Seitenairbags vorne sowie Knieairbags für den
Fahrer. Die mittlere Kopfstütze hinten gibt es nur gegen Aufpreis,
Kopf-Schulter-Airbags vorne und hinten ebenso. Im EuroNCAP gab es fünf
Sterne für Insassenschutz, vier Sterne für Kindersicherheit und
drei Sterne für Fußgängerschutz. An elektronischen Helfern sind
serienmäßig ab der Basisversion ABS mit Elektronischer
Bremskraftverteilung und ESP mit Antriebsschlupfregelung ASR sowie
der Bremsassistent EBA mit an Bord. Serie ist Reifen-Reparatur-Set,
gegen Aufpreis gibt es ein 14-Zoll-Reserverad, das in höheren
Ausstattungslinien (mit 15-Zoll-Rädern) nur als Notrad konzipiert
ist.
Ab 11.500 Euro
ist der Fiesta 4 zu haben, mit drei Türen in der
Ambiente-Ausstattung und 60-PS-Basismotor. Den „kleinen“ TDCi
gibt es ab 13.750 Euro in der Ambiente-Ausstattung, 2.250 Euro
trennen ihn von der Top-Ausstattung Titanium (ab 16.000 Euro). Die fünftürige
Variante kostet jeweils 750 Euro mehr. Zahlreiche Ausstattungspakete und Einzelfeatures ermöglichen dem Käufer, gegen gutes Geld
seine individuellen Bedürfnisse zu erfüllen.
In
den ersten zwei Jahren greift neben der gesetzlichen Sachmängelhaftung
eine Hersteller-Garantie. Zwölf Jahre Garantie gibt Ford auf die
Karosserie gegen Durchrostung. Zwei Jahre ab Erstzulassung gilt die
Ford-Assistance-Mobiltitätsgarantie. Für das dritte bis fünfte
Jahr kann man gegen Aufpreis einen Garantie-Schutzbrief inkl.
Mobilitätsgarantie erwerben. Zur Wartung muss der Fiesta alle
20.000 km (oder einmal im Jahr), zur Inspektion alle 40.000 km oder
alle zwei Jahre. Die Versicherungen stufen das Modell in die
Typklassen 18 / 17 / 18 (KH / VK / TK)
ein.
|