PT Cruiser? Was ist denn das? Ach so, das
Gangsterauto! Selbst wer mit dem Namen nichts anfangen kann, kennt sein Aussehen:
Diesen Dreißiger-Jahre-Look, der so ein bisschen an die amerikanischen Gangsterautos aus
Hollywoods Frühzeit erinnert!

Auf jeden Fall ist der Chrysler PT Cruiser
ein Hingucker. Er bereichert mit seinem ungewöhnlichen Äußeren das Straßenbild
ungemein.
Welche Qualitäten sich unter dem
sehenswerten Blechkleid verbergen, erfuhren wir in einem PT Cruiser in Touring-Ausstattung
mit 1,6-Liter-Antrieb (115 PS) in Patriot Blue Metallic. Die Basisausstattung Classic und
die Top-Ausstattung Limited runden die Palette ab. Als weitere Motorisierungen sind ein
2-Liter-Benziner (141 PS) sowie ein 2,2-Liter-Common-Rail-Turbodiesel (121 PS) verfügbar.

Wo soll man den PT Cruiser einordnen? Am
ehesten wohl als Kompakt-Van mit hohem Nutzwert auf 4,29 m Länge und 1,70 m Breite.
Natürlich sitzt man hoch in dem 1,60 m hohen Gefährt. Großzügig ist das Platzangebot
vorne wie hinten. Die komfortablen, gut konturierten Sitze bieten guten Seitenhalt. Selbst
auf dem Mittelsitz in der zweiten Reihe sitzt man noch sehr bequem.
Verschiedene Schattierungen warmer
Grautöne prägen den Innenraum. Farbliche Akzente setzen die dunkelblau lackierte
Umrandung der Rundinstrumente auf der Fahrerseite sowie in gleicher Farbe lackierte
Airbagabdeckung auf der Beifahrerseite. Verchromt ist außer den Türöffner-Bügeln
leider nur das Schaltgestänge: Der Innenraum würde aber die eine oder andere
Chromapplikation mehr vertragen. Nicht besonders hochwertig wirkt allerdings die schlichte
graue Kunststoffkugel an der Spitze der verchromten Schaltstange. Das ist fast schon ein
Stilbruch, lackiert (passend in Dunkelblau?) müsste der Knauf wenigstens sein.

Nichts auszusetzen gibt es an der
Funktionalität und Praxistauglichkeit der Schaltzentrale. Sinnvoll ist die Anordnung von
Schaltern und Anzeigen, leicht sind sie zu erreichen. Ablageflächen und Fächer gibt es
reichlich in den Türen oder in der Mittelkonsole, allerdings finde ich nichts passendes
für meine Sonnenbrille.
Die Ausstattung ist gut. Sie umfasst all
die kleinen Annehmlichkeiten des Autofahrerlebens inklusive elektrische Fensterheber vorne
und hinten, Klimaanlage und Audiosystem mit Radio, CD und Cassette sowie sechs
Lautsprechern serienmäßig. Das elektrische Schiebedach gibt es allerdings nur als
Sonderausstattung.
Der gute Sitzkomfort in der zweiten Reihe
mit ausreichender Kniefreiheit geht allerdings zu Lasten des Laderaumes. Die reine
Stellfläche ist klein, aber dafür kann man in die Höhe laden. 521 Liter Ladevolumen
stehen bis unter die Laderaumabdeckung zur Verfügung. Dachhoch und über die umgeklappte
Rücksitzlehne bis hinter die Vordersitze sind es 2.150 Liter. Die Rücksitzlehne ist
asymmetrisch geteilt, mit der breiteren Seite rechts, was den Transport sperriger Güter
erleichtert. Bis zu 1,07 m breit ist die Ladefläche zwischen den Radkästen, bei
umgeklappter Rückbanklehne stehen 1,52 m bis zu den Vordersitzen zur Verfügung. Da
lässt sich ganz ordentlich was laden, bis zu 430 kg Zuladung sind erlaubt.

Die Laderaumabdeckung kann auch tiefer
gelegt werden. Die Laderaumabdeckung lässt sich rumdrehen und hat als Unterseite eine
abwaschbare Fläche. In die unterste Schiene geschoben lassen sich so schmutzige oder
feuchte Gegenstände problemlos transportieren. Unter dem Gepäckraumboden steht noch ein
kleineres Fach zur Verfügung, für Gegenstände, die man nicht auf Anhieb sehen soll.

