Mit seinen 4,78 m Länge, 1,80 m Breite
und 1,44 m Höhe ist schon die Karosserie eine solide und gesetzte Erscheinung. Wenn man
auf den straffen, gut konturierte Sitzen Platz genommen hat, empfängt einen der edle
Innenraum: helle Lederausstattung und Edelholz-Einlagen verbreiten ein wohnliches
Ambiente.

Was der für das 2001er Modelljahr
facegeliftete Fünfer-BMW auf den zweiten Blick kann, erfuhren wir in dem Einstiegsmodell
der Baureihe (zumindest von den Benzinern), einem royalroten 520er mit einem der drei
neuen Sechszylinder-Motoren, dem "kleinen" 2,2-Liter-Aggregat mit 170 PS. Der
wirkliche Einstieg in die Fünfer-Reihe ist der 2-Liter-Dieselmotor 520d mit 136 PS.
Das Facelift ist von außen nur sehr
dezent und kaum erkennbar. Am auffälligsten sind wohl die neu gestalteten Scheinwerfer
mit neuer Lichtleiter-Technik und runden Blinkleuchten unter Klarglas sowie die jetzt in
Wagenfarbe lackierten Schutzleisten rundum. Kaum noch ins Auge fällt hingegen die
Neugestaltung der Schlussleuchten.
Das Platzangebot ist vorne wie
hinten in keinster Weise zu beanstanden. Angenehm straff und gut konturiert sind die
Vordersitze, elektrisch einstellbar und mit Memory-Funktion für drei Fahrer. Eine
Lendenwirbelstütze für die Vordersitze gibt es allerdings nur gegen Aufpreis. Gut
konturiert sind auch die äußeren Sitze hinten. Der mittlere Sitz ist ... eine
Mittelarmlehne, wenn man ihn nicht braucht, aber immerhin ausreichend breit, mit
Kopfstütze und Drei-Punkt-Gurt für den Fall, dass man ihn braucht. Über mangelnde Kopf-
oder Kniefreiheit können normalgewachsene Passagiere nicht meckern.

Zeitlos elegant ist das Cockpit
gestaltet, es glänzt mit seiner Ergonomie und guten Bedienbarkeit. Hell und freundlich in
Beige-Tönen sind Ledersitze, Türverkleidungen, Teppiche (leicht zu reinigen, dafür aber
etwas schmutzanfällig) und Armaturenbrett-Unterseite gehalten. Die Abdeckung des
Armaturenträgers ist schwarz, was Reflektionen in der Frontscheibe verhindert.
Edelholz-Interieurleisten aus Vogelaugenahorn setzen Akzente im Innenraum.
Ablagefächer gibt es in ausreichender
Zahl: je zwei in den vorderen Türen, eines hinten, ein Fach links unter dem Lenkrad sowie
eines in der Mittelkonsole und ein Handschuhfach. Eine geeignete Ablage für die
Sonnenbrille fehlt wie in jedem Cockpit mit Navigationssystem.

Der Kofferraum ist gut nutzbar, fasst
allerdings nur 460 Liter Ladung im Vergleich zur Konkurrenz keine Bestleistung
, die zudem über eine mit 71 cm recht hohe Ladekante verstaut werden müssen. 435
kg Zuladung sind angesichts des Laderaumes aber ausreichend.
Die Serienausstattung bietet ein
absolutes Mindestmaß an Komfort in dieser Klasse und schließt die funkfernbediente
Zentralverriegelung mit Diebstahlsicherung, elektrische Fensterheber vorne und hinten,
elektrisch einstellbare, beheizbare asphärischen Außenspiegel, Klimaanlage, beleuchtete
Spiegel in den Sonnenblenden, Lederlenkrad sowie Bordcomputer mit Piktogrammanzeige und
Basis-Check-Control mit ein.
Die wirklich netten Annehmlichkeiten in
unserem Testwagen sind aber alle nur als Sonderausstattung zu haben und kosten
entsprechend Aufpreis: Klimaautomatik, Navigationssystem, Park-Distance-Control für
hinten und vorne (sehr praktisch!, vorne neu seit dem Facelift), M-Lederlenkrad,
Heckscheibenrollo und Sitzheizung vorne. Das Raucherpaket (mit dem Zigarrettenanzünder
fürs Handy) ist zwar Sonderausstattung, aber ohne Aufpreis. Eine asymmetrisch geteilte,
umklappbare Rückbanklehne ist jedoch nur als Sonderausstsattung zu haben, ebenfalls zwei
in die Rückbank integrierten Kindersitze.

