Zum 16. Juni wird er beim Händler stehen,
der neue 3er compact, der nach sieben Jahren Laufzeit sein Vorgängermodell ablöst. Wir
hatten bereits die Gelegenheit, die beiden ersten Modelle der neuen compact-Reihe, den
316ti und den 325ti, zu fahren.
Von der Seite ist er ganz der alte. Nein,
zugegeben, fünf Zentimeter länger ist er geworden, auch der Radstand wuchs um 2,5 cm.
Von vorne ist er nicht nur innovativer gestylt als der Vorgänger, das neue, dynamische
compact-Gesicht hebt ihn auch aus der Dreier-Baureihe als eigenständiges Modell hervor.

Der Einstieg auf die vorderen Sitze ist
gut, nach hinten geht es dank der Einstiegshilfe auch ganz passabel. Die angenehm straff
gepolsterten Sitze sind auch langstreckentauglich. Das Armaturenbrett ist aufgeräumt,
alle Schalter und Anzeigen dort, wo sie hingehören. Keinen Preis für Schönheit kriegt
das rote Interieur unseres traumroten 316ti. Zu viel Rot (außen und innen!), das
schwarze Interieur des graugrünen 325ti wirkt entschieden hochwertiger.

Gut ist das Brillenfach in der
Mittelkonsole, verschiedene Ablagefächer erleichtern das Verstauen von Kleinkram.
Optional erhältlich ist exklusiv für den Dreier compact neu entwickelt das
Ladepaket: Unter der Hutablage befindet sich hier ein variables Staufach, welches sowohl
vom Kofferraum wie auch vom Innenraum her zugänglich ist. Entfernt man das Staufach,
dienen Profile an den Rändern zum Einhängen von Einkaufstaschen. An der Unterseite der
Hutablage befindet sich außerdem ein nur vom Kofferraum erreichbarer Regenschirmhalter.
Ganz nett ist auch, dass man den Kofferraum mit dem Schlüssel auf Knopfdruck
vollautomatisch hochschwingen lassen kann.

Bei knappen 1,4 bis 1,5 t Leergewicht (je
nach Motor) sind die 500 kg maximale Zuladung auch für das große Gepäck mehr als
ausreichend. Der Kofferrauminhalt von 310 bis 1.100 Litern ist jedoch auch im
Vergleich zu anderen Kompakten nicht gerade üppig bemessen. Und das bei einer
Länge von 4,26 m, einer Breite von 1,75 m und einer Höhe von 1,41 m, womit der kompakte
BMW in der Kompaktklasse der Größte sein dürfte.

Mit zwei Motoren geht der Dreier compact an
den Start: mit einem 1,8-Liter-Vierzylinder-Benziner mit 115 PS und einem
2,5-Liter-Sechszylinder-Benziner mit 192 PS. Der Sechszylinder ist schon bekannt aus der
Dreier- und der Fünfer-Reihe. Der Vierzylinder ist eine innovative Neuentwicklung.
Ordentlich ist der neue Vierzylinder,
vibrationsarm, mit ausreichendem Durchzug und von der Akustik definitiv der Sportlichere
von beiden. Es glänzt vor allem durch seine innovative Technik: Auf der von BMW
entwickelten variablen Nockenwellenspreizung für die Einlass- und die Auslass-Nockenwelle
(Doppel-VANOS) baut der neue vollvariable Ventiltrieb (Valvetronic) auf, der die bislang
unverzichtbare Drosselklappe überflüssig macht. Die Einsparung der Drosselklappe lässt
eine effektiver Verbrennung des Kraftstoffes zu. Gleiche Leistung bei weniger
Benzinverbrauch sind die Folge. Zwischen 2.000 und 5.000 Touren liegen über 90 Prozent
des maximalen Drehmomentes von 175 Newtonmetern an. Im Verbrauch schlägt der
1,8-Liter-Benziner die Konkurrenz um Längen: 9,7 Liter Superbenzin je 100 km im
Stadtverkehr, 5,3 Liter je 100 km außerhalb des Stadtverkehrs sowie 6,9 Liter je 100 km
im gemischten Verbrauch nach EU-Norm (alles Herstellerangaben). In 10,9 Sekunden von 0 auf
Tempo 100 und 201 km/h Spitze verdankt der Vierzylinder dabei der knackig kurzen
Getriebeübersetzung. Auf ebener Strecke geht er damit fein ab, auf gebirgigen Straßen
tut er sich allerdings etwas schwer.

