Mit seiner zeitlosen, dezenten, aber doch eleganten Linie ist der
A8 mit Sicherheit kein Hingucker. Dazu fehlen im markante Akzente, wie sie stilistisch der
neue A6 setzt. Woran liegt es dann, dass er trotzdem
Blicke auf sich zieht? Ist es die beeindruckende Größe, seine auch von außen zu
erkennende qualitative Anmutung? Ob er diese Blicke wert ist, klärten wir in einem
Austerngrau-Metallic-farbenen A8 mit 3,7-Liter-Achtzylinder und permanentem Allradantrieb
quattro.

Die äußeren Türgriffe sind nicht gerade griffig,
leicht rutscht man aus ihnen heraus beim Versuch, die Türen zu öffnen. Ansonsten bieten
die vier Türen natürlich einen bequemen Zugang zur Ingolstädter Luxus-Limousine. Eine
üppige Ausstattung mit Aluminiumzierleisten außen betonen die eleganten Linien,
reichlich Alu-Optik innen setzt Akzente im creme-beige gestalteten Interieur. Holz, Alu
und die Lederausstattung wirken sportlich und wohnlich zugleich, sind qualitativ
hochwertig und sehr sauber verarbeitet. Die Übersicht über die 5,05 m lange, fast 1,90 m
breite Karosserie ist für den Fahrer nicht sonderlich gut, die optionale Einparkhilfe
für vorne und hinten ist eine wertvolle Hilfe bei Rangiermanövern.

Das Platzangebot ist vorne wie hinten mehr als
großzügig, um nicht zu sagen: luxuriös. Straffe, gut konturierte Sitze bieten guten
Seitenhalt und Sitzkomfort auch auf langen Strecken. Die zweite Reihe ist nicht so straff
gepolstert, aber dafür eher glattflächig als Bank und ohne ausgesprochene Sitzausformung
gestaltet. Materialanmutung und Verarbeitung sind topp, das ansonsten eher funktional
gestaltete Armaturenbrett recht übersichtlich und gut zu handhaben. Grund dafür ist
sicherlich, dass viele Zusatzfunktionen über das integrierte Bedienkonzept MMI gut und
intuitiv und vor allem von einem zentralen Bedienelement aus zu bedienen sind.

Ablagen gibt es reichlich und der Aschenbecher ist
groß genug für die Sonnenbrille. Einen handlicheren Platz als dort gibt es nämlich
nicht. Im Handschuhfach ist der CD-Wechsler untergebracht, was dort den Stauraum merklich
verringert. Weitere Fächer finden sich in allen Türen, im Armaturenbrett seitlich unterm
Lenkrad, in den Armlehnen vorne und hinten, vorne auch unter der Armlehne sowie an den
Rückseiten der Vordersitze. Die beiden Getränkedosenhalter vor den vorderen Armlehnen
lassen sich auch gut als Ablagefach für Kleinkram miss- oder vielmehr gebrauchen. Der
voluminöse Kofferraum fasst 500 Liter, zwei Netzfächer stehen an den Seiten für
Kleinkram zur Verfügung.

Serienmäßig ab den Sechszylinder-Modellen ist der A8
ausgestattet mit doppeltverglasten Wärmeschutzscheiben, elektrisch einstellbaren und
beheizbaren Außenspiegeln, elektrischen Fensterhebern vorne und hinten, funkfernbedienter
Zentralverriegelung, Diebstahlwarnanlage (mit Innenraumüberwachung),
Multifunktions-Lederlenkrad, Fahrerinformationssystem mit Bordcomputer und Check-Control,
einer Geschwindigkeitsregelanlage, Radioanlage mit CD-Spieler, dem integrierten
Bedienkonzept MMI (Multi Media Interface) sowie einer Zwei-Zonen-Komfortklimaautomatik mit
Feuchtesensor und Luftgütesensor. Die Intervallschaltung der Wischer ist
geschwindigkeitsabhängig geregelt. Die Achtzylinder-Varianten kommen zudem mit
17-Zoll-Aluminium-Gussrädern im 10-Loch-Design und ein elektrisch in Höhe und Abstand
einstellbaren Lenkrad. Immer noch üppig ist die Aufpreisliste in unserem Testwagen: Sie
umfasst zum Beispiel elektrisch anklappbare Außenspiegel, doppeltverglaste Fenster, den
in die Diebstahlwarnanlage integrierten Abschleppschutz, eine
Vier-Zonen-Komfortklimaautomatik, eine akustische Einparkhilfe für vorne und hinten,
Lederausstattung, Sitzheizung vorne, die Erweiterung des Multifunktions-Lederlenkrades um
eine Schaltfunktion für das Tiptronic-Getriebe, Licht- und Regensensor, ein
DVD-Navigationssystem, CD-Wechsler und Bose-Surround-Soundsystem sowie
Bi-Xenon-Scheinwerfer mit dynamischer Leuchtweitenregulierung (Xenon plus).

