
Der 3er ist bislang die kleine Limousine
aus München, worauf die 4,47 m Fahrzeuglänge aber nicht gerade schließen lassen. Schon
von der Karosserie her ist er eine muskulöse Erscheinung. Die 17-Zoll-Breitreifen unseres
330i, des sportlichen Topmodells der Reihe, verstärken diesen Eindruck noch. In Topasblau
metallic fuhr unser Testwagen vor. Mit einem leichten Facelift ging die seit 1998
produzierte 3er Reihe ins 2002er Modelljahr.
Der Einstieg über vier Türen ist vorne
wie hinten bequem. Im Innenraum empfängt uns die Ausstattung Nero Bianco mit einer
Leder-Stoff-Polsterkombination in Anthrazit und Weiß. Auf der Interieurfarbe Schwarz
setzen Titanleisten am Armaturenbrett, um die Schalthebelmanschette sowie in den Türen
Akzente. Das ganze wirkt sportlich-funktional und zeitlos, ist von hoher Materialqualität
und sehr sauber verarbeitet.

Die gut konturierten, straffen Sportsitze
bieten den Frontpassagieren neben ausreichendem Seitenhalt auch reichlich Platz. Die
Sitzeinstellung funktioniert elektrisch, der Fahrer kann seine Sitzposition speichern. Das
Paket kostet aber Aufpreis. Hinten ist über mangelnden Knieraum nicht zu meckern, aber in
der Mitte sitzt man trotzdem nicht gut. Der Platz ist auch nicht für häufige Fahrten
gedacht, ist er doch serienmäßig nur mit einem Beckengurt versehen und ohne Kopfstütze.

Das Cockpit ist BMW-typisch
fahrerorientiert ausgerichtet und problemlos auch blind zu bedienen. Ablagen gibt es
reichlich: vom Handschuhfach über Fächern in den vorderen Türen, links unterm Lenkrad
und in der Armlehne vorne bis hin zu Netzen an den Rückseiten der Frontsitze. Ablagen in
den hinteren Türen (für die Fondpassagiere) fehlen aber ebenso wie eine geeignete Ablage
für die Sonnenbrille.
Der Kofferraum liegt mit 440 Liter
Fassungsvermögen eher am unteren Ende des Klassendurchschnitts. Die Rückbank ist
asymmetrisch geteilt umklappbar, wodurch sich der Laderaum vergrößern lässt. Das
Durchladesystem in der Mittelkonsole inklusive Skisack kostet extra. Verzurrösen im
Laderaum erleichtern das Sichern der Ladung. Eine erlaubte maximale Zuladung von 425 kg
ist allerdings in dieser Wagenklasse etwas mager.

Die Ausstattung ist umfangreich:
Klimaanlage, Bordcomputer, Innenlichtpaket, die Mittelarmlehne im Fond, Nebelscheinwerfer
sowie Wärmeschutzverglasung rundum sowie elektrisch einstellbare und beheizbare
Außenspiegel gehören zur Serienausstattung, zumindest bei den Sechszylindern. Zur
Serienausstattung bei den Dreiliter-Modellen gehören auch elektrische Fensterheber
hinten, Lederlenkrad und Lederschaltknauf, Instrumentenumrandung in Mattchrom,
17-Zoll-Leichtmetallräder, Titan-Dekorleisten innen sowie Titan-Einfassungen außen (u.
a. Scheinwerferblende, Nebelscheinwerfer und Lufteinlass vorne). Unser Testwagen verfügte
unter anderem über Extras wie ein aufpreispflichtiges Sport-Lederlenkrad, eine
Klimaautomatik, Hifi-Anlage mit CD-Wechsler, Navigationssystem, eingebautem Handy mit
Sprachsteuerung, Einparkhilfe, Regensensor, Tempomat, Bi-Xenonlicht für Abblend- und
Fernlicht mit dynamischer Leuchtweitenregulierung sowie ein elektrisches Glasdach.
Das "330i" steht für die
Topmotorisierung der 3er-Baureihe, den Dreiliter-Sechszylinder mit 231 PS. An die
Laufkultur des bayerischen Reihensechszylinders kommt ja nichts dran: Laufruhig,
vibrationsarm, dabei antritts- und durchzugsstark setzt der Motor einfach Maßstäbe.
Über ein manuelles Fünfgang-Getriebe wird die Motorkraft auf die Hinterräder
übertragen. Der Schalthebel lässt sich leicht, knackig und präzise durch die
Schaltkulisse führen. Gut hängt der Motor am Gas und legt nach, wenn der Tritt aufs
Pedal noch etwas stärker wird. Souverän zieht er auch noch bei höheren
Geschwindigkeiten weiter an.

