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Die auffälligste äußerliche Änderung beim
aktuellen Facelift des Fiat Punto III: die Chromleiste an der Front
entfällt. Außerdem ergänzen neue Motoren das Angebot. Einen neuen
Anstrich bekam auch der Name: Statt Grande Punto (Modellbezeichnung
seit Markteinführung, schließlich war die dritte Generation gute 20
Zentimeter länger als der Vorgänger, der noch eine Zeit lang weiter
gebaut wurde) und Punto Evo (seit dem Facelift 2009) gibt es jetzt
nur noch den Punto, was die Sache für potenzielle Käufer sehr
vereinfacht. Im Herbst 2011 wurde das Facelift-Modell in Frankfurt
auf der IAA vorgestellt. Jetzt kam er auf dem Markt. Wir fuhren das
Modell mit dem überarbeiteten 1,3-Liter-Multijet-Dieselmotor mit 85
PS in der Ausstattungslinie Easy.

Guten Zugang zum Innenraum bieten bei unserem
Testfahrzeug fünf Türen. Die Übersicht über die 4,07 Meter lange
Karosserie ist in Ordnung, die optionalen Parksensoren hinten
trotzdem eine gute Empfehlung. Das Platzangebot ist für einen
Kleinwagen angemessen. Der Laderaum lässt sich von 275 Liter auf
1.030 Liter erweitern, wenn man die Rückbanklehne umklappt. Die
asymmetrische Teilung der Rücksitzbank ist nur in der
Top-Ausstattung Sport Serie und darunter gegen Aufpreis zu haben.
Materialqualität und Verarbeitung sind gut. Das Armaturenbrett ist
aufgeräumt und übersichtlich in der Handhabung.
Die Ausstattungen heißen nun Pop, Easy und
Sport statt bisher Active, MyLife und Dynamic. In der Basisversion
Pop sind serienmäßig eine funkfernbediente Zentralverriegelung,
elektrisch einstellbare Außenspiegel, elektrische Fensterheber vorn,
Bordcomputer, Radiovorbereitung mit Antenne und Lautsprechern, ein
höhenverstellbarer Fahrersitz, Wärmeschutzverglasung, Tagfahrlicht
sowie 15-Zoll-Stahlräder mit Radzierblenden an Bord. Die
Ausstattungslinie Easy kommt darüber hinaus mit Lenkrad und
Schaltknauf in Leder, CD-Radio, Klimaanlage, Blue&Me-Freisprecheinrichtung
sowie ein Blue&Me-TomTom-Navigationssystem (portabel mit
Halterung/Vorrüstung). Gegen Aufpreis gibt es bei unserem Fünftürer
die elektrischen Fensterheber hinten.

Überarbeitet wurde der
1,3-Liter-Multijet-Turbodiesel-Direkteinspritzer (Common-Rail) mit
85 PS. Der Antritt ist angemessen, Durchzug und Leistungsentfaltung
gehen in Ordnung, wenn man erst einmal in Fahrt gekommen ist.
Optimierungen am Motor betrafen vor allem den Durchzug: Das maximale
Drehmoment von 200 Nm liegt dieseltypisch schon früh, bei 1.500
U/min. an. Mehr hat hier der baugleiche, 10 PS stärkere 1.3er
Multijet mit 95 PS auch nicht zu bieten. Dennoch gibt Fiat für den
Motor eine Beschleunigung aus dem Stand auf Tempo 100 in 13,1
Sekunde an (beim 95-PS-Motor 11,7 Sekunden). Mit einer
Höchstgeschwindigkeit von 172 km/h fließt man im flotten
Autobahnverkehr ganz gut mit. Das Start-Stopp-System gehört zur
Serienausstattung (außer beim 1.2 8V) und hilft, beim Stehen im
Stadtverkehr, den Spritverbrauch zu senken. Serienmäßig an Bord der
Turbodiesel ist ein manuelles Fünfgang-Schaltgetriebe, welches sich
butterweich und zielgenau schaltet.
Der neue Dieselmotor ist die Sparbüchse der
Baureihe, auch der erst ab Frühjahr/Sommer 2012 verfügbare
0,9-Liter-TwinAir-Benziner liegt im Verbrauch minimal darüber. Auf
100 km innerorts rinnen 4,4 Liter Dieselkraftstoff durch die
Brennräume, 2,9 Liter sind es außerorts und 3,5 Liter im gemischten
Verbrauch nach EU-Norm (alles Herstellerangaben, ermittelt unter
Idealbedingungen auf dem Rollenprüfstand). Der Motor erfüllt die
Abgasnorm EU5, der CO2-Ausstoß beträgt 90 g pro km. In der
Relation von Größe/Gewicht zum Verbrauch
reicht das für die Effizienzklasse A. Ein Hintergrundpapier zur
Pkw-Verbrauchskennzeichnung finden Sie im Internet unter:
Faktenpapier Effizienzlabel.