Mehr Spaß macht der Sechszylinder mit 192
PS: seidenweich, laufruhig, kultiviert, antritts- und durchzugsstark bietet er
BMW-Motorentechnik vom Feinsten. Zugegeben, dafür knausert er dann auch nicht mit dem
teuren Benzin, aber wie war das noch mit den schönen Dingen im Leben ...? Die 10 Sekunden
von 0 auf 100 km/h machen aus ihm noch keinen Renner, aber weitaus souveräner entfaltet
der Sechszylinder seine Leistung bei höheren Drehzahlen. Von 1.500 bis 6.000 Touren
verfügt er über mindestens 90 Prozent seines maximalen Drehmoments von 245 Newtonmetern.
Bei 236 km/h Spitze werden die meisten ihn auf der Autobahn nur von hinten sehen. Das
bezahlt man dann allerdings mit einem Spritverbrauch von 12,3 Litern Superbenzin im
Stadtverkehr, bescheideneren 7,0 Litern je 100 km außerstädtisch und 8,9 Litern je 100
km im gemischten Verbrauch nach EU-Norm (alles Herstellerangaben). Damit ist er beleibe
kein Säufer. Dafür erfüllen auch beide Motoren die D4-Abgasnorm.
Die Schaltung mit ihren kurzen präzisen
Schaltwegen hinterlässt einen guten Eindruck. Groß dimensionierte Scheibenbremsen
rundum, vorne innenbelüftet (beim 325ti auch hinten) mit Bremskraftverteiler und
Notbremserkennung sorgen für den nötigen Biss, um den Wagen in kürzester Zeit zum
Stehen zu kriegen.

Die Lenkung arbeitet super direkt und
lässt beim Fahren in Kurven echt Freude aufkommen. Zielgenau ist der agile Kompakte auch
um engste Kurven zu dirigieren. Problemlos und neutral ist das Fahrverhalten des
Hecktrieblers bis in hohe Kurvengeschwindigkeiten, bevor er dann im Grenzbereich zu
leichtem Untersteuern neigt.
Der 316ti fuhr mit Serienbereifung (195/65
R 15) vor, der 325ti mit breiten 17-Zöllern (Aufpreis zwischen 978 und 2152 Mark je nach
Felgenmodell und Reifenbreite). Straff ist ja schon der 316ti mit Serienbereifung,
allerdings bietet er dabei immer noch befriedigenden Federungskomfort für die Insassen.
Sportlich und nur mit einem Mindestmaß an Komfort ist dagegen der 325ti mit seinen
Breitreifen. Schon der 316ti bietet dafür aber ein Höchstmaß an sicherer Straßenlage,
wenig Seitenneigung und spurtreue Fahrt.
Sicherheit serienmäßig bieten sechs
Airbags für Fahrer und Beifahrer (Seitenairbags im Fond gibt es gegen Aufpreis), ABS mit
Bremskraftverteilung, die Antriebsschlupfregelung ASC+T sowie die elektronische
Stabilitätskontrolle DSC (zu Deutsch: ESP). Vier Kopfstützen und Drei-Punkt-Gurte sowie
ein Beckengurt sind Serie, die fünfte Kopfstütze gibt es gegen Aufpreis.

BMW verlangt für den Premium-Kompakten
auch einen Premium-Preis: Ab knapp unter 40.000 Mark wird der 316ti ab 16. Juni beim
Händler stehen, der 325ti ist ab 56.000 Mark zu haben. Die Metallic-Lackierung kostet
etwas über 1.000 Mark Aufpreis. Serienmäßig verfügt der 316ti über elektrisch
einstellbare Außenspiegel, elektrische Fensterheber, Check Control,
Serviceintervallanzeige sowie Zentralverriegelung mit Diebstahlsicherung und Crash-Sensor.
Der 325ti hat zudem Bordcomputer, beheizte
Außenspiegel, Türbügelgriffe in Wagenfarbe lackiert, einen Doppelrohrauspuff,
Innenlichtpaket (mit Beleuchtung für die Spiegel in den Sonnenblende, Fußraumleuchten
vorn sowie Leseleuchten vorne und hinten, Klimaanlage und Leichtmetallräder.
Die Versicherungseinstufungen orientieren
sich wohl vorerst am Vormodell mit den Einstufungen 18 / 24 / 35 (KH / VK / TK) für den
kleineren und 18 / 30 / 35 für den größeren Compact. Ein Jahr Garantie auf den Wagen
sowie alle beim BMW-Händler eingebauten Originalteile sowie sechs Jahre gegen
Durchrostung gewährt BMW, darüber hinaus gibt es die Mobilitätsgarantie mit der
BMW-Service Card beim Einhalten der Inspektionsintervalle. Die Service-Intervalle richten
sich nicht nach gefahrenen Kilometern oder festen Zeitabschnitten, sondern werden
abhängig von den Einsatzbedingungen der Service-Intervallanzeige errechnet.
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