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Der Blick aus den
vier Augen mit dem breiten Grinsen hat was! Chromapplikationen
setzen klassische Akzente. Mit dem neuen 500 reiht sich Fiat in die
Riege der Autohersteller ein, denen eine Neuinterpretation eines
alten Erfolgsmodells zumindest optisch sehr gelungen ist. Nicht
altbacken oder gar von gestern, sondern knuffig und modern, aber
nicht modisch (was ja bekanntlich eher schnell aus der Mode kommt!)
– so fährt der neue Fiat 500 vor.

Frühester Urahn
ist der Fiat Topolino (it. „Mäuschen“) aus den 30er und 40er
Jahren, der mit 3,26 m Karosserielänge automobile Minimalbedürfnisse
für kleines Geld befriedigte. 1957 wurde dann in Turin der von
Dante Giacosa entworfene Nuova 500 Topolino (der neue 500 Topolino)
vorgestellt, der als direkter Vorfahr des jetzigen neuen Fiat 500
gilt. Auf 2,97 m Länge bot der Nuova 500 Platz für zwei Erwachsene
und zwei Kinder sowie ein Minimum an Gepäck. Der neue 500 basiert
technisch auf dem aktuellen Panda. Was nun der im polnischen
Fiat-Werk in Tichy gebaute, immerhin knapp 3,55 m lange italienische
Kleinwagen des 21. Jahrhunderts in der Basismotorisierung kann,
zeigte eine kurze Ausfahrt.
Der Fiat 500 ist
ein Dreitürer. Zugang bieten den Passagieren nur zwei Türen, nach
hinten klettern aber besser nur Kinder oder kleine Erwachsene. An
dem Platzangebot für zwei Erwachsene
und zwei Kinder hat sich nämlich auch beim neuen 500 nichts
geändert, das Mehr an Karosseriegröße kommt mehr der
Insassensicherheit zugute. Immerhin ist der 500 ein Viersitzer, das
gibt ausreichend Ellenbogenfreiheit. Auf Kurzstrecken kommen vier
Erwachsene aber auch noch ganz kommod ans Ziel. Die Vordersitze
bieten zudem guten Seitenhalt. Die Kopffreiheit geht in Ordnung und
auch die Knie kriegen vorne keine Problem, solange man nicht auf
Passagiere in der zweiten Reihe Rücksicht nehmen muss.

Die Übersicht
ist in Ordnung, die Karosserie gut abschätzbar. Die runden Kopfstützen
(in beiden Reihen höhenverstellbar) sind witzig anzusehen und
bringen noch etwas mehr Pfiff in den Passagierraum. Auch der
Kofferraum reicht nach wie vor nur für das kleine Gepäck: 185
Liter, die durch Umklappen der 1:1 geteilten Rücksitzlehne auf bis
zu 610 Liter Volumen bei dachhoher Beladung erweiterbar sind – das
reicht vielleicht für den großen Einkauf oder aber ein Wochenende
zu Zweit. Dabei erleichtert die nur 67 cm niedrige Ladekante das
Einladen schwerer Güter. Nur mit Serienausstattung (Basisversion)
wiegt der 500 gute 940 kg, da bedeutet eine erlaubte Zuladung von
immerhin 365 kg.

