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Um satte 6 cm hat
der neue Cuore gegenüber dem Vorgänger
zugelegt, aber er bleibt mit weniger als 3,50 m Karosserielänge
(3,47 m) seiner Wagenklasse treu. Und auch in der Höhe ist er um 3
cm gewachsen (auf 1,53 m), allerdings sieht man ihm das mit seinen
gesunden Proportionen gar nicht an. Erwachsener geworden ist er im
Design, auch wenn das „Herzchen“ immer noch – auf eine reifere
Weise – knuddelig wirkt.

Im Jahr 1980 kam
Daihatsu mit dem ersten Cuore (ital. für Herz), der in Japan Mira
heißt. Seit September ist die siebte Generation des Cuore auf dem
deutschen Markt. Was der Neue kann, zeigte eine erste Ausfahrt des
70-PS-Modells in der Ausstattungsversion Top. Der Chromgrill,
serienmäßige Radzierblenden sowie Türgriffe und Außenspiegel in
Wagenfarbe unterscheiden ihn äußerlich vom Basismodell.
Der Cuore ist
ausschließlich als Fünftürer zu haben. Die neu konstruierte
Karosserie bietet einen erleichterten Zugang zum Innenraum in beiden
Sitzreihen. Die Übersicht nach vorn geht einigermaßen, nach hinten
ist der Blick dank der ansteigenden Gürtellinie nicht so prickelnd.
Der Innenraum ist überraschend geräumig für nicht einmal 3,50 m
Auto. Das Platzangebot ist für vier Passagiere völlig ausreichend
bemessen. Die gerade nach hinten weg gehende Dachlinie lässt auch
den Fondpassagieren eine befriedigende Kopffreiheit. Die Vordersitze
sind angenehm straff und bieten akzeptablen Seitenhalt in den
Kurven.

Die Top-Version bietet eine beeindruckende Flexibilität: Das
Fassungsvermögen des Laderaumes ist ähnlich wie beim Vorgängermodell
und liegt bei 160 – 215 Liter je nach Stellung der
neigungsverstellbaren Rücksitzlehne bzw. der um 25,5 cm
verstellbaren Rücksitzbank. Durch Umklappen der asymmetrisch
geteilten Rücksitzlehnen ist der Laderaum auf 414 Liter (bis
Unterkante Fenster, dachhoch liegen leider keine Daten vor)
erweiterbar. Die Ladekante ist angenehm niedrig, was die Nutzbarkeit
sehr verbessert.

Die
Materialauswahl im Innenraum ist ordentlich, die Verarbeitung nicht
zu beanstanden. Das Armaturenbrett ist übersichtlich gestaltet und
intuitiv handhabbar. Ablagen gibt es reichlich und für fast alle
Bedürfnisse.

Die Basisversion
des Cuore ist eher was für automobile Minimalbedürfnisse
(Hauptsache er fährt) und verfügt über Spiegel in beiden
Sonnenblenden, Colorverglasung vorne mit UV-Schutz, eine elektrische
Servolenkung und eine Radiovorbereitung mit zwei Lautsprechern, eine
Gepäckraumabdeckung, Nebelschlussleuchten und 13-Zoll-Stahlräder.
Fahrersitz, Lenkrad und Kopfstützen sind höhenverstellbar.
Wirklich interessant ist der Cuore aber erst in der Top-Ausstattung.
Hier ist serienmäßig eine funkfernbediente Zentralverriegelung,
elektrische Fensterheber vorn, elektrisch einstellbare Außenspiegel,
Klimaanlage, Bordcomputer, ein RDS-CD-Radio mit vier Lautsprechern
sowie neigungsverstell-, umklapp- und verschiebbare Rücksitze. Nur
für die Top-Version gibt es optional ESP und Traktionskontrolle
(heißen hier VSC und TRC) inkl. 14-Zoll-Leichtmetallräder sowie
Kopfairbags vorne und hinten.
Den Cuore gibt es
nach wie vor nur mit einer Motorisierung, einem 1-Liter-Benziner mit
jetzt 70 PS. Um gute 9 ccm ist der Motor an die 1-Liter-Marke
herangerückt (998 ccm), knappe 12 PS konnten die Entwickler mehr
aus dem neuen Motor herausholen und dabei den Verbrauch im Vergleich
zum Vorgänger senken. Das Dreizylinder-Aggregat mit dynamisch
variabler Ventilsteuerung (DVVT) und optimierten Ansaugkanälen läuft
einigermaßen ruhig, ist aber beim Tritt aufs Gaspedal dank der im
Kleinwagen etwas bescheideneren Dämmung zum Motorraum im
Passagierraum durchaus präsent, ohne allerdings zu sehr zu stören.
Der Motor zieht ganz ordentlich und hat mit der nicht einmal 800 kg
schweren Karosserie leichtes Spiel. Sein maximales Drehmoment von 94
Nm erreicht er bei 3.600 U/min. Man ist ausreichend flott unterwegs,
allerdings ist hier viel Schaltarbeit gefragt, denn die lange
Getriebeübersetzung des Fünfgang-Schaltgetriebes ist auf maximale
Kraftstoffökonomie hin ausgelegt. Dafür geht das Schalten aber
locker und flockig von der Hand.

