Kombis aus München sind Fahrzeuge mit Premium-Anspruch und
heißen Touring. Der 5er Touring gehört der oberen Mittelklasse
an und ist seit dem Sommer 2004 auf dem Markt. Trotz seiner 4,84 m Länge (nur 0,2
mm länger als die Limousine) und 1,85 m Breite wirkt der
massive Kombi elegant, um nicht zu sagen: zeitlos elegant. Akzente in der Designlinie
setzen die Frontscheinwerfer (hier mit Bi-Xenon-Leuchten) mit ihrer schwungvollen
Gestaltung. Nachdem wir bereits eine 5er Limousine zum
Test hatten, fuhr nun auch der 5er Touring vor: Zur Verfügung stand uns der 5er Touring
als 530d mit 218 PS in Silbergrau Metallic.
Vier Türen bieten guten Zugang zum
Passagierraum. Die optionalen Komfortsitze vorne sind gut konturiert, elektrisch
einstellbar (mit Memory-Funktion) und mit Aktiven Kopfstützen bestückt. Sie sind straff
gepolstert, langstreckentauglich und bieten exzellenten Seitenhalt. Die Fondsitze sind
weicher, außen auch ganz kommod, für den dritten Passagier in der Mitte aber nur bedingt
geeignet. Die Platzverhältnisse sind bei einem Radstand von 2,89 m in beiden Reihen
großzügig und komfortabel. Im Fond gibt es separate Luftausströmer, die bei der
optionalen Klimaautomatik mit erweitertem Umfang (u. a. mit Umluftkontrolle und
Drei-Zonen-Temperierung für Fahrer, Beifahrer, Fond) in ihrer Temperatur regelbar sind.
Die Übersicht über die riesige Karosserie ist nicht berauschend, aber als Hilfe gibt es
optional eine Park-Distanz-Kontrolle für vorne und hinten.

Der Gepäckraum hinter der automatisch
auf Knopfdruck öffnenden Heckklappe fasst gute 500 Liter und ist mit seinem rechteckigen
Zuschnitt gut nutzbar. Das Fenster in der Heckklappe lässt sich
separat öffnen, das Laderaum-Abdeckrollo fährt hier (ebenso wie beim Öffnen der
Heckklappe per Knopfdruck) nach oben, um das Hineinwerfen von Ladungsgegenständen zu
vereinfachen. An Zuladung schluckt der 5er Touring zusätzlich zum Fahrer gute 525 kg
Passagiere und Gepäck. Die Ladekante ist relativ niedrig, was beim Einladen schwerer oder
sperriger Güter natürlich sehr hilfreich ist. Verzurr-Ösen erleichtern das Sichern der
Ladung. Die Rückbanklehne ist serienmäßig asymmetrisch geteilt umklappbar,
wodurch sich der Laderaum auf maximal 1.650 Liter erweitern
lässt. Verzurr-Ösen zum Sichern der Ladung und ein Staufach unter dem abschließbaren
Laderaumboden gibt es ebenso wie die Laderaumabdeckung mit Gepäcktrennnetz schon ab der
Basisversion serienmäßig, die Dachreling kostet hingegen Aufpreis.
Der
Innenraum unseres Testwagens ist in Grau gehalten, mit grauen Lederpolstern Dakota sowie
optionalen Interieurleisten in Edelholzausführung Riegelahorn Anthrazit. Die Verarbeitung
ist tadellos, an der Materialqualität nichts auszusetzen. Die Armaturenbrettgestaltung
ist ergonomisch durchdacht und problemlos zu handhaben. Auch das iDrive ist nach kurzer
Eingewöhnung leicht zu benutzen. An Ablagen stehen den Frontpassagieren Fächer in den
Türen, ein Handschuhfach, ein Fach in der Armlehne (hier mit Autotelefon), ein Fach
seitlich unterm Lenkrad sowie ein Netz seitlich im Fußraum des Beifahrers zur Verfügung.