Die Außenlackierung
setzt sich im Armaturenbrett fort: Lackiertes Blech war hier Usus,
bevor sich die Plastikwüsten in Grauschattierungen im Cockpit
verbreiteten. Hier ist beim neuen 500 der Kunststoff flächig in
Wagenfarbe lackiert. Das hat was und setzt farbige Akzente, sofern
man zu einer „farbigen“ Lackierung gegriffen hat. Auch wenn die
Instrumente einen leicht verspielten, an die Fünfziger Jahre
erinnernden Touch versprühen, sind sie doch allerneuste Technik.
Das gilt für das in der Basisversion verbaute Audiosystem mit Radio
und mp3-fähigem CD-Spieler ebenso wie für die in Lounge und Sport
serienmäßige Bluetooth-Freisprecheinrichtung mit USB-Schnittstelle
(für iPod oder mp3-Player), Sprachsteuerung und
Lenkradfernbedienung. Das Rund (Kopfstützen) wird auch im
Armaturenbrett aufgegriffen: ein großes zentrales Rundinstrument,
die runden Zentralschalter und runde Lüftungsöffnungen, und nicht
einmal das Radio-Gehäuse ist eckig. Die Materialqualität wirkt
ordentlich und solide, und auch an der Verarbeitung kann man nicht
wirklich meckern.

Die Basisversion
heißt Pop und umfasst die heutzutage üblichen Annehmlichkeiten des
Autofahrerlebens wie eine funkfernbediente Zentralverriegelung,
elektrischen Fensterheber an den Türen, elektrisch einstellbare Außenspiegel,
ein höhenverstellbares
Lenkrad, Trip Computer, Raucherpaket, ein CD-Radio mit mp3-Player, Wärmeschutzverglasung
rundum und 14-Zoll-Stahlräder sowie Tagfahrlicht als Serienausstattung.
Unsere Variante heißt Lounge und ist die luxuriöse
Top-Ausstattung. Die Variante Sport setzt dann als zweites Topmodell
sportliche Akzente. Die Lounge-Ausstattung verfügt zusätzlich zu
Pop über beheizbare Außenspiegel, eine Klimaanlage,
Nebelscheinwerfer, einen höhenverstellbaren Fahrersitz, ein
Lederlenkrad mit Multifunktionstasten, eine
Bluetooth-Freisprecheinrichtung, 15-Zoll-Leichtmetallräder,
verchromte Fensterleisten, Auspuffblende sowie verschiedene
Chromapplikationen innen und außen (Chrom-Paket) und eine
Kofferraumbeleuchtung. Die Sonnenblende ist mit einem beleuchteten
Spiegel bestückt, der Beifahrersitz hat ein Ablagefach unterm
Sitzkissen und eine Tasche auf der Rückseite.
Der Name des
alten Nuova 500 leitete sich von den 479 und später 499,5 ccm
Hubraum seines Motors ab. Das übertrifft der neue 500 schon mit
seiner Basismotorisierung von 1.242 Litern. Reichten in den Fünfzigern
knappe 13 bis 18 PS, die der 500 Topolino unter der Motorhaube
hatte, so sind es beim heutigen Basismodell 69 PS. Für den
Stadtverkehr ist diese Motorisierung auch völlig ausreichend. Der
Motor nimmt gut Gas an und dreht freudig hoch. Der Antritt ist
erfreulich, das maximale Drehmoment von 102 Nm liegt schon bei 3.000
U/min. an. Der Durchzug ist eigentlich über das ganze relevante
Drehzahlband etwas zäh, obwohl die Getriebeabstufung eher kurz für
mehr Vortrieb ausgelegt ist. Aber der 69-PS-Motor hat auch inkl.
Ausstattung unseres Lounge-Modells mit knapp einer Tonne zu kämpfen.
Das manuelle Fünfgang-Schaltgetriebe ist präzise und leichtgängig
schaltbar. Der kleine runde Schaltknauf liegt gut in der Hand, kurze
Schaltwege machen das Schalten zur Freude.

Für die
Beschleunigung von Null auf Tempo 100 braucht der Fahrer etwas
Geduld bei 12,9 Sekunden, seine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h
reicht aber auf der Autobahn schon zum Mitschwimmen auch bei höherem
Tempo aus. Sparsam ist der neue 500 mit dem teuren Superkraftstoff:
Den Verbrauch gibt Fiat an mit 6,4 Litern je 100 km innerorts, 4,3
Litern außerorts und 5,1 Liter im gemischten Verbrauch nach EU-Norm
(alles Herstellerangaben, ermittelt unter Idealbedingungen auf dem
Rollenprüfstand). Der Motor erfüllt die Abgasnorm EU4 (Fiat gibt
an: Euro 5 ready!), der CO2-Ausstoß beträgt 119 g pro km.

