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gezeichnet ist die Karosserie von Audis offener Mittelklasse. Etwas edler gestaltet, mit
großen Lufteinlässen und in Wagenfarbe lackiert unterscheidet sich der Frontstoßfänger
vom geschlossenen Audi A4. Das Heck mit in den
Kofferraumdeckel integrierter dritter Bremsleuchte und Stoffverdeck spricht ebenfalls eine
eigenständigere Sprache.

Auf Knopfdruck steht man innerhalb von 30
Sekunden im Freien. Das Verdeck verschwindet im Kofferraum unter einer
Kunststoffabdeckung. Keine fummelige Persenning trübt das Vergnügen. So lässt sich die
Sonne genießen. Was der offene A4 sonst noch zu bieten hat, erfuhren wir in einem
Caribicblauen A4 Cabrio mit 2,5-Liter-Sechszylinder-TDI.
Das Cabrio ist ein Zweitürer. Die
Frontpassagiere haben einen guten Zugang durch die weit öffnenden Türen. Der Einstieg
nach hinten ist im offenen Cabrio natürlich besser, weil man den Kopf nicht so einziehen
muss. Ansonsten fördert auch die Easy-Entry-Funktion der Vordersitze ein leichteres
Einsteigen. Langbeinige Passagiere sitzen hinten aber nicht so gut. Ansonsten ist die
Rückbank ähnlich straff wie die Vordersitze, die Ellenbogenfreiheit ist gut, aber hier
sitzen ja auch nur zwei Leute. Die Vordersitze sind straff, gut konturiert und bieten
ausreichend Platz sowie guten Seitenhalt auch auf kurviger Strecke. Eine elektrische
Lendenwirbelstütze für die Vordersitze (horizontal und vertikal einstellbar) ist
optional verfügbar und macht das Sitzen vor allem auf langen Strecken komfortabler.

Die Übersicht ist offen nach hinten ganz
ok, aber eine Einparkhilfe ist trotzdem sinnvoll. Vorhanden ist hier nur eine für hinten,
die für vorne und hinten wäre besser. Das Verdeck aus isoliertem dreilagigem Stoffgewebe
schützt gut gegen übermäßige Windgeräusche von außen, auch wenn man natürlich auch
bei geschlossenem Verdeck eine ganz andere Geräuschkulisse hat, als in einer
geschlossenen Limousine. Das hellgraue Interieur mit Dekoreinlagen in Birkenmaserholz grau
bieten eine guten Kontrast zur Außenfarbe. Die Materialien sind hochwertig und tadellos
verarbeitet. Der Premium-Anspruch erfüllt sich in der luxuriösen Anmutung des
Innenraumes. Die Sitze sowie Teile der Tür- und Seitenverkleidung sind gegen
Aufpreis versteht sich in Perlnappaleder gehalten.

Offen sollte man den A4 aber eher als
Zweisitzer nutzen, denn das optional erhältliche Windschott wird über der Rücksitzbank
montiert. Ohne Windschott ist es mächtig windig auf der Landstraße. Und selbst mit
Windschott spürt man auf Autobahnfahrten bei Tempo 140, 160 schon einen deutlichen
Lufthauch. Man kann allerdings auch jenseits der 200-km/h-Marke fahren, ohne dass es zu
zugig wird, jedoch werden die Windgeräusche etwas unangenehmer. Die Montage des
Windschotts ist allerdings recht fummelig, man sollte es also besser nur bei Bedarf
abbauen und ansonsten montiert lassen, wenn man den offenen Fahrspaß möglichst oft
genießen will.
Den Frontpassagieren stehen jede Menge
Ablagen und Fächer zum Verstauen von Kleinkram zur Verfügung: ein Handschuhfach (hier
optional mit Kühlfach versehen), in den Türen, ein Brillenfach in der Mittelkonsole, ein
kleines Schubladen-Fächlein darunter, unter und seitlich vom Lenkrad, auf dem
Mitteltunnel sowie ein Fach mit zwei Getränkehaltern in der Armlehne vorne. Dazu kommen
Schubladen unter beiden Vordersitzen. Die Fondpassagiere müssen sich mit Netzen an den
Rückseiten der Vordersitzlehnen begnügen.

