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Im Jahr 1998 kam
die erste Generation des Daihatsu
Sirion auf den Markt. Die zweite Generation des japanischen
Kleinwagens ist 10 cm kürzer bei 8 cm mehr Radstand – und 10 cm höher
ausgefallen als der Vorgänger.
Damit geht natürlich ein bisschen das Autoscooter-Feeling verloren,
das dieser Baureihe einen gewissen Pep gab. Die Sitzposition wird höher.
Geblieben ist aber das Gesicht mit den großen Scheinwerferaugen.
Wir fuhren einen Sirion 1.3 mit 87 PS in der Basisausstattung und
der Perleffekt-Lackierung Hellblau.
Den Sirion gibt
es nur als Fünftürer, was den Passagieren guten Zugang zum
Innenraum garantiert. Die Übersicht über die Ausmaße der
Karosserie ist recht gut, allerdings halten sich diese Ausmaße mit
3,60 m Länge, 1,67 m Breite und 1,5 m Höhe in bescheidenen
Grenzen. Die Sitze sind nicht unkomfortabel, die Rückbank ein
Ideechen straffer als die Vordersitze. Der Seitenhalt ist aber
leider in beiden Reihen nicht wirklich prickelnd. Das Platzangebot
ist in der ersten Reihe großzügig, das Raumgefühl üppig - nicht
nur wegen der weit nach vorne gezogenen Frontscheibe, sondern auch
wegen des schmal gebauten, nicht weit in den Passagierraum ragenden
Armaturenbrettes. In der zweiten Reihe sitzt man zumindest mit zwei
Leuten sehr kommod, mit drei Personen stehen der Bequemlichkeit die
bescheidene Karosseriebreite von 1,67 m entgegen. Dafür ist dies
aber auch noch ein Kleinwagen, der seinen Namen verdient. Das
Ladeabteil ist gut geschnitten und fasst 225 Liter, nach Umklappen
der asymmetrisch geteilten Rückbanklehne auf ebener Ladefläche
sogar 630 Liter. Eine Neigungsverstellung der Rücksitzlehnen um
einen Winkel von 5 Grad erlaubt die flexible Erweiterung, wenn nur
wenig mehr Ladevolumen benötigt wird. An maximaler Zuladung sind
reichliche 510 kg, erlaubt.

Die
Materialauswahl im Innenraum ist in Ordnung, die Verarbeitung nicht zu
beanstanden. Die eher zurückhaltende Instrumentierung trägt sehr
zur Übersichtlichkeit der Bedienelemente bei. Lediglich die
Bedientasten für die Einstellung der Außenspiegel ist rechts unter
dem Lenkrad nicht wirklich glücklich angebracht. Großzügig ist
die Ausstattung mit Ablagen und Fächern, zumindest für die
Frontpassagiere. Hinten müssen zwei Fächer für Getränkedosen,
ein kleines Fach darüber sowie eine Tasche an der Rückseite des
Beifahrersitzes ausreichen. Vorne gibt es vier Becherhalter-Fächer,
Ablagefächer in beiden Türen, ein geschossenes zweigeteiltes
Handschuhfach, eine große offene Ablage darunter sowie zwei Fächer
in der Mitte des Armaturenträgers (eines davon hinter einer
Klappe).

Unser Testwagen
fuhr in reichhaltiger Serienausstattung vor, unter anderem mit einer
funkfernbedienten Zentralverriegelung, elektrisch einstellbaren Außenspiegeln,
elektrischen Fensterhebern vorne und hinten, wärmedämmender
Colorverglasung, RDS-Radio mit CD-Spieler sowie einer Klimaanlage.
Aufpreis kosten in unserem Testwagen neben der Perleffekt-Lackierung
lediglich die Kopfairbags und Leichtmetallfelgen. Die
Top-Ausstattung S kommt serienmäßig mit eben jenen Leichtmetallrädern,
mit einer geänderten Frontschürze mit Nebelscheinwerfern, getönten
Klarglasscheinwerfern und Rückleuchten sowie einem Dachspoiler.
Mit 1,3 Litern
Hubraum und 87 PS ist der Vierzylinder-Vierventiler die
Topmotorisierung der Baureihe. Den Einstieg bildet ein
1-Liter-Dreizylinder-Aggregat mit 70 PS. Im Drehzahlkeller wirkt er
noch etwas schwerfällig, aber dann zieht er doch ganz ordentlich an
und über das ganze relevante Drehzahlband mit ordentlichem
Durchzugsvermögen dabei. Mit der nur 940 kg schweren Karosserie hat
der Motor einigermaßen leichtes Spiel. Erst am Berg beginnt er sich
schwer zu tun. Natürlich kann ein Kleinwagen im Punkto Karosseriedämmung
und Dämmung zum Motorraum kaum mit den Großen mithalten,
entsprechend präsent sind Motor und Windgeräusche bei höherem
Tempo. Das manuelle Fünfgang-Schaltgetriebe schaltet sich präzise
und zielgenau, allerdings sind die Schaltwege angesichts des langen
Schalthebels sehr lang.

