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Ein massiverer Kühlergrill
und der leicht modifizierte Stoßfänger vorne lassen das Gesicht
mit den Klarglasscheinwerfer erwachsener wirken. Mit seinen 3,63 m
ist das Topmodell der facegelifteten Sirion-Baureihe, der Sirion 1.5
S, gute 2,5 cm länger als das Einstiegsmodell. Seitenschweller in
Wagenfarbe und ein Dachspoiler unterscheiden ihn optisch von seinen
kleineren Brüdern.
Die Abmessungen
blieben, die Technik wurde fortentwickelt, ein neuer, stärkerer
Motor rundet die Modellpalette nun nach oben hin ab. Seit Oktober
steht das Facelift (Modelljahr 2008) der zweiten Generation (seit
2004) beim Händler, die erste Generation fand seit 1998 seine Käufer:
Der Sirion ist der Bestseller im Programm der Japaner. Der
1,5-Liter-Sirion stand uns für eine Ausfahrt zur Verfügung.
Fünf Türen
bieten guten Zugang für die Passagiere. Die Übersicht ist nach
allen Seiten heraus ziemlich gut, die äußeren Maße sind gut
abzuschätzen. Vom Platzangebot sollte man in einem Kleinwagen keine
Wunder erwarten, dann geht das, was der Sirion für fünf Insassen
zu bieten hat, schon in Ordnung. Der Laderaum fasst für ein
3,60-m-Auto beachtliche 225 Liter Gepäck. Nach Umklappen der
serienmäßig asymmetrisch geteilt umklappbaren Rückbanklehne
stehen bis zur Fensterunterkante 630 Liter zur Verfügung, über die
dachhohe Beladung bis hinter die Vordersitze macht Daihatsu keine
Angaben. Die Rücksitzflächen können in den Fußraum vorgezogen
werden. Dadurch entsteht nach dem Umklappen der Rücksitzlehnen eine
nahezu ebene Ladefläche, die man bis zu den Vordersitzlehnen nutzen
kann. Zusätzliche Variabilität bietet die um fünf Grad
verstellbare Neigung der Rücksitzlehnen. So lassen sich auch etwas
sperrigere Dinge ohne viel Aufwand im Kofferraum transportieren.
Etwas Hüftspeck hat der neue Sirion allerdings schon angesetzt:
sein Karosseriegewicht stieg mit dem Facelift um 25 kg auf 965 kg,
was also ohne Fahrer 410 kg Zuladung bedeutet (vorher 435 kg). Das
zulässige Gesamtgewicht beträgt nämlich nach wie vor 1.450 kg.
Die Heckklappe öffnet weit nach oben, so dass sich auch große
Leute nicht den Kopf stoßen. Eine niedrige Ladekante erleichtert
das Einladen.

Der Innenraum und
das Cockpit-Design wurden behutsam verändert. Die Schulterpartien
der Vordersitze wurden verstärkt, um mehr Seitenhalt zu bieten. Die
Sitzbezüge sind atmungsaktiv, neue Farben und Muster unterscheiden
die Facelift-Modelle von ihren Vorgängern. Auch die verarbeiteten
Kunststoffe sind heutzutage in mehreren
Silbergrau-/Schwarz-Schattierungen gehalten – mit der dunkleren
Farbe oben, um Reflexionen zu minimieren –, was sowohl von der
Materialqualität wie von der Verarbeitung her einen guten Eindruck
macht. In punkto Bedienung ist das Armaturenbrett nach wie vor nicht
zu beanstanden.

Über der
Basisausstattung hinaus, die nur mit den 1-Liter- und
1,3-Liter-Motoren angeboten wird, gibt es die S-Ausstattung, die nur
für den Topmotor verfügbar ist. Die sehr ordentliche
Grundausstattung umfasst eine funkfernbediente Zentralverriegelung,
elektrische Fensterheber vorne und hinten, elektrisch einstellbare
Außenspiegel, Wärmeschutzverglasung rundum, digitale
Kraftstoff-Verbrauchsanzeige und Drehzahlmesser, CD-Radio mit
Anschlussmöglichkeit für portable Abspielgeräte (wie MP3-Player)
sowie Stahlräder mit Radzierblenden. Fahrersitz und Lenksäule sind
höhenverstellbar. Ab dem 1.3er gibt es schon in der
Basisausstattung eine Klimaanlage, ein Momo-Lederlenkrad sowie einen
partiell verchromten Schaltknauf in Leder, Leichtmetallfelgen und
getönte Scheinwerfer/Rückleuchten. Die Top-Ausstattung S bringt
darüber hinaus Nebelscheinwerfer, Seitenschweller in Wagenfarbe
sowie einen Dachspoiler mit. Optional gibt es für den 1.3 und den
1.5 eine Vierstufen-Automatik sowie für den 1.3 den
Eco-4WD-Allradantrieb.
Der
1,5-Liter-Benzinmotor mit 103 PS ist der neue Top-Motor der
Baureihe. Er kommt auch in Daihatsus Baureihen Materia und Terios
zum Einsatz. Den Einstieg in die Modellpalette bildet der 1.0er mit
70 PS, in der Mitte rangiert der 1.3er mit 87 PS. Zügig kommt der
Japaner in Fahrt, der 103 PS starke Motor hat mit der 965 kg
schweren Karosserie (ohne Fahrer) ein leichtes Spiel. Flott ist er
unterwegs, das Durchzugsvermögen bietet über das ganze relevante
Drehzahlband spritzigen Vortrieb. Dabei läuft der Motor einigermaßen
ruhig und wirkt auch im Innenraum nicht störend.
Das serienmäßige
Fünfgang-Schaltgetriebe schaltet sich locker und präzise, die
Getriebeübersetzung ist (bei allen Sirion-Motorisierungen) auf
maximale Kraftstoffökonomie hin ausgelegt, der erste Gang ist hier,
beim Top-Motor, sogar noch etwas länger übersetzt als bei den schwächeren
Motoren.

