Lediglich der FSI-Schriftzug am Heck und
der etwas größere Spoiler verraten den Unterschied zu seinen konventionellen
Brüdern. Die kleinen Radlauf-Spoiler vorne, die wie der Heckspoiler die
Aerodynamik verbessern, gehen unter der Karosserie fast unter.

"FSI" steht für Fuel Stratified
Injection und ist VWs und Audis Bezeichnung für die Benzin-Direkteinspritzung. Der FSI
ergänzt die Motorenpalette des A2 ab Juni 2002.
Da wir den A2
1.4 TDI schon als Testwagen hatten, erübrigt sich die Betrachtung seiner
praktischen Vorzüge. Karosserie und Cockpit sind identisch, ebenso der Ausstattungsumfang
und die reichlich verfügbare Sonderausstattung. Interessanter ist der neue Motor und das
überarbeitete Fahrwerk, das demnächst in den anderen A2-Modellen zum Einsatz kommt.

Der FSI-Motor mit 1,6 Litern Hubraum und
110 PS ist ein High-Tech-Aggregat mit verbessertem Wirkungsgrad. Benzin-Direkteinspritzer
bieten unter Volllast im konventionellen Homogenbetrieb mehr Leistung und mehr Drehmoment
bei reduziertem Verbrauch. Im Teillastbereich sind durch den Schichtladebetrieb noch
größere Kraftstoffeinsparungen möglich.
Die direkte Kraftstoff-Einspritzung in die
vier Zylinder des Motors läuft über ein Common-Rail-System mit Hochdruck-Einspritzpumpe.
Neue Komponenten mussten für den FSI entwickelt werden, das Motorsteuergerät erfordert
eine um mehr als das doppelte erhöhte Rechnerleistung im Vergleich zur konventionellen
Saugrohr-Einspritzung.
Im Leerlauf dreht der Motor ruhig und
vibrationsarm. Aber wehe, wenn er losgelassen. Das sportliche Brummen des Auspuffrohres
ist gewollt. Schade nur, dass der Auspuff nicht auch optisch Akzente setzt. Drehfreudig
und antrittsstark zieht der Ingolstädter Floh ab. Ein leichtes Spiel hat der 110 PS
starke Motor mit der nur 1.070 kg schweren Karosserie.
Die Motorkräfte werden über ein manuelles
Fünfgang-Getriebe auf die Vorderräder übertragen. Leicht und lässig lässt sich der
Schalthebel durch die Kulisse führen. Willig nimmt er Gas an und dreht freudig hoch. Dann
zieht er ab. Schon im Leerlauf liegen über 100 Nm Drehmoment an. Die Drehmomentspitze von
155 Nm erreicht er zwar erst bei 4.500 U/min., aber die Drehmomentkurve verläuft eher
flach, zwischen 2.000 und 6.000 U/min. liegen über 125 Nm an und das macht sich
auch beim Fahren bemerkbar.
In 9,8 Sekunden sprintet er von 0 auf Tempo
100, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 202 km/h. Ökonomisch gefahren birgt der FSI ein
ansehnliches Sparpotenzial: 5,9 Liter Super-Plus je 100 km im gemischten Verbrauch nach
EU-Norm sind schon nicht von schlechten Eltern, aber die erreicht man natürlich nicht,
wenn man ständig an der Leistungsgrenze fährt. Innerstädtisch verbraucht der A2 FSI 8,1
Liter je 100 km, außerorts sind es 4,7 Liter. Der Motor erfüllt die Abgasnorm EU4.

Die Lenkung arbeitet direkt und setzt die
Lenkbefehle des Fahrers präzise um. Überarbeitet wurde für den 110 PS starken
Benzin-Direkteinspritzer auch das Fahrwerk, welches demnächst auch den schwächer
motorisierten A2-Modellen zur Verfügung stehen wird. Eine geänderte
Feder-Dämpfer-Kennlinie schafft mehr Komfort, ohne Abstiche an die Sicherheit oder an den
Fahrspaß zu machen. An Agilität hat er nichts eingebüßt. Dank des kräftigeren Motors
ist er auch in Kurven zügig unterwegs. Dabei glänzt er mit seiner neutralen
Straßenlage, nur leicht ist die Tendenz, in zu schnellen Kurven zu untersteuern.
Plötzliche Spurwechsel bringen ihn nicht aus der Ruhe. Auch die Seitenneigung hält sich
dabei trotz der hohen Karosserie in Grenzen.
Zugelegt hat Audi auch bei den Bremsen:
Fahren die bisherigen A2-Modelle noch mit Trommelbremsen hinten, kommen beim FSI
Scheibenbremsen zum Einsatz und mit Scheibenbremsen rundum (vorne innenbelüftet)
sowie 175/60er Reifen hat der A2 beim kräftigen Bremsen einen guten Stand.
Serienmäßige Sicherheit bieten die
leichte, aber hochfeste Audi-Space-Frame-Karosserie mit Seitenaufprallschutz, vier Airbags
(Kopfairbagsystem Sideguard für vorne und hinten gegen Aufpreis), Kopfstützen und
Drei-Punkt-Automatikgurte auf allen vier oder fünf Sitzplätzen (je nach Rücksitzanlage)
sowie Isofix hinten. Zur Serienausstattung gehören auch ABS mit elektronischer
Bremskraftverteilung (EBV) und ESP sowie Antriebsschlupfregelung und elektronische
Differentialsperre (EDS).

Ab 16.550 Euro ist der A2 zu haben. Der FSI
steht ab einem Grundpreis von 18.750 Euro beim Händler. Damit stellt er auch preislich
das Topmodell dar. In der Serienausstattung enthalten sind z. B. elektrische Fensterheber
vorn, elektrische einstellbare Kopfstützen sowie die geteilte, doppelt umklappbare und
herausnehmbare Rücksitzbank mit umklappbarer Lehne.
Je nach Einsatz und Fahrweise können nach
der Service-Intervallanzeige bis zu 30.000 km bis zur nächsten Inspektion vergehen.
Maximal ermöglicht der LongLife-Service aber alle zwei Jahre bis zur nächsten
Inspektion. Die Versicherungen stufen den FSI in die Klassen 14 / 14 / 23 (KH / VK / TK)
etwas niedriger als den 1.4 TDI. |