Seine Entwicklung war äußerlich eher eine
Evolution: Auch der neue A3 ist auf den ersten Blick als A3 zu erkennen. In der Gestaltung
hielt man sich an bewährte Formen, auch wenn sie beim neuen A3 dynamischer geraten sind:
Die flachere Karoserie ist keilförmiger gezeichnet und damit coupéhafter. Erwachsener
ist er geworden, etwas länger, stämmiger, flacher, schon serienmäßig hat die
Basisversion auf 16-Zoll-Reifen einen breiteren Stand.
Im Mai kommt die neue Ingolstädter
Premium-Sportler in der Kompaktklasse auf den Markt. Ob der neue A3 die Erfolgsgeschichte
seines Vorgängers fortschreiben kann, konnten wir auf ersten
Ausfahrten auf Sardinien mit verschiedenen Motorisierungen erkunden.

Zunächst kommt der A3 als Dreitürer auf
den Markt, der Fünftürer soll aber schon im Herbst 2004 folgen: Immerhin hatte dieser
zuletzt beim alten Modell einen Marktanteil von 40 Prozent. Der Dreitürer erleichtert den
Fondpassagieren den Einstieg durch die Easy-Entry-Funktion der Frontsitze. Dank
verlängertem Radstand zum Vormodell haben die Passagiere vorne und hinten mehr Platz.
Nicht hinzugewonnen hat der Laderaum, der mit 350 bis 1.100 Litern Fassungsvermögen auf
dem Niveau des Vormodells liegt.

Hochwertig ist das Cockpit in seiner
Anmutung: Erstklassig sind die Materialien, tadellos die Verarbeitung. Bei der Gestaltung
des Cockpits nahmen die Designer ein paar Anleihen beim sportlichen TT, die aber dank
weniger Alu nicht so deutlich ins Auge stechen. Insgesamt ist das Cockpit ergonomisch
gestaltet und jeder Schalter und jeder Anzeige gut zu erreichen. Stoffbezogene Sportsitze
sind in der Ausstattung Ambition Serie, als Sonderausstattung für die anderen
Ausstattungslinien sind sie leider nur im Paket (Sportsitze und Leder) verfügbar. Die
Sitze sind gut konturiert und bieten auch bei eiliger Kurvenfahrt guten Seitenhalt.

Drei Ausstattungslinien stehen zur Wahl
von der gut ausgestatteten Basisversion Attraction über die sportliche Version Ambition
bis zur Komfort-Ausstattung Ambiente. Zur Serienausstattung gehören in allen Varianten
die kleinen Annehmlichkeiten des Autofahrerlebens wie funkfernbediente
Zentralverriegelung, elektrische Fensterheber, elektrisch einstellbare Außenspiegel und
Spiegel in beiden Sonnenblenden. Gegen Aufpreis verfügbar sind eine
Zwei-Zonen-Klimaautomatik mit automatischer Umluftschaltung, wenn draußen "schlechte
Luft" herrscht, eine Einparkhilfe, das Fahrerinformationssystem mit Bordcomputer und
Check-Control, eine Geschwindigkeitsregelanlage, Sitzheizungen für Vordersitze,
Xenon-Licht sowie zusätzliche Ablagen und Leuchten im Innenraum.

Der A3 kommt im Mai 2003 zunächst mit
vier Motorisierungen auf den Markt: mit den Ottomotoren 1.6 (102 PS) und 2.0 FSI (150 PS)
sowie mit den Turbodieseln 1.9 TDI (105 PS) und dem neuentwickelten 2.0 TDI (140 PS). Im
Herbst folgt ein 3,2-Liter-Sechszylinder mit 250 PS als Topmotorisierung der Baureihe.