Der Verdeckkasten ist variabel. Fährt
man geschlossen, fasst der Laderaum 315 Liter in einem gut nutzbaren Gepäckabteil. Offen
bleiben 246 Liter übrig, aber die sind gar nicht mehr so gut nutzbar: Das Verdeck nimmt
viel Platz in oberen Teil des Kofferraumes weg, so dass im hinteren Teil eine magere
Laderaumhöhe von knapp 20 cm zur Verfügung steht. Unter dem
Laderaumboden ist jedoch steht ein weiteres Staufach zur Verfügung, da serienmäßig für
Reifenpannen das Reparatursystem "Tire Mobility System" beigelegt ist. Ein
vollwertiges Reserverad gibt es gegen Aufpreis. Ein mit Netz abgetrenntes Fach auf
der rechten Seite des Laderaums hilft Ordnung halten und nimmt den unvermeidlichen
Kleinkram auf. Die Rückbanklehne ist natürlich nicht umklappbar, ein Skisack ermöglicht
aber das Durchladen langer schmaler Gegenstände bis in den Passagierraum.
An Leergewicht bringt unser A4 Cabrio
dankt umfangreicher Ausstattung 1.795 kg auf die Waage. Bei einer erlaubten Zuladung von
405 kg ergibt das ein zulässiges Gesamtgewicht von 2.200 kg. Da machen sich die
zusätzlichen Verstärkungen und Versteifungen der Karosseriestruktur gegenüber der Limousine bemerkbar, die es auf ein zulässiges Gesamtgewicht von "gerade mal" 1.860 kg
bringt.

Viele Funktionen hat das Cockpit zu
bieten. Dennoch ist alles klar und übersichtlich gestaltet und stellt den Fahrer nicht
vor Probleme, die Funktionen zu bedienen, ohne den Verkehr aus den Augen zu verlieren.
Serienmäßig verfügt das Audi A4 Cabrio über all die kleinen Annehmlichkeiten des
Autofahrerlebens wie ein vollautomatisches Stoffverdeck mit beheizbarer Glasheckscheibe,
elektrische Fensterheber vorne und hinten, funkfernbedienter Zentralverriegelung,
elektrisch einstellbare und beheizbare Außenspiegel, Wärmeschutzverglasung und eine
Zwei-Zonen-Komfortklimaautomatik sowie Nebelscheinwerfer. Beide Sonnenblenden verfügen
über beleuchtete Spiegeln. Die Ausführung mit TDI-Motor trägt ebenso wie der
3-Liter-Benziner die serienmäßigen 16-Zoll-Alu-Gussräder mit breiterer 215/55er
Bereifung, unser Testwagen stand extra-breit bereift auf 17-Zoll-Alu-Gussräder im
Fünf-Speichen-Stern-Design mit 235/45er Reifen.

Die Aufpreisliste für unseren Testwagen
ist lang und reichlich: Windschott, Fahrerinformationssystem für die Anzeige von
Bordcomputer und Check-Control, eine Einparkhilfe für hinten (für vorne und hinten ist
auch verfügbar und sinnvoll!), ein Audiosystem mit Radio, Cassettenspieler und
CD-Wechsler, Navigationssystem, Sitzheizung, elektrische Einstellung und elektrische
Lendenwirbelstütze für die Vordersitze, das Multifunktionslenkrad mit Schaltfunktion
für die Multitronic, automatische Umluftregelung für die Klimaautomatik, elektrisch
abblendende Innen- und Außenspiegel, elektrisch anklappbare Außenspiegel, Mittelarmlehne
vorne (mit zwei Getränkehaltern), Einparkhilfe, Geschwindigkeitsregelung, Xenonlicht (mit
dynamischer Leuchtweitenregulierung), servotronic (geschwindigkeitsabhängig geregelte
Servolenkung anstelle einer einfachen Servolenkung) und die breit bereiften
17-Zoll-Räder.