Der 3,7-Liter-Motor mit 280 PS ist der kleine
Achtzylinder im Programm, den Einstieg in die Ingolstädter Luxusklasse bietet ein
3-Liter-Sechszylinder mit 220 PS. Souverän arbeitet der Achtzylinder sowohl vom
Leistungsvermögen her als auch in punkto Laufkultur. Mit sehr guten Antritts- und
Durchzugsvermögen macht er die manuelle Schaltoption des Tiptronic-Getriebes selbst für
einen überzeugten Handschalter überflüssig. Das ist aber auch kein Kunststück: Gut 360
Nm maximales Drehmoment bei 3.750 U/min. und ein sehr üppiges Drehmoment über das ganze
relevante Drehzahlband (mehr als 270 Nm ab 1.000 Touren, über 300 Nm ab unter 2.000
Touren) reichen allemal für eine souveräne Leistungsentfaltung in jeder Situation. Dabei
glänzt der Motor mit seinem ruhigen, vibrationsarmen Lauf. Lediglich bei einem kräftigen
Tritt aufs Gaspedal macht er sich eher gewollt durch ein sonores Fauchen
akustisch bemerkbar.

Die Sechsstufen-Getriebeautomatik Tiptronic ist sehr gut
abgestuft, schaltet zügig und bringt die Motorleistung exzellent über alle vier Räder
auf die Straße. Schon beim Anfahren im ersten Gang spürt man die Kraft, die unter der
Motorhaube steckt. Wem das Sportprogramm des Tiptronic-Getriebes nicht sportlich genug
ist, kann auch von Hand schalten: wahlweise am Schalthebel oder optional
erhältlich über Schaltwippen am oder eher hinter dem Lenkrad.

Für die Beschleunigung von Null auf 100 km/h benötigt
die über 1,8 t schwere Limousine knappe 7,3 Sekunden. Bei 250 km/h wird der Motor
elektronisch abgeregelt. Sparsam ist ein Achtzylinder nie: Der Verbrauch liegt bei 17,1
Litern Super Plus je 100 km innerorts, 8,6 Litern außerorts und 11,7 Litern im gemischten
Verbrauch nach EU-Norm, wenn man sich mit ökonomischem Gasfuß bewegt (alles
Herstellerangaben). Der Motor lässt sich auch bei leichten Leistungseinbußen und
etwas höherem Verbrauch mit Superbenzin fahren. Dafür erfüllt er aber immerhin
die Abgasnorm EU4.

Soviel Motorkraft schreit natürlich nach besten
Voraussetzungen für maximale Traktion. Deshalb hat Audi seinem Oberklasse-Achtzylinder
auch mit Ausnahme des 3-Liter-Benzinmodells serienmäßig den permanenten
Allradantrieb quattro spendiert. Der bringt die 280 Pferdchen auch gleichmäßig und
mit dem richtigen Gefühl im Gasfuß auch ohne Traktionsprobleme auf den
Asphalt. Sicher und leichtfüßig und auf einer sauberen Linie meistert er plötzliche
Ausweichmanöver und Slalomfahrten.

