Schon auf den ersten Blick ein kraftvoller Typ, nach dem man sich rumdreht. Vom
neugestalteten, knackigen Hinterteil über die großen, breiten Leichtmetall-Räder mit
Kreuzspeichenoptik (die gibt es als Sonderausstattung) bis hin zur langgezogenen
Motorhaube ist er einfach ein Kerl zum Verlieben. Wir fuhren einen sienaroten Z3 roadster
in der 2 Liter-Version.

Einen Roadster kauft man sich nicht wegen
seiner praktischen Vorteile. Kunststück, er hat keine: Sitzplätze für zwei, der
Kofferraum reicht mit seinen 165 Litern Volumen nicht für das komplette Reisegepäck von
zwei Passagieren. Dafür bieten die langstreckentauglichen Schalensitze in schwarzem Leder
hervorragend Platz und sportlichen Sitzkomfort für Fahrer und Beifahrer.
Die Vorzüge des 4,05 m langen Roadsters
liegen woanders: das Gefühl von Freiheit unter freiem Himmel. Nicht das irgendwo ankommen
ist der Zweck des Roadster Fahrens, sondern der Weg ist das Ziel. Man genießt die Fahrt
unter den bewundernden Blicken der Passanten ebenso wie auf kurvigen Landstraßen die
schlichte Freude am Fahren.
Sportlich-puristisch wirkt das
Chrome-Line Interieur (Chrom-Spangen um die Anzeigen und Schalter) mit
Mattchrom-Applikationen an der Mittelkonsole, Schaltknauf und Lenkrad sowie Zierleisten in
der Türverkleidung. Handlich und aufgeräumt gestaltet findet sich jeder Schalter und
jede Anzeige am richtigen Platz. Für den notwendigen Komfort sorgen Sitzheizung und
Klimaanlage (ebenfalls gegen Aufpreis). Nicht nur der Sicherheit und der sportlichen
Optik, sondern auch als Halterung für den Windschutz dient der Überrollbügel. Mit
Windschutz und hochgedrehten Seitenfenstern ist im Passagierraum auch ohne Dach nur ein
angenehm leichter Luftzug zu spüren, der bei sommerlicher Sonne die Klimaanlage ersetzt.

Überhaupt ist dieses Auto fürs offen
fahren gebaut. Das Dach ist Ruck-Zuck zurückgeklappt: die beiden Halterungen links und
rechts gelöst und einfach nach oben stoßen schon verschwindet das gefütterte
Stoffverdeck hinter den Sitzen. Fummelig und wahrlich kein Spaß ist allerdings die
Montage der Persenning. Aber offen bietet der Wagen auch ganz einfach die
übersichtlichere Rundum-Sicht.
Bei geschlossenem Verdeck wird es auch
ohne Sonne schnell warm im Innenraum, dass nur die Klimaanlage mit hochgedrehtem Gebläse
Erholung bringt. Wer sich für den offenen Fahrspaß auch bei kühler Witterung und
winterlichem Sonnenschein erwärmt, fährt mit der Sitzheizung gut und warm.
Nicht gerade Sportwagenleistungen bringt
in dem immerhin 1,3 Tonnen schweren Cabrio der 2 Liter-Sechszylinder-Motor mit 150 PS, der
im Frühjahr den 140 PS starken 1.9 Liter-Motor abgelöst hat. Die Höchstgeschwindigkeit
von 210 km/h reicht für den Roadster allemal aus: Offen fährt man ohnehin nicht so
schnell ab 180 km/h unter freiem Himmel etwas ungemütlich und auch unter dem
gefütterten Stoffverdeck werden die Windgeräusche ein wenig zu laut. Für gute
Zwischenspurts zum Überholen ist der Roadster mit diesem Motor allerdings gut gerüstet.
Der Motor dreht beim Tritt aufs Gaspedal mit einem sonoren Brummen willig hoch und spurtet
los, sobald die Räder die Kraft auf den Asphalt übertragen.
Das Kupplungsspiel ist ein wenig zu
groß. Sportliche Fahrer würden sich beim Gangwechsel einen etwas spontaneren Antritt
wünschen. Dafür bietet die knackig kurze Fünfgang-Schaltung präzise Schaltwege. Da
kommt Freude auf. Fast schon schade, dass man die Schaltung so wenig braucht, den auch aus
niedrigeren Drehzahlregionen beschleunigt der Wagen ganz ordentlich, so dass man auch im
Stadtverkehr relativ schaltfaul voran kommen kann.