Im Gegensatz zum
Vorgänger (Heckmotor-Heckantrieb) verfügt der neue Fiat 500 über
die Konstruktion Frontmotor-Frontantrieb. Das garantiert von Haus
aus schon ein eher problemloses Fahrverhalten. In zu schnellen
Kurven schiebt er leicht beherrschbar über die Vorderräder,
absolviert plötzliche Ausweichmanöver oder einen flotter
gefahrenen Slalom sicher und spurtreu. Der
Geradeauslauf ist gut, die ansonsten präzise und zielgenaue Lenkung
ist aber leider um die Mittellage etwas schwammig. Der City-Modus
der Sservolenkung lässt diese im Stadtverkehr bzw. bei niedrigen
Geschwindigkeiten noch eine Spur leichter ansprechen als bei
Reisetempo. Das Fahrwerk ist eher komfortabel als straff ausgelegt,
wirkt dabei aber etwas unterdämpft und wippt bei Bodenwellen nach.
Der Fahrbahnkontakt geht in Ordnung, quirlig und dynamisch, wieselt
sich durch enge Kurven, da macht das Fahren Freude! In der
Lounge-Ausstattung (und in Sport) steht der 500 auf 15-Zoll-Leichtmetallrädern
mit 185/55er Reifen. Die Bremsanlage mit innenbelüfteten
Scheibenbremsen vorne und Trommelbremsen hinten verzögert
ordentlich und spurtreu.

Der
Insassensicherheit dienen die selbsttragende Ganzstahlkarosserie mit
einer verstärkten Fahrgastzelle, Seitenaufprallschutz in den Türen,
Energie absorbierend verformbarem Front- und Heckteil,
Drei-Punkt-Gurte, höhenverstellbare Kopfstützen sowie eine
Anti-Submarining-Struktur auf allen Sitzplätzen, Front- und
Seitenairbags vorne, Kopfairbags sowie ein Knieairbag für den
Fahrer und Sicherheitspedale. Isofix-Kindersitzbefestigungen gibt es
auf der Rückbank, der Beifahrerairbag ist abschaltbar, damit hier
auch Kindersitze gegen die Fahrtrichtung montiert werden können.
Die etwas spöttische Bezeichnung „Faltschachtel“ wird sich der
kleine Italiener jedoch nicht an die Brust heften müssen: Im
EuroNCAP erreichte er die Höchstwertung von fünf Sternen für
Insassensicherheit, drei Sterne für Kindersicherheit und zwei
Sterne für Fußgängerschutz. Ausgestattet ist der 500 zudem
serienmäßig mit Tagfahrlicht sowie dem Fix+Go-Reifenreparaturset,
ein Ersatzrad gibt es auf Wunsch.
Ab 10.500 Euro
gibt es den Fiat 500 1.2 8V in Basisausstattung Pop. Unser Exemplar
in der Lounge-Linie kostet ab 12.500 Euro. Extra kosten außer
Metallic-, Pastell- und Perlmutt-Lackierungen Features wie
Klimaautomatik, Parksensoren hinten, verschiedene höherwertige
Audiosysteme, Lederausstattung und Alarmanlage.
Fiat
gibt für Neuwagen eine 5-Jahres-Garantie (bis max. 500.000 km)
sowie – je nach Art der Finanzierung – das Mobilitätspaket
„Free 2“ (2 Jahre) oder „Free 5“ (5 Jahre) dazu. Die
Serviceintervalle betragen 30.000 km oder zwei Jahre. Die
Versicherungen stufen das Modell in die Typklassen 15 / 11 / 17 (KH
/ VK / TK) ein.
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