Ein Traum in Rot: 4,40 m lang, 1,83 m breit
und 1,32 m flach. Dieses Auto hat das Zeug zum Klassiker. Die leichten Anleihen beim alten
507 wirken nicht aufgesetzt und auf "retro" getrimmt: Der Z8 ist ein Original!
Zeitlos, aber eigenständig ist die Karosserie geformt, schöne, elegante Linien, Bögen
und Proportionen mit langer Motorhaube und kurzem Heck.

Unser Testwagen zieht die Blicke auf sich,
allerdings wohl nicht nur wegen der Formen, sondern auch wegen seiner Farbe: Knallrot
steht ihm besonders gut, eine Augenweide! Silbermetallic, Graumetallic, Schwarz oder
Blaumetallic bringen seine Formen nicht annähernd so gut zur Geltung. Sportwagen müssen
einfach Rot sein. Deshalb verkauft ja auch eine italienische Sportwagen-Schmiede
vorzugsweise in Rot ...

Die 35 cm mehr Karosserielänge gegenüber
dem kleinen Bruder Z3 kommen fast komplett der laaaanggezogenen Motorhaube zugute. Das
ermöglichte bei einem Radstand von 2,50 m die Platzierung des Motors hinter der
Vorderachse (Frontmittelmotor), was eine optimale Gewichtsverteilung zwischen den Achsen
und damit eine besonders sichere Straßenlage zur Folge hat. Traditionell paart BMW auch
hier den Frontmotor mit Heckantrieb.
Bis auf die Stoßfänger ist die Karosserie
komplett aus Aluminium. Alu-Spaceframe und Alu-Fahrwerk dienen der Stabilität von
Karosserie und Straßenlage, ohne dabei mehr als nötig "ins Gewicht" zu fallen.
Dennoch bringt der 4,40 m lange Roadster dank seiner aufwendig hochversteiften Karosserie
und seiner umfangreichen Ausstattung auch mit Stoffverdeck schon fast 1,7 Tonnen auf die
Waage.
Der Verbrauch ist absolut unanständig.
Aber das ist auch nicht das, woran dieses Auto gemessen wird. Der Maßstab sind die
Faszination, die ohne Zweifel von ihm ausgeht, und die schiere Kraft, die er unter der
langgezogenen Motorhaube verbirgt.

Der Fahrer startet den Motor auf
Knopfdruck, nachdem er den Zündschlüssel ins Schloss gesteckt hat. Der Motor erwacht zum
Leben, bereits im Lehrlauf dringt ein sonorer Sound aus acht Zylindern und fast fünf
Litern Hubraum an das Ohr der Passagiere im offenen Fahrzeug. Schon ein relativ leichter
Tritt aufs Gaspedal lässt den Z8 umgehend losspurten, dass es die Insassen in die Sitze
drückt. Antrittsstark, superkultiviert und laufruhig arbeitet das riesige Aggregat, mit
einem Durchzugsvermögen, dass einem die Spucke weg bleibt. Selbst bei hoher
Geschwindigkeit legt er bei energischerem Tritt aufs Gas noch einen drauf.

Von Null auf Tempo 100 braucht der 400 PS
starke Z8 4,7 Sekunden, für die Vernichtung der Geschwindigkeit von 100 km/h noch nicht
einmal die Hälfte: Nach guten 35 Metern bringen die großdimensionierten
Hochleistungsscheibenbremsen (rundum innenbelüftet) das Fahrzeug zum Stillstand. Ihren
Beitrag zum kurzen Bremsweg leisten die massive Reifen (245/24er, 275/49er hinten) auf
18-Zoll-Leichtmetallrädern im Fünfstern-Doppelspeichen-Design. Bei 250 km/h
Höchstgeschwindigkeit haben die BMW-Entwickler den Vortrieb begrenzt und den Motor
abgeregelt.
Die Sechsgang-Schaltung lässt sich mit
kurzen Schaltwegen präzise schalten, dass es die wahre Freude ist. Wer will, kann die
manuelle Schaltung per Knopfdruck noch etwas sportlicher machen: Noch etwas brachialer
geht der Motor dann zu Werke, wird seine Kraft auf die Räder geleitet. Dank des
superüppigen Drehmoments das Maximum von 500 Nm liegt bei 3.800 Touren an,
zwischen knapp über 1.000 bis 7.000 U/min. sind es immer noch 400 Nm lässt sich
der Wagen in der Stadt aber auch schön schaltfaul fahren.