Der Radstand von 2,94 m und die breite Reifenspur (1,63 m
vorne, 1,62 m hinten) verhelfen dem Oberklasse-Audi zu satter Straßenlage und tadellosem
Geradeauslauf. Die Lenkung ist nicht ganz so direkt ausgelegt wie beim sportlichen A3,
aber noch ausreichend direkt, um in der großen Limousine Spaß zu machen. Das
Aluminium-Fahrwerk mit Vierlenker-Vorderachse und einer spurgesteuerten
Trapezlenker-Hinterachse ist weiter entwickelt aus Konzepten, die schon beim Vorgänger
Sportlichkeit und Sicherheit unter einen Hut brachten Das Luftfeder-Fahrwerk
"adaptive air suspension" mit kontinuierlicher Dämpferregelung ist sehr
fahraktiv ausgelegt. Man kann von Hand auch die tiefergelegte Einstellung
"dynamic" (Sportniveau, 20 mm tiefer) wählen, oder das 25 mm höhere
Hochniveau. Zudem wird die Karosserie bei höheren Geschwindigkeiten (ab etwa 120 km/h)
abgesenkt, das heißt dann Autobahnniveau und ist 25 mm tiefer als normal. Egal, in
welchem Modus der A8 über die Straße "schwebt", er gibt sich sehr dynamisch
und fahraktiv und er lässt noch ausreichend Fahrbahnkontakt, um den Fahrer Rückmeldung
über die Beschaffenheit der Straße zu geben.

Trotz eines Antriebs über alle vier Räder ist sein
Fahrverhalten weitgehend neutral und problemlos. Agil und fast schon sportlich gibt er
sich im Handling, das serienmäßige ESP bekommt dabei auch auf schnell gefahrenen
kurvigen Pisten wenig zu tun. Der Allradler glänzt durch ein rundum neutrales
Fahrverhalten, dass die Annäherung an den Grenzbereich nur durch ein sehr minimales
Untersteuern ankündigt. Das Fahrwerk ist das erwartet die Kundschaft in der
Luxusklasse sehr komfortabel abgestimmt, ohne es jedoch an Dynamik und Agilität
fehlen zu lassen.
Unser Testwagen stand auf Reifen in der Dimension 235/55
R 17: Mächtig breit sind sie für gute Traktion, Seitenführung und kürzere Bremswege,
dabei aber auch mit viel Seitenflanke für maximalen Komfort. Anstelle eines Ersatzrades
hat Audi dem A8 serienmäßig ein "tire mobility system" mit Kompressor und
Reifendichtmittel mitgegeben. Die Bremsanlage verfügt über innenbelüftete
Scheibenbremsen rundum, mit ABS, elektronischer Bremskraftverteilung und hydraulischem
Bremsassistenten sowie mit einer elektromechanischer Feststellbremse mit Anfahrassistent
auf den Hinterrädern.

Serienmäßig garantieren die Sicherheit der Insassen im
Falle eines Unfalles die Aluminiumkarosserie (ASF Audi Space Frame) mit hoher Steifigkeit,
Seitenaufprallschutz durch hochfeste Aluminiumprofile in allen Türen, Drei-Punkt-Gurte
und Kopfstützen auf allen fünf Sitzplätzen (mit aktiven Kopfstützen vorne),
Frontairbags vorne, Seitenairbags vorne und hinten sowie Kopfairbagsystem sideguard
rundum. Für mehr Fahrstabilität sorgt ganze Palette der in dieser Klasse üblichen
Fahrassistenz-Systeme wie Antriebsschlupfregelung, ESP, elektronische Differenzialsperre,
ABS, elektronische Bremskraftverteilung und der Bremsassistent.

Ab 60.000 Euro steht der A8 in der Preisliste mit
3-Liter-Benzinmotor und Multitronic-Getriebe. Der 3.7 quattro ist ab 68.200 Euro zu haben.
Aufpreis kosten unter anderem die Metallic-Lackierung, die Innenausstattung in
Valconaleder, das DVD-Navigationssystem, Xenon plus, die Einparkhilfe vorne und hinten
sowie die Vier-Zonen-Komfortklimaautomatik.
Ölwechsel und Inspektionen sind abhängig von Fahrweise
und Einsatzbedingungen und werden über die Service-Anzeige ausgegeben, sind spätestens
aber nach 30.000 km oder maximal zwei Jahren fällig. Der Audi-Händler gibt zwei Jahre
Gewährleistung auf das Fahrzeug, drei Jahre auf den Lack und zwölf Jahre auf die
Karosserie gegen Durchrostung. Audi gibt eine Mobilitätsgarantie für zwei Jahre ab
Neuzulassung und bietet einen LongLife-Mobilservice beim Einhalten der
Inspektionsintervalle. Die Versicherungen stufen das Modell in die Typklassen 22 / 28 / 29
(KH / VK / TK nach der neuen Struktur in der Fahrzeugversicherung) ein.
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