Sportwagen müssen rot sein! Was für einen Ferrari gilt, kann ja
für einen sportlichen Audi nicht verkehrt sein. Von der Optik unterscheidet sich der A3
3.2 quattro, das sportlichen Topmodell der Premium-Kompakt-Baureihe
aus Ingolstadt, allerdings nicht von seinen schwächer motorisierten Brüdern. Der
Quattro-Schriftzug im Kühlergrill vorne und hinten an der Heckklappe weist nicht nur beim
3.2 auf den Allrad-Antrieb hin. Sogar den fast nur angedeuteten Dachflügel mit der
integrierten dritten Bremsleuchte und den verchromten Doppelrohr-Auspuff haben die anderen
auch.
Bereits vor der Markteinführung hatten wir Bekanntschaft
mit dem neuen Audi A3 machen können. Mit dem
3,2-Liter-Sechszylinder-A3 fuhr bei uns nun das in Brillant-Rot lackierte sportliche
Topmodell der Baureihe vor. Den 3.2 gibt es nur mit dem Allrad-Antrieb quattro und in der
Ausstattungslinie Ambition, unser Testwagen verfügte zudem über das innovative
Direktschaltgetriebe DSG.

Den sportlichen A3 gibt es bislang nur als Dreitürer.
Dafür erleichtert die Easy-Entry-Funktion an beiden Vordersitzen den Zugang für die
Fondpassagiere. Ausreichend Kniefreiheit haben sogar die Insassen auf der Rückbank,
solange vorne keine Riesen sitzen. Die sportlich konturierten, straffen Vordersitze bieten
guten Sitzkomfort und ausgezeichneten Seitenhalt. Die Rückbank verfügt ebenfalls über
zwei gut konturierte (Außen-)Plätze, der Mittelsitz ist daher eher nur für kurze
Fahrten geeignet. Die Übersicht über die Karosserie ist vom Fahrersitz aus nicht
berauschend, eine optional erhältliche akustische Einparkhilfe für hinten (leider nicht
für vorne verfügbar) hilft sehr. Die Rückbanklehne ist asymmetrisch geteilt umlegbar.
Das erweitert das bescheidene Laderaumvolumen von 281 Litern auf immerhin 1.031 Liter.

Das Interieur ist in Kieselgrau/Hellgrau gehalten. Das
Cockpit macht sportliche Anleihen beim TT mit Chromumrandungen und ähnlichem Zierrat,
aber das tut auch schon das A3-Basismodell. Die
Verarbeitung ist ebenso tadellos wie die qualitative Anmutung. Auch in punkto Bedienung
liegt der A3 gut in der Hand: Die Bedienelemente sind übersichtlich angeordnet und
stellen den Fahrer im Verkehr nicht vor Probleme. Fächer und Ablagen sind zahlreich zum
Verstauen des unvermeidlichen Kleinkrams vorhanden (zum Teil als Bestandteil des
Ablagen-Pakets), wobei sich allerdings die Passagiere in der zweiten Reihe mit den Taschen
an den Rückseiten der Vordersitzlehnen begnügen müssen.

Serienmäßig ist der A3 ausgestattet mit elektrisch
einstellbaren Außenspiegeln, einer funkfernbedienten Zentralverriegelung, elektrischen
Fensterhebern, Wärmeschutzverglasung mit Colorstreifen an der Frontscheibe und einem
manuellen Fünfgang-Schaltgetriebe. Der Fahrersitz ist manuell höhenverstellbar. Der
Top-A3 ist nur in der Ausstattungslinie Ambition verfügbar und hat damit zusätzlich
unter anderem Sport-Komfortsitze vorne, das Fahrerinformationssystem FIS, ein
3-Speichen-Sportlederlenkrad (mit Schaltfunktion), einen hochklappbaren Sonnenschutz auf
der Gepäckraumabdeckung, 17-Zoll-Alu-Gussräder und Nebelscheinwerfer mit an Bord. Auch
der Beifahrersitz ist höhenverstellbar. Die Außenspiegel sind auch im A3 3.2 nur
elektrisch einstellbar, die Beheizbarkeit ist gegen Aufpreis zu haben. An
aufpreispflichtigen Extras fuhr unser Testwagen außerdem u. a. mit Komfortklimaautomatik,
Navigationssystem, Radioanlage concert (mit CD-Spieler), Geschwindigkeitsregelanlage,
elektrisch einstellbaren und beheizbaren Außenspiegeln, einer elektrisch einstellbaren
Lendenwirbelstütze für Fahrer- und Beifahrersitz, Sitzheizung für die Vordersitze,
beleuchteten Spiegeln in den Sonnenblenden, dem Ablagepaket und Lederausstattung vor.

