
Modern eher denn klassisch ist das
Karosseriestyling des BMW Z4. Keine verspielten Roadster-Linien und -Kurven, sondern
scharfe geschnittene Kurven, Ecken und Linien, die ihren ganz eigenen Reiz haben. Bei
längerer Betrachtung fällt da optisch nur die Motorhaube als viel zu glatt negativ ins
Auge. Ansonsten stimmen auch die Proportionen: Langer Radstand, kurze Überhänge und eine
endlos lange Motorhaube zieren den 4,09 m langen Roadster.
Ein Z4 3.0i
hatte uns schon im vergangenen Jahr für eine Ausfahrt an der Algarve zur Verfügung
gestanden. Mit 2.5-Liter-Sechszylinder-Motor fuhr der Z4 jetzt in Titansilber Metallic zum
ausgiebigeren Testen vor.
Zwei Türen gewähren
Zutritt zu den sportlich konturierten Sitzen. Angenehm straff sind die Lederstühle
gepolstert. Der Innenraum ist tadellos verarbeitet und von hoher Materialqualität. Die
Anmutung ist sportlich funktional und passt sehr gut zum modernen Design, das so gar nicht
mehr an den klassischen Roadster in Gestalt eines Z3 erinnert.

Das Öffnen und Schließen des
vollautomatischen Verdecks dauert inklusive des Hochfahrens der Fenster knappe 14
Sekunden. Das ist kaum länger als die Zeit, die man braucht, um sich mit links
anzuschnallen (mit der rechten Hand muss man ja den Knopf gedrückt halten). Das Verdeck
verfügt über eine sogenannte Z-Faltung, die eine Persenning oder eine zusätzliche
Verdeckabdeckung überflüssig macht. Und schon kann es losgehen. Offen gestanden ist dann
auch die Übersicht gut, sie leidet doch sehr bei geschlossenem Verdeck. Da ist die
Einparkhilfe hinten schon sehr sinnvoll. Vorne bräuchte man allerdings angesichts der
langen Motorhaube eigentlich auch eine.
Die Sitze sind sportlich konturiert und
(als Sonderausstattung) mit Leder Oregon bezogen. Inklusive ist hier die Sitzheizung für
beide Sitze. Das Traumrot der Sitze und der Lederapplikationen in den Türen gibt einen
schönen Kontrast zur titansilbernen Lackierung, dem grauen Interieur und dem schwarzen
Verdeck. Offen gestanden ist der Z4 allerings nur bedingt Minirock-tauglich das
gilt auch mit Sitzheizung: Es zieht zu sehr von oben. Über mangelnden Platz hingegen
können sich die Insassen auf den Sitzen ebenso wenig beschweren wie über den Laderaum.
Das Gepäckabteil fasst jetzt 240 bis bei geöffnetem Verdeck 260 Liter (der
Z3 fasste nur 165 Liter), das reicht sogar für den exklusiven Wochenendtrip zu Zweit.

Die Handhabung von Schaltern und Anzeigen
ist ergonomisch fast perfekt und ohne Ablenkung machbar. Trotz des aufpreispflichtigen
Ablagenpakets in unserem Testwagen steht nicht so richtig üppig Stauraum im Innenraum zur
Verfügung. Das Handschuhfach macht seinem Namen alle Ehre. Die Fächer in den Türen sind
sehr schmal. Netze an den Rückseiten der Vordersitze, ein Netz im Fußraum des
Beifahrersitzes, ein kleines Fächlein hinten auf dem Mitteltunnel, das vielleicht für
eine Zigarettenschachtel reicht, sowie ein verschlossenes kleines Fach an der Rückwand
zwischen den Vordersitzen über CD-Wechsler und Navigationssystem fassen den nötigen
Kleinkram.

Zur Serienausstattung gehören beim 2.5i
die kleinen Annehmlichkeiten des Autofahrerlebens wie funkfernbediente
Zentralverriegelung, elektrische Fensterheber, elektrisch einstellbare und beheizbare
Außenspiegel und eine mechanische Lenkradverstellung sowie Bordcomputer, das
Sport-Lederlenkrad, ein Doppelrohr-Auspuff, eine beheizbare Heckscheibe aus Glas,
Reifendruckkontrolle inkl. Reifen mit Notlaufeigenschaften auf 16-Zoll-Felgen und ein
einfaches CD-Radio. Das Windschott kostet allerdings Aufpreis. Als Sonderausstattung
verfügte unser Testwagen über eine vollautomatische Verdeckbetätigung,
17-Zoll-Leichtmetallräder im Turbinenstyling, Ledersitze mit Sitzheizung und
Interieurleisten in Aluminium Feinschliff, Klimaautomatik, Navigationssystem Professional
mit Bordcomputer, Radio-System Business CD und CD-Wechsler, Alarmanlage,
Geschwindigkeitsregelung, Regensensor mit Fahrlichtautomatik, Park Distance Control, eine
elektrische Sitzverstellung mit Memory für den Fahrersitz, Bi-Xenon-Scheinwerfer und eine
Fünfgang-Automatik mit Steptronic.

