
Der Chrysler 300C, ob als Limousine
oder als Kombi-Version Touring, fällt auf. Seine wuchtige Front setzt Akzente, die
Karosserie insgesamt wirkt mächtig gewichtig. Er ist eine moderne Interpretation des
klassischen amerikanischen Straßenkreuzers. Kein Wunder, dass es der in beiden
Karosserievarianten 5,02 m lange Amerikaner auf fast 2 Tonnen Leergewicht bringt. Für den
europäischen Markt werden die Chrysler-Modelle 300C und 300C Touring bei Magna Steyr im
österreichischen Graz produziert.

Seit Herbst 2004 ist die Baureihe schon
auf dem deutschen Markt, seit November 2005 gibt es sie mit dem neuen 3-Liter-CRD
(Common-Rail-Diesel). Eine kleine Ausfahrt gab einen ersten Eindruck, was der 300C Touring
und der 218 PS starke Motor können.
Guten Zugang zu beiden Sitzreihen
bieten vier Türen. Die Übersicht über die mächtige Karosserie ist allerdings eher
bescheiden. Das Platzangebot innen hält, was das Fahrzeug von außen verspricht. Über
mangelnde Kniefreiheit kann sich angesichts von über 3 m Radstand in beiden Reihen keiner
beklagen. Der Gepäckraum im Touring ist mit 630 Litern auch recht üppig bemessen, Durch
Umklappen der serienmäßig asymmetrisch geteilten Rückbanklehne stehen bis zu 1.602
Liter zur Verfügung. Bei der Limousine sind es allerdings eher bescheidene 442 Liter.
Dafür nimmt sich die erlaubte maximale Zuladung mit 330 415 kg (je nach
Ausstattung) im Touring bescheidener als die 405 475 kg bei der Limousine, die auch
nicht gerade reichhaltiges Gepäck zulässt.

Nobel ist das Interieur mit
Lederpolstern, Alcantara und Walnussholz-Einlagen (alles Sonderausstattung), tadellos ist
die Verarbeitung. Auch an der Übersichtlichkeit der Anzeigen und Instrumente ist nichts
auszusetzen. Eine elektrisch verstellbare Pedalerie ergänzt das in Höhe und Reichweite
verstellbare Lenkrad. In Verbindung mit den achtfach elektrisch einstellbaren Fahrersitz
(mit Memory-Funktion für zwei Positionen, der Beifahrersitz ist sechsfach elektrisch
verstellbar) findet hier jeder die passende Einstellung.

Ab der Basisversion fährt der 300C
Touring serienmäßig u. a. mit Chrom-Applikationen an der Karosserie,
Leichtmetallrädern, funkfernbedienter Zentralverriegelung, elektrischen Fensterhebern
vorne und hinten, elektrisch einstellbaren und beheizbaren Außenspiegeln, CD-Radio,
Bordcomputer, Zwei-Zonen-Klimaautomatik, Parkpilot hinten, Regensensor und Tempomat vor.
Darüber hinaus gibt es als Sonderausstattung eine Dachreling, ein elektrisches
Glas-Schiebe-Hubdach, Radio mit CD-Wechsler, DVD-Navigationssystem mit Radio und
CD-Wechsler, eine elektrisch verstellbare Pedalerie, Lederpolster inkl. Sitzheizung vorne,
abgedunkelte Scheiben an den Seiten hinten und am Heck sowie Walnussholz-Einlagen an
Lenkrad, Wahlhebel und Türgriffen oder das umfangreichere Interieur-Paket
Executive mit diesen und weiteren Walnussholz-Einlagen.
Der neue
3-Liter-Sechszylinder-Turbodiesel mit einer Common-Rail-Direkteinspritzung der dritten
Generation und variabler Turbolader-Geometrie ergänzt die bisher verfügbaren drei
Benzinmotoren mit Leistungsstufen von 193 bis 340 PS. Das Triebwerk stammt aus dem
Konzernregal, leistet im Chrysler 218 PS (als 320 CDI sind es bei Mercedes 224 PS) und
sein Drehmomentmaximum von 510 Nm (zwischen 1.600 und 2.800 U/min.) reicht fast an die
maximalen 525 Nm (bei 4.000 Touren) des 5,7-Liter-Hemi-Achtzylinders heran. In der Praxis
glänzt der 300C mit einem exzellenten Antritt, hervorragendem Durchzug und einer
Leistungsentfaltung, die in dieser Fahrzeugkategorie kaum Wünsche offen lässt. Der Motor
hängt gut am Gas, setzt verstärkten Gaspedaldruck fast schon ungestüm in Vortrieb um.
Ein Muster an Laufkultur und im Innenraum kaum spürbar ist der V6 auch dank einer
Ausgleichswelle. Den Selbstzünder hört man ihm kaum an. Das neue
Fünfstufen-Automatikgetriebe trägt zur niedrigerem Kraftstoffverbrauch bei. Es schaltet
weich und kaum spürbar und ist auch von Hand sequentiell schaltbar.

