Mächtige 17-Zoll-Sternspeichen-Leichtmetallräder
mit breiten 225/45er Reifen und die sportliche Tieferlegung ab Werk geben der Optik doch
noch einen leicht sportlichen Hauch. Natürlich ist das BMW Dreier Cabrio kein Blickfang
wie der Z3 und der Z8. Groß und stattlich gebaut vermittelt das bis zur A-Säule auf dem
Dreier Coupé basierende Cabrio ein wohltutendes Gefühl von Raum und Ruhe. Die
Gürtellinie steigt aber insgesamt stärker an, ein solider Heckabschluss rundet das
eigenständige Design des Cabrios ab. Wir fuhren den Wagen als 323Ci mit 2,5-Liter-Motor
(170 PS) in Titansilber metallic dank des "Traumsommers" 2000 viel zu
selten offen ...

Noblen Komfort vermittelt schon der Einstieg:
Lederausstattung Montana in Taninrot, die Sportsitze vorn sind elektrisch verstellbar, mit
Memory-Funktion und Sitzheizung. Die Klimaautomatik sorgt bei geschlossenem Verdeck für
angenehme Temperaturen. Platz ist ausreichend auf allen vier Sitzen, die neben Komfort vor
allem den nötigen Seitenhalt bieten. Der Innenraum ist passend zum Rotbraun der Sitze
ganz in Schwarz gehalten.
Zahlreiche Ablagefächer (inkl.
schaumstoffgefüttertem Brillenfach in der Mittelkonsole!) erleichtern das Ordnung halten
ungemein. Das Cockpit ist ergonomisch gestaltet, alles am richtigen Platz und die Schalter
blind nutzbar. Das Raucherpaket (wahlweise, aber ohne Aufpreis) ist auch für Nichtraucher
sinnvoll allein wegen des Zigarettenanzünders. Das Dreispeichen-Sport-Lederlenkrad
mit Multifunktionstasten ist etwas gewöhnungsbedürftig: die Huptasten sind auf die
Schnelle schwer zu finden.
Das manuelle Verdeck ist schnell und problemlos
geöffnet. Nur beim Schließen der Kunststoff-Verdeckklappe muss man aufpassen: Die Klappe
wird sehr vorsichtig aufgelegt, der Schließmechanismus zieht sie automatisch zu. Keine
Ideallösung, denn wenn Unwissende oder Eilige die Klappe zu drücken, geht das
Verdeckklappenschloss kaputt. Die 2.150 Mark für die elektrische Verdeckbetätigung
sollte man sich da schon gönnen. Das ist auch die Ausstattung, die zu Recht
von den meisten BMW-Cabrio-Käufern bevorzugt wird. Serienmäßig ist das Cabrio mit einem
Glas-Heckscheibe (inkl. Heckscheibenheizung) ausgestattet. Die Alarmanlage verfügt nur
über eine Warnung bei Manipulationsversuchen an der Karosserie und leider nicht über
einen Innenraumsensor, der meldet, wenn jemand beim offenen Wagen über die Scheiben
greift.
Der Verdeckkasten verringert natürlich das
Fassungsvermögen des Kofferraumes. Allerdings ermöglicht seine variable Konstruktion,
dass man ihn, wenn man geschlossen fährt, mit einem Handgriff hoch klappen kann. Dadurch
vergrößert sich der Gepäckraum von 260 auf besser nutzbare 300 Liter Volumen. Die
geteilte Heckleuchte ermöglicht immerhin eine relativ große Einladebreite, auch wenn die
Ladekante alles andere als Gepäckfreundlich ist. Das Windschott muss vom Fahrer bei
Bedarf eingebaut werden. Es wird über der Rücksitzbank montiert.

Der 2,5-Liter-Sechszylinder-Reihenmotor mit 170 PS
ist die Sünde pur. Laufruhig, vibrationsarm und leise, mit kraftvollem Antritt,
durchzugsstark und von einer kultivierten Leistungsentfaltung, die man erfahren haben
muss. Der Tritt aufs Gaspedal wird zur Sucht, so zieht das immerhin 1,6 t schwere Gefährt
ab. Über ein Fünfgang-Schaltgetriebe reicht der Fahrer die Kraft auf die Hinterräder,
die sie in ordentlichen Vortrieb umsetzen. Ein maximales Drehmoment von 245 Nm bei
3.500/min. kennzeichnen sein Kraftentfaltung, wobei ab 1.000/min. mindestens 180 Nm, ab
1.800/min. sogar über 210 Nm zur Verfügung stehen.
Von 0 auf Tempo 100 beschleunigt das Cabrio in 8,6
Sekunden, bei 225 km/h Spitze endet der Vortrieb. Der Verbrauch liegt bei
durchschnittlichen 9,7 Liter Super Plus auf 100 km im gemischten Zyklus nach EU-Norm. Der
Wagen verträgt aber auch Superbenzin sehr gut. Außerstädtisch lässt er sich mit 7,5
Litern bewegen, in der Stadt ist er maßloser: Satte 15,2 Liter genehmigt er sich da
(alles Herstellerangaben).
Der Motor erfüllt die D4-Abgasnorm. Technisch noch
etwas verfeinert geht diese Motorausstattung mit 20 PS mehr als 325Ci ins 2001er
Modelljahr.

