|

Richtig
schnuckelig sieht er aus, der Trevis von Daihatsu. Ein süßer Blick
betört aus dem niedlichen Rundaugen-Gesicht, das so leichte
Erinnerungen an den alten Mini weckt. Angesichts einer Karosseriehöhe
von 1,50 m sind dieser Ähnlichkeiten zwar schnell am Ende (der alte
Mini maß 1,34 bis 1,35 m in der Höhe), aber der Knuffelfaktor
bleibt der gleiche. Was der nur 3,40 m kurze japanische Kleinwagen
mit dem nicht einmal ein Liter großen Motörchen kann, zeigte uns
ein Testwagen in Papaya-Orange Perleffekt.

Der Trevis ist
ein Viersitzer, bei einer Breite von 1,48 m ist das aber auch besser
so. Guten Zugang zum Innenraum bieten fünf Türen. Überraschend
großzügig ist das Platzangebot in beiden Sitzreihen. Die
Kniefreiheit ist hinten immer noch ausreichend, auch wenn vorne groß
gewachsene Leute Platz nehmen. Die Kopffreiheit ist über jeden
Zweifel erhaben und hinten kommt man sich mit zwei Passagieren auch
nicht zu nah. Die Sitze sind straff, gut konturiert und bieten guten
Seitenhalt. Die Sitzposition ist hoch, der Fahrersitz höhenverstellbar.
Der Laderaum hat mit 167 Litern Kleinwagenformat. Die Rückbanklehne
ist trotz der zwei Sitzplätze asymmetrisch (40:60) geteilt
umklappbar. Damit lässt sich die Kapazität des Gepäckraumes auf
bis zu 420 Liter erweitern.

Zum großzügigen
Raumgefühl trägt auch die sehr weit vorne stehende Frontscheibe
bei. Die Spiegel in den Sonnenblenden sind dadurch aber sehr weit
von den Frontpassagieren entfernt. Die Übersicht über die
Karosserie geht in Ordnung, die ausgeprägten Kotflügel vorne
erleichtern die Abschätzung der Karosseriemaße an dieser Stelle.

Der Innenraum ist
funktional gehalten, Rundungen im Design deuten ein wenig
Verspieltheit an. Die Materialauswahl ist einfach, die Verarbeitung
nicht zu beanstanden. Die Instrumententafel ist übersichtlich
gestaltet und gibt keinerlei Rätsel auf. Geschlossene und offene
Ablagefächer gibt es reichlich, allein drei auf der Beifahrerseite
des Armaturenbrettes. Dazu kommen unter anderem Fächer und Getränkehalter
in den Türen vorne und hinten sowie eine Tasche an der Rückseite
des Fahrersitzes.

Die Ausstattung
des Trevis ist komplett, inklusive der Perleffekt-Lackierung.
Einzige Zusatzoption ist ein Automatik-Getriebe. Serienmäßig
ausgestattet ist der Trevis unter anderem mit einer
funkfernbedienten Zentralverriegelung, elektrischen Fensterhebern
vorne und hinten,
elektrisch einstellbaren Außenspiegeln, wärmedämmender
Colorverglasung, Momo-Lederlenkrad, Schalthebel mit Ledermanschette,
Klimaanlage, einem höhenverstellbaren
Lenkrad sowie 14-Zoll-Leichtmetallrädern.

Mit dem Trevis
Junior hat Daihatsu auch einen Trevis mit reduzierter Ausstattung im
Programm: Statt der 14-Zoll-Leichtmetaller gibt es nur
13-Zoll-Stahlfelgen mit Radzierblenden, es entfallen Features wie
Klimaanlage, CD-Radio und Momo-Lenkrad. Und auch das
Automatik-Getriebe steht hier nicht zur Verfügung. Dafür gibt es
den Wagen aber für unter 10.000 Euro …
Auch mit nur 790
kg Leergewicht reißt der 58 PS starke Motor mit bescheidenen 989
ccm keine Bäume aus. Aber wer dennoch gelassen mit dem Gaspedal
umgehen kann, der wird mit niedrigem Verbrauch belohnt. Der Antritt
geht in Ordnung, auch in punkto Durchzug und Leistungsentfaltung
kann man nicht meckern, denn schließlich ist der Trevis eher für
die automobilen Grundbedürfnisse gedacht. Er braucht viel Drehzahl,
das maximale Drehmoment von 91 Nm liegt erst bei 4.000 Touren an.
Dafür ist er aber recht flott unterwegs, wenn man erst mal in Fahrt
gekommen ist. Allerdings will das manuelle Fünfgang-Schaltgetriebe
eifrig geschaltet werden, will man flott in Fahrt bleiben. Für die
schaltfaule Fortbewegung sind Motor und Getriebe nicht ausgelegt.
Dafür lässt sich der Schalthebel aber locker und präzise führen.
Bei der Laufkultur macht sich der Dreizylinder bemerkbar: leichte
Vibrationen und ein deutliches Brummen, die auf die in einem
Kleinwagen übliche eher zurückhaltende Dämmung zum Motorraum
hindeutet.