Für die
Beschleunigung von Null auf Tempo 100 braucht er 10,5 Sekunden,
seine Höchstgeschwindigkeit erreicht er bei 175 km/h, was ihn auch
auf der Autobahn zügig unterwegs sein lässt. Vergleichsweise
sparsam ist auch der Top-Sirion im Verbrauch: Gute 7,9 Liter
Normalbenzin rinnen auf 100 km Stadtverkehr durch seine Brennräume,
5,2 Liter sind es außerorts und 6,2 Liter im gemischten Verbrauch
nach EU-Norm (alles Herstellerangaben, ermittelt unter
Idealbedingungen auf dem Rollenprüfstand). Neu mit dem Facelift
kommt bei allen Motorisierungen ein intelligenter Katalysator mit
selbst regenerierender Funktion. Der Motor erfüllt die Abgasnorm
EU4, der CO2-Ausstoß beträgt 145 g pro km.

Problemloses
Fahrverhalten verspricht der Frontantrieb, die präzise und eher
direkte elektrische
Servolenkung mit variabler, geschwindigkeitsabhängiger Lenkunterstützung
sorgt für eine gute Portion Fahrspaß. Die
Abstimmung von Federn und Dämpfern in Verbindung mit der üppigen
Bereifung (175/65) sorgen für ein gutes Maß an Fahrkomfort, aber
auch für eine spürbare Seitenneigung in den Kurven. Insgesamt
liegt der Sirion sehr sicher auf der Straße, sind leichtes Schieben
über die Vorderräder deutet das Nahen des Grenzbereichs an. Auch
die Seitenneigung lässt den vernünftigen Fahrer dann bei Zeiten
Zurückhaltung üben, bevor der ganze Spaß droht, übers Ziel
hinaus zu schießen.
Serienmäßig
steht der Sirion in allen Versionen auf 14-Zoll-Rädern mit 175/65er
Reifen, bei den beiden stärkeren Motoren kommen Aluräder zum
Einsatz. Die Bremsen (innenbelüftete Scheibenbremsen vorne,
Trommelbremsen hinten) machen einen guten Eindruck: sie verzögern
schnell und standfest.
Dem
Schutz der Insassen dienen hochfeste Stähle und eine in ihrer
Festigkeit weiter optimierte Karosserie, die beim Crash ein klar
definiertes Verformungsverhalten zeigt, Seitenaufprallschutz in de Türen,
Drei-Punkt-Gurte und höhenverstellbare Kopfstützen auf allen Plätzen,
Front- und Seitenairbag vorne sowie Isofix-Kindersitzvorrüstungen
hinten. Der Beifahrer-Airbag ist jetzt abschaltbar, damit hier auch
Kindersitze gegen die Fahrtrichtung montiert werden können.
Kopfairbags gibt es in allen Motorisierungen nur gegen Aufpreis. Im
EuroNCAP erhielt der Sirion 2005 – also in der Variante vor dem
Facelift – vier Sterne für Insassenschutz, drei Sterne für
Kindersicherheit und zwei Sterne für den Fußgängerschutz. Serie
sind bei allen Modellen ABS mit Elektronischer Bremskraftverteilung
EBD und ein Bremsassistent. Ein Elektronisches Stabilitätsprogramm
(heißt hier VSC) inkl. Antriebsschlupfregelung TRC gibt es
ausschließlich für das Topmodell.

Das Basismodell
Sirion 1.0 gibt es zu einem Preis von 9.990 Euro. Der Preis von
unter 10.000 Euro ist allerdings erkauft mit dem Fehlen der
Klimaanlage, die für einen Aufpreis von 1.000 Euro zu haben ist.
Das 1,5-Liter-Topmodell in der S-Ausstattung schlägt mit Preisen ab
13.990 Euro zu Buche. Gegen Aufpreis gibt es lediglich eine Auswahl
an Perleffekt-Lackierungen, Kopfairbags und ein Automatikgetriebe.

Daihatsu gibt
drei Jahre (bis 100.000 km) Garantie auf den Neuwagen, drei Jahre
auf den Lack sowie 8 Jahre auf die Karosserie gegen Durchrostung.
Dazu kommt beim Einhalten der Inspektionsintervalle eine dreijährige
Mobilitätsgarantie, die fast europaweit gilt. Gegen Aufpreis lässt
sich die Neuwagen-Garantie auf bis zu fünf Jahre (und 150.000 km)
verlängern. Zum Service muss das Modell alle 15.000 km oder einmal
im Jahr. Die Versicherungen stufen den face-gelifteten Sirion mit
allen Motoren in die Typklassen 18 / 18 / 18 (KH
/ VK / TK) ein.
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