Nur das 3.2 an der Heckklappe deutet optisch auf den
Sportler hin: aus sechs Zylindern mit insgesamt 3,2 Litern Hubraum schöpft der Motor 250
PS. Das reicht satt für einen hervorragenden Antritt, exzellenten Durchzug und eine
traumhafte Leistungsentfaltung. Das fördert nicht aber unbedingt eine ökonomische
Fahrweise, sondern mehr die "Freude am Fahren". Dabei glänzt der
Sechszylinder-A3 mit seiner Laufkultur: Ruhig und vibrationsarm spielt er seine Karten
unauffällig im Hintergrund aus. Lediglich bei einem herzhaften Tritt auf das Gaspedal
macht er sich gewollt akustisch bemerkbar.

Das innovative Direktschaltgetriebe (DSG) kann mit seinen
sechs Gängen auch von Hand auch über Schaltwippen am Lenkrad geschaltet
werden. Das ist aber überflüssig, denn schon die Automatik schaltet zügig rauf und
runter, dass man selbst als überzeugter Handschalter schwach wird. Kunststück, verfügt
doch das Direktschaltgetriebe über eine Doppelkupplung, bei der der nächste Gang
je nach Gangart der Nächsthöhere oder Niedrigere bereits vorgewählt ist und der
Gangwechsel deshalb ohne Unterbrechung des Kraftschlusses erfolgt. Zügig und kaum
spürbar schaltet das Getriebe: So macht "Automatik fahren" wirklich Spaß!

Der Audi A3 ist mit Direktschaltgetriebe der sportlichste
A3: Er beschleunigt in 6,4 Sekunden von Null auf Tempo 100 (mit manueller Schaltung in 6,5
Sekunden!). Die Höchstgeschwindigkeit wird bei 250 km/h elektronisch abgeregelt. Auch vom
Verbrauch her ist der A3 3.2 mit dem Direktschaltgetriebe die bessere Wahl als das
ebenfalls angebotene Sechsgang-Schaltgetriebe. Natürlich ist ein Sechszylinder keine
Spardose: 13,8 Liter Super Plus schluckt er bei ökonomischer Fahrweise je 100 km
Stadtverkehr (manuelle Schaltung: 14,8 l), 7,5 Liter sind es außerorts (8,2 l) und 9,9
Liter (10,6 l) im gemischten Verbrauch nach EU-Norm (alles Herstellerangaben). Der Motor
begnügt sich aber auch bei leicht erhöhten Verbrauch und etwas weniger Leistung
mit Superbenzin. Der Motor erfüllt sowohl mit manuellem Schaltgetriebe als auch
mit dem Direktschaltgetriebe die Abgasnorm EU4.