Der 2,5-Liter-Sechszylinder-TDI-Motor mit
163 PS ist der einzige Diesel im A4 Cabrio. Als Benziner stehen darüber hinaus ein 163 PS
starker Vierzylinder-Turbomotor, ein 2,4-Liter- (170 PS) sowie ein 3-Liter-Sechszylinder
(220 PS) zur Wahl. Mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 2.200 kg ist das A4 Cabrio gute
340 kg schwerer als sein geschlossener Bruder (1.860
kg). Das ist bei der Wahl der verfügbaren Motoren berücksichtigt. Insgesamt erwies sich
der TDI hier als guter Begleiter, auch wenn die Multitronic-Automatik nicht jedermanns
Geschmack ist oder sein muss, schließlich gibt es ja auch eine manuelle
Sechsgang-Schaltung.
Für die Übertragung der Motorleistung
auf die Räder sorgt ein stufenloses Multitronic-Getriebe mit Dynamischem Regelprogramm
DRP. Die manuelle Schaltoption verfügt über sechs Gänge, die dem Fahrer über den
Schalthebel oder Tasten auf dem Lenkrad das manuelle Schalten und damit einen spontaneren
Antritt ermöglichen. Im Automatik-Modus treffen sich beim Antritt Automatikgetriebe und
Turboloch: Zwei Gedenksekunden nach dem Kickdown leiten den Sprint ein. Ein gefühlvoller
Gasfuß ist gefragt, um optimale Beschleunigung zu erzielen. Insgesamt ist die Multitronic
gut abgestimmt, schaltet unmerklich hoch und runter.

Der Sechszylinder-Motor überzeugt mit
seiner Laufruhe und Kultiviertheit. Den Diesel hört man nicht. Und wenn er erst mal
läuft, überzeugt er mit einer hervorragenden Leistungsentfaltung, solange man ihn nicht
mit einen Kickdown herausfordert. Sein Drehmoment-Maximum von 310 Nm liegt bereits bei
1.400 U/min. an und steht bis 3.600 Touren über das ganz Drehzahlband zur Verfügung. Das
gibt Durchzug satt, den man mit gefühlvollem Gasfuß abfordern sollte. Bei einem Zuviel
an Gasfuß, das noch kein Automatik-Loch provoziert, drehen nämlich die breiten Reifen
(trotz Antriebsschlupfregelung) schnell durch.
In 9,9 Sekunden beschleunigt das Cabrio
aus dem Stand auf Tempo 100 (mit manuellem Getriebe geht es auch nicht schneller), bei 217
km/h erreicht die Multitronic-Version ihre Höchstgeschwindigkeit (manuelle Schaltung: 226
km/h). Im Verbrauch ist die Multitronic im Stadtverkehr im Vorteil, die manuelle Schaltung
(Werte in Klammern) außerorts: 9,4 Liter Diesel (10,0 Liter) je 100 km verbraucht das
Cabrio im Stadtverkehr, 6 Liter (5,7 Liter) außerorts, 7,2 Liter (7,2 Liter) sind es im
gemischten Verbrauch nach EU-Norm bei ökonomischer Fahrweise, versteht sich (alles
Herstellerangaben). Auf einer wenig ökonomisch gefahrenen Reise in die
Schweiz mit einer Reisegeschwindigkeit von 120 bis 140 km/h, auch schon mal 160 km/h, wenn
es zügiger sein durfte, und größtenteils mit geöffnetem Verdeck war der Wagen mit 8,5
Litern je 100 km unterwegs. Der Sechszylinder-TDI erfüllt die Abgasnorm EU3.

