
Zeitlos elegant wirkt der 7er BMW mit
seiner lang gestreckten Karosserie (4,98 m lang, 1,86 m breit, 1,44 cm hoch) und dem
schnörkellosen Design, welches keiner Modeströmung hinterherläuft. Zwar wartet das
laufende Modell der bayerischen Oberklasse-Baureihe schon auf die Ablösung, die zur IAA
im September präsentiert wird, aber auch der "Alte" gehört noch lange nicht
zum alten Eisen. Die Scheinwerfereinfassungen erinnern seit dem letzten Modelljahr etwas
an den 3er, was dem 7er für das Ende einer Laufzeit noch einmal ein frisches Aussehen
geben soll.
Neu in die 7er-Motorenpalette kam im Sommer
1999 ein Achtzylinder-Biturbodiesel mit Common-Rail-Einspritztechnik, der aus 3,9 Litern
Hubraum 245 PS schöpft: der 740d. Wir fuhren eine entsprechend motorisierte 7er Limousine
in Anthrazit metallic.
Platz satt bietet der große Münchener
für fünf Passagiere. Ledersitze in Montana grau, hellgraues Interieur mit schwarzer
Armaturenbrettabdeckung und Edelholz-Dekorleiten im Cockpit: zurückhaltend, aber edel
gestylt ist der Innenraum.

Wohnliches Ambiente, hochwertige
Materialien, perfekte Verarbeitung gehen Hand in Hand mit hohem Bedienkomfort, den auch
die große Anzahl der ergonomisch angeordneten Schalter und Anzeigen nicht trüben kann.
Die Serienausstattung umfasst die vielen
kleinen Annehmlichkeiten des Autofahrerlebens bis hin zur Klimaautomatik (eine
Fond-Klimatisierung gibt es Aufpreis). Zusätzlichen Luxus bietet das Innovationspaket,
welches u.a. ein Glas-Schiebedach, ein Navigationsradio mit TV und Bordcomputer sowie eine
elektronischen Heckklappenbetätigung (auf Knopfdruck am Schlüssel auf, auf Knopfdruck an
der Kofferraumklappe zu) enthält.
Eine ausreichende Anzahl von Staufächern
lässt den Kleinkram der Passagiere im Passagierraum wirkungsvoll verschwinden. Der
Kofferraum fasst 500 Liter. Die Zuladung von 460 kg ist nicht gerade üppig angesichts des
großen Innen- und Laderaumes, aber klassenüblich.

Der 3,9-Liter-Achtzylinder-Biturbodiesel
ist kein Diesel, sondern ein absoluter High-Tech-Motor, den man auch mit den bekannten und
zugegebenermaßen sehr guten Turbodieseldirekteinspritzern des Volkswagen-Konzerns nicht
vergleichen kann. Ok, das Turboloch und die Getriebeübersetzung der Automatik trüben ein
wenig die Freude beim Antritt oder beim plötzlichen Kick-down, aber ab 2.000 Touren zieht
der über zwei Tonnen schwere BMW ab wie Schmitz Katze. Dabei schnurrt er dann etwas
vernehmlicher vor sich hin. Mit 245 PS 560 Newtonmeter maximales Drehmoment liegen
zwischen 1.750/min. und 2.500/min. verfügt der 7er über ein Leistungspotenzial, welches
für supersouveräne Überholmanöver gut ist.

Beim Spurt von Null auf Tempo 100 liegt er
mit 8,4 Sekunden gut im Rennen. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 242 km/h. Mit einem
Verbrauch von 13,5 Liter Diesel je 100 km im Stadtverkehr schlägt der größere Diesel
selbst den kleinsten Benziner der Baureihe. Die 7,6 Liter je 100 km außerorts sowie 9,8
Liter im gemischten Verbrauch nach EU-Norm sind angesichts des Gewichtes in Verbindung mit
den Motorleistungen gute Werte.
Der Achtzylinder-Diesel ist
"Trieb"werk vom Feinsten, dass nicht nur für das schlichte Antreiben eines
Automobils gut ist, sondern vielmehr den Trieb und die Lust am schnellen Fahren weckt. Der
Abstands-Tempomat kann aber bei mehr Verkehr etwas nervig sein, da beim Ausscheren eines
Fahrzeugs in die Spur vor dem 7er das Fahrzeug auf idealen Sicherheitsabstand eingebremst
wird.
Die Automatikschaltung verfügt über
Steptronic, die Option, auch manuell zu schalten. Leider kann man dies nur am Schalthebel
tun und nicht am Lenkrad. Dank Adaptiver Getriebesteuerung ist die Automatik lernfähig
und stellt sich auf den Fahrstil des Fahrers sportlich oder eher geruhsam
ein. Der 740d verfügt über großdimensionierte Scheibenbremsen (rundum innenbelüftet),
die in Kombination mit den serienmäßigen 235/60er 16-Zoll-Reifen traumhafte Bremswege
erzielen.

