Schon die Karosserie, die leicht an einen
Turnschuh erinnert, verrät die Kraft, die unter seiner Motorhaube sitzt. Die nur 1,31 m
flache, 4,03 m lang gestreckte Karosserie, ein kräftiger Hintern, muskulöse Beine
und unter der Motorhaube schlägt ein Herz mit 3 Litern Hubraum und 231 PS. Schon optisch
eine Augenweide (auch wenn es Leute gibt, die es anders sehen), musste das Z3 coupé von
BMW im Test beweisen, dass er auch mit seinen inneren Werten Emotionen wecken kann.

Die gestreckte Motorhaube bis zur flachen
Frontscheibe teilt sich das Coupé mit seinem offenen Bruder, dem Z3 roadster. Nach hinten
schließt ein schickes Kombiheck den Zweisitzer ab. Hinter der Heckklappe verbergen sich
210 bis 410 Liter Laderaum. Da können auch zwei Leute schon mit anständigem Gepäck
reisen. Allerdings sind inklusive zwei Passagiere nur 270 kg Zuladung gestattet.
Schwarz ist das Interieur unseres
Atlantablau-Metallic-farbenen Coupés. Hochwertige Materialien und gute Verarbeitung
kennzeichnen den Innenraum. Ein Stilbruch ist dabei das Plastik des (auch aus dem Roadster
bekannten) chromfarbenen Knopfes, mit dem man die Scheinwerfer anschaltet. Eine verchromte
Metallabdeckung wäre stimmiger gewesen.

Sportsitze mit Nappaleder-Bezug,
Lederlenkrad, Schaltknauf und Bremshebel ebenfalls lederummantelt, Klimaanlage,
elektrische Sitzverstellung (Höhen- und Längsverstellung) sowie Sitzheizung für Fahrer
und Beifahrer gehören zur Serienausstattung. Über einen Mangel an Komfort kann man sich
wahrlich nicht beklagen.
Für Zweimeter-Menschen ist dieses Auto
nicht gebaut. Oben ist das Dach im Weg und ständig schaltet ein zu großer Fahrer mit dem
Knie die Geschwindigkeitsregelung an. Normal große Erwachsene sitzen jedoch gut auf den
straffen und langstreckentauglichen Sportsitzen. Ohne Probleme findet sich der Fahrer im
Cockpit zurecht. Alle Schalter sind griffbereit angeordnet, Anzeigen gut einsehbar.

Soviel zu den praktischen Vorzügen dieses
Autos, was natürlich vor allem eins macht und machen soll: Viel Spaß! Den
garantiert ein 3-Liter-Sechszylinder-Motor mit 231 PS und einem Drehmomentmaximum von 300
Newtonmetern bei 3.500 Touren. Leise säuselnd und vibrationsarm nimmt man den
superkultivierten bayerischen Motor im Leerlauf praktisch gar nicht wahr. Selbst Gas geben
lässt dem Reihensechszylinder nicht wirklich laut werden. Da kommt Freude auf. Souverän
bewegt er sich über Landstraßen und Autobahnen. Schon ein leichter Tritt aufs Gaspedal
und er sprintet los, die Motorengeräusche bleiben sehr dezent im Hintergrund.
Die Geschwindigkeitsregelung macht auf der
Autobahn irgendwo nicht viel Sinn, man will einfach nur so schnell fahren, wie man gerade
kann, dann macht der Wagen Spaß. Oder vielleicht macht sie gerade deshalb Sinn: Überall
dort, wo Geschwindigkeitsbegrenzungen sind, denn man fährt sonst einfach zu schnell ...

