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Massiv, aber
dynamisch wirkt die Karosserie von BMWs kompaktem SUV (Sports
Utility Vehicle) mit Namen X1. Von der markanten Front mit der lang
gezogenen Motorhaube bis hin zum eleganten Heck ist der X1 4,45 m
lang. Mit seinem 177 PS scheint unser Testwagen auch nicht schlecht
motorisiert. Was er kann, zeigte eine Ausfahrt.

Fünf Türen
bieten guten Zugang zum Innenraum. Die hohe Sitzposition verbessert
allerdings nicht die bescheidene Übersicht über die Karosserie.
Optional gibt es eine Einparkhilfe, die für vorne und hinten nur zu
empfehlen ist. Dafür ist das Platzangebot in beiden Sitzreihen sehr
anständig. Der Laderaum fasst 420 Liter, durch Umklappen der
zweifach geteilten Rückbanklehne (40:20:40) lässt er sich auf bis
zu 1.350 Liter vergrößern. Eine leichte Vergrößerung der
Ladekapazität erreicht man auch schon mit einer Verstellung der
Lehnenneigung. Verzurrösen im Gepäckraum erleichtern das Sichern
der Ladung. Ein Gepäckraumtrennnetz kostet jedoch extra.

In puncto
Materialqualität und Verarbeitung spielt der BMW natürlich in der
Bundesliga. Auch die ergonomische Gestaltung des Armaturenbretts lässt
kaum Wünsche offen.

Die
Serienausstattung ist bei BMW an den Motor gekoppelt. Zur
Grundausstattung für alle Motoren gehören zum Beispiel eine
funkfernbediente Zentralverriegelung mit Crash-Sensor und
Heckklappen-Fernentriegelung, elektrisch einstellbare und beheizbare
Außenspiegel, elektrische Fensterheber rundum, Klimaanlage.
Bordcomputer und CD-Radio, Nebelscheinwerfer sowie 17-Zoll-Stahlräder
mit Radvollblenden. Der xDrive20d hat darüber hinaus einen
Allradantrieb, eine Bremsbelagverschleißanzeige und
17-Zoll-Sternspeichen-Leichtmetallräder. Unser Testwagen hat zudem
die optionale Sechsgang-Automatik an Bord. Auf der Liste der
aufpreispflichtigen Sonderausstattungen finden sich Dinge wie
Klimaautomatik, Sitzheizung, Bluetooth-Freisprecheinrichtung,
Geschwindigkeitsregelung (Abstands-Tempomat), Einparkhilfen für
hinten bzw. vorne und hinten, Adaptives Kurvenlicht,
Bi-Xenon-Scheinwerfer, Regensensor, ein schlüsselloser Zugang sowie
ein Raucherpaket mit Aschenbecher und Zigarettenanzünder und
verschiedene höherwertige Audio- bzw. Navigationssysteme.

Der
Common-Rail-Turbodiesel-Direkteinspritzer ist ein
Vierzylinder-Aggregat mit zwei Litern Hubraum. Er wird in drei
Leistungsstufen (zwischen 143 und 204 PS) angeboten. Die beiden schwächeren
Varianten verfügen über eine variable Einlassgeometrie, der stärkere
Diesel ist mit einem variablen TwinPower-Turbolader ausgestattet.
Wir fuhren die mittlere Variante mit 177 PS. Den Motor erweckt man
in dieser Baureihe serienmäßig über einen Start-Stop-Knopf zum
Leben. Den Selbstzünder merkt man unserem Testwagen gar nicht an.
Mit einen Leergewicht von 1,6 t hat der 177-PS-Diesel leichtes
Spiel. Ordentlich ist er im Antritt, souverän im Durchzug: Die
ausgeglichene Leistungsentfaltung auf hohem Niveau ermöglicht nicht
nur souveränes Gleiten, sondern ebenso plötzliches Beschleunigen
zum zügigen Überholen auf der Autobahn. Der X1 verdankt dies
seinem maximalen Drehmoment von satten 350 Nm zwischen 1.750 und
3.000 U/min. Zwei Benzinmotoren mit vier und sechs Zylindern (in
drei Leistungsstufen von 150 bis 258 PS) runden die Motorenpalette
ab.