Die Lenkung folgt den Befehlen des Fahrers
zielgenau und präzise. Der Weg ist das Ziel! Dafür spricht nicht nur der souveräne
Motor und der tadellose Geradeauslauf, sondern auch die recht direkt ausgelegte Lenkung,
die den Fahrspaß und die Freude am Fahren nicht zu kurz kommen lassen.
Wie auf Schienen durchfährt der noble
Münchener auch schnelle Kurven, bleibt bei plötzlichen und auch bei doppelten
Spurwechseln sauber in der vom Fahrer vorgegebenen Spur. Sportlich-straff sind Fahrwerk
und Federung ausgelegt. Das passt zu diesem Fahrzeug, man empfindet es noch nicht als
unkomfortabel.

Beim rückwärts Einparken lässt sich der
Roadster leicht führen und findet wendig sein Ziel, im Vorwärtsgang jedoch offenbart
sich sein nicht gerade kleiner Wendekreis.
Die Sicherheit geht weit über die
hochfeste Karosserie mit Überrollbügeln hinter den Sitzen hinaus. Die Bremsen arbeiten
ABS und CBC (Kontrolle beim Bremsen in der Kurve), die Fahrdynamikregelung DSC III (ein
elektronisches Stabilitätsprogramm der dritten Generation) sowie die Traktionskontrolle
ASC+T gehören zur Serienausstattung. Das intelligente Airbag-System löst die Front- und
Seitenairbags je nach Unfallschwere stufenweise aus.

An Übersicht lässt die Karosserie etwas
zu wünschen übrig, was sich gerade beim Einparken bemerkbar macht. Eine Einparkhilfe
wäre hier sehr vorteilhaft. Der Einstieg birgt keine Probleme, auf angenehm straffen, gut
konturierte Sportsitzen finden Fahrer und Beifahrer Platz.

Schwarz ist der Innenraum, liebevoll
platzierte Alu-Applikationen setzen Akzente. Die Innenraumverkleidung besteht aus
schwarzem Leder, die obere Cockpitpartie aus lackschwarzem, glänzendem Kunststoff, der
leider in der Sonne den Fahrer etwas blendet. Die Anzeigen sind in der Mitte des
Armaturenbrettes platziert. Das ist zwar gewöhnungsbedürftig, aber die Anzeigen sind gut
einzusehen. Leder-Sportsitze runden das hochwertig gestaltete Interieur ab.
Über zu wenig Platz können die Passagiere
nicht klagen, der Passagierraum in groß. Auch wenn der Längenvorteil gegenüber dem Z3
in der Motorhaube steckt, so verfügt der Z8 doch immerhin über 203 Liter Laderaum (Z3
roadster: 165 Liter). Das reicht immerhin für ein Wochenende zu zweit.

Wenn der Weg das Ziel ist, dann sollte der
Weg ja nicht zu unbequem sein. Keine Gefahr besteht in diesem Luxus-BMW. Das schließt
nicht nur die elegante Anmutung des Interieurs sowie allen erdenklichen Luxus des
Autofahrerlebens inklusive Alarmanlage, Geschwindigkeitsregelung, Klimaanlage und
Sitzheizung, der Komplettleder-Innenausstattung und eine hydraulische Verdeckbetätigung
mit elektrischer Zuziehhilfe ein, sondern auch ein Multi-Informations-Radio mit Telefon
und Navigationssystem sowie ein hochwertiges Sound-System, beheizte Auflageflächen für
die Scheibenwischer und ein Hardtop in Wagenfarbe serienmäßig. Das Verdeck
öffnet sich in knapp 15 Sekunden, das Aufziehen der Persenning (immerhin aus Leder)
dauert allerdings etwas länger. Auch das mit der Plastik-Heckscheibe im Stoffverdeck
hätte man in dieser Preisklasse wohl besser machen können.
Dieser Traum von
einem Auto kostet auch einen Traumpreis: 240.000 Mark. Der nur in Kleinserie gebaute Z8
wird fast komplett in Handarbeit gefertigt. Die Aufpreisliste ist BMW-untypisch
weniger als nur kurz, es gibt nämlich keine: die Ausstattung des Sportwagens ist
komplett Serie. Auch die sonst üblichen Aufpreise für Metallic-Lackierungen entfallen.

BMW gewährt ein Jahr
Garantie auf den Wagen sowie alle beim BMW-Händler eingebauten Originalteile sowie sechs
Jahre gegen Durchrostung. Darüber hinaus gibt es die Mobilitätsgarantie mit der
BMW-Service-Card beim Einhalten der Inspektionsintervalle. Der Z8 ist in die
Versicherungsklassen 23 / 36 / 38 (KH / VK / TK) eingestuft. |