Die Lenkung arbeitet feinfühlig und
dirigiert den schweren Wagen leichtgängig durch Kurven und Biegungen. Man merkt das
Gewicht und die Ausmaße auf schnellen kurvigen Straßen oder bei plötzlichen
Ausweichmanövern kaum. Fast schon agil schlängelt sich der Zweitonner über den Asphalt.
Auch in zu schnellen Kurven bleibt er sehr lange neutral bis er sich im Grenzbereich auf
leichtes Untersteuern verlegt. Das serienmäßige DSC (Elektronisches
Stabilitätsprogramm) hält den 7er innerhalb der physikalischen Grenzen seiner Masse in
Zaum. Doppelte Spurwechsel meistert er trotz seiner Dimensionen problemlos. Der 7er ist
sehr komfortabel abgestimmt, ohne dass sich aber dank elektronischer
Dämpferkontrolle die Karosserie in Kurven großartig erkennbar zur Seiten neigt
oder aufschaukelt.
Die dritte Kopfstütze und ein dritter
Drei-Punkt-Gurt hinten gehören nicht zur Serienausstattung, auch die fehlende
Isofix-Kindersitzvorrüstung ist nicht mehr ganz zeitgemäß und weist darauf hin, dass
der 7er schon ein paar Jahre auf dem Markt ist. Ansonsten gibt es ein hohes und
durchdachtes Sicherheitsniveau serienmäßig: Front- und Kopf-/Seitenairbag für die
Frontpassagiere sowie Kopf- und Seitenairbags für den Fond, die Sicherheitslenksäule,
fahrunterstützende Systeme für die aktive Sicherheit wie ABS, die Traktionskontrolle
ASC+T, das elektronische Stabilitätsprogramm DSC mit DBC (Bremskraftverteilung) sowie
schließlich Zentralverriegelung mit Diebstahlsicherung und Crash-Sensor, um nur einige
der serienmäßigen Komponenten des F.I.R.S.T.-Sicherheitssystems zu nennen.
Xenon-Scheinwerfer, die Reifenruckkontrolle RDC sowie die Einparkhilfe PDC sind im
Innovationspaket (Aufpreis 9.400 Mark) enthalten. Die elektronische Dämpferkontrolle
(EDC) kostet ebenfalls extra.

Den 7er BMW gibt es ab 95.300 Mark, zu
Preisen ab 132.000 Mark steht der Achtzylinder beim Händler. Außer dem Basis-Benziner,
einem 2,8-Liter-Sechszylinder, sind alle Modelle nur mit Automatikgetriebe zu haben. Die
Metallic-Lackierung kostet 1.750 Mark extra. Die Serienausstattung ist sehr umfangreich.
Aufpreis kosten die Feinheiten: das Innovationspaket für 9.400 Mark beinhaltet eine
automatische Heckklappenbetätigung, automatisch abblendende Innen- und Außenspiegel,
Reifendruckkontrolle (RDC), Park Distance Control (PDC), Xenon-Licht und
Scheinwerfer-Reinigungsanlage mit Intensivreinigung für die Frontscheibe sowie ein
Navigationssystem mit Bordcomputer und Fernseher.
Die Geschwindigkeitsregelung ist Serie, wer
einen Abstands-Tempomaten (aktive Geschwindigkeitsregelung) will, muss 3.800 Mark
zuzahlen. In Wagenfarbe lackierte Stoßfänger kosten 450 Mark extra. Die Elektronischen
Dämpfer-Kontrolle (EDC) schlägt mit 2.750 Mark zu Buche, das Multifunktionslederlenkrad
mit 200 Mark, die elektronische Lenksäulenverstellung mit 960 Mark, Leder Montana mit
Sitzheizung vorne mit 4.560 Mark, die elektrische Sitzverstellung mit Memoryfunktion für
den Fahrersitz mit 2.600 Mark, die Lordosenstütze vorne mit 710 Mark, das elektrischen
Glas-Schiebe-Hebedach mit 2.350 Mark. Sonnenschutzrollos für die hinteren Seiten- und die
Heckscheibe kosten 990 Mark Aufpreis, die Klimakomfort-Frontscheibe mit
Grünkeilverglasung 450 Mark, das Autotelefon 1.700 Mark und die Sprachsteuerung für
Teilfunktionen von Telefon und Navigationssystem 800 Mark.

Ein Jahr Garantie auf den Wagen sowie alle beim
BMW-Händler eingebauten Originalteile sowie sechs Jahre gegen Durchrostung gewährt BMW.
Darüber hinaus gibt es die Mobilitätsgarantie mit der BMW-Service Card beim Einhalten
der Inspektionsintervalle. Die Service-Intervalle richten sich nicht nach gefahrenen
Kilometern oder festen Zeitabschnitten, sondern werden abhängig von den
Einsatzbedingungen der Service-Intervallanzeige errechnet. In der Kraftfahrt-Versicherung
ist der 740d in die Typklassen 23 / 34 / 37 (KH / VK / TK) eingestuft. |