Der 1,6-Liter-Ottomotor wird jetzt aus
Aluminium gefertigt und ist damit leichter als sein Grauguss-Vorgänger. Dank des
gestiegenen Karosseriegewichts (1.205 kg 1.090 kg) sind dadurch seine
Leistungsdaten aber nicht verbessert, auch wenn derjenige, der den alten A3 1.6 kennt,
dies leicht meinen könnte. Von Null auf Tempo 100 beschleunigt er in 11,9 Sekunden, bei
185 km/h liegt die Höchstgeschwindigkeit. Das ist zügig genug für den Einstieg. Der
Verbrauch liegt bei ökonomischer Fahrweise bei 9,6 Litern Superbenzin je 100 km in der
Stadt, 5,5 Litern außerstädtisch und 7 Litern im gemischten Verbrauch nach EU-Norm (alle
Verbrauchsdaten sind Herstellerangaben).
Der innovative
2,0-Liter-Benzindirekteinspritzer (FSI) ist bereits aus dem A4 bekannt. Für einen
Vierzylinder läuft er sehr ruhig und kultiviert. Er wirkt weit weniger spritzig als der
2.0 TDI, was allerdings allein subjektiver Eindruck des Fahrers ist: Der Motor ist ein
Saugmotor, ihm fehlt der typische Dampf, den ein Turbo nach dem Turboloch entwickelt.
Objektiv sind seine Leistungsdaten besser als die des 2.0 TDI, der vom subjektiven
Eindruck des Fahrers her kräftiger und durchzugsstärker wirkt. In 9,1 Sekunden sprintet
der Benzindirekteinspritzer von Null auf 100 km/h, bis er bei 211 km/h seine
Spitzengeschwindigkeit erreicht. Der Verbrauch liegt bei ökonomischer Fahrweise bei 9,6
Litern Super Plus in der Stadt, 5,3 Litern außerorts und 6,9 Litern im gemischten
Verbrauch nach EU-Norm.

Neu entwickelt wurde der 2-Liter-TDI mit
Pumpe-Düse-Einspritztechnik. Er unterscheidet sich von seinen 1,9-Liter-TDI-Kollegen
durch einen Vierventil-Zylinderkopf, der eine sparsamere und effektivere Verbrennung
ermöglicht. Antritts- und durchzugsstark sein maximales Drehmoment von 320 Nm
liegt zwischen 1.750 und 2.500 U/min. an macht er einen guten Eindruck. Akustisch
ist er präsenter als der FSI, aber noch keineswegs störend. Dabei beschleunigt er von
Null auf 100 in 9,5 Sekunden (0,4 Sekunden langsamer als der FSI!), die
Spitzengeschwindigkeit von 207 km/h liegt auch leicht unter der des
Benzindirekteinspritzers. Der Verbrauch liegt bei ökonomischer Fahrweise bei 7,2 Litern
Dieselkraftstoff in der Stadt, 4,5 Litern außerstädtisch und 5,5 Litern im gemischten
Verbrauch nach EU-Norm. Auch er erfüllt wie alle Motoren der A3-Palette die
EU4-Abgasnorm.
Die kleineren Motoren (1.6 und 1.9 TDI)
sind serienmäßig mit einer manuellen Fünfgang-Schaltung bestückt, die größeren (2.0
FSI und 2.0 TDI) mit einer manuellen Sechsgang-Schaltung. Gegen Aufpreis wird bald
außer für den 1.9 TDI eine sechsstufige Tiptronic sowie für die stärksten Otto-
und TDI-Motoren das Direktschaltgetriebe DSG verfügbar sein.