Das
Sechsgang-Automatikgetriebe ist gut abgestuft und schaltet kaum spürbar
rauf und runter. Es harmoniert mit seiner Abstimmung – unten kurz
und spritzig, oben lang und sparsam – gut mit dem agilen Motor,
der jeden Tritt aufs Gaspedal willig in Vortrieb umsetzt. Die
Beschleunigung aus dem Stand auf Tempo 100 schafft er mit
Automatik-Getriebe in 8,6 Sekunden, mit manueller Schaltung geht es
kaum schneller (8,4 Sekunden). Die Höchstgeschwindigkeit gibt BMW für
beide Modelle mit 213 km/h an. Der Verbrauch beträgt beim
Automatik-X1 auf 100 km im Stadtverkehr 7,7 Liter Dieselkraftstoff,
5,4 Liter außerorts und 6,2 Liter im gemischten Verbrauch nach
EU-Norm (alles Herstellerangaben, ermittelt unter Idealbedingungen
auf dem Rollenprüfstand). Alle Motoren der Baureihe erfüllen die
Abgasnorm EU5, der CO2-Ausstoß beträgt hier 164 g pro km. Die
Verbrauchswerte sind übrigens identisch mit denen des
hubraumgleichen, aber nur 143 PS starken xDrive18d. Alle
Dieselmotoren werden serienmäßig mit Dieselpartikelfilter
ausgeliefert.
Der xDrive verfügt
über einen Allradantrieb mit variabler Drehmomentverteilung. Die
Modelle mit Heckantrieb werden mit sDrive bezeichnet. Über ein
Verteilergetriebe mit elektronisch gesteuerter Lamellenkupplung
leitet xDrive die Antriebskraft situationsgerecht an jene Achse,
deren Räder über den besten Kontakt zur Fahrbahn verfügen. Die
leichtgängige Lenkung ist präzise und direkt ausgelegt. Damit legt
er eine sportliche Agilität an den Tag, die seine Ausmaße Lügen
straft. Das Fahrwerk bietet einen guten
Kompromiss aus Komfort und einem nötigen Maß an Straffheit. Die
unvermeidliche Seitenneigung in flotten Kurven ist spürbar. Geländegängigkeit
hat BMW seinem SUV auch mitgegeben, wir konnten sie allerdings
mangels „Gelände“ nicht ausprobieren. Im Handling ist der
allradgetriebene X1 unproblematisch. Flotte Kurven quittiert er mit
einem leichten Untersteuern. Serienmäßig steht er auf 17-Zoll-Rädern
mit 225/50er Reifen. Groß dimensionierte, innenbelüftete
Scheibenbremsen rundum sorgen für ein souveränes Bremsverhalten.
Die
Sicherheitskarosserie aus hochfesten Stählen hat BMW ergänzt um
Verstärkungen an Vorbau, B-Säulen, Schwellern und am Heck.
Drei-Punkt-Gurte und Kopfstützen auf allen fünf Plätzen, Front-
und Seitenairbags vorne, Kopfairbags für vorne und hinten sowie
Isofix-Kindersitzbefestigungen hinten runden das
Insassenschutzprogramm ab. Im EuroNCAP nach den neuen
Bewertungsnormen (seit 2009) erreichte der BMW X1 beim Test 2010 das
Maximum von fünf Sternen für seine Sicherheit. Das neue System berücksichtigt
neben Insassen- und Kindersicherheit sowie Fußgängerschutz auch
die serienmäßige Sicherheitsausstattung des Fahrzeugs mit
Fahrassistenzsystemen. An Fahrassistenzsystemen hat der X1 alles
serienmäßig an Bord, was heutzutage Standard ist. Inklusive sind
ABS mit Bremsassistent und Kurvenbremskontrolle CBC sowie das
Elektronische Stabilitätsprogramm DSC (Dynamic Stability Control,
heißt woanders ESP) mit Traktionskontrolle DTC und
Bergabfahrkontrolle HDC. Das DSC ist mit dem Allradantrieb xDrive
vernetzt. Gegen Aufpreis gibt es für die xDrive-Modelle eine
Performance Control, für die BMW eine höhere Fahrdynamik in Kurven
verspricht. Eine Reifendruckkontrolle gehört zur Serienausstattung
und ermöglicht die Montage von Reifen mit Notlaufeigenschaften.
Serienmäßig an Bord ist ein Mobility-Kit, welches entfällt, wenn
man den Wagen mit pannensicheren Reifen ordert.
Ab 27.500 Euro
ist der X1 zu haben, mit Frontantrieb und 2-Liter-Ottomotor
(xDrive18i). Unser 2-Liter-Dieselmotor (177 PS) steht mit
Frontantrieb ab 32.900 Euro in den Preislisten,
mit Allradantrieb sind es 2.000 Euro mehr. Aufpreis kosten
Metallic-Lackierungen und die verschiedensten Extras. Die Liste ist
lang – und teuer.
BMW
gibt zwei Jahre Sachmängelhaftung (gesetzlich garantierte Gewährleistung)
auf den Neuwagen. Für den Erstbesitzer gibt es eine Mobilitätsgarantie
(Mobile Care) beim Einhalten der Inspektionsintervalle. Gegen
Aufpreis gibt es die so genannten Service-Inclusive-Pakete für drei
oder fünf Jahre für Service- und Wartungskosten. Die
Inspektionsintervalle berechnet der Bordcomputer anhand von Einsatz
und individueller Fahrweise (Condition Based Service). Die Versicherungen
stufen das Modell in die Typklassen 20 / 22 / 25 (KH
/ VK / TK) ein.
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