Das 1,6-Liter-Aggregat ist der kleinere der
beiden in dieser Reihe verbauten Motoren. Mit 115 PS ist es noch nicht einmal schwach.
Sein maximales Drehmoment von 157 Nm liegt aber erst bei 4.550 Touren an. Die
Getriebeabstufungen sind lang und eher auf Sparsamkeit ausgelegt. In der Praxis zieht der
fast 1,9 t schwere Van von daher recht zäh an, weil er erst mal auf Touren kommen muss,
bis richtig was läuft. Dafür läuft der Vierzylinder-Motor aber ruhig und vibrationsarm
und drängt sich nicht in den Vordergrund.
Der PT Cruiser 1.6 beschleunigt in 13,5
Sekunden von Null auf 100 km/h, die Höchstgeschwindigkeit ist schon bei 176 km/h
erreicht. Im Verbrauch liegt der PT Cruiser bei 8 Litern Superbenzin je 100 km im
gemischten Verbrauch nach EU-Norm, in der Stadt schluckt er 10,3 Liter, außerstädtisch
begnügt er sich mit 6,6 Liter (alles Herstellerangaben). Der Motor erfüllt die Abgasnorm
EU3.
Die manuelle Fünfgang-Schaltung glänzt
mit kurzen Schaltwegen und lässt sich leichtgängig und präzise durch die Schaltkulisse
führen. Auch der Kupplungsweg ist ausreichend kurz, die Kupplung spricht schnell an. Die
Bremsen (Scheibenbremsen rundum, vorne innenbelüftet) sprechen nur langsam an, der
Pedalweg ist zu lang, was die Bremsen auch schlecht dosierbar macht. Unser Testwagen war
mit Winterreifen ausgerüstet, stand aber anstatt der serienmäßigen 205/55er Reifen auf
schmaleren 185/65ern. Das hatte natürlich Auswirkungen auf die Bremswege ...

Die Lenkung ist eher direkt ausgelegt und
ausreichend leichtgängig. Recht wendig, fast schon agil kann man den schweren Wagen durch
die Kurven dirigieren und das trotz des großen Wendekreises. Neutral bis leicht
untersteuernd geht er sehr schnell gefahrene Kurven an. Wenn er über kurvige Strecken
tänzelt, könnte man fast vergessen, in welch großem (und schwerem) Auto man sitzt. Da
kommt richtig Freude auf. Plötzliche Spurwechsel und anschließendes wieder Einscheren
meistert er leichtfüßig und sicher, ohne dabei Kontakt zur Fahrbahn vermissen zu lassen.
Die Feder-Dämpfer-Abstimmung ist eher
straff ausgelegt, um dem großen und hohen Gefährt ausreichende Sicherheitsreserven zu
lassen. Unkomfortabel fährt der Chrysler-Van darum aber trotzdem nicht.
Serienmäßig passive Sicherheit bieten
Kopfstützen und Dreipunkt-Gurte auf allen fünf Sitzen, vier Airbags für Fahrer und
Beifahrer sowie Seitenaufprallschutz in den Türen. Isofix-Kindersitzverankerungen sind
auf allen drei Fondsitzen installiert. Aktive Sicherheitsfeatures beschränken sich auf
Antriebsschlupfregelung und ABS.

Ab 18.100 Euro gibt es den PT Cruiser in
Basisausstattung. Mit 20.200 Euro ist man bei der Touring-Ausstattung dabei. In der
Aufpreisliste stehen lediglich die Metallic-Lackierung (330 Euro) und das elektrische
Schiebedach (720 Euro).
An Garantien gibt Chrysler zwei Jahre auf
den Wagen, fünf Jahre (oder bis 80.000 km) auf das Katalysator-System sowie sieben Jahre
auf die Karosserie gegen Durchrostung. Die Wartungsintervalle betragen 24.000 km, ein
Ölwechsel ist alle 12.000 km (oder nach sechs Monaten) fällig. Die Einstufungen in
Versicherungsklassen lauten 17 / 20 / 29 (KH / VK / TK). |