Für die
Beschleunigung von Null auf Tempo 100 braucht der neue Cuore 11,1
Sekunden, seine Höchstgeschwindigkeit erreicht er bei 160 km/h, was
völlig reicht, auch bei flotterem Autobahntempo mit zu schwimmen.
Im Verbrauch erlebt der Cuore seine Sternstunde: gute 5,5 Liter
Normalbenzin sind es je 100 km innerorts, 3,8 Liter außerorts und
4,4 Liter im gemischten Verbrauch nach EU-Norm – bei ökonomischer
Fahrweise, versteht sich (alles Herstellerangaben, ermittelt unter
Idealbedingungen auf dem Rollenprüfstand). Neu ist der in seiner
Wirksamkeit noch verbesserte intelligente Katalysator mit
selbstregenerierender Funktion durch Nanotechnologie, durch die sich
die Edelmetalle auf dem Keramikkörper des Kats nicht abnutzen und
ein Fahrzeugleben lang erhalten bleiben. Der Motor erfüllt die
Abgasnorm EU4, der CO2-Ausstoß beträgt 104 g pro km.
Der
frontgetriebene Cuore macht auf der Straße einen sicheren Eindruck.
Trotz der hohen Karosserie und der schmalen Spur liegt er problemlos
auf der Straße, allerdings schon mit deutlicher Seitenneigung. Die
optionalen 14-Zoll-Leichtmetallräder mit
155/65er Reifen (Serie sind 145/80 R 13) leisten ihren
Beitrag zur guten Seitenführung. Flott gefahrene Kurven und plötzliche
Ausweichmanöver absolviert er weitgehend neutral und schiebt über
die Vorderräder nach außen, wenn sich der Grenzbereich nähert.
Dann greift auch das optionale ESP mäßigend ein. Die
geschwindigkeitsabhängige elektrische Servolenkung ist leichtgängig,
präzise und ausreichend direkt. Der kleine Wendekreis ist gut fürs
Rangieren und sorgt für eine gute Portion Agilität und jede Menge
Fahrspaß. Die Feder-Dämpfer-Abstimmung ist nicht unkomfortabel, könnte aber
durchaus etwas straffer, um die Seitenneigung zu minimieren.
Die
Bremsen (Scheibenbremsen mit Bremskraftverstärker vorne,
Trommelbremsen hinten) sind in Ordnung und verzögern im Notfall
ganz akzeptabel. Bei unseren optionalen 14-Zoll-Rädern sind die
Bremstrommeln hinten größer dimensioniert als bei den
13-Zoll-Modellen.
Insassenschutz
bieten eine Aufprallenergie abbauende Karosseriestruktur,
Aufprallschutz vorne und hinten sowie in den Türen, Kopfstützen
und Drei-Punkt-Sicherheitsgurte auf allen Plätzen, Front- und
Seitenairbags vorn, Knieairbags für den Fahrer sowie
Isofix-Kindersitzvorrüstungen hinten. Der Beifahrerairbag ist
abschaltbar. Kopfairbags gibt es erst ab der Top-Ausstattung gegen
Aufpreis. Zum Schutz der Fußgänger gibt es kraftabsorbierende
Bereiche in den Kotflügeln, der Motorhaube und den Stoßfängern.
Serienmäßig hat der Cuore ABS mit elektronischer
Bremskraftverteilung EBD und Bremsassistent an Bord. ESP und
Traktionskontrolle (heißen hier VSC und TRC) sind nur in der
Top-Version – und auch hier nur optional – verfügbar.
In der
Basisversion kostet der Cuore ab 8.990 Euro, die Top-Ausstattung
steht zu Preisen ab 11.290 Euro beim Händler. Aufpreis kosten eine
Perleffekt-Lackierung, ein 4-Stufen-Automatikgetriebe, eine
Elektronische Stabilitäts- und Traktionskontrolle (VSC+TRC) sowie
Kopfairbags für vorne und hinten.
Daihatsu
gibt drei Jahre (bis 100.000 km) Garantie auf den Neuwagen, drei
Jahre auf den Lack sowie 8 Jahre auf die Karosserie gegen
Durchrostung. Dazu kommt beim Einhalten der Inspektionsintervalle
eine dreijährige Mobilitätsgarantie, die fast europaweit gilt.
Gegen Aufpreis lässt sich die Neuwagen-Garantie auf bis zu fünf
Jahre (und 150.000 km) verlängern. Zum Service muss der Cuore alle
15.000 km oder einmal im Jahr. Die Versicherungen stufen das Modell
in die Typklassen 14 / 19 / 17 (KH / VK /
TK) ein.
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