Als Top-Motorisierung ist der A3 3.2 ausschließlich mit
permanentem Allradantrieb quattro verfügbar. Das garantiert beste Traktion, die 250 PS
ohne Reibungsverluste auf die Fahrbahn zu bringen. Tadellos ist auch der Geradeauslauf,
selbst bei höherem Tempo. Die geschwindigkeitsabhängige Servolenkung (servotronic) ist
sehr direkt ausgelegt, was dem A3 in Verbindung mit dem sportlichen Fahrwerk Dynamik und
Agilität verleiht. Schnell und präzise folgt das Fahrzeug den Lenkbefehlen des Fahrers,
sicher und spurtreu auch in schnellen Kurven. Flott gefahren birgt der Top-A3 ein immenses
Spaßpotenzial! Der hervorragend abgestimmte Allradantrieb bringt den Ingolstädter auch
in den Kurven nicht aus der Ruhe, tückische Lastwechsel sind ihm auf trockenen Straßen
fremd, lediglich ein sehr leichtes Untersteuern kündigt den hoch angesiedelten
Grenzbereich an. Sauber absolviert er plötzliche Spurwechsel, Ausweichmanöver und
Slalomfahrten.

Auch das sportliche Top-Modell aus Ingolstadt fährt
serienmäßig mit dem Fahrwerk seiner schwächer motorisierten
Brüder vor, lediglich die Feder-Dämpfer-Abstimmung ist auf die Motorisierung
abgestimmt und beim V6 etwas straffer und sportlicher getrimmt, ohne jedoch wirklich
unkomfortabel zu sein. Ein tiefer gelegtes Sportfahrwerk ist allerdings optional
verfügbar. Unser Testwagen stand auf 17-Zoll-Leichtmetallrädern mit Winterreifen im
Format 205/50. Standardmäßig steht der 3.2 quattro auf 225/45er Gummis. Die Bremsen
(innenbelüftete Scheibenbremsen rundum) sind der hohen Leistung angepasst
großdimensioniert und leistungsfähig: Entsprechend verzögern sie im Notfall schnell,
sicher und standfest.

Passive Sicherheit bieten die Stahlkarosserie mit
definierten Knautschzonen rundum, Rohbauverstärkungen und zusätzlichem Flankenschutz in
den Türen, Drei-Punkt-Gurten und Kopfstützen für alle fünf Sitzplätze (mit aktiven
Kopfstützen vorne), Front- und Seitenairbags vorne sowie das Kopfairbagsystem
"sideguard" für vorne und hinten. Die Kindersitzvorrüstung Isofix für
Beifahrersitz und äußere Fondsitze kostet extra. Und auch Xenon-Scheinwerfer gibt es im
sportlichen High-Tech-Topmodell nur gegen Aufpreis. An Fahrwerksregelsystemen verfügt der
A3 serienmäßig ab dem Basismodell über eine Antriebsschlupf-Regelung ASR, die
elektronische Differenzialsperre EDS und das elektronische Stabilitätsprogramm ESP. Der
kompakte Ingolstädter ist bestückt mit einer Bremsanlage mit innenbelüfteten
Scheibenbremsen (beim 3.2 quattro rundum innenbelüftet), ABS, elektronischer
Bremskraftverteilung und Bremsassistent.

Ab 19.050 Euro steht der Audi A3 in den Preislisten.
Unsere Version mit 3,2-Liter-Sechszylinder-Motor und Direktschaltgetriebe (DSG) ist ab
33.250 Euro zu haben. Aufpreis kosten in unserem Testwagen Extras wie Lederausstattung,
Sitzheizung vorne, die Radioanlage concert, das Navigationssystem und die
Zwei-Zonen-Klimaautomatik.
Ölwechsel und Inspektionen sind abhängig von Fahrweise
und Einsatzbedingungen und werden über die Service-Anzeige ausgegeben, sind spätestens
aber nach 30.000 km oder maximal zwei Jahren fällig. Der Audi-Händler gibt zwei Jahre
Gewährleistung auf das Fahrzeug, drei Jahre auf den Lack und zwölf Jahre auf die
Karosserie gegen Durchrostung. Audi gibt eine Mobilitätsgarantie für zwei Jahre ab
Neuzulassung und bietet einen LongLife-Mobilservice beim Einhalten der
Inspektionsintervalle. Die Versicherungen stufen das Modell in die Typklassen 17 / 23 / 23
(KH / VK / TK nach der neuen Struktur in der Fahrzeugversicherung) ein.
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