Der 2,5-Liter-Sechszylinder-Motor unseres
Testwagens mit seinen 192 PS steht dem Dreiliter-Sechszylinder
(231 PS) eigentlich in nichts nach. Hervorragend im Antritt, in Durchzug und
Leistungsentfaltung und das bei einer Laufkultur, wie man sie von einem BMW-Sechszylinder
einfach erwartet. In Kombination mit einem sehr gut abgestimmten
Fünfgang-Automatikgetriebe lassen sich die Fahrleistungen immer noch sehen: In 7,5
Sekunden sprintet der 1.365 kg schwere Roadster von Null auf Tempo 100 (manuelle
Schaltung: 7 Sekunden), bei 227 km/h (manuell: 230 km/h) erreicht er seine
Spitzengeschwindigkeit. Die Automatik fordert ihren Preis allerdings im Stadtverkehr, wo
sie nicht nur die bequemere, sondern auch die trinkfreudigere Lösung ist. Im Stadtverkehr
verbraucht der Z4 2.5i mit Automatikgetriebe 13,5 Liter Super Plus je 100 km
(Schaltgetriebe: 12,5 l) bei ökonomischer Fahrweise versteht sich ,
außerorts ist er dagegen mit 7,3 Litern fast schon bescheiden (Schaltgetriebe: 6,9 l). Im
gemischten Verbrauch nach EU-Norm sind es 9,5 Liter (Schaltgetriebe: 8,9 l, alles
Herstellerangaben). Der Motor erfüllt die Abgasnorm EU4.

Das Fünfgang-Automatikgetriebe schaltet
sauber und nur wenig spürbar hoch und runter. Es verfügt mit Steptronic über die
Möglichkeit, auch von Hand zu schalten. Mit einem gut dosierten Gasfuß ist das aber
nicht nötig, da die automatisierten Schaltvorgänge auch ihre Zeit kosten. Die adaptive
Getriebesteuerung (ASG) errechnet aus Fahrstil und Betätigung des Gaspedals Gang und
Schaltvorgänge unter Berücksichtigung von Straßenbedingungen "Normal",
"Winter" oder "Berg/Anfahren". Außerdem vermeidet ASG in
Fahrsituationen wie Stopp-and-go, in Kurven oder bei Bergabfahrten unnötiges Schalten.
Über Knopfdruck ist der Sportmodus aktivierbar (Serie bei 2.5i und 3.0i). In diesem Modus
spricht der Motor noch etwas spontaner an und ist die Lenkung noch einen Tick direkter.

Der bayerische Hecktriebler liegt gut und
ruhig auf der Straße. Die direkte und präzise Lenkung sorgt für den nötigen Schuss
sportlicher Agilität bei einem ansonsten sicher und unerschütterlich auch bei flotter
Kurvenfahrt auf der Straße liegenden Roadster. Das straffe Fahrwerk sorgt für enorme
Sicherheitsreserven, das serienmäßige DSC (ESP) greift erst spät ein, da der Wagen
problemlos, neutral und sicher schnelle Kurven, selbst plötzliche Spurwechsel und das
umgehende Wiedereinscheren meistert. Im flott gefahrenen Slalom zieht der Z4 die Bögen
wie auf Schienen. In sehr schnellen Kurven deutet ein sehr leichtes Untersteuern den
nahenden, aber hoch liegenden Grenzbereich an.
Unser Testwagen stand auf
17-Zoll-Leichtmetallrädern im Turbinestyling mit 225/45er Bereifung (anstelle der beim Z4
2.5i serienmäßigen 225/50 R 16). Traktion und Seitenführung in den Kurven sind
hervorragend. In Verbindung mit den Scheibenbremsen rundum (vorne innenbelüftet) sorgen
sie im Notfall für eine gute Verzögerung. Ansprechen und Dosierbarkeit der Bremsen
lassen kaum Wünsche offen.

Auch ohne Sportfahrwerk ist der Z4 nichts
für Freunde eines gediegenen Komforts. Das gilt zumindest für die Straßenlage (für
Innenraumambiente und Ausstattung garantiert nicht!). Der Restkomfort liegt aber beim Z4
ohne Sportfahrwerk noch deutlich über dem eines Z4 mit Sportfahrwerk. In Verbindung mit
der direkten Lenkung kann man sich aber nicht über mangelnde Rückmeldung über die
Beschaffenheit der Fahrbahn beschweren.
Serienmäßige Sicherheit im Falle eines
Unfalles bieten Deformationselemente zum Abbau der Aufprallenergie, adaptive Front-Airbags
und Seiten-Airbags sowie Kopfstützen und Drei-Punkt-Gurte. Als Überrollschutz dienen der
verstärkte Frontscheibenrahmen und die Kopfstützen. Und da sage noch einer, ein Roadster
wäre nicht familientauglich: Eine Isofix-Kindersitzvorrüstung steht für den
Beifahrersitz gegen Aufpreis zur Verfügung. Zur Unterstützung des Fahrers hat BMW dem Z4
neben einer Antriebsschlupfregelung und ABS die Stabilitätskontrolle DSC (heißt
außerhalb von Bayern ESP), einen Bremsassistenten (DBC) und eine Kurvenbremskontrolle
(CBC) mitgegeben.

Ab 29.900 Euro ist der Z4 in
Basisausstattung mit 2,2-Liter-Sechszylinder-Motor zu haben, der Z4 2.5i steht ab 32.500
Euro in den Preislisten. Aufpreis kosten unter anderem das Windschott, die
Metallic-Lackierung sowie eine Klimaanlage/-automatik.
Der BMW-Händler gibt zwei Jahre Sachmängelhaftung auf
dem Neuwagen. BMW gibt zwei Jahre Garantie auf den Lack und sechs Jahre auf die Karosserie
gegen Durchrostung. Eine Service-Intervall-Anzeige zeigt die nächste fällige Inspektion
oder den fälligen Ölwechsel an. Die Intervalle berechnen sich aus Einsatz und Fahrweise.
Die Versicherungen stufen den Z4 in die Typklassen 13 / 20 / 22 (KH / VK / TK nach
der neuen Struktur in der Fahrzeugversicherung) ein. |