Die Lenkung des Fronttrieblers ist sehr
direkt ausgelegt. Als Sonderausstattung ist unser Testwagen mit servotronic, einer
geschwindigkeitsabhängig geregelten Servolenkung anstelle einer einfachen Servolenkung
ausgestattet. Gefühlvoll, präzise und ausreichend leichtgängig lässt er sich auch um
enge Kurven dirigieren. Da vergisst man schnell, dass man in einem 1,8 t schweren Fahrzeug
(Leergewicht) sitzt. Die Lenkung vermittelt in Verbindung mit dem straffen Fahrwerk und
den breiten Reifen guten Fahrbahnkontakt.
Die Fahrwerkskonstruktion ist identisch
mit der der A4 Limousine: Vierlenker-Vorderachse mit
Querlenkern oben und unten und einem Rohrstabilisator sowie einer Trapezlenker-Hinterachse
mit Stabilisator. Das garantiert auch im Cabrio ein Maximum an Fahrspaß bei sicherer
Straßenlage. Auch in sehr schnell gefahrenen Kurven garantieren die breiten Reifen eine
gute Seitenführung, das Quietschen der Reifen kündigt das Untersteuern an, welches
rechtzeitig vor dem nahenden Grenzbereich warnt. Auch auf schnellen Kurvenpisten kommt das
ESP kaum zum Einsatz. Plötzliche Spurwechsel meistert er souverän, auch beim
Wiedereinscheren folgt er neutral und problemlos in der vorgegebenen Spur. Auch beim
Slalom zieht er sicher seine Linien.

Straff, aber nicht unkomfortabel liegt
das Cabrio auch mit den breiten 235/45er Reifen auf 17-Zoll-Felgen auf der Straßen.
Kleine Unebenheiten bügelt es locker glatt, ohne die Insassen zu behelligen. Die Bremsen
(Scheibenbremsen rundum, vorne innenbelüftet) sind gut dosierbar und verzögern
anständig, spurtreu und sicher.
Die hohe Karosseriesteifigkeit und
Seitenaufprallschutz, Frontairbags sowie Kopf-Thorax-Seitenairbags für die
Frontpassagiere, Kopfstützen und Drei-Punkt-Gurte mit Gurtstraffern und
Gurtkraftbegrenzern auf allen vier Plätzen sowie Isofix-Kindersitzbefestigungen auf dem
Beifahrersitz (inkl. Airbag-Deaktivierung) sowie beiden Plätzen hinten sorgen
serienmäßig für die Sicherheit der Insassen. Aktiven Überrollschutz bieten die
stabilen Frontscheibenrahmen in Verbindung mit dem automatisch auslösenden Schutzsystem
hinter den Fondkopfstützen. Darüber hinaus war unser Testwagen als Sonderausstattung mit
einer Diebstahlwarnanlage mit Innenraumüberwachung und Abschleppschutz-Überwachung
ausgerüstet. Den Fahrer unterstützen zusätzlich zum hervorragend abgestimmten Fahrwerk
alle heute in den gehobenen Klassen üblichen Assistenzsysteme wie ABS mit elektronischer
Bremskraftverteilung und hydraulischem Bremsassistenten sowie ESP mit
Antriebsschlupf-Regelung und elektronischer Differenzialsperre.

Ab 32.900 Euro ist das A4 Cabrio zu haben
mit dem 1,8-Liter-Vierzylinder-Turbomotor (163 PS). Der 2,5-Liter-Sechszylinder-TDI steht
ab 35.800 Euro in der Preisliste, mit Multitronic-Getriebe ab 37.900 Euro. Die
Serienausstattung ist umfangreich und umfasst so ziemlich alle Annehmlichkeiten. Die Liste
der verfügbaren Extras ist dennoch lang und reichlich (siehe auch oben): Aufpreis kostet
unter anderem das Windschott, die Perleffekt-Lackierung, das Lederinterieur, die
17-Zoll-Alu-Gussräder mit Breitreifen, Xenonlicht, Radio und Navigationssystem sowie die
Alarmanlage.

Audi gibt zwei Jahre Gewährleistung auf
das Neufahrzeug und Original-Ersatzteile, drei Jahre auf den Lack sowie 12 Jahre auf die
Karosserie gegen Durchrostung. Der Mobil-Service gilt lebenslang europaweit (außer
Osteuropa) beim Einhalten der Inspektionsintervalle. Diese werden von der
Service-Intervall-Anzeige in Abhängigkeit von der Nutzung und dem Fahrstil des Fahrers
berechnet und können bis zu 35.000 km (oder zwei Jahre) betragen. Die Versicherungen
stufen das A4 Cabrio mit TDI-Motor in die Typklassen 17 / 24 / 28 (KH / VK / TK) ein. |