Die Lenkung ist
präzise, aber etwas behäbig. Der Fronttriebler ist problemlos im
Handling. Ein leichtes Untersteuern in zu schnell angegangenen
Kurven lässt sich durch gefühlvolles Lupfen des Gaspedals unter
Kontrolle kriegen. Plötzliche Spurwechsel und Ausweichmanöver
meistert er sicher und spurtreu. Serienmäßig steht der Punto auf
15-Zoll-Rädern mit 185/65er Reifen. Ordentliche Leistungen bietet
eine Bremsanlage mit innenbelüfteten Scheibenbremsen vorne und
Trommelbremsen hinten.
Eine hochstabile
Karosseriestruktur mit Sicherheitsfahrgastzelle, deformierbaren
Aufprallzonen vorne und hinten sowie Seitenaufprallschutz in den
Türen bieten passive Sicherheit. Fünf Drei-Punkt-Sicherheitsgurte,
vier Kopfstützen, Frontairbags für Fahrer und Beifahrer, Kopfairbags
für beide Sitzreihen sowie eine Anti-Submarining-Struktur auf allen
Sitzen (verhindern das Durchtauchen unter dem Sicherheitsgurt bei
einem Frontalcrash) und zwei Isofix-Kindersitzvorrüstungen im Fond
schützen große und kleine Insassen. Seitenairbags vorne sind der
Top-Ausstattung Sport vorbehalten. Die dritte Kopfstütze hinten gibt
es nur bei der asymmetrisch geteilten Rückbank (Serie bei Sport,
sonst gegen Aufpreis). Ebenso optional sind die aktiven Kopfstützen
vorne. Im EuroNCAP erreichte der Punto III 2005 unter der
Bezeichnung Grande Punto fünf Sterne für Insassenschutz, drei Sterne
für Kindersicherheit sowie drei Sterne für Fußgängerschutz. An
Fahrassistenzsystemen fährt der Punto heutzutage serienmäßig mit dem
ganzen üblichen Programm von ABS mit Bremsassistent (BAS) über das
Elektronische Stabilitätsprogramm ESP mit Antriebsschlupfregelung
(ASR), Motorschleppmomentregelung (MSR) bis hin zu einer Anfahrhilfe
am Berg (Hill Holder) vor. Serienmäßig an Bord ist ein
Reifen-Reparaturset mit Dichtmittel und Kompressor.

Ab 12.000 Euro ist der Punto zu haben: Dafür
gibt es die Basisversion Pop mit 1,2-Liter-Ottomotor und 69 PS. Der
1.3 Multijet mit 85 PS ist ab 15.200 Euro in der Pop-Ausstattung
oder ab 16.200 Euro in der Easy-Ausstattung zu haben. Die fünftürige
Variante kostet jeweils 800 Euro mehr. Aufpreis kosten Sonder- oder
Metalliclackierungen. Zum Marktstart (bis 31. März 2012) bietet Fiat
das Einstiegsmodell, den Punto Easy 1.2 als Dreitürer, ab 9.990 Euro
an.
Fiat gibt für den Neuwagen eine zweijährige
Gewährleistung ohne Kilometerbegrenzung, drei Jahre Garantie auf den
Lack, acht Jahre Garantie auf die Karosserie sowie ein europaweite
Mobilitätsgarantie in den ersten beiden Zulassungsjahren. Gegen
Aufpreis ist eine Garantieverlängerung für bis zu drei Jahre zu
haben. Die Serviceintervalle betragen 30.000 km oder zwei Jahre. Die
Versicherungen stufen das Modell in die Typklassen 16 / 19 / 21 (KH
/ VK / TK) ein.
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