Geändert hat sich zum neuen Modelljahr
vor allem die Motorenpalette. Die alten Sechszylinder sind grundlegend überarbeitet und
optimiert worden. Ein auf 2,2 Liter Hubraum erweiterter Sechszylinder hat den bisherigen
kleinsten 2-Liter-Sechszylinder abgelöst. Jetzt stapelt die Modellbezeichnung 520i etwas
tief.
Dem Mehr an Hubraum stehen beim neuen
520i auch mehr Leistung zur Seite. 170 PS statt bislang 150 PS leistet nun das
Basismodell, dazu ein Mehr an Drehmoment: 210 Newtonmeter Maximum bei 3.500/min. (vorher
190 Nm). Von 1.500/min. bis 6.000/min. stehen satte 85 Prozent des maximalen Drehmoments
zur Verfügung. Und sauberer sind die Motoren geworden: die neuen Sechszylinder erfüllen
die D4-Abgasnorm.
Nichts geändert hat sich mit dem
optimierten Motor an der sagenhaften Laufkultur der Reihen-Sechzylinder-Motoren aus
München. Spontan nimmt der kleine Sechszylinder Gas an und dreht freudig hoch, um sich
dann verhältnismäßig spurtstark in Bewegung zu setzen. Als Einstiegsmotor in die obere
Mittelklasse ist der 2,2-Liter-Benziner absolut ausreichend: 226 km/h Spitze, in 9,1
Sekunden von 0 auf Tempo 100 ist angesichts eines Karosseriegewichts von fast 1,6 t nicht
schlecht.

Die langen Schaltewege trüben die
Fahrfreude kaum, denn der kleine Fünfer ist nicht als Rennwagen gebaut. Dafür braucht er
einen stärkeren Motor, wie er der Baureihe mit dem 3-Liter-Sechszylinder zur Verfügung
steht.
Die gelassene Art der Fortbewegung ist
sein Weg. Für zügige Überholmanöver auf der Autobahn ist der dennoch gut zu
gebrauchen. Und die Bremsen (Scheibenbremsen rundum, vorne innenbelüftet) in Verbindung
mit im Vergleich zur Serienausstattung breiteren Reifen (225/55 R 16 statt 205/65 R 15)
sorgen für schnellstmöglichen Stillstand. Serienmäßig ist der 520i ausgestattet mit
15-Zoll-Leichtmetallfelgen im Sternspeichen-Design. Unser Testwagen verfügt ab Werk
über16-Zoll-Parallelspeichen-Leichtmetallräder, trägt aber zur kalten Jahreszeit die
einfacheren Speichenstyling-Leichtmetallräder in der gleichen Größe.
Rund 9 Liter Superbenzin auf 100 km im
gemischten Verbrauch nach EU-Norm schluckt der kleine Fünfer im Schnitt (mit
Serienbereifung), 7,1 Liter sind es bei gelassener Fahrweise außerorts, 12,2 Liter im
Stadtverkehr (alles Herstellerangaben).

Die Lenkung agiert sportlich direkt und
präzise. Der Fünfer liegt solide auf der Straße, gibt sich aber angesichts
seiner Größe erstaunlich beweglich in Kurven und bei Spurwechseln. Agil und
sicher folgt er auch bei plötzlichen Spurwechseln und Ausweichmanövern den Lenkbefehlen
des Fahrers. Eine BMW-Spezialität bei der Fahrwerksabstimmung ist für Hecktriebler eher
untypisch: Im Grenzbereich neigt der Fünfer dazu, leicht über die Vorderräder zu
schieben. Damit bleibt er leichter beherrschbar. Das im Fünfer noch nicht serienmäßige
DSC (das ist nichts anderes als ESP auf bayerisch) tut sein übriges, um dem Fahrer
kritische Situationen zu ersparen.
Gelungen ist die Synthese aus samtweichem
Fahrkomfort mit ausreichender Straffheit auch für sportliches Handling. Passive
Sicherheit bieten sechs Airbags für die Frontpassagiere (Serie), ein neues
Seitenairbag-System für die Fondpassagiere (gegen Aufpreis, neu mit dem Facelift im
Programm), Kopfstützen und Drei-Punkt-Gurte auf allen fünf Sitzen sowie die
Sicherheitskarosserie mit Seitenaufprallschutz. Für die aktive Sicherheit sorgen
serienmäßig ABS, die Stabilitäts- und Traktionskontrolle ASC+T sowie als
Sonderausstattung das elektronische Stabilitätsprogramm DSC, welches die
Bremskraftkontrolle DBC mit einschließt. Die Reifendruckkontrolle RDC ist ebenfalls gegen
Aufpreis zu haben.

Ab 61.200 Mark ist der kleinste Benziner
der Fünfer-Reihe zu haben, preislich beginnt der Einstieg in die Baureihe mit einem
Vierzylinder-Diesel ab 59.800 Mark. Mit all den kleinen aufpreispflichtigen Extras addiert
sich unser Testwagen allerdings auf lockere 88.590 Mark.
Ein Jahr Garantie auf den Wagen sowie
alle beim BMW-Händler eingebauten Originalteile sowie sechs Jahre gegen Durchrostung
gewährt BMW, darüber hinaus gibt es die Mobilitätsgarantie mit der BMW-Service Card
beim Einhalten der Inspektionsintervalle. Die Versicherungseinstufungen liegen mit 15 / 20
/ 30 (KH / VK / TK) für diese Wagenklasse sehr günstig. |