Zunächst ist der A3 nur mit Frontantrieb
zu haben, der permanente Allradantrieb quattro wird bald für den 2.0 TDI optional
verfügbar sein, beim Sechszylinder gehört er zur Serienausstattung. Neu entwickelt wurde
für den neuen A3 die Hinterachse: eine Vierlenker-Hinterachse ersetzte die
Verbundlenkerachse, um Fahrstabilität und Dynamik zu verbessern. Die elektromechanische
Lenkung mit geschwindigkeitsabhängiger Servo-Unterstützung ist für den Fahrbetrieb sehr
direkt ausgelegt und vermittelt guten Fahrbahnkontakt. Durch beide Maßnahmen hat der
Kompakte definitiv noch an Agilität, Dynamik und Kurvenfreudigkeit gewonnen, obwohl man
auch über den Vorgänger hier nur Gutes berichten konnte.
Präzise, wendig, spurtreu und sicher nimmt er auch enge Kurven bei höherem Tempo ohne
dass das serienmäßige ESP eingreifen muss. Ohnehin regelt das ESP sehr spät, was durch
die hohen Sicherheitsreserven des Fahrwerks möglich ist, welches den hoch angesetzten
Grenzbereich nur durch minimales Untersteuern ankündigt. Auch verspürt man wenig
Seitenneigung der Karosserie auch bei eiliger Kurvenhatz.

Serienmäßig fährt der A3 auf Rädern
mit Reifen im Format 205/55 R 16. Die sportliche Ambition-Ausstattung kommt zusätzlich
zur Tieferlegung mit straffer abgestimmter Federung und Dämpfung auf Breitreifen im
Format 225/45 R 17 angerollt. Schön straff mit ausreichendem Komfort passt sie gut zu den
stärkeren Motoren und ist für einen guten Schuss Fahrspaß gut. Ein weiterer Testwagen
stand mit Serienfahrwerk auf 17-Zoll-Rädern ebenfalls etwas straffer auf der Straße als
das Serienfahrwerk mit 16-Zoll-Bereifung des dritten Testwagens. Alle drei Varianten
vermitteln dem Fahrer aber den eher sportlichen Charakter des Ingolstädter Kompakten. Der
A3 verfügt über Scheibenbremsen rundum (vorne innenbelüftet), deren Dimensionen von den
jeweiligen Motorleistungen abhängen. Ein Dual Rate Bremsassistent legt bei einer
Notbremsung noch mal ein bisschen Bremskraftunterstützung mehr drauf, um das Fahrzeug
sicher zum Stand zu bringen. ABS und eine elektronische Bremskraftverteilung runden die
Brems-Hilfen für den Fahrer ab.

Hohe Karosseriesteifigkeit sind gepaart
mit hoher Crashfestigkeit; Front-, Seiten- und Heckbereich verfügen über definierte
Knautschzonen; die Türen sind mit Flankenschutz versehen und die B-Säulen sind gezielt
verstärkt. Der passiven Sicherheit der Insassen dienen darüber hinaus Kopfstützen und
Drei-Punkt-Gurte auf allen fünf Sitzplätzen, aktive Kopfstützen auf den Vordersitzen,
Front- und Seitenairbags vorne sowie das Kopfairbagsystem sideguard für vorne und hinten.
Die aktive Fahrsicherheit unterstützen die Antriebsschlupf-Regelung und ESP, ABS, eine
elektronische Bremskraftverteilung, der Dual Rate Bremsassistent und die elektronische
Differenzialsperre. Serienmäßig ersetzt ein Tire Mobility System das Ersatzrad. Ein
Reserverad mit Notlaufeigenschaften kann aber ohne Mehrpreis geordert werden. Isofix gibt
es nur als Sonderausstattung.

Mit Preisen ab 18.850 Euro geht der neue
A3 an den Start. Ausstattungsbereinigt ist er geringfügig günstiger als das Vormodell.
Die Wartungsintervalle berechnet der Bordcomputer je nach Fahrweise und Einsatzbedingungen
des Fahrzeugs. Nach Serviceanzeige können da bis zu 30.000 km zusammen kommen, beim TDI
sogar bis zu 50.000 km. Spätestens nach zwei Jahren muss der A3 aber zum Check zum
Audi-Partner. Eine Gewährleistung auf das Fahrzeug gibt Audi für zwei Jahre, auf den
Lack drei Jahre und auf die Karosserie zwölf Jahre. |