Die Beschleunigung aus dem Stand auf
Tempo 100 ist für einen Fast-Zweitonner (1.945 2.030 kg Leergewicht, je nach
Ausstattungsumfang) schon beeindruckend. Auch bei einer Höchstgeschwindigkeit von 227
km/h kann der Touring gut mithalten. Dabei ist Verbrauch angesichts von Karosseriegewicht
und Motorbrennraum relativ bescheiden: Nur 10,9 Liter Dieselkraftstoff konsumiert der 300C
Touring je 100 km innerorts, 6,8 Liter sind es außerorts und im gemischten Verbrauch nach
EU-Norm kommt er auf 8,3 Liter bei ökonomischem Gasfuß, versteht sich. Bei der
Limousine legen diese Verbrauchswerte bei 10,8, 6,6 bzw. 8,1 Litern (alles
Herstellerangaben). Der Common-Rail-Diesel wird serienmäßig mit Dieselpartikelfilter
ausgeliefert und erfüllt die Abgasnorm EU4.
Das Fahrwerk des Amerikaners stammt von
der Stuttgarter E-Klasse ab. Im Handling glänzt
der Zweitonner mit einer Agilität, die fast an die eines Kompaktwagens heranreicht. Von
Größe und Gewicht der Karosserie ist auf kurvigen Pisten kaum etwas zu spüren. Nun ja,
beim Einparken und Rangieren bemerkt man dann ja doch seinen großen Wendekreis, was aber
bei einem Radstand von über 3 Metern und Spurbreiten von über 1,60 m nicht verwundern
sollte. Radstand und Spurbreite begünstigen dafür aber einen sehr guten Geradeauslauf.
Die eher direkt ausgelegte Lenkung, die
auch um die Mittellage sehr gut anspricht, und der Hinterachsantrieb vermitteln ein schon
eher sportliches Fahrgefühl. Dabei ist die
Feder-Dämpfer-Abstimmung ganz auf Fahrkomfort getrimmt, ohne jedoch irgendwie unsicher
oder schwammig zu wirken. Solide und spurtreu zieht er sein Linie auch in flotteren
Kurven. Serienmäßig steht der 300C Touring (ebenso wie die Limousine) in allen
Motorvarianten auf 18-Zoll-Leichtmetallrädern mit Reifen im Format 225/60. Gute Traktion
und Fahrstabilität gewährleisten sie ebenso wie Fahrkomfort. Die Scheibenbremsen rundum
(vorne innenbelüftet) verzögern schnell und standfest.
Passive
Sicherheit bieten den Insassen die Aufprallenergie kontrolliert abbauende Karosserie mit
Sicherheitsfahrgastzelle und Stahlverstärkungen in den Türen, Drei-Punkt-Gurte und
Kopfstützen auf allen fünf Sitzplätzen, mehrstufig auslösende Frontairbags sowie
seitliche Fensterairbags für vorne und hinten. Den Fahrer unterstützen ABS mit
Bremsassistent, Antriebsschlupfregelung und ESP. Alarmanlage und
Reifendruck-Kontrollsystem runden das Sicherheitspaket ab.
Ab 37.800 Euro ist der 300C Touring zu
haben, ab 35.400 Euro die Limousine der Baureihe. Mit 3-Liter-Sechszylinder-CRD legt der
Kunde jeweils 1.200 Euro mehr auf den Tisch. Die aufpreispflichtige Sonderausstattung
umfasst unter anderem die Metallic-Lackierung, Radio mit CD-Wechsler,
DVD-Navigationssystem, ein elektrisches Glas-Schiebe-Hebedach, Lederpolster inkl.
Sitzheizung vorne sowie abgedunkelte hintere Scheiben.
Chrysler gibt auf den Neuwagen die zweijährige Garantie ohne
Kilometerbegrenzung (Herstellerangaben) sowie sieben Jahre auf die Karosserie gegen
Durchrostung. Die Neuwagen-Garantie kann auf Wunsch gegen Aufpreis auf bis zu zehn Jahre
ab Erstzulassung verlängert werden. Eine Mobilitätsgarantie während der
Neuwagen-Garantie-Zeit beim Einhalten der Inspektionsintervalle rundet das Paket ab. Die
Service-Intervalle betragen 40.000 km (mindestens alle zwei Jahre), ein Ölwechsel ist
nach 20.000 km (oder ein Mal im Jahr) fällig. Die Versicherungen stufen das Modell sowohl
als Limousine als auch in der Touring-Version in die Typklassen 19 / 27 / 32 (KH / VK / TK nach der neuen Struktur in der
Fahrzeugversicherung) ein.
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