Als Limousine hatte wir den aktuellen Audi A4
bereits im Test. Nun hat Audi für A4 Limousine und A4
Avant seinen neuen Benzin-Direkteinspritzer (FSI-Motor) vorgestellt. Wir hatten die
Gelegenheit, beide Karosserievarianten mit FSI auszuprobieren.

Nach dem A2 hat nun auch der A4 einen
Benzin-Direkteinspritzer bekommen. Im Mittelklasse-Modell überarbeitete Audi seinen
2-Liter-Motor mit 130 PS, dessen Aluminium-Kurbelgehäuse Grundlage für den FSI-Motor
wurde. Neuerungen an dem bekannten 2-Liter-Aggregat sind die Common-Rail-Einspritzung,
eine Einkolben-Pumpe sowie vier Ventile je Zylinderkopf der bekannte Saugmotor hat
drei Einlass- und zwei Auslassventile , was Platz schafft für ein zusätzliches
Ventil für die Direkteinspritzung des Kraftstoffs. Der FSI-Motor steht sowohl für die A4-Limousine als auch für den A4 Avant der aktuellen
Baureihe zur Verfügung.
Etwas sportlicher als das Basistriebwerk
ist der FSI schon ausgelegt: ein Leistungszuwachs von 20 PS, mehr Drehmoment und ein
insgesamt höherer Drehmomentverlauf sind auch in der Praxis spürbar. Da aber im A4 der
FSI-Motor keineswegs die Spitzenmotorisierung darstellt, konzentrierten sich die
Motorenentwickler vor allem auf eine bessere Kraftstoffeffizienz, um damit den Verbrauch
vor allem im Teillastbereich im Vergleich zum konventionellen 2.0 zu senken. Allerdings
braucht der FSI mit Super Plus den hochwertigeren Kraftstoff, der normale 2-Liter-Motor
braucht nur Superbenzin.

Die technischen Daten der A4-Limousinen im
Vergleich:
| |
2.0 |
2.0 FSI |
Hubraum |
1.984 ccm |
1.984 ccm |
Zylinder/Ventile |
4/5 |
4/4 |
Leistung |
130 PS |
150 PS |
Drehmoment |
195 Nm bei
3.500 U/min. |
200 Nm zwischen
3.250 und 4.250 U/min. |
Beschleunigung |
9,9 Sekunden |
9,6 Sekunden |
Höchstgeschwindigkeit |
212 km/h |
218 km/h |
Verbrauch je
100 km (Herstellerangaben) innerstädtisch außerstädtisch Durchschnitt (EU-Norm) |
Super
11,4 l
5,9 l
7,9 l |
SuperPlus
9,9 l
5,4 l
7,1 l |
Abgasnorm |
EU4 |
EU4 |

Im Unterschied zum Saugrohreinspritzer wird
beim Benzin-Direkteinspritzer der Kraftstoff über ein zusätzliches Ventil direkt in den
Brennraum gespritzt. Einlass- und Auslassventil regeln die Luftzufuhr bzw. Abgasführung.
Zwei Betriebsarten sind bei der Verbrennung möglich: der Schichtladebetrieb im
Teillastbereich sowie der Homogenbetrieb unter Volllast. Eine stufenlos verstellbare
Einlassnockenwelle öffnet die Ventile nach Bedarf, die ebenfalls stufenlos verstellbare
Tumble-Klappe steuert die Bewegung der einströmenden Luft, um den eingespritzten
Kraftstoff effektiver verbrennen zu können. Der Homogenbetrieb ist auf mehr Leistung bei
weniger Verbrauch ausgelegt, im Schichtladebetrieb (Magerbetrieb) ist das Aggregat auf
maximale Kraftstoffersparnis getrimmt. Ein weiter entwickeltes Katalysator- und
Abgasreinigungssystem reduziert die im Magerbetrieb anfallenden zusätzlichen Stickoxide
wirksam, sodass auch der FSI-Motor die Abgasnorm EU4 erfüllt.
Der Fronttriebler ist als
Benzin-Direkteinspritzer nur mit manueller Fünfgang-Schaltung zu haben, die Multitronic
ist nicht verfügbar. Der Motor hängt gut am Gas und dreht freudig hoch. Dabei zeigt sich
seine Laufkultur: ruhig und vibrationsarm produziert er die Kraft zum Vortrieb. Ordentlich
tritt das Fahrzeug an und zieht eigentlich über das ganze Drehzahlband mit Nachdruck.
Ausreichend Drehmoment ermöglicht schaltfaules Fahren. Für lange Reisen ist der Motor
ein guter Begleiter, wenn man zügig und entspannt ans Ziel kommen will.

Zum Fahrtest standen uns eine Limousine mit
Serienfahrwerk, eine Limousine mit Sportfahrwerk sowie der Avant mit Serienfahrwerk zur
Verfügung. Das agile Serienfahrwerk harmoniert am besten mit dem durchzugsstarken, aber
nicht gerade sportlichen Motor. Das gilt sowohl für die Limousine wie für den Kombi. Das
Sportfahrwerk ist straffer abgestimmt und dynamischer, aber verlangt auch mehr nach einem
spritzigeren Motor. Wobei das Sportfahrwerk auch für den FSI wahrlich keine schlechte
Wahl ist: Straffere Dämpfer, stärkere Federn und eine Tieferlegung um 25 mm bieten
zusätzliche Sicherheitsreserven. Trotz strafferer Straßenlage ist das Fahrzeug alles
andere als unkomfortabel. Das Serienfahrwerk bügelt alle nicht zu groben Unebenheiten
klaglos glatt, ist komfortabler abgestimmt, nimmt aber dennoch Kurven und plötzliche
Spurwechsel sicher und neutral.
Die serienmäßigen Scheibenbremsen rundum
(vorne innenbelüftet) machen den Vortrieb bei Bedarf in
Sekundenbruchteilen zunichte und verzögern spurtreu. Für die aktive Sicherheit
sind alle A4 mit ESP der neuesten Generation inklusive elektronischer Differentialsperre
und Bremsassistent ausgestattet. Darüber hinaus stehen ABS und eine elektronische
Bremskraftverteilung ab Werk zur Verfügung.

Der A4 ist ab 22.100 Euro zu haben, der
Avant ab 23.680 Euro. Die jeweiligen Zweiliter-Varianten stehen ab 25.150 bzw. 26.730 Euro
in den Preislisten. Als 2.0 FSI werden die Limousine ab 26.050 Euro und der Avant ab
28.080 Euro zu haben sein.
Inspektionen sind nach Service-Intervallanzeige vorzunehmen
und können entsprechend nach Intervallen bis zu 30.000 km je nach Fahrweise und
Einsatzbedingungen fällig werden, spätestens jedoch nach zwei Jahren. An
Gewährleistungen gibt Audi auf das Fahrzeug zwei Jahre, den Lack drei Jahre und die
Karosserie 12 Jahre. Die Versicherungseinstufungen sind 15 / 15 / 26 (KH / VK / TK) für
die Limousine und 14 / 16 / 32 für den 2.0 FSI Avant. |