Für die
Beschleunigung von Null auf 100 km/h braucht der Trevis 12,2
Sekunden, seine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h reicht auch auf
der Autobahn für zügige Überholmanöver. Der Trevis braucht
Normalbenzin, und in seinem weniger als einem Liter großen
Brennraum hält sich auch der Verbrauch in Grenzen: Gute 6 Liter
braucht er je 100 km Stadtverkehr, 4,1 Liter sind es außerorts und
4,8 Liter im gemischten Verbrauch nach EU-Norm – bei zurückhaltender
Fahrweise, versteht sich (alles
Herstellerangaben). Der Motor erfüllt die Abgasnorm EU4, der
CO2-Ausstoß beträgt bescheidene 114 g pro km.

Der Frontantrieb
macht den Trevis zu einem sicheren und relativ problemlosen
Begleiter. Der Geradeauslauf ist in Ordnung, die Lenkung ist eher
direkt ausgelegt, leichtgängig und präzise. Dank des kurzen
Radstandes (2,38 m) und der schmalen Spur (1,31 m vorne, 1,29 m
hinten) ist er wendig und lässt sich auf kleinstem Raum gut
rangieren.
Die
Feder-Dämpfer-Abstimmung geht eher in die komfortable Richtung,
auch wenn sie nicht wirklich weich ausgelegt ist, was dann ja
zu Lasten der Fahrsicherheit ginge. In schnellen Kurven
offenbart der Trevis dafür eine deutliche Seitenneigung, während
er ansetzt, über die Vorderräder nach außen zu schieben. Hier
setzt auch die schmale Spur spürbare
Grenzen. Insgesamt ist das Fahrverhalten problemlos und
sicher, aber auch sehr agil und dynamisch, um nicht zu sagen: Der
Trevis ist wirklich spaßig zu fahren. Plötzliche Ausweichmanöver
meistert er ohne böse Überraschungen, auch im flott gefahrenen
Slalom zieht er solide seine Spur. Serienmäßig steht der Trevis
auf 14-Zoll-Leichtmetallräder mit Reifen im Format 155/65. Seine
Scheibenbremsen vorn und Trommelbremsen hinten verzögern im Notfall
ausreichend schnell und sicher.
Passive
Sicherheit bieten den Insassen die optimierte Karosseriestruktur aus
hochfesten Stählen mit definiertem Verformungsverhalten,
Seitenaufprallschutz in den Türen, Sicherheitspedalerie,
Frontairbags für Fahrer und Beifahrer, Drei-Punkt-Sicherheitsgurte
und Kopfstützen auf allen Plätzen sowie Isofix-Kindersitzvorrüstungen
hinten. Im Falles eines Crash entriegelt ein Crashsensor automatisch
die Türen, aktiviert die Warnblinkanlage und schaltet die
Innenraumbeleuchtung ein. Die aktiven Helfer beschränken sich auf
ABS mit elektronischer Bremskraftverteilung EBD und Bremsassistent.
Es gibt aber weder eine Traktionskontrolle noch ESP.
Den voll
ausgestatteten Trevis gibt es für 11.290 Euro. Die
Perleffekt-Lackierung ist im Grundpreis enthalten.
Aufpreispflichtige Sonderausstattung gibt es mit Ausnahme eines
Vierstufen-Automatikgetriebes keine. Als Einsteiger-Modell gibt es
den Trevis noch in der ausstattungsreduzierten Junior-Ausführung
(13-Zoll-Stahlfelgen, ohne Klimaanlage, CD-Radio und Momo-Lenkrad) für
9.990 Euro.
Daihatsu
gibt eine dreijährige Neuwagen-Garantie (bis 100.000 km) inkl. eine
fast europaweite Mobilitätsgarantie, drei Jahre auf den Lack sowie
acht Jahre auf die Karosserie gegen Durchrostung. Gegen Aufpreis ist
eine Garantieverlängerung auf bis zu fünf (oder bis max. 150.000
km) möglich. Zum Service muss der Trevis alle 15.000 km oder einmal
jährlich. Die Versicherungen stufen das Modell in die Typklassen 13
/ 16 / 13 (KH / VK / TK) ein.
|