Nicht wirklich gut sieht es mit einem gut erreichbaren Staufach für die Sonnenbrille aus.
Im Fond gibt es Taschen an den Rückseiten der Vordersitzlehnen, Fächer in den Türen
sowie ein Fach und zwei Getränkedosenhalter in der Mittelarmlehne.
Basisversion
des 5ers ist der 523i, die Serienausstattung ist an die Motorisierung gebunden und fällt
bei größeren Motoren (hier aber nur bei den Topmotorisierungen) noch etwas
üppiger aus. Ab dem Grundmodell sind serienmäßig eine funkfernbediente
Zentralverriegelung, elektrisch einstellbare, beheizbare Außenspiegel, elektrische
Fensterheber vorne und hinten, eine Heckklappe mit Softclose-Automatik (zu deutsch
Schließ-Automatik), 16-Zoll-Leichtmetallräder, Wärmeschutzverglasung, ein einfacher
Bordcomputer, iDrive-Controller mit Display,
Multifunktions-Leder-Lenkrad, Schalthebelmanschette, Bremshebel und manschette in
Leder, das BMW-Radio Business mit CD-Spieler und sechs Lautsprechern, elektrisch
einstellbare Frontsitze sowie eine Klimaautomatik, ein Regensensor und die
Fahrlichtautomatik vorhanden. An aufpreispflichtiger Sonderausstattung gibt es fast alles,
was das Autofahren noch komfortabler, um nicht zu sagen luxuriöser macht. Unser Testwagen
war hier u. a. bestückt mit Lederpolstern, elektrisch einstellbaren Komfortsitzen vorne,
Sitzheizung vorne und hinten, Edelholzpanelen, Heckklappenautomatik, Dachreling,
automatisch abblendenden Innen- und Außenspiegeln, infrarot reflektierender
Klimakomfort-Verbundverglasung inkl. Grünkeil-Frontscheibe, einer Klimaautomatik mit
erweitertem Umfang, Automatik-Getriebe, Lenkrad- und Standheizung, dem Navigationssystem
Business und CD-Wechsler, einer Einparkhilfe vorne und hinten,
17-Zoll-Leichtmetallrädern, Bi-Xenon-Scheinwerfern, Autotelefon und Fernsehempfang.
Verfügbar sind zudem auch so Features wie die Aktivlenkung, Adaptives Kurvenlicht, ein
Sequentielles Manuelles Schaltgetriebe (SMG), Panorama-Glasdach, ein Head-Up-Display
(Projektion von wichtigen Informationen ins Blickfeld auf die
Windschutzscheibe) und ein Abstandstempomat.
Ist das ein
Dieselmotor? Der 3-Liter-Motor mit 218 PS schnurrt so kultiviert wie meine Katzen (mein
Kater schnurrt sogar ein wenig lauter und brummiger!), man glaubt ihm den Selbstzünder
kaum. Der Sechszylinder mit Turbolader und einer Common-Rail-Einspritzung der zweiten
Generation (maximaler Systemdruck von 1.600 bar) wurde für den 5er Touring neu
entwickelt. Seinen ruhigen und vibrationsarmen Lauf verdankt der Sechszylinder der weichen
Verbrennung sowie einer Digitalen Diesel-Elektronik der neuesten Generation (DDE5). Beim
Tritt aufs Gaspedal lässt er ein kerniges Brummen vernehmen, welches dem sportlichen
Motor (und Fahrzeug) gut ansteht. Ohne Turbo wirkt der Motor noch etwas müde. Das
Einsetzten des Turboladers ist deutlich spürbar und dann geht es wirklich los: Durchzug
und Leistungsentfaltung lassen da nur wenig Wünsche für ein 218-PS-Fahrzeug bei einem
Fahrzeug-Leergewicht von fast 1,8 t offen.