Aus dem Stand sprintet das Coupé in 6
Sekunden auf Tempo 100. Bei 250 km/h Höchstgeschwindigkeit haben die BMW-Entwickler dem
Vortrieb des Sechszylinders einen Riegel vorgeschoben. Mühelos zieht der 231-PS-Motor
aber auch bei höheren Geschwindigkeiten in höheren Drehzahlregionen noch einmal kräftig
durch.
Freude bereitet mit kurzen, präzisen
Schaltwegen das manuelle Fünfgang-Schaltgetriebe. Allerdings lässt sich der knapp 1,4
Tonnen schwere Wagen dank ausreichender Kraftreserven schön schaltfaul fahren, auch aus
niedrigen Drehzahlregionen dreht er freudig und kraftvoll wieder hoch. Die
großdimensionierten Scheibenbremsen rundum (vorne innenbelüftet) können die Kraft gut
im Zaum halten: Die Bremswege sind eines Sportwagens würdig.
Dass ein solcher Motor bei gemäßigten
Geschwindigkeiten außerstädtisch seine besten Verbrauchswerte fährt, versteht sich von
selbst: 7,3 Liter Super-Plus auf 100 Kilometern verbraucht er hier. Der Motor verträgt
auch Super-Benzin, bringt damit aber nicht seine besten Leistungen und Verbrauchswerte.
Innerstädtisch ist er mit einem Verbrauch von 13,3 Litern Sprit schon gierig, aber die
Stadt ist halt nicht sein Jagdgebiet. Insgesamt kommt das Coupé auf einen
Durchschnittsverbrauch von 9,5 Litern im gemischten Zyklus nach EU-Norm. Auf
Autobahnstrecken mit 160 bis 180 km/h Reisegeschwindigkeit muss man mit etwas über 10
Litern Verbrauch rechnen.

Die feinfühlige Lenkung setzt Befehle des
Fahrers leichtgängig und direkt um. Guter Fahrbahnkontakt und präzises Handling zeichnen
Fahrwerk und Lenkung aus. Sportlich-agil zu bewegen, nimmt er leichtfüßig jede Kurve und
jeden plötzlichen Spurwechsel, um sich dann ebenso präzise in die ursprüngliche Spur
zurückführen zu lassen. Der mit 2,44 m recht kurze Radstand trägt sehr zum dynamischen
Handling bei. Das Z3 Coupé ist ein Sportwagen mit hohem Spaßfaktor vor allem in
schnellen Kurven. Der Grenzbereich liegt sehr hoch, erst spät neigt der Hecktriebler zum
Untersteuern.
Trotz des Sportfahrwerks liegt das
bayerische Coupé auf seinen serienmäßigen 225/50er 16-Zoll-Rädern (gegen Aufpreis gibt
es auch 17-Zöller) straff, aber immer noch komfortabel auf der Straße. Lange Strecken
werden zum Vergnügen angesichts der Souveränität der Motorisierung und des Handlings.

Serienmäßig verfügt das Z3 coupé über
Front- und Seitenairbags, Drei-Punkt-Sicherheitsgurte und eine Sicherheitslenksäule sowie
die Fahrwerksregelsysteme ABS, Traktionskontrolle, das elektronische Stabilitätsprogramm
DSC (außerhalb von Bayern heißt das ESP). Passive Sicherheit gewähren auch die feste,
steife Karosserie, die Steifigkeit des Daches sowie gezielte Verstärkungen in den Türen
und der restlichen Karosserie.

Das Z3 coupé kostet ab 67.300 Mark und
verfügt über eine recht reichhaltige Serienausstattung. Dazu zählen unter anderem
Leichtmetallräder, Einstiegsleisten mit "coupé"-Schriftzug, Sportsitze,
Lederpolster und Lederlenkrad, Klimaanlage und Sitzheizung, Nebelscheinwerfer,
Sportfahrwerk sowie die Traktionskontrolle ASC+T und das Stabilitätsprogramm DSC.
Aufpreis kosten die Metallic-Lackierung
(850 Mark), Alarmanlage (990 Mark), Bordcomputer (360 Mark), Gepäckraumtrennnetz (350
Mark), Geschwindigkeitsregelung (590 Mark), Grünkeil-Frontscheibe (150 Mark) sowie
Radio-Navigationssystem mit CD-Wechsler und hochwertigem Lautsprechersystem (3.230 Mark).

Ein Jahr Garantie auf den Wagen sowie alle
beim BMW-Händler eingebauten Originalteile sowie sechs Jahre gegen Durchrostung gewährt
BMW. Darüber hinaus gibt es die Mobilitätsgarantie mit der BMW-Service-Card beim
Einhalten der Inspektionsintervalle. Die Service-Intervalle richten sich nicht nach
gefahrenen Kilometern oder festen Zeitabschnitten, sondern werden abhängig von den
Einsatzbedingungen von der Service-Intervallanzeige errechnet. In der
Kraftfahrt-Versicherung ist das Z3 coupé in die Typklassen 18 / 26 / 36 (KH / VK / TK)
eingestuft. |