Besser als von 0 auf Tempo 100 (8,9
Sekunden) kommt das heckgetriebene Cabrio von 100 km/h zum Stand: Die Bremsen
(Scheibenbremsen rundum, vorne innenbelüftet) packen kräftig zu und mit den breiten
Reifen (Mischbereifung: 225/45er vorne, 245/40er hinten) lassen sich Bremswerte von
deutlich unter 40 Metern erzielen. Die breiten Reifen bringen jedoch nicht nur Vorteile
beim Bremsen und bei der Traktion, sondern auch einen höheren Verbrauch. Über 11 Liter
Super Plus auf 100 km schluckt der Z3 bei sportlich-forscher Fahrweise ganz locker. Bei
etwas weniger Gasfuß kommt er aber auch mit weniger aus: Mit 9 bis 10 Litern im
Durchschnitt ist aber auch hier zu rechnen. Der Motor erfüllt die D4-Abgasnorm und ist
damit befristet steuerbefreit.
Bei einem Wolkenbruch hält das Dach
dicht, allerdings haben die breiten Reifen auf den überfluteten Straßen einen schweren
Stand. Wegen der schlechten Sichtverhältnisse ist bei diesem Wetter aber ohnehin langsame
Fahrt angesagt. Bei der feuchten Luft beschlägt das Heckfenster aus flexiblem Polyglas
trotz eingeschaltetem Gebläse sehr schnell, da es nicht über eine Heckscheibenheizung
verfügt.

Kurvige Straßen sind sein
Lieblingsspielplatz. Hier spielt er seine Trümpfe aus: Mit der servounterstützten,
direkten und zielsicheren Lenkung lässt sich der Z3 dank der Dynamischen
Stabilitäts-Kontrolle DSC leichtfüßig und fast narrensicher auch durch zu schnell
gefahrene Kurven dirigieren.
Eher sportlich ist die Federung ausgelegt
und lässt den Fahrer schon die Qualität der Straße spüren. Sie bügelt aber kleinere
Unebenheiten klaglos glatt. Grobe Querfugen quittiert der Roadster allerdings mit leichten
Nickbewegungen.
Die Sicherheitsausstattung ist mit Front-
und Seitenairbags für Fahrer und Beifahrer, Torsions- und Biegesteifigkeit der
Karosserie, formstabiler Fahrgastzelle mit verstärkter A-Säule, Zentralverriegelung mit
elektronischer Wegfahrsperre sowie ABS und die Automatischen Stabilitäts-Kontrolle +
Traktion (ASC+T) serienmäßig vorhanden. Das leistungsfähigere, mehr Fahrstabilität
garantierende DSC (Dynamische Stabilitäts-Kontrolle, umfasst ABS und ASC+T) und die
Überrollbügel gibt es als Sonderausstattung.

Der BMW Z3 2.0 roadster kostet 54.050
Mark in der Basisversion. Für die Metallic-Lackierung legt man noch einmal 850 Mark extra
hin. Die Aufpreisliste ist lang, exklusiv und teuer, enthält aber auch einige wichtige
Extras, auf die man auf gar keinen Fall verzichten sollte: DSC kostet 1.500 Mark, die
Klimaanlage 2.200 Mark, der Bordcomputer 360 Mark, Sportsitze gibt es für 600 Mark und
Fernbedienung für die Zentralverriegelung (390 Mark). Unverzichtbar sind auch die
Überrollbügel für 780 Mark sowie der Windschutz für die Überrollbügel für 194 Mark.
Radio mit CD-Wechsler summieren sich auf 2.140 Mark, die Hifi-Lautsprecheranlage kostet
zusätzliche 810 Mark, Chrom-Line Interieur (280 Mark) und mattchrom gehaltene
"Technische Oberflächen" (500 Mark) sind Geschmackssache. Leichtmetallräder im
Kreuzspeichen-Design geschraubt mit Mischbereifung (1.450 Mark) und Sitze in Leder Klassik
(2.310 Mark) stehen für einen Hauch von Exklusivität. Die Sitzheizung ist dabei bereits
in der Lederausstattung enthalten, die Nebelscheinwerfer schlagen noch einmal mit 330 Mark
zu Buche. Und damit hat man für unseren Testwagen schon 68.744 Mark hingeblättert: Ein
stolzer Preis für die pure Lust am Fahren unter freiem Himmel in exklusiver Umgebung.
Wer Platz hat zum Lagern sollte auch
für den Winter auf das Hardtop in Wagenfarbe (3.950 Mark) nicht verzichten.
Bei den Versicherungsklassen (H/VK/TK) ist der Z3 2.0 mit 11 / 18 / 32 sehr günstig
eingestuft. BMW gewährt ein Jahr Garantie auf den Wagen ebenso wie auf Reparaturen in
BMW-Werkstätten mit Originalteilen, Pannenhilfe mit der BMW Service Card sowie sechs
Jahre Garantie gegen Durchrostung. |