Die 11,3
Sekunden, die der Sirion für die Beschleunigung aus dem Stand auf
Tempo 100 braucht, gehen für einen Kleinwagen ebenso in Ordnung wie
die Höchstgeschwindigkeit, die er bei 170 km/h erreicht. Gute 7,5
Liter Normalbenzin (!) verbraucht er auf 100 km innerorts, 4,8 Liter
sind es außerorts und 5,8 Liter im gemischten Verbrauch nach
EU-Norm – bei ökonomischer Fahrweise versteht sich (alles
Herstellerangaben). Der Motor erfüllt die Abgasnorm EU4.
Der Sirion verfügt
in der Standardversion über Frontantrieb, seit kurzem ist er aber
auch mit Eco-4WD-Allradantrieb für den Sirion 1.3 auf dem Markt.
Sein Geradeauslauf ist in Ordnung. Die Lenkung ist ausreichend präzise,
vermittelt aber wenig Bodenkontakt. Das
Fahrwerk ist recht komfortabel ausgelegt, was sich in deutlicher
Seitenneigung in schnelleren Kurven zeigt.
Im
Fahrverhalten gibt sich der Sirion weitgehend unproblematisch,
allerdings setzt seine hohe Karosserie frühzeitige Grenzen.
Deutlich ist die Tendenz zum Untersteuern auf flotterer Kurvenfahrt,
zu forsch sollte man mit dem Gasfuß besser nicht zu Werke gehen.
Beherrschbar bleibt er aber innerhalb seiner fahrphysikalischen
Grenzen, ein gefühlvolles Lupfen des Gaspedal bringt ihn wieder in
die Spur. ESP ist für den kleinen Japaner auch gegen Aufpreis nicht
zu haben. Insgesamt ist der Sirion innerhalb seiner enger gesteckten
Grenzen der Fahrphysik durchaus spaßig zu fahren. Agil und handlich
zirkelt er um die Kurven, die allerdings zu eng nicht sein sollten,
wenn es im Gasfuß juckt. Der kleine Wendekreis trägt natürlich
viel zu seiner Handlichkeit bei, vor allem beim Rangieren. Plötzliche
Ausweichmanöver absolviert er sicher, allerdings sind dem Tempo
dabei gewisse Grenzen gesetzt. Gleiches gilt für eine Slalomfahrt.
Serienmäßig steht der Sirion auf 14-Zoll-Rädern mit 175/65er
Bereifung. Die Bremsanlage mit innenbelüfteten Scheibenbremsen und
Bremskraftverstärker vorne sowie Trommelbremsen hinten verzögern für
einen Kleinwagen wirklich ordentlich.
Die
Karosserie bietet trotz des geringen Gewichts Sicherheitsreserven
durch den Einsatz hochfester Stähle, einer in allen Bereichen
optimierten Karosseriefestigkeit, Seitenaufprallschutz in den Türen
sowie durch das bei der Konzeption der Karosserie berücksichtigte
Kompatibilitäts-Prinzip, welches auch bei Kollisionen mit größeren
und schweren Fahrzeugen durch definiertes Verformungsverhalten den
Überlebensraum der Passagiere sichert. Im Innenraum gibt es serienmäßig
Kopfstützen und Drei-Punkt-Gurte auf allen fünf Sitzplätzen,
Front- und Seitenairbags vorne sowie zwei
Isofix-Kindersitzbefestigungen auf der Rückbank. Seitenairbags für
vorne und hinten gibt es gegen Aufpreis. Das Leichtgewicht erzielte
beim EuroNCAP-Crashtest immerhin 4 Sterne für Insassenschutz. An
elektronischen Helfern gibt es lediglich eine elektrische
Servolenkung mit variabler geschwindigkeitsabhängiger Unterstützung,
ABS mit elektronischer Bremskraftverteilung sowie ein
Bremsassistent.
Ab 11.490 Euro
steht der Sirion in den Preislisten, in Basisausstattung mit
1-Liter-Motor (70 PS). Als 1.3 gibt es den Kleinwagen ab 11.990
Euro. Aufpreis kosten die Perleffekt-Lackierung, Kopfairbags vorne
und hinten sowie Leichtmetallräder.
Daihatsu gewährt
drei Jahre Garantie auf den Neuwagen (bis 100.000 km), drei Jahre
auf den Lack sowie acht Jahre auf die Karosserie. Ein Mobilitäts-Service
erstreckt ebenfalls auf die Zeit der Neuwagen-Garantie. Mit dem
Garantie-Plus-Paket können Neuwagen-Garantie und Mobilitäts-Service
gegen Aufpreis auf bis zu 5 Jahre (bis 150.000 km) verlängert
werden. Zu Inspektion und Ölwechsel muss der Sirion alle 15.000 km
oder mindestens einmal im Jahr. Die Versicherungen stufen das Modell
in die Typklassen 17 / 18 / 18 (KH / VK /
TK) ein.
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