Die Schaltung ist handlich, kurz und präzise.
Zielgenau und leichtgängig setzt die Lenkung Befehle des Fahrers um. Der Fahrer fühlt
sich jederzeit Herr der Lage, denn die Lenkung vermittelt ihm guten Fahrbahnkontakt.
Lediglich um die Mittellage könnte der Wagen etwas emsiger den Lenkvorgaben folgen.
Innenbelüftete Scheibenbremsen rundum setzen auch
dem sportlichsten Vortrieb im Ernstfall ein schnelles Ende.

Das hervorragend abgestimmte Fahrwerk bietet
zusammen mit den elektronischen Regelsystemen (ABS, die Traktionskontrolle ASC+T und die
Stabilitätskontrolle DSC) ein Höchstmaß an aktiver Sicherheit. Leichtfüßig wieselt
sich der Hecktriebler trotz seines Lebendgeweichtes von über 1,6 t durch kurvige
Serpentinen. Ohne Tadel meistert er selbst enge Kurven in hohem Tempo. Der Grenzbereich
liegt ohnehin schon sehr hoch, ein zusätzliches Sicherheitsplus gewinnt aber noch durch
die Dynamische Stabilitätskontrolle DSC (hochdeutsch: ESP).
Sportliche Härte kennzeichnet den tiefer gelegten
Wagen, die Feder-/Dämpferauslegung ist straffer abgestimmt als die Basisversion. Das
verbessert die Straßenlage ungemein, auch wenn natürlich der direkte Kontakt zu den
Unebenheiten der Straße nicht jedermanns Sache ist. Ein Plus an Komfort hingegen
verspricht das Windschott: Auch bei Tempo 200 spürt man nur einen leichten Hauch.
Allerdings ist damit das offen Fahren nur zu Zweit möglich.

Die Karosserie verfügt über Türverstärkungen aus
Aluminium sowie Verformungszonen vorne und hinten. Hochfestes Material und modernste
Verarbeitungstechnologien ermöglichen, dass die Frontscheibenpartie als Überrollschutz
nur maximal um 6 Grad nachgibt und damit die Insassen bei Überschlagen schützt. In die
Fond-Kopfstützen integrierte Überrollbügel bieten den gleichen Schutz im Heck des
Fahrzeugs. Das Gurtsystem ist in die Sitze eingearbeitet und sorgt in dem offenen
Münchener für ein Mehr an Sicherheit. Drei-Punkt-Sicherheitsgurte mit Gurtstraffer und
Gurtkraftbegrenzer sowie Submarining-Stütze (vorne) und Isofix-Kindersitzvorrüstung
(hinten) gehören zur Basisausstattung. Front- und Seitenairbags gibt es serienmäßig
für die Frontpassagiere, wahlweise auch Seitenairbags für die Rückbank.

Ab 69.450 lässt sich der Wunsch vom offenen Dreier
erfüllen. Dafür bekommt man serienmäßig all die kleinen Notwendigkeiten von Check
Control und Bordcomputer bis hin zu Klimaanlage, Isofix-Kindersitzvorrüstung, elektrische
Fensterheber mit Zentralschließung und Komfort-Öffnungs-/Schließmechanismus über den
Zündschlüssel sowie funkfernbedienter Zentralverriegelung mit Wegfahrsicherung. Die
Metallic-Lackierung kostet 1.150 Mark extra, das Windschott 625 Mark, die Lederausstattung
Montana (inkl. Sitzheizung) 3.710 Mark, Sportsitze 800 Mark, die
Sternspeichen-Leichtmetaller mit Breitreifen 1.500 Mark, die Dynamische
Stabilitätskontrolle (hochdeutsch: ESP, 1.500 Mark) und die sportlich Fahrwerksabstimmung
490 Mark.
Zusätzlich kann man sein Cabrio zudem mit den
kleinen Annehmlichkeiten ausstatten wie zum Beispiel Klimaautomatik (900 Mark),
automatisches Verdeck (2.150 Mark), Hardtop (3.950 Mark), Park Distance Control (660
Mark), Hifi-Anlage Business CD (1.450 Mark) und Lautsprechersystem (990 Mark).
Die Versicherungseinstufungen sind für ein Cabrio recht günstig:
mit den Typklassen 18 / 19 / 37 (KH / VK / TK) ist man dabei. Ein Jahr Garantie auf den
Wagen sowie alle beim BMW-Händler eingebauten Originalteile sowie sechs Jahre gegen
Durchrostung gewährt BMW, darüber hinaus gibt es die Mobilitätsgarantie mit der
BMW-Service Card. |