Ausgestattet
war unser Testwagen mit einem (optionalen) Sechsgang-Automatikgetriebe. Es ist gut
abgestuft und schaltet sauber hoch und runter. Als eingefleischter Handschalter meint man
allerdings subjektiv eine verzögerte Beschleunigung zu bemerken, allerdings geht die wohl
eher aufs Konto des Turboladers, worauf die sehr geringen Unterschiede im Vergleich zum
manuellen Schaltgetriebe bei der Beschleunigung von Null auf 100 km/h hindeuten.
Bei
Beschleunigung und Höchstgeschwindigkeit steht der 530d mit Automatikgetriebe kaum
hinter seinem von Hand geschalteten Bruder zurück: Nur 7,4 Sekunden braucht der
218-PS-Kombi zum Sprint aus dem Stand auf Tempo 100 (manuell geschaltet 7,2 Sekunden), bei
Tempo 240 erreicht er seine Höchstgeschwindigkeit (manuell 242 km/h). Im Verbrauch
allerdings ist der 530d mit Automatikgetriebe viel schluckfreudiger als mit manuellem
Schaltgetriebe: Reichliche 11,1 Liter Dieselkraftstoff je 100 km fließen im Stadtverkehr
durch die Brennräume des Sechszylinders (manuell geschaltet kommt er mit 9,9 Litern aus),
6,4 Liter sind es außerorts (manuell 5,8 Liter) und 8 Liter im gemischten Verbrauch nach
EU-Norm (manuell 7,2 Liter) bei ökonomischer Fahrweise versteht sich (alles
Herstellerangaben), Der 530d erfüllt die Abgasnorm EU4 und kommt serienmäßig mit Partikelfilter, bei dem ein katalytisch beschichtetes Filterelement
mit einer spezifisch darauf abgestimmten Motorsteuerung arbeitet.
Der 5er
Touring verfügt wie alle BMW über Heckantrieb. Dank breiter Spur und
langem Radstand glänzt er mit tadellosem Geradeauslauf. Die Lenkung ist sehr direkt
ausgelegt und für maximalen Fahrspaß gut! Zielgenau und präzise folgt er den
Lenkbefehlen des Fahrers, der sich idealerweise natürlich auf kurvigen Landstraßen
tummelt, denn dort fühlt sich auch ein Großer wie der 5er Touring pudelwohl.
Der
5er Touring teilt sich natürlich die Fahrwerkskonstruktion in Alubauweise
(Doppelgelenk-Zugstreben-Federbein vorne, Integral-IV-Mehrlenkerachse hinten) mit der 5er Limousine. Optional ist unser Testwagen mit dem aktiven
Fahrwerk Dynamic Drive ausgestattet. Es reagiert auf die jeweilige Fahrsituation und
unterdrückt Schwingungsbewegungen für mehr Komfort bei einem Maximum an Agilität. Satt
und massiv liegt die Karosserie auf der Fahrbahn. Die Lenkung gibt gute Rückmeldung vom
Untergrund. Im Fahrverhalten gibt sich der 5er Touring sehr agil und dynamisch, da merkt
man die fast 1,8 t Leergewicht der Karosserie gar nicht. Problemlos und neutral, fast wie
auf Schienen meistert der Münchener auch kurvige Pisten, zieht auch in schnellen Kurven
sauber seine Spur. Ausweichmanöver und doppelte Spurwechsel ebenso wie den flott
gefahrenen Slalom absolviert er sauber und leichtfüßig.
Straff ist
die Fahrwerksabstimmung, aber nicht unkomfortabel. Kurze, tiefe Unebenheiten sind jedoch
durchaus im Passagierraum zu spüren. An Fahrwerksregelsystemen hat der 5er Touring
natürlich alles an Bord, was in dieser Klasse heute Standard ist.