Mit einer 6,5-Sekunden-Beschleunigung aus
dem Stand auf Tempo 100 erweist sich der Sechszylinder auch als Pulsbeschleuniger. Am
oberen Ende der Tacho-Skala ist ihm bei einer Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h
elektronisch ein Ende gesetzt. Im Verbrauch kann der 330i nicht eben glänzen, man fährt
ihn halt einfach nicht ökonomisch. Das, was er kann, nutzt man als Fahrer auch gerne aus
und der Preis ist halt der Spritverbrauch. Außerorts kann man bei ökonomischer
Fahrweise mit 6,9 Litern Super Plus auf 100 km auskommen, innerorts mit 12,8 Litern, 9,1
Liter gibt BMW an für den gemischten Verbrauch nach EU-Norm. Dafür erfüllt der Motor
aber immerhin die Abgasnorm D4.
Schicken
17-Zoll-Dreispeichen-Leichtmetallrädern haben die Münchener 225/45er Reifen aufgezogen.
Die Scheibenbremsen sind auch rundum innenbelüftet, um die Motorkraft im Notfall im Zaum
halten zu können. Die Bremsen sprechen schnell an, sind gut dosierbar, und auch die
Bremswege lassen nichts zu wünschen übrig. Spurtreu und ohne Probleme kommt der 330i in
kürzester Zeit zum Stehen.

Die Lenkung ist eher direkt ausgelegt und
vermittelt guten Kontakt zur Fahrbahn. Tadellos ist der Geradeauslauf, präzise folgt das
Fahrzeug den Lenkbefehlen des Fahrers. Die hier etwas sportlichere
Fahrwerksabstimmung ist eine Münchener Spezialität und wieder vom Feinsten. Sehr agil
und dynamisch und ohne tückische Reaktionen lässt er sich auch schnell über kurviges
Terrain dirigieren, dabei liegt er sehr neutral auf der Straße. Das serienmäßige ESP
(heißt auf bayrisch DSC) muss auch bei sehr flotter Kurvenfahrt nur selten eingreifen, so
hoch liegt der Grenzbereich. Plötzliche Spurwechsel und Ausweichmanöver nimmt er auch
bei höherem Tempo sehr gelassen und sicher.
Serienmäßig verfügen die beiden
Dreiliter-Modelle (330i und 330d) über eine sportlichere Fahrwerksabstimmung und
17-Zoll-Räder. Mit diesen Zutaten wirkt er noch eine Idee straffer, verfügt aber
trotzdem über ausreichend Fahrkomfort. Unebenheiten bügelt er klaglos glatt, kleinere
auch ohne Aufbaubewegungen der Karosserie.

Für die Sicherheit hat BMW der Limousine
serienmäßig Seitenaufprallschutz, vier Kopfstützen und vier Drei-Punkt-Gurte, sechs
Airbags für die Frontpassagiere sowie zwei Isofix-Kindersitzbefestigungen mitgegeben.
Gegen Aufpreis gibt es die Seitenairbags hinten sowie Kopfstütze und Drei-Punkt-Gurt
hinten in der Mitte. Fahrassistenzsysteme wie ABS, die Kurvenbremskontrolle CBC und das
Stabilitätsprogramm DSC sind Serie.
Ab 23.800 Euro steht die 3er Limousine in
der Preisliste, Basismotorisierung ist der 1,8-Liter-Vierzylinder mit 115 PS. Für den
330i muss man aber schon etwas mehr, nämlich ab 34.750 Euro, hinblättern. Dafür
gehören zur Serienausstattung elektrische Fensterheber vorne und hinten, eine
funkfernbediente Zentralverriegelung, Klimaanlage sowie Leichtmetallräder. Aufpreis
kosten Bi-Xenonlicht mit Scheinwerfer-Waschanlage, Multifunktionslenkrad, Alarmanlage, das
elektrische Glasdach, Sonnenschutzrollos an der Heckscheibe, der automatisch abblendende
Innenspiegel, elektrische Sitzverstellung mit Memory für den Fahrersitz, Sportsitze,
Sitzheizung, das Durchladesystem mit Skisack, Einparkhilfe, Regensensor, Navigationssystem
und Hifi-Anlage mit Radio und CD-Wechsler.

Zwei Jahre Garantie auf den Wagen sowie
alle beim BMW-Händler eingebauten Originalteile sowie sechs Jahre gegen Durchrostung
gewährt BMW. Darüber hinaus gibt es die Mobilitätsgarantie mit der BMW-Service-Card
beim Einhalten der Inspektionsintervalle. Die Service-Intervalle richten sich nicht nach
gefahrenen Kilometern oder festen Zeitabschnitten, sondern werden abhängig von den
Einsatzbedingungen von der Service-Intervallanzeige errechnet. Die Versicherungen stufen
den 330i in die Typklassen 16 / 25 / 34 (KH / VK / TK).
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