Anstelle der
16-Zoll-Serienbereifung stand unser 530d Touring auf 17-Zoll-Leichtmetallrädern mit
245/45er Reifen, die auf trockener Fahrbahn Seitenführung und Bremswege optimieren. Die
Bremsen (innenbelüftete Scheibenbremsen mit groß dimensionierten Bremsscheiben rundum)
sprechen gut an und verzögern auch dank elektronischer Hilfen (siehe unten) gut
dosierbar, ohne Verzögerung und spurtreu. Die (serienmäßigen) zweistufigen Bremsleuchten verraten dem nachfolgenden Fahrer
die Intensität des Bremstritts.

Sicherheit
für den Fall eines Unfalles bieten den Passagieren die hochfeste, verwindungssteife
Aluminium-Stahl-Karosserie, ein Stoßfängersystem mit auswechselbaren Verformungszonen
vorne und hinten (bis 15 km/h) und der integrierte Seitenaufprallschutz. Drei-Punkt-Gurte
und Kopfstützen gibt es auf allen Sitzplätzen, aktive Kopfstützen vorne sind nur beim
Extra Komfort-Sitze ab Werk dabei. Front- und Seitenairbags vorne sowie
Kopfairbags für vorne und hinten gehören zur Serienausstattung, die Seitenairbags hinten
kosten Aufpreis, die Isofix-Kindersitzvorrüstungen auf den Außenplätzen hinten sind
wiederum serienmäßig an Bord. An aktiven Fahrwerksregelsystemen hat BMW dem 5er
serienmäßig alles mitgegeben, was man in einem Auto dieser Klasse heute erwarten darf:
Das reicht vom ABS über das elektronische Stabilitätsprogramm DSC mit
Antriebsschlupfregelung ASC (heißt zusammen DTC für Dynamic Traction Control) bis hin
zum Bremsassistenten DBC und der Kurvenbremskontrolle CBC (schließt die Elektronische
Bremskraftverteilung mit ein), optional gibt es die Aktive Lenkung und den Dynamic Drive.
Zur Sonderausstattung zählen auch die Bi-Xenon-Scheinwerfer, das Adaptive Kurvenlicht und
die Alarmanlage.
Dank
serienmäßiger Reifendruckkontrolle ist der 5er Touring für Reifen mit
Notlaufeigenschaften geeignet, die hier im Gegensatz zu später erschienenen Modellen noch
nicht serienmäßig ab Werk verbaut werden, aber immerhin optional verfügbar sein. Da der
5er Touring noch nicht serienmäßig mit pannensicheren Reifen ausgestattet ist, verfügt
er über ein Notrad, es sei denn, er kommt wie hier mit Notlaufreifen.
Ab 38.250 Euro steht der 5er Touring in
den Preislisten der Händler, der 530d ist ab 44.150 Euro zu haben. Die Serienausstattung
ist sehr umfangreich, Aufpreis kosten Extras wie die Metallic-Lackierung,
Leder-Polster, Navigationssystem, die elektrischen Komfortsitzen vorne sowie die
Sitzheizung vorne und hinten, Lichtpaket, 17-Zoll-Leichtmetallfelgen,
Bi-Xenon-Scheinwerfer, Einparkhilfe sowie die TV-Funktion und das Dynamic Drive.
Der
BMW-Händler gibt zwei Jahre Sachmängelhaftung auf dem Neuwagen. Der Hersteller gibt zwei
Jahre Garantie auf den Lack und sechs Jahre auf die Karosserie gegen Durchrostung. Einen
Mobil-Service gibt es lebenslang bei regelmäßiger Wartung. Eine
Service-Intervall-Anzeige zeigt die nächste fällige Inspektion oder den fälligen
Ölwechsel an. Die Intervalle berechnen sich aus Einsatz und Fahrweise, das Ganze nennt
sich bei BMW Condition Based Service. Die Versicherungen stufen das Modell in
die Typklassen 20 / 30 / 38 (KH / VK / TK nach der neuen
Struktur in der Fahrzeugversicherung: VK 26, TK 26) ein.
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